Politik

Charles Michel nährt Zweifel am Atomausstieg

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Belgiens Premierminister Charles Michel (MR) hat mit skeptischen Äußerungen eine neue Debatte über den für 2025 vorgesehenen Atomausstieg seines Landes entfacht. Der Liberale bekannte sich in einem Interview der Zeitung „Le Soir“ am Mittwoch zwar zu dem Austrittsdatum, fügte jedoch hinzu: „Das wird extrem schwierig.“

Michel appellierte an die Regionalregierungen des Landes, ihm detaillierte Lösungsvorschläge vorzulegen. „Ich habe das Gefühl, wenn alle sich zu 100 Prozent einbringen, dann können wir 2025 noch halten, vielleicht“, zitierte ihn die Zeitung.

Die Menschenkette vor den Kühltürmen des AKW Tihange am 25. Juni 2017. Foto: OD

Die oppositionellen Sozialisten und Grünen warfen Michel daraufhin vor, die Verantwortung abzuwälzen und nach der Pfeife seines Koalitionspartners zu tanzen, der nationalkonservativen flämischen Partei N-VA. Diese fordert Laufzeitverlängerungen für Atommeiler, obwohl diese als pannenanfällig gelten und vor allem im deutschen Grenzgebiet sehr umstritten sind.

Diese Woche hatten die Energieminister der Föderalregierung und der Regionen ein Konzept zur Umstellung auf erneuerbare Energien bis 2050 ausgearbeitet, das eigentlich am Freitag vorgestellt werden sollte.

Die NVA hat allerdings laut Medienberichten schon Widerspruch in den Regierungen angekündigt, an denen sie beteiligt ist – die Föderalregierung und die Regionalregierung in Flandern.

Belgien hatte sich bereits 2002 zur Abschaltung seiner sieben Atomkraftwerke bis 2025 entschlossen und dies später bekräftigt, allerdings unter der Voraussetzung, dass keine Engpässe entstehen. (dpa)

 

  1. Es reicht!

    Wenn man nicht haben will das das Licht ausgeht bleibt der Regierung mangels Alternativen nichts anders übrig als die tickenden Bomben weiter ticken zu lassen.
    Armes Belgien.
    Würde euch empfehlen bei Zeiten ein Stromaggregat anzuschaffen.

  2. Klaus Ruptich

    Nun ja – so langsam beginnt sich eben endlich die Erkenntnis durchzusetzen, dass man mit Zappelstrom aus Windrädern und PV-Platten kein Land zuverlässig rund um die Uhr mit Strom versorgen kann. Und wenn man über Speicher nachdenkt, wird jedem bereits ohne Taschenrechner klar, dass das nicht bezahlbar ist. Deutschland ist ja ein leuchtendes Beispiel für diesen Irrsinn. Bis jetzt kommen immer noch rund zwei Drittel des Stroms aus fossilen und Kernkraftwerken.

    • Pensionierter Bauer

      Richtig !
      Diejenigen, welche nach grüner Energie schreien, schreien ganz groß NEIN wenn es darum geht Großwindanlagen aufzubauen. Dies konnte man gut in Walhorn und Kettenis beobachten wo die ECOLO Partei ganz vorne gemeinsam mit den politisch Schwarzen den Widerstand organisierten. Das gleiche Theater erlebt man nun in der Alte Walzinc. Da kämpfen ua. die Tihangegner gegen die Ausbeutung von Bodenschätzen welche man dringend für die Energiewende benötigt. Ein Grundschullehrer von mir brachte immer den Spruch; leere Fässer machen den meisten radau.
      Wer nach Alternativen schreit soll bitte auch umsetzbare Konzepte auf den Tisch legen und Verantwortung übernehmen statt nur rumzupalavern und sich den Spaß von anderen bezahlen zu lassen.

      • Alfons Van Compernolle

        Stimmt, jedliche moegliche Art / Methode alternativer Energiegewinnung steht bei den „Gruenen“ auf der Abschussliste. Zurueck zur Oellampe wollen sie auch nicht, vermudlich wegen der moeglichen Schadstoffemission ! Das einzige wo ich den „Gruenen etc“ Recht gebe ist dass die AKW’s gefaehrlich sind, besonders die mehr oder weniger „Super-Alten-AKW’s , wie sie in Belgien und Frankreich noch betrieben werden! Das diese AKW’s nun doch laenger am Netz bleiben bzw betrieben werden sollen, hat P.M. Michel ganz sicher schon vor der letzten Wahl gewusst und Aufgrund eben des moeglichen Waehlerabfalls ( minder Zustimmung) verschwiegen, wie unsere ( teilweise mehr als nur ueberfluessigen) Regierungen uns vieles verschweigen !! Ich tendiere auch zum Ausbau der Windenergie bzw Sonnenpanalen ! Was aber keiner unserer lieben Politiker bisher gesagt hat, ist der belgische Energieexport deren Sinn sich mir nicht erschliesst, zumal wir im gleichen Umfang, dann wieder Energie nach Belgien importieren !! Eine politische Logik, bei deren Verstehen wohl psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen werden muss !!

    • Entäuchter Belgier

      Man soll schon mal diese Atomkraftgegner vom Netz holen .und denen eine Pv anlage errichten lassen und so einen Ventilator aufrichten lassen . Dannn wollen wir mal sehen wann die auf Handbetrieb umschalten .Was dennken die sich nur .Erst mal abschalten und dann mal reagieren arme Leute neben der Realität .Hoffendlich kommen die nicht zu weit in der Politk

      • Den Ahlen

        Super Plan. Und parallel dazu sollte man dann den Atomkraft Befürwortern die Rechnung für den Rückbau und die Lagerung des radioaktiven Abfalls zusenden. Wenn sie die Gesellschaft in zwei Lager spalten wollen, dann auch richtig! Unsere AKW’s sind erwiesenermaßen nicht in einem Zustand, dass die Risiken für die Umwelt minimiert werden. Nach über 40 Jahren staatlich finanzierter Forschung weiß man immer noch nicht wohin mit dem Müll. Das die AKW Betreiber alles nur Mögliche tun müssen um das Risiko der Kernkraft zu minimieren steht aber in allen Verträgen zwischen dem Staat (der im Falle eines GAUs die Haftung übernimmt) und den AKW Betreibern drin! Schon die Tatsache, dass in den Siebzigern WISSENDLICH eine Reaktorhülle mit Haarrissen eingebaut wurde verstößt gegen dieses Prinzip. Das Abklingbecken in Tihange verliert täglich 2 Liter Wasser, man weiss nicht wohin es läuft. Das AKW steht auf einer geologischen Bruchstelle (also einer Erdbebenzone), steht in einer der Flugschneise des Flughafens Lüttich, obwohl das AKW einen Angriff mit einem Flugzeug nicht Stand halten kann. Das zeugt alles davon wie leichtfertig man in Belgien mit der Sicherheit der Anlagen umgeht.

        • Tihange liegt in der Flugschneise von Bierset? Ist doch kein Problem. Diejenigen die den Dieselmotor und den Verbrennungsmotor im Allgemeinen, und am besten auch noch die Kühe und die Menschen abschaffen wollen werden doch nicht weiterhin Flughäfen und Flugzeuge zulassen – oder? Somit erledigt sich die Gefahr Bierset für Tihange doch von alleine.

        • Warum nur den Atomkraft Befürwortern die Rechnung für den Rückbau und die Lagerung des radioaktiven Abfalls zusenden? Sogar die „dunkelgrünsten“ Ecolos benutzen/benutzen genau so wie die anderen gerne und bereitwillig den Atomstrom. Oder haben die sich etwa aus der öffentlichen Stromversorgung „ausgeklinkt“? Ja, es soll einige Idealisten geben? Aber was macht das aus auf die Gesamtheit der Haushalte. Und woher soll der Strom für die Schwerindustrie wohl kommen wenn Sonne und Wind mal „streiken“?

      • Joseph Meyer

        Ja, die Belgier werden tatsächlich bitter enttäuscht sein, wenn sie weiter die politischen Parteien wählen, die von den Lobbyisten massiv gefördert werden und nur dazu da sind eine überholte atomar-fossile Energieversorgung zu erhalten, weil sie den AKW-Betreibern so schöne Milliardenprofite beschert …
        Hier ein Beispiel wo effektiv die Reise hingeht, eine energiemäßig autonome Insel dank Photovoltaikstrom:
        https://youtu.be/xBM7Rdz5ajA
        Und China wartet nicht auf die scheuklappenblinden EU-WählerInnen …

    • Joseph Meyer

      Wind- und Photovoltaikstrom nennen Sie „Zappelstrom“? Ich gehe mal davon aus, dass Sie Sich bisher noch nicht intensiv mit dem Potential der solaren Energiemöglichkeiten auseinandergesetzt haben …
      Als ein kleines Beispiel, siehe die Angebote der deutschen Firma SMA im Bereich autonome Photovoltaik-Systeme:
      https://www.sma.de/home-systems/solaranlage-autark.html
      https://www.sma.de/sma-sunbelt-energy-gmbh.html
      https://www.sma.de/service-support/industrial-systems.html#tab-content-252874-3

  3. Joachim Wahl

    Belgiens Strombedarf liegt bei 70 TWh per annum. Dabei übernimmt die Kernenergie 47,2%, Erdgas 27%, Biokraftstoffe, Abfall 7,9%, Wind 6,5%, Kohle 6,2%, Solar 4 %, sonstige, den Rest.
    Da die beiden „Quellen“ Wind und Solar volativ sind, kann man sie nicht mit einbeziehen und muß Ersatzkapazität vorhalten. Jeder Normaldenkende kann hier leicht ablesen, daß ein Abschalten der Reaktoren rund 50% der erforderlichen Energiemenge fehlen läßt. Dieses Ergebnis „nährt keine Zweifel“ oder wird „extrem schwierig“, das funktioniert so nicht!

  4. Was für ein Affentheater!! Nur diese Graphik entscheidet über den „Atomausstieg“ sonst gar nichts!
    http://www.elia.be/en/grid-data/Load-and-Load-Forecasts/Elia-grid-load
    Aktuell liegen 11.000 MW Last an, und die MÜSSEN bedient werden, sonst geht das Licht für alle aus. Vielleicht erklärt einmal jemand unseren Politikern dass die Naturgesetze über ihren Gesetzen stehen – und vielleicht, aber nur vielleicht, versteht das der eine oder andere „Volksvertreter“ dann auch….

        • Den Ahlen

          Gute Replik ;) Mal im Ernst, bis 2025 ist überhaupt NICHTS anderes möglich als die AKW Laufzeit zu verlängern. Der Bau neuer Anlagen dauert mehr als 8 Jahre, weil man ja noch nicht einmal einig ist wo die Reise hin gehen soll. Das wird auch die Feststellung in 2025 sein, wenn wir nicht heute anfangen etwas zu ändern. Ein guter Anfang wäre endlich einen verbindlich geltenden Termin für die Abschaltung der alten Schrottmeiler festzulegen!

            • Den Ahlen

              Wer soll den in die neuen Anlagen investieren wenn er nicht verbindliche zusagen hat, dass er auch ab einem gewissen Datum liefern darf? Wir reden hier von MILLIARDEN-Beträgen, da geht man nicht mal so eben auf gut Glück bzw auf die warmen Worte eines gewählten Volksvertreters.

              • Wieder falsch herum gedacht . Ich zitiere Sie :

                „Der Bau neuer Anlagen dauert mehr als 8 Jahre, weil man ja noch nicht einmal einig ist wo die Reise hin gehen soll.“
                Also : zuerst (realistisch) festlegen wo es hingehen soll (Energie, Klima, Preis, …)
                alsdann : die Schritte (Windräder, Gaskraftwerke, Atomkraftwerke, Luftschlösser, …) bauen
                und schliesslich : Bestehendes abschalten

                • Den Ahlen

                  Der Bau neuer AKW’s ist aber in Belgien gesetzlich „verboten“ (aber wir wissen ja wendhälsig unsere Politiker sind). Neben diesem Gesetz gibt es aber noch eine andere Hürde für den Bau neuer Anlagen, und zwar der NIMBY Effekt! Also gehe ich davon aus, dass es keine AKW’s mehr geben wird. Was jetzt noch übrig bleibt sind Gas, Öl und Kohle. Von diesen drei ist Gas das „kleinste Übel“ und darüber hinaus sehr fexibel einsetzbar und auch in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten. Folglich steht für mich der Weg schon fest, aber Sie haben natürlich Recht! In der Tat, erst müsste man sich einig sein welche Anlagen die AKW’s ersetzen sollen.

  5. abendland

    wer an die energiewende glaubt, kann auch an den weihnachtsmann glauben.
    an alle AA/AE-fans: bald ist weihnachten.
    auch die öko-religion wird dieses fest übernehmen. man muss ja an irgendetwas glauben.

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