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Nicht mehr nur Bayern: Bundesliga demonstriert Stärke – Vier Clubs im Achtelfinale der Königsklasse

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So etwas ist der Bundesliga seit sechs Jahren nicht gelungen. Alle vier Vertreter stehen im Achtelfinale der Champions League. Für Bayern-Trainer Hansi Flick ein Zeichen der gestiegenen Qualität.

Inmitten der Coronavirus-Pandemie hat das deutsche Quartett mit dem geschlossenen Einzug ins Achtelfinale der Champions League für eine Sternstunde der Fußball-Bundesliga gesorgt.

Damit sicherten sich Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach in Zeiten der Krise nicht nur enorm wichtige Prämien. Die Clubs bescherten dem deutschen Fußball durch diesen Coup, der zuletzt 2014 gelungen war, zudem einen internationalen Image-Gewinn.

„Man kann sagen, dass wir in Deutschland und der Bundesliga enorm an Qualität dazu gewonnen haben. Letztlich ist es eine Aufwertung der Bundesliga. Mit der Entwicklung kann man zufrieden sein“, sagte Bayern-Trainer Hansi Flick.

09.12.2020, Bayern, München: Trainer Hansi Flick von Bayern München gibt nach dem Spiel ein Interview. Foto: Sven Hoppe/dpa

Seine Mannschaft hatte mit 16 Punkten in der Gruppenphase für das zweitbeste deutsche Ergebnis der Geschichte gesorgt, das nur noch von den sechs Siegen der Saison 2019/20 getoppt wird.

Neben den deutschen Clubs ist es nur den spanischen Vereinen gelungen, geschlossen in die K.o.-Phase einzuziehen. Damit baute Deutschland seinen Vorsprung in der Fünf-Jahreswertung gegenüber dem nur noch durch Paris vertretenen Frankreich aus und sicherte sich somit auf absehbare Zeit vier Teilnehmer in der Champions League.

Gladbach hat es im dritten Anlauf erstmals ins Achtelfinale geschafft, was sogar Toni Kroos verzückte. Der Ex-Weltmeister von Real Madrid freue sich „sehr, dass Gladbach den Achtelfinal-Einzug geschafft hat. Sie spielen einen guten Fußball und haben einen sehr guten Trainer.“

Bei der am Montag in Nyon/Schweiz (12.00 Uhr) stattfindenden Auslosung warten auf Leipzig und Mönchengladbach allerdings gewaltige Gegner. Manchester City, Liverpool, Chelsea, Juventus Turin und Real Madrid sind die möglichen RB-Kontrahenten, für die Borussia wird im Lostopf Real Madrid durch Paris ersetzt.

Dagegen dürften die Bayern und der BVB angesichts möglicher Gegner wie Porto, Atalanta, Sevilla oder des formschwachen FC Barcelona entspannter in die Woche starten.

09.12.2020, Spanien, Madrid: Real Madrids Sergio Ramos (l) gegen Mönchengladbachs Marcus Thuram. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa

Um die von Flick angesprochene Qualität der Bundesliga nachhaltig zu demonstrieren, sollte es von Mitte Februar an besser laufen als in der Saison 2014/15. Damals erreichten die Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke das Achtelfinale. Bis auf den späteren Halbfinalisten aus München war dort allerdings für alle Clubs Feierabend.

Unabhängig vom weiteren Verlauf sind die Kassen der Vereine durch die Prämien schon jetzt gut gefüllt. Für jeden Punkt der Gruppenphase gab es 900.000 Euro, zuvor ein Startgeld von 15,25 Millionen. Der Einzug in die K.o.-Runde wird zusätzlich mit 9,5 Millionen Euro honoriert. In einer Saison, in der der Bundesliga laut Liga-Boss Christian Seifert „ein Umsatzrückgang von bis zu einer Milliarde Euro“ droht, gewinnen die Preisgelder der Königsklasse neben den ohnehin üppigen Vermarktungserlösen an zusätzlicher Bedeutung.

Auch Bundestrainer Joachim Löw dürfte der Erfolg freuen. Denn somit bekommen mehr Nationalspieler weitere Härtetests auf höchstem europäischen Niveau, was mit Blick auf die anstehende EM nicht hinderlich sein dürfte.

“Ich glaube schon, dass es wichtig ist, dass ein Großteil der Spieler international spielt. Das weiß ich aus meiner Zeit beim DFB“, sagte Hansi Flick. „Für ein großes Turnier ist es wichtig, wenn man erfahrene Spieler hat, die in großen Spielen gefordert werden. Das wertet eine Mannschaft auf.“ (dpa)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

3 Antworten auf “Nicht mehr nur Bayern: Bundesliga demonstriert Stärke – Vier Clubs im Achtelfinale der Königsklasse”

  1. Rammstein

    Nicht das ich jemanden den Fußball madig reden möchte, schaue selbst gerne mal ein schönes Spiel, aber irgendwie verstehe ich es nicht so ganz, Proficlubs mit hoch bezahlten Spielern dürfen spielen und so richtig nach Herzenslust kuscheln auf dem Platz. Kinder hingegen dürfen nicht mehr in ihren Sportverein zum trainieren, dabei soll Sport doch so gesund sein, das Immunsystem stärken und für innere Ausgeglichenheit sorgen.Es dreht sich doch gerade alles um unsere Gesundheit.
    Unsere fürsorgliche Regierung setzt da schon schwer verständliche Prioritäten finde ich, aber ich muss ja auch nicht alles verstehen.

    • @Rammstein: Beim Profifußball geht es um Millionenverträge, bei Amateuren spielt Geld keine so große Rolle. Die Profis und die Betreuer müssen regelmäßig Corona-Tests machen. Bei Amateuren unmöglich. Bei Positiv-Tests müssen Spieler oder Betreuer 14 Tage in Quarantäne, was auch nicht lustig ist. Das Ganze trägt dazu bei, dass die Vereine nicht bankrott gehen und das Ansteckungsrisiko fast bei null liegt. Auch andere Profisportler (Tennis, Basket, Handball, Radsport usw.) dürfen nach dem gleichen Verfahren ihren Sport durchführen.

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