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Boeing-Krise spitzt sich zu: EU-Luftraum nach Flugzeugabsturz gesperrt

30.01.2018, Belgien, Zaventem: Die erste Boeing 737 Max 8 wird am Brüsseler Flughafen der internationalen Reisegesellschaft TUI übergeben. Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien gerät der US-Luftfahrtriese Boeing immer stärker unter Druck: In Europa, Australien und weiten Teilen Asiens erteilten Luftfahrtbehörden Flugverbote für alle baugleichen Maschinen.

Zahlreiche Airlines legten die Flugzeuge am Dienstag wegen Zweifeln an der Sicherheit der Baureihe ebenfalls zunächst still. Damit ist gut die Hälfte der seit 2017 ausgelieferten rund 350 Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen. Es drohen zahlreiche Flugausfälle.

Das stürzt Boeing nicht nur in eine tiefe Imagekrise: Die 737-Max-Serie ist der gefragteste Flugzeugtyp des Airbus-Rivalen. Bei andauernden Problemen bei dem Kassenschlager könnten auch massive Umrüstungskosten und Geschäftseinbußen drohen.

25.01.2010, Libanon, Beirut: Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines im Landeanflug. Foto: Ben Curtis/AP/dpa

Der Aktienkurs des Unternehmens sackte den zweiten Tag in Folge ab. Boeing beharrt indes auf der Sicherheit der nach zwei Abstürzen innerhalb eines halben Jahres stark in die Kritik geratenen Baureihe. „Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit“, teilte der Konzern am Dienstag mit.

Boeing verwies erneut darauf, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA derzeit keine weiteren Maßnahmen fordere. In den kommenden Wochen will der Konzern jedoch ein wichtiges Software-Update für die Baureihe anbieten. Die Devise laute, „ein bereits sicheres Flugzeug noch sicherer machen“, versprach Boeing.

Beim Absturz einer Maschine der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines in der Nähe der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba waren am Sonntag 157 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch eine Belgierin sowie ein in Brüssel lebender Franzose.

Der internationale Flugverkehr wird aus Furcht vor weiteren Zwischenfällen zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Nachdem am Dienstagnachmittag Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und weitere Staaten eine Sperrung ihres Luftraums für die Boeings angekündigt hatten, zog auch die europäische Luftfahrtbehörde EASA am Abend nach. Das Verbot gelte als „Vorsichtsmaßnahme“ für den ganzen europäischen Luftraum für die Typen Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9, erklärte die EASA. (dpa)

15 Antworten auf “Boeing-Krise spitzt sich zu: EU-Luftraum nach Flugzeugabsturz gesperrt”

  1. DenAhlen

    Diese Baureihe ist doch darum so beliebt, weil sie bis zu 15 % weniger Sprit verbraucht. Wenn aber die „Modifizierungen“, die diesen geringeren Verbrauch möglich machen, gleichzeitig das Flugzeug unsicher machen … dann hätte Boeing ein dickes Problem! Spekulieren kann man natürlich viel, aber wenn so ein brandneues Flugzeug beim Start, wo gerade der grösste Schub notwendig ist, mal einfach so vom Himmel fällt … und das gleich zwei Mal … dann lohnt es sich den Diengen auf den Grund zu gehen!

    • deuxtrois

      Das MCAS-System hat keinen direkten Einfluss auf den Spritverbrauch. Es soll lediglich Kollisionen verhindern. Traurigerweise hat es schon bereits einen Absturz vor x Jahren gegeben, weil der Pilot nicht rechtzeitig erkannte dass nicht der Autopilot den Senkflug einleitete, sondern das MCAS. Hier sind es vermutlich defekte Sensoren die den Unfall verursachen (es gibt nur einen an der 737 soweit bekannt).

      Äpfel und Birnen vergleichen Sie hier.
      „Spekulieren kann man viel“, da bin ich bei Ihnen, aber nützen tut das niemandem etwas.

      • Mithörer

        @deuxtrois
        Schade, das sie ihr Wissen nicht früher veröffentlicht haben!
        Die 157 Toten vom letzten Sonntag hätten möglicherweise verhindert werden können. Die Experten haben ihre Untersuchungen noch nicht mal abgeschlossen. Aber 23 weiss schon alles. Werter 23, sie verbreiten Klugschiss und nichts anderes!

            • deuxtrois

              Die 737 MAX sind die ersten Flugzeuge, die wegen der großen Triebwerke MCAS notwendig machen weil sie aerodynamisch auf wenig Spritverbrauch getrimmt sind. Es gibt mehr als genug Material dazu, und das sind alles nur „keine eigenen Ideen“, sondern Tatsachen. Die Triebwerke sind so groß, dass sie die Aerodynamik kaputt machen. Mein Vorredner hat eben genau dieses Thema Spritverbrauch aufgegriffen und liegt nicht einmal daneben damit.

              Stern: „In den Fokus der Ermittlungen ist das Trimmsystem MCAS gerückt.“

              Wenn Sie mir nicht glauben, lohnt sich ein Blick abseits dieser Seite hier:
              https://www.google.com/search?client=opera&q=737+max+absturz+mcas&sourceid=opera&ie=UTF-8&oe=UTF-8

              Aber Sie möchten nur beleidigen und rumpöbeln, statt auf Argumente ein zu gehen. Sie haben einfach keine Ahnung und möchten mitreden.

                • Deuxtrois

                  Nein, lieber Mithörer. Genau das lesen Sie angeblich aus meinem Beitrag heraus. Sollten Sie Schwierigkeiten haben, das „vermutlich“ aus meinem ersten Beitrag zu finden, zitiere ich gerne nochmal gerne. Kein Wort davon, die genaue Ursache zu kennen. Deswegen diskutieren Sie weitläufig nur gegen sich selbst an. Übrigens suchen Sie nochmal nach dem Thema auf Google und bringen nur ein paar Fakten zusammen. Warum plant man nun sonst, das MCAS derzeit ein zu schränken? Hauptsache Gebrüllt, wiederholt, lieber Mithörer. MfG.

                  • Mithörer

                    @23
                    Es hat den Anschein, dass sie ihr Wissen zu diesem Thema veröffentlichen wollten, zum Geschehen selbst aber nichts genaueres wussten. Dann benutzt man eben das Wörtchen „vermutlich“. Ich freue mich, dass sie ihr Geltungsbedürfnis somit einigermassen befriedigen konnten.

      • Walter Keutgen

        deuxtrois, wenn es denn das ist. Die Antikollisionssystemen sind in den USA in den achtziger Jahren zuerst obligatorisch geworden (Quelle: Der Spiegel). Einem Kollegen hat eines ihm als Passagier eines Flugtaxis das Leben gerettet und das geht schnell, denn die Flugzeuge fliegen mit 400 m/s aufeinander zu. Das Flugzeug wich nach unten aus. Vor Jahren sind zwei Flugzeuge über die Schweiz kollidiert, sicher weil die Systeme nicht automatisch die Ausweichung veranlassten. Wohlgemerkt handelt es sich da um horizontale Flugphasen. Es geht darum, Zusammenstöße mit einem Flugzeug, das sich nicht auf der richtigen Höhe befindet, auszuweichen. Für mich macht das im Steigflug am Flughafen keinen Sinn, die Lotsen passen doch auf, dass sich keine Flugzeuge nicht in die Quere kommen, und sehen alles auf ihren Radarschirmen. Man sollte sie bis man auf Flughöhe ist abschalten.

          • Walter Keutgen

            Belgofritz, stimmt. Habe dazu eine Erklärung eines Hochlehrers der TU Delft gestern in Nieuwsuur von npo2 gesehen. Bei beiden Abstürzen soll das Flugzeug schon im horizontalen Flug gewesen sein, also nicht mehr im Steigflug. Leider lasse sich das System nicht abschalten oder bekommen die Piloten in der Ausbildung für den Boeing 737 Max 8 nicht den Trick dazu gelehrt. In beiden Fällen haben sich die Piloten zweimal erfolgreich gegen den Senkflug gewehrt, das dritte Eingreifen des Systems war fatal. Vor ein paar Jahren ist ein Airbus der Air France auf dem Flug von Südamerika nach Paris zwischen zwei Gewitterzonen durchgeflogen und abgestürzt. Da wurde auch davon gesprochen, dass ein Sensor eine zu hohe Geschwindigkeit anzeigte und eine Drosselung der Motoren verursachte. Da war schon ein Austauschprogramm des Sensors im Gange. Nichtsdestoweniger visieren die Flugzeughersteller und Fluglinienbetreiber die vollständige Automatisierung der Flugzeuge an, d.h. den Flug ohne Piloten an.

            • Belgofritz

              Hallo Herr Keutgen, deswegen wird mich keiner in autonome Flieger reinbekommen. Es öffnet auch Anschlägen/Sabotagen Tür und Tor… Software ist eben nur Software. Das sehen wir auch bei autonom fahrenden Autos. Da ist noch sehr viel zu tun. Gruß!

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