Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur möglichen Reaktivierung der Bahnstrecke Verviers–Eupen–Stolberg: Vertreter von Infrabel, der SNCB, der EVS, go.Rheinland sowie weiterer kommunaler und politischer Akteure aus Deutschland und Ostbelgien sind am Dienstag im Parlament der DG in Eupen zusammengekommen, um die Grundlagen für das Lastenheft einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie zu erarbeiten.
Nach den politischen Gesprächen der vergangenen Monate markiert das Arbeitstreffen einen weiteren wichtigen Schritt. Erstmals kamen alle maßgeblichen Partner aus Belgien und Deutschland zusammen, um ihre fachlichen Anforderungen und Erwartungen an die Machbarkeitsstudie gemeinsam zu definieren. Darunter befanden sich neben Vertretern von Infrabel, der SNCB, der EVS Verkehrsschienennetz GmbH und go.Rheinland GmbH auch Eisenbahnexperten aus Belgien und Deutschland zu Gast.

18.01.2020, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Die Euregiobahn im Aachener Hauptbahnhof. Foto: Shutterstock
Ferner waren im DGParlament Raerens Bürgermeister Mario Pitz, Eupens Mobilitätsschöffe Nicolas Pommée, Michael Dejozé (Geschäftsführer Euregio Maas-Rhein), Vertreter der Städte Stolberg und Aachen sowie Städteregionsrat Tim Grüttemeier als auch hochrangige Beamte des Verkehrsministeriums Nordrhein-Westfalen zugegen.
Diskutiert wurden unter anderem Fragen zur Infrastruktur, zum Bahnbetrieb, zu Umweltauswirkungen, zu grenzüberschreitenden Sicherheitsregelungen, zu touristischen und wirtschaftlichen Potenzialen sowie zur Anbindung an bestehende Verkehrsnetze in der Euregio-Maas-Rhein.
Die Ergebnisse sollen zeitnah in das Lastenheft fließen, das dieGrundlage für die Ausschreibung der Machbarkeitsstudie bildet. Die weitere Ausarbeitung übernimmt eine gemeinsame fachliche Arbeitsgruppe.
„Mit diesem Arbeitstreffen machen wir den nächsten konkreten Schritt. Heute geht es nicht mehr darum, ob wir miteinander sprechen, sondern wie wir dieses Projekt gemeinsam voranbringen“, erklärt Minister Gregor Freches.
Für Ostbelgien hat die Bahnverbindung laut Freches eine besondere Bedeutung. Sie verbessert nicht nur die Mobilität innerhalb der Euregio, sondern schafft auch neue Perspektiven für Pendler, den Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung der Grenzregion.
Über den Bahnhof in Stolberg eröffnet sich ein direkter Anschluss an das deutsche Schienennetz in Richtung Köln, Düsseldorf (auch zu den Flughäfen) und weitere Ballungsräume. Das Gleiche gilt für Pendler und Touristen aus Deutschland, die über Eupen
und Verviers in die Tourismusdestination Ostbelgien oder das belgische Inland bzw. an die belgische Küste fahren möchten.
Bereits der Sonderzug zwischen Eupen und Raeren im vergangenen Jahr habe das große öffentliche Interesse an einer möglichen Reaktivierung der Strecke verdeutlicht, so Freches. Nun soll eine Machbarkeitsstudie klären, unter welchen technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen das Projekt umgesetzt werden kann. Dabei werden auch moderne Fahrzeugkonzepte und neue Antriebstechnologien berücksichtigt.
„Eine Bahnstrecke ist auf den ersten Blick nur eine Verbindung zwischen Bahnhöfen. Sie verbindet allerdings Menschen, Unternehmen, Regionen und eben ganze Länder. Genau deshalb ist dieses Projekt für Ostbelgien und die gesamte Euregio-Maas-Rhein von strategischer Bedeutung“, betont Gregor Freches: „Dass Vertreter aller beteiligten Partner an einem Tisch saßen, zeigt, dass aus politischem Willen konkrete Zusammenarbeit geworden ist. Genau das brauchen wir, um zu evaluieren, inwieweit eine Reaktivierung der Bahnstrecke finanzierbar und wirtschaftlich sein könnte.“
„Mit dem Arbeitstreffen ist der Startschuss für die gemeinsame Erarbeitung der Machbarkeitsstudie gefallen. Sie soll die Grundlage für eine fundierte Entscheidung über die Zukunft der grenzüberschreitenden Bahnverbindung bilden“, heißt es anschließend in einer Pressemitteilungen. (cre)

Sehr geehrter Herr Freches! Sie empfehlen diese Verbindung scheinbar wärmstens? Ich als Laie, stelle Ihnen diese Frage:
Wäre es nicht von vorneherein wichtiger eine bessere Verbindung zwischen Eupen und Aachen anzustreben!?
Ich nehme mal stark an, dass der Aachener Bahnhof schon einen Grossteil Grösser ist als der von Stolberg, vor allem aber mit sehr vielen anderen Möglichkeiten an Zielen in ganz Deutschland und eventuell sogar darüber hinaus!?
Viele Ostbelgier benutzen den Aachen Bahnhof bereits seit langem als Startort zu ihren Deutschlandtouren, so u a nur 1 Stunde Fahrtzeit ab St Vith z Bspl!
Bitte Sie um eine Aufklärung hierüber.