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AS Eupen geht wieder 1:0 in Führung und verliert trotzdem 1:4 – St. Truiden kegelt Anderlecht aus Top 6

Yohan Boli (Nr. 11) erzielt das Tor zum 2:1 für Sint-Truiden. Rocky Bushiri und Hendrik Van Crombrugge haben das Nachsehen. Foto: Belga

Die AS Eupen hat am Sonntag eine weitere Niederlage kassiert. Eine Woche nach dem unglücklichen 1:2 in Anderlecht verloren die Schwarz-Weißen 1:4 in Sint-Truiden, obwohl sie auch im Stayen-Stadion 1:0:in Führung gegangen waren. Durch den Sieg gegen die Eupener kegelten die Limburger den RSC Anderlecht, der 1:2 bei Standard Lüttich verlor, erstmals in dieser Saison aus den Top 6.

Vor allem für die Gastgeber stand vor dem Anpfiff viel auf dem Spiel, will doch Sint-Truiden noch die Top 6 und damit die Playoffs I erreichen.

Nach dem Sieg von Standard Lüttich gegen Anderlecht am frühen Sonntagabend konnten die „Kanaries“ mit einem Sieg gegen Eupen in die Top 6 zurückkehren und sogar Anderlecht aus den Top 6 herauskegeln.

Hingegen konnten die Eupener diese Begegnung ganz locker angehen, denn am Vortag hatte Schlusslicht SC Lokeren in Kortrijk verloren. Damit hätte Eupen selbst bei einer Niederlage im Stadion Stayen nach wie vor 14 Punkte Vorsprung auf den Tabellenletzten.

Eupens Abwehrspieler Siebe Blondelle verschuldete den Gegentreffer zum 1:1. Foto: Belga

Obwohl es für die Gastgeber um viel ging, waren die Ränge des Stadions von Sint-Truiden schwach besetzt. Der veraltete Kunstrasen des Stayen-Stadions befand sich in einem ziemlich prekären Zustand.

Die Eupener Startelf wies eine Überraschung auf: Mégan Laurent war nach einer Ewigkeit von Beginn an dabei. Die Anfangsformation der Schwarz-Weißen war demnach folgende: Van Crombrugge – Castro Montes, Bushiri, Blondelle, Gnaka – Marreh, Garcia – Fall, Laurent, Keita – Toyokawa.

Die Eupener erwischten den besseren Start. Schon nach 5 Minuten sah Sint-Truidens Abwehrspieler Teixeira nach einem Foul an Fall Gelb. Vier Minuten später krachte ein Weitschuss von Marreh, der abgefälscht wurde, an die Latte des Kastens von Steppe, doch Toyokawa hatte aufgepasst und verwandelte den Rebond per Kopf zum 0:1.

Sint-Truiden lässt sich durch Rückstand nicht beirren

Mit etwas Wut im Bauch stürmte Sint-Truiden aufs Eupener Tor. In drei Szenen wurde Van Crombrugge gefordert. Aber auch Eupen blieb nicht untätig. Keita prüfte Steppe – allerdings mit seinem schwachen Fuß.

In der 19. Minute glich Sint-Truiden aus. Nach einer Flanke von rechts wehrte Blondelle den Ball schlampig ab, Kamada nahm das Geschenk dankend an und ließ Van Crombrugge keine Chance – 1:1.

Eupen geriet jetzt noch mehr unter Druck. Die Aussicht, mit einem Sieg Anderlecht zu überflügeln und aus den Top 6 zu werfen, war in dieser Phase sicherlich eine zusätzliche Motivation für STVV.

Eupens Abwehrspieler Rocky Bushiri gelang ein Treffer zum 2:2, der aber zu Recht aberkannt wurde. Foto: Belga

In der 35. Minute hätte Eupen indes erneut in Führung gehen müssen, als Keita eine Musterflanke von Fall neben das Tor von Steppe köpfte. Statt 1:2 hieß es Sekunden später 2:1 durch Boli. So schnell kann‘s gehen im Fußball. Wie schon in der Vorwoche in Anderlecht war aus einer 1:0-Führung der AS ein 1:2-Rückstand geworden.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte verhinderte Van Crombrugge mit einer Parade bei einem Weitschuss des Ex-Eupeners Asamoah einen höheren Rückstand. So blieb es beim 2:1 für STVV zur Pause.

Ärgerlich war aus Eupener Sicht zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur der dumme Fehler von Blondelle, der zum 1:1 führte. Danach kippte das Spiel zu Gunsten der Gastgeber.

Die erste Chance der zweiten Halbzeit hatten die Gäste aus Eupen, doch nach einer guten Vorbereitung des schnellen Fall verpassten sowohl Toyokawa als auch Garcia den Ball. In der 49. Minute handelte sich Marreh durch ein unnötiges Foul, wie es ihm des Öfteren passiert, eine Gelbe Karte ein.

In der 54. Minute gelang der AS der Ausgleich durch Bushiri, doch wurde der Treffer des Eupener Abwehrspielers wegen Abseits zu Recht aberkannt. In der 66. Minute vergab auf der Gegenseite Boli das 3:1 – es wäre wohl die Vorentscheidung gewesen.

Msakni wurde sehr spät eingewechselt

Im zweiten Durchgang hatte Eupen mehr Ballkontakte als in der ersten Hälfte. In der 69. Minute kam Mulumba für Garcia. Die Frage war, wann AS-Trainer Claude Makélélé endlich den Tunesier Msakni einwechseln würde, denn seine Mannschaft lag 20 Minuten vor Schluss immer noch 1:2 im Rückstand.

In der 80. Minute fiel sogar das 3:1. Wieder war Boli der Schütze nach einem glänzenden Sturmlauf von Acolatse über die rechte Seite. Danach kamen erst Msakni und dann auch noch Essende, doch für eine Wende war es längst zu spät.

Für AS-Trainer Claude Makélélé beginnt jetzt die Vorbereitung auf die Playoffs II. Foto: Belga

Schließlich fiel auch noch das 4:1 durch De Sart, nachdem allerdings vorher Asamoah im Abseits stand (was der Videoassistent anders beurteilte).

1:3 oder 1:4 – viel ändert sich dadurch nichts aus Eupener Sicht, obwohl man nicht vergessen darf, dass letzte Saison der KV Mechelen aufgrund der schlechteren Tordifferenz abgestiegen ist. So schlimm wird es aber für die AS nicht kommen, denn mit nach wie vor 14 Punkten Vorsprung auf Lokeren kann für die Schwarz-Weißen nichts mehr anbrennen.

Am kommenden Samstag beginnt für die AS Eupen mit dem Heimspiel gegen Kortrijk gewissermaßen die Vorbereitung auf die Playoffs II, bei denen die Eupener vielleicht sogar auf …Anderlecht treffen, was eine Sensation wäre. (cre)

12 Antworten auf “AS Eupen geht wieder 1:0 in Führung und verliert trotzdem 1:4 – St. Truiden kegelt Anderlecht aus Top 6”

  1. Heute waren viele schlecht und defensiv schwach. Garcia wie auch Castro Montes heute mit ihrer schwächsten Leistung. Msakni wieder viel zu spät eingewechselt, gebt ihm doch mehr Spielzeit.
    Blondelle Blackout beim Ausgleich, Gnaka mit Arbeitsverweigerung bei den letzten 2 Toren.
    Klar egal ob 1-3 oder 1-4 aber was ist das für eine Farce mit diesem dämlichen VAR? Beim 4-1 steht Asamoah im Abseits.. das kann doch nicht sein das dies wieder keiner sieht und eingreift. Die Luft scheint raus, ok aber mehr Gegenwehr darfs schon sein. Sonst beendet die AS die Saison doch noch am Ende auf einem dann enttäuschenden 14ten Platz

  2. Alternative für Makrele

    Solche Niederlagen sind höchst überflüssig. Man kann sie gewinnen, wenn man die wichtigste Regel aus dem Spielcasino beachtet. Erste Gewinne nehmen und gehen. Für die AS bedeutet das, nach dem ersten Tor das Spiel abbrechen und feiern.

    Wann merken die endlich, dass nach dem ersten geschossenen Tor nur noch Tore kassiert werden?

  3. Propaganda

    Man hatte den Eindruck bis auf einige wenige Spieler das die anderen lustlos waren. Es fehlt der Siegeswillen bei vielen. Weshalb soll man sich dieses lustlose Gekicke noch angucken gehen?

  4. fritz K.

    Der Klassenerhalt ist so gut wie sicher. Ich fürchte das die Mannschaft sich nun ausruht und wir nur noch ärgerliche Luschenspiele zu sehen bekommen. Die Luft ist raus. Am Ende stehen sie auf dem 15. Rang. Keine gute Einstellung. Hoffentlich ist meine Befürchtung falsch.

  5. Ghostrider

    Das war schon die Vorbereitungsphase für Play Off 2 Spiele ! Wer da noch hingeht und Eintritt bezahlt ist leider selber schuld.
    Die Luft ist raus und die Spieler lustlos ohne Ende. Traurig für die Fans .

  6. Unterschied gestern : Motivation – Organisation – Effizienz
    Obendrein sorry Herr Makelele, viel zu späte Einwechslungen. Wenn Du bei Halbzeit 2:1 verloren stehst, den tunesischen Messi in der Rückhand hast um doch mindestens eine halbe Stunde Zeit zu geben und nicht jedes Mal nur 10 Minuten, einen Milicevic, der laut Medien nicht angeschlagen war zuhause lässt, dann muss man doch trotz allem die Frage stellen : warum ? Man holt doch nicht diese Spieler um sie auf die Bank zu setzen.

  7. Ostbelgien Direkt

    Ein Denk- und Diskussionsanstoß: Für die AS Eupen ist natürlich am allerwichtigsten, dass die Klasse gehalten wird. Insofern ist verständlich, dass die Fans froh sind, nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben und ihnen ein Herzschlag-Spiel wie das vom 11. März 2018 gegen Mouscron erspart bleibt. Trotzdem stellt sich die Frage, ob man künftig nicht die Playoffs II aufwerten sollte, indem nur die 10 Erstligisten auf den Plätzen 7 bis 16 an den Playoffs II teilnehmen (in zwei Gruppen) und auch hier die Punkte am Ende der regulären Meisterschaft geteilt werden (wie für die Playoffs I) und der Absteiger erst ganz zum Schluss in einem Testspiel (mit Hin- und Rückspiel) zwischen den beiden Gruppenletzten der Playoffs II ermittelt wird und nicht schon am Ende der regulären Meisterschaft. Mit diesem System wäre Lokeren selbst als Letzter der regulären Meisterschaft noch nicht abgestiegen, und die AS Eupen wäre noch nicht gerettet. So würde vermieden, dass sich einige Mannschaften schon nach 24 Spielen jenseits von Gut und Böse befinden (weil bis zum Start der Playoffs II weiterhin jeder Punkt zählen würde) und die Playoffs II kaum jemanden wirklich interessieren (stattdessen würde jeder Club verhindern wollen, Gruppenletzter zu werden). Gruß

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