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Ärger in St. Vith: Rathausplatz künftig schräg und ohne Treppe? Sternekoch Pankert schlägt Alarm

Die Neugestaltung des Rathausplatzes sorgt in St. Vith nach wie vor für Diskussionsstoff. Foto: Alfons Henkes

In St. Vith erhitzt der Streit um die Neugestaltung des Rathausplatzes noch einmal die Gemüter. Grund ist ein Protestschreiben von Sternekoch Eric Pankert.

Am Donnerstagabend richtete Pankert, Inhaber des Hotels zur Post, eine E-Mail u.a. an Mitglieder des St. Vither Gemeinderates und an die mit der Neugestaltung des Rathausplatzes befassten Stellen, um vehement gegen eine in letzter Minute offenbar auf Geheiß der Freien Bürgerliste (FBL) von Bürgermeister Christian Krings beschlossene Änderung der Neubaupläne zu protestieren.

Künftig keine Treppe mehr? Foto: Alfons Henkes

„Ich habe soeben erfahren, dass zum Rathaus hin der Boden angehoben wird und keine Treppe gemacht wird“, schrieb Eric Pankert wörtlich: „Ich dachte, dass davon abgesehen worden ist. Ist es denn noch zu fassen!“

Weiter heißt es in der E-Mail: „Auf der ganzen Welt werden Plätze möglichst eben/waagerecht gestaltet, und in St.Vith macht man sie schief!!?? Dabei ist es doch sooooo viel schöner, ein Hochzeitsfoto, ein Platzkonzert oder ein Gruppenbild (z.B. der Stadtrat) auf einer Treppe zu arrangieren.“

Dann der Appell an die Entscheidungsträger: „Es ist zwar 1 Minute vor 12, aber noch nicht zu spät. Montag oder Dienstag fangen die an aufzuschütten. Bitte überdenken Sie dringend diese Entscheidung. Manchmal macht man sich sympathisch, wenn man einen Fehler eingesteht und zurückrudert. Ich bin der Überzeugung, dass diese Erhöhung ein Fehler ist.“

Mal schauen, ob Pankert mit seinem Protestschreiben etwas bewirken konnte.

Unterzeichnet hat der Sternekoch übrigens seine Protestmail mit „Eric Pankert (seit 49 Jahren ein Anwohner vom Platz, der damit lebt und arbeitet im Gegensatz zu…)“.

Bürgermeister Krings reagiert

Unterdessen hat Bürgermeister Christian Krings auf das Protestschreiben von Eric Pankert „zu der Diskussion über das Für und Wider einer Treppe vor dem Rathaus“ reagiert.

Der St. Vither Bürgermeister Christian Krings. Foto: OD

In einer Mail an „Ostbelgien Direkt“ betonte Krings wörtlich:

„Ich muss zunächst darauf hinweisen, dass wir die Arbeiten derzeit im Rahmen eines vom Stadtrat genehmigten Projektes ausführen. Wir hatten auch ein Gespräch mit Frau Heck diesbezüglich, um die barrierefreie Zugänglichkeit zum Rathaus sicher zu stellen. Auch gehörten Eric Pankert sowie andere Anlieger zu den Anwohnern mit geschäftlicher Aktivität am Rathausplatz, die wir schon im April 2016 zum Gemeindekollegium eingeladen hatten, um ihnen das Vorprojekt zu zeigen bevor dieses veröffentlicht wurde.

Nachdem das Vorprojekt im Mai 2016 in der Presse vorgestellt wurde, hat es auch bis zur Vorstellung des Projektes keine Bemerkungen diesbezüglich gegeben.

Sicher kann man für oder gegen die Treppe sein, aber wir haben uns damals bewusst für einen Rathauseingang ohne Treppe entschieden, um der immer älter werdenden Bevölkerung und den Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Eingang zum Rathaus zu erleichtern. Eine Treppe mag für Fotos vorteilhaft sein, sie bildet aber für die Personengruppe mit eingeschränkter Mobilität eine Stolperfalle, die man auch mittels Rampen, im Gegensatz zu einem ebenerdigen Eingang, nicht kompensieren kann.“

Eric Pankert antwortet Christian Krings

Auf das Schreiben von Bürgermeister Krings antwortete am Freitagnachmittag wie folgt:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
Hallo Christian,

Sternekoch Eric Pankert, Inhaber des Hotels „Zur Post“ in St. Vith. Foto: eastbelgium.com

Somit scheint diese Angelegenheit ja unwiderruflich zu sein. Dann hoffen wir, dass Sie und der St. Vither Stadtrat recht haben und ich mich irre. Hinterher ist man immer schlauer!

Ich wünsche mir nichts mehr, dass die über 4 Jahre andauernde Baustelle endlich fertig gestellt wird und freue mich auf den neugestalteten Platz.

Meinerseits werde ich mich nicht mehr zu dieser Sache äußern. An einem Machtkampf bin ich nicht interessiert. Einer muss ja die Entscheidung treffen. Er trägt auch die Verantwortung, und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Ich wünsche mir nur das Beste für St.Vith

In diesem Sinne
Mit gastronomischen Grüßen
Eric Pankert

Nachfolgend weitere Bilder von den Arbeiten auf dem St. Vither Rathausplatz, die Fotograf Alfons Henkes am Freitagvormittag gemacht hat. (Zum Vergrößern Bild anklicken):

  1. Oh mein Gott, und das in Sankt Vith wo doch immer alles im Vergleich zu Eupen so gut läuft und alles Perfekt ist.
    Wer ist da wohl schuld ? CO2, der Klimawandel, die Zuwanderer oder doch Tihange …

  2. Zeh-Äs-Zeh

    So ist halt St. Vith!
    Stadt!
    dikt. Zentralrat!
    Was sagen KH1 und Sandra dazu?
    Aber die Skateboarder werden sich freuen, die Inliner und waveboarder auch!
    Allerdings hätte Herr Pankert sich seinen letzten Satz besser gespart!

    • @ Zeh-Äs-Zeh

      Auch die Rollstuhlfahrer und Gehbehinderten werden sich freuen. Wenn die Skater und Radfahrer auch noch Rücksicht lernen hat die Barrierefreiheit ihr Vorteile.

        • @ KH1B

          Wenn ich das richtig verstanden habe existiert bislang eine Rampe. Die Frage lautet also welches Gefälle hat die und welches Gefälle hat die beabsichtigte Steigung. Dem Fahrer des „Elektrorollis“ kann das egal sein, der Fahrerin die sich noch mit der Kraft Ihrer Arme bewegen muss sicher nicht.
          Wir haben für unser Kabarett im alten Rathaus von Heusenstamm eine Rampe fertigen lassen. Sie wurde allerdings wenig genutzt. Bei der „Ursachenforschung“ fanden wir heraus das es bei der Zielgruppe eine natürliche Hemmung gab jemanden zu bitten die Rampe heraufgeschoben zu werden.
          In einer Zeit wo das Wort „Hilfe“ nur noch wegen grammatikalischer Regeln groß geschrieben wird müssen wir wohl für jede Erleichterrung dankbar sein.
          Inzwischen gibt es soweit ich weiss sogar eine EU Verordnung die vorschreibt das öffentliche Gebäude mit Publikumsverkehr barrierefrei erreichbar sein müssen.

  3. Ostbelgien Direkt

    AKTUALISIERUNG

    Bürgermeister Krings reagiert

    Unterdessen hat Bürgermeister Christian Krings auf das Protestschreiben von Eric Pankert „zu der Diskussion über das Für und Wider einer Treppe vor dem Rathaus“ reagiert.

    In einer Mail an „Ostbelgien Direkt“ betonte Krings wörtlich:

    „Ich muss zunächst darauf hinweisen, dass wir die Arbeiten derzeit im Rahmen eines vom Stadtrat genehmigten Projektes ausführen. Wir hatten auch ein Gespräch mit Frau Heck diesbezüglich, um die barrierefreie Zugänglichkeit zum Rathaus sicher zu stellen. Auch gehörten Eric Pankert sowie andere Anlieger, zu den Anwohnern mit geschäftlicher Aktivität am Rathausplatz, die wir schon im April 2016 zum Gemeindekollegium eingeladen hatten, um ihnen das Vorprojekt zu zeigen bevor dieses veröffentlicht wurde.

    Nachdem das Vorprojekt im Mai 2016 in der Presse vorgestellt wurde hat es auch bis zur Vorstellung des Projektes keine Bemerkungen diesbezüglich gegeben.

    Sicher kann man für oder gegen die Treppe sein, aber wir haben uns damals bewusst für einen Rathauseingang ohne Treppe entschieden, um der immer älter werdenden Bevölkerung und den Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Eingang zum Rathaus zu erleichtern. Eine Treppe mag für Fotos vorteilhaft sein, sie bildet aber für die Personengruppe mit eingeschränkter Mobilität eine Stolperfalle, die man auch mittels Rampen, im Gegensatz zu einem ebenerdigen Eingang, nicht kompensieren kann.“

  4. karlh1berens

    Wenn der Bauleiter und sein Meister vorgeschlagen hätten, den Büchelturm in ein Phallusdenkmal umzugestalten, hätte die Mehrheit auch dafür gestimmt. Mindestens mit 11 zu 10, Wahrscheinlich aber sehr viel eindeutiger.

    • Da braucht nichts umgestaltet zu werden, denn seit Freud gilt der Turm als Phallussymbol:

      „Wir finden über die Jahrhunderte Türme als Wehrtürme, Bergfriede, Glockentürme, Wohntürme, Wohnhochhäuser, Bürohochhäuser, Beobachtungstürme, Leuchttürme, Silos, Mühlen, Industrieanlagen, Sendemasten, Sportanlagen etc. aber auch als Menhir, Obelisk, Säule oder Stele. Alle diese Türme haben auf ihre Weise etwas mit Macht zu tun, mit dem Sieg über die Natur. Seit Sigmund Freud ist es in Mode gekommen, den Turm als Phallussymbol zu erkennen. Er wird seitdem exklusiv mit männlichen Eigenschaften verknüpft und steht für Schutz, Mut, Machbarkeit, Machtanspruch aber auch Größenwahn und Technikherrlichkeit. Er ist das Bauwerk schlechthin, welches für patriarchale Architektur steht.“

      https://wahrscheinkontrolle.wordpress.com/2013/03/13/der-turm-ein-phallussymbol/

      Leider ist der Büchelturm etwas kurz geraten und kann wohl kaum als Symbol für Machtanspruch … und Größenwahn herhalten, aber der Turm der St. Vitusbasilika ist da wesentlich imponierender.

  5. Ostbelgien Direkt

    2. AKTUALISIERUNG

    Eric Pankert antwortet Christian Krings

    Auf das Schreiben von Bürgermeister Krings antwortete am Freitagnachmittag wie folgt:

    Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
    Hallo Christian,

    Somit scheint diese Angelegenheit ja unwiderruflich zu sein. Dann hoffen wir, dass Sie und der St. Vither Stadtrat recht haben und ich mich irre. Hinterher ist man immer schlauer!

    Ich wünsche mir nichts mehr, dass die über 4 Jahre andauernde Baustelle endlich fertig gestellt wird und freue mich auf den neugestalteten Platz.

    Meinerseits werde ich mich nicht mehr zu dieser Sache äußern. An einem Machtkampf bin ich nicht interessiert. Einer muss ja die Entscheidung treffen. Er trägt auch die Verantwortung, und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

    Ich wünsche mir nur das Beste für St.Vith

    In diesem Sinne
    Mit gastronomischen Grüßen
    Eric Pankert

  6. Irgendetwas stimmt da nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alles ein Missverständnis war. Man macht doch nicht einen ganzen Platz schräg, nur um behindertengerecht zu sein. Das war man auch bisher schon. Behindertengerecht kann man auch mit einer Treppe sein. Kann es sein, dass die Behinderten nur als Vorwand dienen, um den Platz ganz anders zu gestalten?

      • Stimmt, ich komme nicht sehr oft nach St. Vith. Was soll ich dort, außer ab und zu ein Konzert im Triangel zu besuchen?
        Zu diesem Kulturzentrum können die St. Vither sich allerdings beglückwünschen, und die Eupener nur neidisch gucken.

        Was die Statue betrifft, so ist es mir neu, dass die schon „fast ewig“ dort auf dem Platz steht.
        Teures Geld zum Fenster hinauszuwerfen, um einem „Heiligen“ ein Denkmal zu errichten, der nie existiert hat, ist schon seltsam im 21. Jahrhundert.

        Und sich einen schrägen Rathausplatz zuzulegen, ist wohl einzigartig in Europa. Außer in Siena gibt es das nirgendwo. Schon ein rechter Schildbürgerstreich, nur dass die auch noch ein Rathaus ohne Fenster gebaut haben…

        • karlh1berens

          Ich habe anlässlich des Umbaus des Rathauses auch vorgeschlagen die Fenster zuzumauern. Ist billiger und isoliert besser. Und da die Sitzungen eh abends stattfinden braucht man kein „Licht“ von Draußen.
          Und dann habe ich noch vorgeschlagen dass, wenn schon Fenster sein müssen, man doch bitte schusssicheres Glas verwenden solle. Sollte alles im Protokoll stehen.
          Ich fühle mich unwohl, so mit dem Rücken zu einer Fensterfassade und gegenüber ein Hotel, wo jeder Spinner reinkommt.

            • karlh1berens

              Zitat @pfft : „KarlH1, du solltest dich als Redakteur beim Kladderdatsch melden!“

              In der Kladderadaatsch steht ja auch was so alles passiert ist, aber sonst niemand sich traut zu schreiben.
              Wenn jemand mit einfachem Hirn aber am Freitag nach den Ratssitzungen (manche sagen auch Kappensitzungen dazu) die Berichte von Petra Förster oder Allan Bastin im „Grenzecho“ liest (Stichworte „Pausenclown“ oder „Steilvorlage“), könnte der ja eventuell auf die Idee kommen, dass so einer „weg“ müsste.
              Auch wenn ich es dadurch auf die vorletzte Seite des GE und anschließend hinter die schöne neue Friedhofsmauer in Galhausen schaffen würde, so halte ich es doch lieber mit dem „kleinen Arschloch“, der, als er seinen Opa am Friedhof vorbeischob, sagte : Hier kommen wir früher oder später alle hin – Du früher, ich später.

                  • Vielleicht könnte ja ein anderer dir die Tastatur sperren?
                    Was anderes: was stimmt an dem Gerücht beim St. vither Frühlingsfest, dass Herbert Grommes nicht Spitzenkandidat auf „seiner“ Liste wird? Sondern Rene Hoffmann oder du?

                    • karlh1berens

                      Zitat @pfft : „…oder Du“

                      Ich habe jedenfalls über Mittelmänner den Vorschlag gemacht die FBL(FreieBerensListe) als Spitzenkandidat anzuführen. Bürgermeister darf dann gerne ein Anderer werden.

                • karlh1berens

                  Zitat @Polarlicht : „Ich glaube, Sie nehmen sich doch etwas zu wichtig , Herr Berens“.

                  Wenn man, wie ich, über Jahre die einzige Minderheits(Oppositions)- Partei in einem Gemeinderat war, hat man schon eine gewisse „Wichtigkeit“.
                  Und wenn dann die einzige Tageszeitung in OB die Berichte über die Ratssitzung größtenteils per Copy und Paste aus den Vorlagen der Schöffen übernimmt und andererseits meine Rolle auf den „Pausenclown“ reduziert, finde ich das nur begrenzt lustig.

                  • karlh1berens

                    Hier mal ein schönes Beispiel für meine „Wchtigkeit“ :
                    In einem GE-Artikel vom 27. Januar 2017 versucht sich Petra Förster als Fußballreporter :

                    „Beim Spiel-, also Redeanteil, schlägt er sich ganz gut.
                    Sprich : Karlheinz Berens hat zu vielen Dingen etwas zu sagen. Ob allerdings aus dem Ballbesitz ein Pass entsteht, den man in irgendeiner Form verwerten könnte, das ist eine andere Frage.
                    Hand aufs Herz : Können Sie sich an irgendeine Steilvorlage
                    erinnern, an irgendeinen Einwurf, der zu einem sinnvollen Projekt, einem Tor geführt hätte? Was steht bei dieser Oppositionsarbeit, die zu 90 Prozent aus Efetkthascherei und Schwadronieren besteht, auf
                    der Haben-Seite? Nichts.“

                    Wenn ich also „zu vielen Dingen etwas zu sagen“ habe, warum schreibt das Mädel denn nicht, was ich sage ?
                    Und was soll schon bei Oppostionsarbeit Anderes herauskommen als ein passables Resultat bei den nächsten Wahlen? Oder um es für Petra Förster verständlich zu machen : Was gibst’s im Fußball Schlimmeres als ein Eigentor ?
                    Mal abgesehen von der „Effekthascherei“ : Es liegt noch eine Klage von mir seit anderthalb Jahren beim Staatsrat. Und solange hier kein Urteil gefällt ist, ist die Ära Krings für mich nicht abgeschlossen.

  7. Ich frage mich warum hier diskutiert wird. Die Sache war und ist so von der FBL , oder von den 5 Anführer gewollt und geplant worden , ohne mal mi den Bürgern zu kommunizieren. Alles noch schnell vor der Wahl durchdrücken ohne Widerstand zu dulden, damit das Denkmal fertig wird und man sich im Schein des komischen figur fotografieren lassen kann . Dann kann Frau Schlaum behaupten ,ich wollte so eine Figur, und Christian kann sagen, den Platz wollte ich so.

    Hoffentlich werden seine Vasallen bei der nächsten Wahl mal en wenig

  8. Rudirüssel

    Der Bauleiter muß also laut Presse seine Gestaltung des neuen Platzes rechtfertigen: richtig so!
    Das wäre nicht sein erster Coup wenns schief (im wahrsten Sinne des Wortes) ginge!
    Aber die Pension ist nahe!

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