Leute von heute

Francis Feidler

Walter Mießen (links), Präsident des Verwaltungsrates, und Ikob-Gründer Francis Feidler. Foto: Jannis Mattar

Am Sonntag feierte das Museum für Zeitgenössische Kunst in Eupen sein 20-jähriges Jubiläum. Gleichzeitig wurde Francis Feidler als Direktor des ikob, das dieser vor zwei Jahrzehnten gegründet hatte, offiziell verabschiedet.

Zu diesem Anlass fanden zahlreiche Gäste den Weg in das Kunstzentrum am Rotenberg, unter ihnen auch Isabelle Weykmans und Philippe Hunger (beide PFF), die es sich nicht nehmen ließen, einige Worte an Feidler und seine Nachfolgerin, Maïté Vissault, zu richten.

Eine Urkunde gab es bei der 20-Jahr-Feier wegen besonderer Verdienste um das ikob. Foto: Jannis Mattar

Eine Urkunde gab es bei der 20-Jahr-Feier wegen besonderer Verdienste um das ikob. Foto: Jannis Mattar

„Das ikob wird zusammen mit den bekanntesten Museen Belgiens genannt“, so Weykmans: „Dass das ikob auf einem so hohen Niveau eingestuft wird, ist Francis zu verdanken.“ Die DG-Kulturministerin sprach von der guten Zusammenarbeit zwischen der DG und dem ikob, auch wenn die Politik den Wünschen des Kunstbegeisterten nicht immer schnell genug nachkommen könne. „Die Mühlen der Politik mahlen manchmal sehr langsam.“ Zudem brauche die DG das ikob. Denn es strahle auch über die Grenzen nach außen und sei ein wichtiger Botschafter, nicht nur für die Kunst. Weykmans: „Francis Feidler hat nie versucht, es allen Menschen recht zu machen, und die internationale Anerkennung gibt ihm Recht.“

Museum ein bedeutender Mehrwert für Eupen

Zuletzt richtete Ministerin Weykmans auch einige Worte an die neue Direktorin Maïté Vissault. Feidler hinterlasse ein gemachtes Bett, in dem man sich aber sicher nicht ausruhen werde: „Das ikob muss sich an seiner Vergangenheit messen, aber wir sind zuversichtlich, dass auch in Zukunft gute Arbeit geleistet wird.“

Die neue ikob-Direktorin Maïté Vissault. Foto: Jannis Mattar

Die neue ikob-Direktorin Maïté Vissault. Foto: Jannis Mattar

Philipp Hunger, der im Namen der Stadt Eupen sprach, fügte hinzu, Feidler habe es geschafft, „die Kunst für alle Menschen zu gestalten, vor allem für die Jugend“. Das ikob sei ein bedeutender Mehrwert für Eupen und wichtig für die hiesige Kultur: „Lieber Francis Feidler, viel Erfolg im Unruhestand!“

Als nächster trat Feidlers Freund und Kollege Rick Vercauteren, Direktor des Museums van Bommel van Dam in Venlo, ans Mikrofon. „Wir kennen uns seit sieben Jahren und haben immer gut zusammengearbeitet.“ Und das, obwohl es in der Kunstbranche immer an Geld fehle. „Uns verbindet die Liebe für Kunst, Essen und guten Wein. Manchmal in umgekehrter Reihenfolge.“ Und auch wenn Feidler jetzt den Posten des Direktors in andere Hände übergebe, werde es weiterhin eine Zusammenarbeit geben.

Mit Herz und auch mit Frechheit

Rick Vercauteren, Direktor des Museums van Bommel van Dam in Venlo. Foto: Jannis Mattar

Rick Vercauteren, Direktor des Museums van Bommel van Dam in Venlo. Foto: Jannis Mattar

„Was tun, wenn das Kind flügge wird?“, fragte ikob-Präsident Walter Mießen. „Genau vor dieser Situation steht Francis jetzt.“ Man sei in den letzten zwei Jahrzehnten einen gelungenen Weg gegangen, und so soll es auch in Zukunft sein. „Wenn wir es schaffen, das kritische Denken und die heimischen Künstler zu fördern, dann haben wir unseren Auftrag bis heute erfüllt“, so Mießen. Und auch nach der Ära Feidler wolle man seine Arbeit weiterführen. Als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung ernannte Mießen im Namen des ikob und aller Mitarbeiter Feidler zum Ehrenpräsidenten des Museums.

Feidler selbst zeigte sich gerührt über so viel Unterstützung und Zuspruch. „Es freut mich wirklich, hier so viele Leute zu sehen.“ Er bedankte sich bei allen, die bei der Gründung und dem Aufbau des ikob geholfen haben: „Es ging immer mit Herz und auch Frechheit um die Sache.“

Abschließend dankte er den wichtigsten Helfern mit einer Urkunde um besondere Verdienste für das ikob.

JANNIS MATTAR

Siehe auch „Leerer Stuhl“ unter der Rubrik „Alles nur Satire“

 

15 Antworten auf “Francis Feidler”

  1. H. Grabowski

    In punkto Selbstbeweihräucherung stehen die Kulturverantwortlichen den Politikern in Nichts nach.

    Was kosten eigentlich derartige Kulturstätten dem ostbelgischen Steuerzahler, bzw. der DG ?

    • Zappel Bosch

      Pertinente Frage… Cui bono? Man traut sich kaum, diese Frage zu stellen, um nicht als Kulturbanause gebrandmarkt zu werden. Da haben sich 2 BDG (bekannte DG-ler, KHL und Feidler) einen schönen „Spielplatz“ geschaffen. Das dreht sich immer alles in denselben, zahlenmäßig beschränkten Kreisen. Museen gibt es im näheren Umkreis reichlich und bei Trägern die sich das – wiederum zahlenmäßig – auch leisten können. Und trotzdem haben viele davon immer größere wirtschaftliche Schwierigkeiten.

      Ich finde ich die wechselnden Ausstellungen im BRF, später vielleicht auch im Sanatorium, durchaus für die DG passender und auch ausreichend. Aber, mir sein mir, das darf dann auch was kosten…

      • hexenjagd

        Da liegen sie wohl falsch. Das IKOB ist kein Kind von KHL. Eher schon von Bernd Gentges, als damaligem Kultur- bzw. Unterrichtsminister. Aber es würde ja auch zu schön ins Bild passen, KHL für alles, was in dieser Gemeinschaft geschieht, verantwortlich zu machen.
        Die in diesem Forum betriebene Hexenjagd ist unerträglich.

  2. Zappel Bosch

    Ähnliches gilt übrigens für das Triangel, auch ein Projekt von 2 BDG (KHL und Vater Paasch) : zu groß, zu teuer, unrentabel (bei Museen ist letzteres vielleicht eher berechtigt und es gibt dafür ja auch z.T. private Sponsoren/Mäzene).

  3. Nachdenklich

    Ich bin froh, das es ein Triangel, ein ikob, ein Agora, einen Krautgarten, ein Ostbelgienfestival, einen Tag der Musik in Eupen und auch ein Tanztheater Irene K. gibt.
    Es sind professionelle Institutionen die mit viel Engagement und idealismus ihren Weg in der Provinz beschreiten,oft ohne die notwendigen Personalressourcen, weil das Geld halt fehlt.
    Meine Hochachtung vor diesen Idealisten, die eben nicht die breite Meinung der Bevölkerung bedienen.
    Durch Volkstheater,kreatives Atelier, Dorfbote und Ausstellungen im BRF oder im Ministerium oder Dorfkonzerten können sich die Menschen von Ostbelgien identifizieren. Kein Risiko in Sicht. Auch das ist gut.
    Ostbelgien ist so lebendig und vielfältig in der Kultur und Kunstszene.

    Und ja, diese Professionalität hat bestimmt auch ihren Preis.
    Durch die professionellen,kulturellen Aushängeschilder der DG, einer exellenten Musikakademie, einem Triangel usw. ist Ostbelgien auch für anspruchsvolle Mitbürger gut aufgestellt für die Zukunft mit Ziel weitere Menschen durch ständige Bildung, Konfrontation und Angebot zu überzeugen.

    Gratuliere dem ikob und seinem Team zu dieser Leistung in den letzten 20 Jahren.

    • Zappel Bosch

      Ich hoffe, Sie zahlen wenigstens Steuern in Belgien…

      Es gibt für alles gute Argumente, ohne Frage. Aber spätestens in ein paar Jahren, wenn der „Sauerstoff“ dünner wird, sprechen wir uns wieder…

      Chudoscnik und Musikakademie, nicht einmal Irene K. und Agora habe ich übrigens erwähnt. Die haben auch eine größere Breitenwirkung.

  4. Impression

    @ Nachdenklich stimme ich zu nur bei zwei vollkommen daneben.
    F. Feidler äusserst Arrogant und Selbstherrlich genau wie sein Busenfreund B.Kartheusen.Iko und Krautgarten die Idee ok aber bitte mit kompetenten Personen.

  5. Irgendjemand sagte einmal: Kunst ist eine Badewanne zu benutzen, Hygiene ist sie auch zu benutzen! So viel zum praktischen Nutzen eines IKOB. Dies will aber nicht sagen dass unsere Welt ohne Kunst leben soll, denn die Kunst ist auch ein Teil unserer Kultur hier in Ostbelgien. Daher müsste es in meinen Augen reichen, wenn sich das IKOB mit der Kunst und den Künstlern der DG befasst. In der augenblicklichen finanziellen und wirtschaftlichen Situation sollte auch das IKOB mit weniger Unterstützung auskommen müssen.

  6. Francis Feidler,war das nicht der „Künstler“,der für das Kunstwerk „Schwingungen“ im Josephine-Koch-Park Verantwortlich war?
    Ich,bin glücklich, das der „Artist des Rostes“ also Umweltfrefler verschwindet.Hat genug Schaden angerichtet und unützes Geld gekostet.

  7. Der Boblo

    Musiker ohne Publikum leben nicht lang von der Musik.
    „Künstler“ wie Francis Feidler haben „Kunstwerke“ geschafft, die niemand interessiert und bewundert.
    Die größte Kunst besteht darin, davon zu leben …

  8. Réalité

    ………und da waren ja auch noch vor einigen Jahren „die offenen Scheunen“…….!Alles eine Nummer zu gross für unsere winzige Gemeinschaft!Ein paar Äste aufeinander stappeln und eine verrostete Mistgabel davor…….und sowas ist Kunst…..!?
    Sehr schwach!!

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern