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Volksbefragung eine Totgeburt?

Was wird jetzt aus der Volksbefragung? Findet sie überhaupt statt? Wenn ja, wann? Oder endet das Ganze als Riesenflop? Aus heutiger Sicht ist alles möglich. Nach dem Eklat von Mittwochabend und Donnerstagmorgen ist schwer vorstellbar, dass alles noch in geordneten Bahnen verlaufen wird. Es ist ziemlich viel Porzellan zerschlagen worden. War der Zeitpunkt – so kurz vor den Wahlen – falsch gewählt? Möglich. Eines ist sicher: Das Thema Fußgängerzone wurde von vornherein falsch angepackt. Das musste Kollateralschäden verursachen.

Momentan streiten sich Serge Heinen, der Initiator der Volksbefragung, hinter dem manche die ProDG vermuten, und die PFF. Dabei stand am Anfang der ganzen Geschichte Ecolo bzw. ihr Mobilitätsschöffe Arthur Genten, der gleich beim ersten Schritt voll ins Fettnäpfchen trat.

Die Art und Weise, wie der Mobilitätsschöffe die Errichtung einer Fußgängerzone in der Kirchstraße ankündigte, hat sogleich eine gereizte Stimmung geschaffen, was am 30. Oktober 2013 zu einer großen Demonstration der Eupener Geschäftswelt führte. Fettnäpfchen Nummer 1.

Engagement mit Schönheitsfehler

Mit der Zeit räumte Schöffe Genten ein, seine Herangehensweise sei falsch gewesen, stellte aber sogleich klar, dass er an seinen ursprünglichen Plänen festhalten wolle. Kopfschütteln allenthalben: Was war das denn? Fettnäpfchen Nummer 2.

Jetzt fühlten sich Teile de Bevölkerung komplett veräppelt. Später kündigte der Mobilitätsschöffe an, man wolle einen Mobilitätsberater engagieren und Workshops organisieren. Die Leute rieben sich die Augen und fragten sich: „Berater, Studie, Workshops – hatten wir das nicht schonmal?“ Klar, das hatten wir schon in der letzten Legislaturperiode. Außerdem behauptete Arthur Genten, von einer Fußgängerzone sei nie die Rede gewesen. Wie bitte!? Fettnäpchen Nummer 3.

Aus dem Ruder gelaufen

Dann kam Serge Heinen, ergriff die Initiative für die Durchführung einer Volksbefragung und erntete dafür viel Lob. Jedoch hatte sein großes Engagement einen Schönheitsfehler: Seit einer Woche weiß man, dass der Pressereferent von DG-Minister Oliver Paasch bei den Wahlen am 25. Mai auf der PDG-Liste der ProDG kandidieren wird.

Danach ist die Sache aus dem Ruder gelaufen. Vor allem auf Seiten der PFF, für die ProDG immer mehr ein Konkurrent ist, formierte sich Widerstand. Die Liberalen ließen es indes an dem nötigen Fingerspitzengefühl fehlen, als sie am Tag nach der Unterredung zwischen Serge Heinen und dem Gemeindekollegium einen Leserbrief veröffentlichten und damit unnötig Öl aufs Feuer gossen.

Gibt es irgendwo einen Vermittler?

Es kam zu einer Gegenreaktion, und auch Serge Heinen machte einen Fehler: Statt die gemeinsame Pressekonferenz mit dem Gemeindekollegium wie geplant stattfinden zu lassen und bei dieser Gelegenheit klarzustellen, dass er den Leserbrief der Eupener PFF nicht okay gefunden habe, sagte der Initiator der Volksbefragung seine Teilnahme an der Veranstaltung kurzerhand ab.

Jetzt besteht durchaus die Gefahr, dass die Initiative für die Durchführung einer Volksbefragung zum Thema Mobilität in Eupen eine Totgeburt wird.

Oder gibt es vielleicht irgendwo einen Vermittler, der die Streithähne wieder zur Vernunft bringen könnte?

GERARD CREMER

Siehe auch Artikel „Bürgermeister Klinkenberg: Volksbefragung wäre zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht“

Siehe auch Artikel „Volksbefragung: Serge Heinen verärgert – Pressekonferenz mit Gemeindekollegium geplatzt“

 

35 Antworten auf “Volksbefragung eine Totgeburt?”

  1. Manfred Kohnen

    Wie ich bereits mehrfach erklärt habe, bin ich ein leidenschaftlicher Befürworter der Volksbefragung. Auf die Gründe werde ich an dieser Stelle nicht erneut eingehen. Grundsätzlich hat aber jede derartige Initiative meine volle Unterstützung. Dabei interessieren mich parteitaktische Spielchen “nicht die Bohne” – im Gegenteil: sie sind ein weiterer Beweis dafür, wie reif die Zeit ist für eine neue Kultur der Bürgerbeteiligung.

    Wenn ich mal all das kindische Wahlkampfgetöse ausblende, stelle ich heute mit großer Genugtuung fest, dass das Gemeindekollegium sich nun auch in dieser Angelegenheit für eine Volksbefragung ausspricht. Das Kollegium hat sogar einen (gewissen) Zeitplan und wird das notwendige Budget im Haushalt 2015 reservieren.

    WOW – ein gewaltiger Fortschritt – ich habe schon am 23. März prophezeit, dass es genau so kommen würde. Das ganze Gepollere hätte man sich also sparen können, wenn man sich sofort mit den Initiatoren an einen Tisch gesetzt hätte.

    Eines sage ich aber auch in aller Deutlichkeit: man kann nicht am Montag eine mündliche Vereinbarung mit dem Initiator schließen und ihn dann am Dienstag, also noch vor der gemeinsamen Pressekonferenz, massiv angreifen. Wenn man der Meinung war, die ganze Initiative sei reine Wahlkampftaktik, hätte man erst gar kein Abkommen schließen dürfen! Entweder–oder: man sollte im Leben wissen, was man will.

    Dennoch fordere ich alle Beteiligten auf erneut das Gespräch zu suchen und sich zu einigen. In der Sache selbst gibt es doch kaum noch Unterschiede. Lassen Sie die Emotionen aus dem Spiel und arbeiten Sie für die Belange der Bürger – nur dafür sind Sie gewählt.

      • ohje ohje

        Was soll denn bitte der Keutgen damit zu tun haben…

        Ne Stellungnahme aus CSP-Kreisen, da kannst du wohl noch 20 Jahre drauf warten… Die Ultra-Konservativen, das kannste vergessen…

        Der Heinen soll sich im Vier-Augen-Gespräch mi BM Klinkenberg treffen, was sinnvolles absprechen und danach zu 2 ne Pressekonferenz abhalten, ohne Jadin, Schiffer, Genten und die ganze Ecolo-Truppe.

        Wetten, dass Ding ist in ner guten Stunde in ne gute Bahn geleitet?

  2. parteiloser Beobachter

    Mich würde mal bei diesem ganzen albernen Theater interessieren, wieviel Unterschriften Heinen bereits sammeln konnte und ob überhaupt eine realistische Chance besteht, dass er die notwendige Anzahl für die Volksbefragung erreicht…..ansonsten ist es schon einfacher die beleidigte Leberwurst zu spielen und sich zurückzuziehen, auch wenn manche Verhaltensweise fragwürdig erscheint.

    Aber den meisten Akteuren in dieser äußerst blamabelen „Kleingliedstaathauptstadtposse“ geht es ‚eh nicht um eine Verbesserung der Situation bzw. darum eine Problemlösung zu erarbeiten, sondern nur um sich selbst und medienwirksames Auftreten vor den Wahlen….
    Einfach nur schade und traurig.

    • Stille Beobachterin

      War am Sanstag in einem der teilnehmenden Geschäfte und glaube nicht, dass er sich große Sorgen machen muss. Frag mich nur was die Stadt noch machen will, wenn sie erst später weiter diskutieren will und in der Zwischenzeit die Unterschriften zusammengekommen sind.

  3. Schön @ Parteiloser, Kleingliedstaathauptstadtposse. Wo sich Klinkenberg &Co aus Angst vor dem Wähler am 25. Mai hineinmanövrieren lassen. Nach diesen Neins und auch dem gefühlten Nein werden jetzt 25.000 € freigemacht für eine Volksbefragung in einem Jahr. Aber hallo!

  4. Sarkasmus pur

    3000 Unterschriften kann der Heini locker sammeln. Die Stadt Eupen und Alt-PDBisten wie Werner Keutgen machen täglich Werbung.

    Ich würde aber 100 Euro zahlen, um der Verwaltung beim Überprüfen der Unterschriften zuzusehen. Was meint ihr wieviele ahnungslose Eifler, Raerener, Lontzener, Kelmiser…. unterschrieben haben.

    Finde es trotzdem gut, dass ProDG damit Wahlkampf macht. Wenn die Stadtoberen verpennt haben, kann der Heinen nichts dafür. Er schreibt Pressemitteilungen, macht ein paar Fotos und kann sich zurücklehnen, während die Presse, Stadt und die Geschäftsleute gratis Wahlkampf für ihn machen. Mal ehrlich der Typ ist genial.

  5. Vereidiger

    Ok, ok, Eupen ist der Nabel der DG. Aber so langsam reicht den Zuschauern und Zaungästen aus den anderen Gemeinden dieses unsägliche Gegacker in Eupen.

    Wie sagte so schön ein Bekannter: „Net mulle – werke!“

  6. Manfred Kohnen

    Eupener Chaos-Tage: was Mehrheit und Opposition heute im GE in Sachen Volksbefragung von sich geben, ist die reinste Lachnummer:

    Toll, dass allmählich alle zum Befürworter einer Volksbefragung mutieren – sei es „entschieden“ oder „prinzipiell“. Ob aus Überzeugung oder purer Taktik sei dahin gestellt.

    ALLERDINGS wird man in den nächsten Tagen sehen, wer es ernst meint und wer nur Phrasen drischt. Die Bürgerinitiative hat weitere Gesprächsbereitschaft signalisiert – mal sehen, ob den Worten also jetzt endlich konkreteTaten folgen.

  7. Manfred Kohnen

    Die heutige Stellungnahme der ECOLO-Fraktion ist ein weiterer Ausdruck der Eupener Chaos-Tage.

    Erst das unsägliche Herumgepollere des Mobilitätsschöffen hat die Initiative ausgelöst! Und jetzt geht man hin und tut so, als habe man den Stein des Weisen gefunden… Manche müssten vor lauter Hin und Her schlimme Schwindelanfälle haben…

    Anstatt unkoordinierte Leserbriefe zu schreiben, sollte die Mehrheit sich schnellstens erneut mit den Initiatoren zusammensetzen und eine Einigung herbeiführen. Ist das wirklich soooo schwer???

    • Da lehnt sich aber ein Ministerialbeamter unter dem Deckmäntelchen Volksbefragung sehr weit aus dem Fenster, indem er alle Parteien angreift und für doof erklärt mit Ausnahme der einen, die mit ihm und Serge Heinen der Wahrheit letzter Schluss entdeckt hat! Besserwessi! Dass Gospert in diesen Foren hier anonym regelmäßig für Stimmung sorgt, ist jedem bekannt, aber jetzt namentlich ist eine neue Variante.

        • Manfred Kohnen

          Danke. Ja, es wäre so viel einfacher für mich, mich hier anonym zu verstecken. Aber wer mich kennt, weiß, dass das nicht meine Art ist.

          Ob man es glaubt oder nicht, mir geht es nur um die Sache selbst. Ich greife deshalb auch keine Parteien pauschal an, sondern nur bestimmte Reaktionen in dieser ganz präzisen Angelegenheit.

          Nicht mehr und nicht weniger.

  8. Manfred Kohnen

    Schon wieder dumme persönliche Angriffe. Wie verzweifelt man doch sein muss, sich auf dieses Niveau zu begeben.

    Und übrigens: es gibt sogar Beamte, die kandidieren als MP.

    Ob es Ihnen passt oder nicht: wir leben in einer freien Demokratie !

    • Manfred Kohnen

      Wie ich schon mehrfach geschrieben habe, geht es mir „nur“ um eine Volksbefragung, also um das Instrument der Bürgerbeteiligung.

      Ich selbst – aber auch die Initiatoren – haben doch deutlich gemacht, dass es nicht um ein bestimmtes Ergebnis, sondern um die ART der Entscheidungsfindung geht. Deshalb sollte eine Einigung auch kein Problem darstellen.

  9. Frau Mahlzahn

    Danke für die Klarstellung. Ihnen geht es um die Art der Entscheidung. Einverstanden. Wenn Ich Herrn Heinen richtig verstehe geht es Ihn um die Art der Entscheidung und er ist gegen eine Fußgängerzone, sowie die Meisten hier.

  10. Öppe Alaaf

    Liebe Frau M,

    warum wundert es Sie, wenn Leute gegen Bevormundung sind?

    Ich bin einer der Meisten: „Wenn Ich Herrn Heinen richtig verstehe geht es Ihn um die Art der Entscheidung und er ist gegen eine Fußgängerzone, sowie die Meisten hier.“

    Diejenigen, die für eine Fußgängerzone sind, wurden von Herrn Genten ja schon zufriedengestellt. …na ja, Begegnungszone,… oder wie er das dann nennen mag. (Wobei ich persönlich für eine Begegnungszone wäre. http://de.wikipedia.org/wiki/Begegnungszone

    HerrGottNochmal, selbst Genten spricht nicht mehr von einer Fussgängerzone, Sie alter Drache!

    Dass diejenigen, die politisch ganz billig abgekanzelt wurden und über deren Kopf hinweg „par order de Moufti“ entschieden wurde, tendenziell für eine Volksbefragung sind, wäre zu erwarten. (Obwohl ich glaube, dass diejenigen, die nie in Eupen einkaufen gehen, aber Fussgängerzonen sexy finden, in der Mehrheit sein werden.)

    Ich stelle einmal die These auf, dass vernünftige Politik mit einem Minimum von Volksbefragungen auskommen sollte, weil sie „den Puls am Volk“ hat.

    Warum treten also Volksvertreter aus den Arbeitsgruppen aus und betrachten diese als „Laberveranstaltungen“ ? (Alibifunktion?)

    In Eupen wird im Moment soviel Porzellan zerschlagen, dass selbst wenn man die Schuldigen an die Wand stellen würde, das Erschiessungskommando sich gegenseitig erschiessen würde. Allerdings ist das kein Grund, sich über die Gesamtheit der Wähler hinwegzusetzen oder Klientelpolitik zu betreiben.

    Daher…

    Woher kommt ihr Beharren auf dieser „BASTA!“-Mentalität? Vernünftige Politik braucht keine Volksabstimmung, sondern hat das Ohr (und den Rest) beim Volk.

    Wie weit muss man vom Wähler weg sein, um zu sehen, dass er ein Problem hat? (Elfenbeinturm?)

    Wie inkompetent muss man sein, um als Politiker keinen Kompromiss finden zu können? (Machtgeilheit?)

    Wie seltsam muss man argumentieren, um diese Linie noch zu unterstützen? (In der wilden 13 sein?)

    Sagen Sie es mir bitte. Seit einigen Tagen verstehe ich Ihre Argumente nicht mehr.

    Es geht mir dabei gar nicht um das Abstimmungsergebnis, sondern um die Art der Demokratie, die gerade in Eupen zur Schau gestellt wird.

    Der Weg ist das Ziel…ob SIE jemals der goldene Drache der Weisheit werden, ist fraglich. Es ist Viertel vor Zwölf!

    Öppe „Ping hat einen Poller im Stadtzentrum“ Alaaf

  11. Réalité

    @ Öppe Alaaf

    „PAFF“!!!Das hat gesessen,Öppe Alaaf!!!

    Wenn die jute Frau dat liest….dann verjisst die Dame dat mahlen mit die Zänn!

    So richtig die Worte getroffen,wie da in der Hauptstadt des Kleingliedstaates regiert wird!

    So ein kunterbuntes Durcheinander,wie die EIER die nä Tage jefärbt werden,dat hatten wir noch ganz selten im Kleingliedstaate!

    Selbst auf de Dörfer,da können se es besser!!

  12. Frau Mahlzahn

    @ Réalité

    Von Ihnen kann man so etwas ja nicht erwarten. Und lassen Sie endlich meine Zähne aus dem Spiel.

    @ Öppe Alaaf

    Nun. Ich fange mal ganz vorne an, vielleicht verstehen Sie dann mein Problem. Sie schreiben ja schon weiter oben, dass Sie nicht wissen ob Sie über eine Begegnungszone, eine Fußgängerzone oder eine Durchgangsverkehrsunterbrechung reden.

    Der Bauantrag der Parkplätze für die Klötzerbahn ist vor mindestens 4 Jahren genehmigt worden, sowie die gesamte Begegnungszone. Es hat keinen interessiert, keine Bürgerbeteiligung. Dieser Plan wurde durch Patricia Creutz mit geplant und verabschiedet. Jetzt hat Ihr Ex-Mann, (Geschäftsmann) nichts besseres zu tun, als sich über die Anzahl Parkplätze zu beschweren, nachdem er Jahre als cspler die Klappe halten musste. Wie heuchlerisch ist das denn. Und da fühlen Sie sich von der jetzigen Mehrheit verarscht. Das ist Eupen. Das ist das Spiel was hier abgeht.

  13. Öppe Alaaf

    Na vieleicht verstehen wir uns ja doch noch eines Tages :)

    Ich hatte den Eindruck, immer von einer Begegnungszone gesprochen zu haben.

    Ich bin ja nicht so in dem Thema wie Sie, aber Sie haben oben ebenfalls von dem Bauantrag der Begegnungszone gesprochen.

    Zwischendurch ist daraus (warum auch immer) eine Fussgängerzone oder eine Durchgangsverkehrsunterbrechung geworden. Beides zeichnet sich dadurch aus, dass die Eupener Innenstadt komplett zerteilt wird.

    Ich halte es für nachvollziehbar, wenn die beiden letzten Konzepte zu einem vehementen Widerstand der Geschäftsleute führen und auf großen Widerstand stoßen. Eine Begegnungszone war vieleicht schon Konsens vor 4 Jahren. Wer hat da seinen eigenen Willen durchgedrückt?

    Was mittlerweile in Eupen eingetreten ist, ist ein Bauchaos! Seit 4 Jahren gibt es weder das Eine, noch das Andere und Eupen ist von einem gemütlichen Städtchen zu einem ewigen Bauhof verkommen. Versetzen Sie sich in die Lage der Menschen, deren Einkommen (und Steueraufkommen) von einer funktionnierenden Infrastruktur abhängt und wir kommen uns näher.

    Dass in Eupen der Klüngel exorbitante Züge angenommen hat, ist kein Geheimnis…und wenn ich ehrlich bin, glaube ich, dass das schon immer so war.

    Die neue Qualität besteht m.E. heute darin, dass sich nicht nur Einzelne über Abmachungen hinwegsetzen, sondern der Allgemeinheit massiv geschadet wird.

    Es ist mir egal, was Familie Creutz so treibt, oder was das Hotel vom Herrn Genten macht oder ob Fred Evers einen Fallrückzieher gemacht hat, aber die politische Kultur in Eupen ist unterirdisch.

    Wobei wir wieder beim Thema sind: Wird in der Klötzerbahn nach der politischen Kultur gegraben?

    Es wäre im Sinne aller Eupener, wenn der Handel wiederbelebt würde indem die Begegnungszone, an der seit vier Jahren gebastelt wird, endlich fertig wird. Keine Fussgängerzone, keine Sperrung!

    Wenn man dann bewiesen hat, dass man ein Loch graben und vernünftig wieder zumachen kann, *fett* was diese Mehrheit auf alle Ewigkeit unwiederbringlich verbockt hat, *fett*
    dann kann man ja weitersehen.

    Politik bedeutet in einer Demokratie Vertrauen, nicht Macht. …schade, dass das in Eupen noch nicht gelernt wurde.

    Öppe “ “ Alaaf

    • Zappel Bosch

      Bin ganz Ihrer Meinung, Ö.A.

      Geplant und den Geschäftsleuten versprochen war bei Beginn der Arbeiten eine Begegnungszone. Punkt. Mit der neuen Mehrheit und insbesondere mit Ecolo, d.h. mit der grünen Stadtplanerin Frau Niessen und der „Radschlag-Fraktion“, kam dann in der Mobilitätsgruppe der Versuch der „sanften Hinführung“ zur Sperrung der Kirchstraße, bis zum definitiven(?) Knall …

      Der alten Mehrheit werfe ich allerdings auch vor, den Engpass Kirchstraße geplant und ausgeführt zu haben, OHNE eine Zusage der TEC für die Minibusse zu haben. Was jetzt nämlich kommt (Unterstädter müssen am Bushof umsteigen um ins Zentrum zu kommen) ist auch keine Lösung. Wenn schon, dann sollte der Bus wenigstens in Schleife fahren.
      Dass man die gesamte Gospertstraße mit dem Bus garnicht erreichen kann (zu enge Kreuzung am Ratskeller, sowohl von der Kirchstr., von der Bergstr. oder von der Klötzerbahn her kommend) ist m.E. eine andere „Altlast“. Weniger mobilen Leuten ohne Auto mutet man damit zuviel zu und demotiviert sie, ins Zentrum zu kommen.

  14. Frau Mahlzahn

    @ Zappel

    Sie tuen ja gerade so, als ob die Begegnungszone der eklärte Wille aller ist. Sie wissen genau, dass es nur der faule Kompromiss darstellt. Spätestens seit der Radarkontrolle weiß auch jeder, dass die Begegnungszone nicht funktioniert. Die Farbahn ist zu eng für Busse, Parkplätze fehlen, die Lampen fallen um und der Belag ist zu grau. Also, was ist es, bestimmt kein gelungenes Projekt, auch nicht wenn es fertig ist. Das Verkehrsproblem vom Lascheterweg wird als Problem in die Begegenungszone getragen. Es ist aber nicht das gleiche Problem und bestimmt ist es auch nicht die Lösung. Wenn man Probleme lösen will, dann muss diese auch benennen und angehen. Und wenn kein Geld da ist, dann muss die Bevölkerung die Prioritäten setzen. Da macht die Volksbefragung Sinn: “ Welches Projekt wollen Sie zu Gunsten der Innenstadt nicht realisieren? a) Schwimmbad b) Schlachthof c) Rathaus d) Musikschule.“

    Und alle werden sich für das Rathaus entscheiden.

    • Zappel Bosch

      1. Ob eine Mehrheit für die Begegnungszone oder – andersrum – gegen die Sperrung ist, kann nur die Volksbefragung klären. Also schnellstens her damit…
      Um Geld zu sparen sollten Sie aber vor allem das Projekt im aktuellen Planungszustand schnellstens zuende führen. Da führt sowieso kein Weg dran vorbei. Sperrung oder nicht geht dann immer noch. Der Rest des Zentrums bleibt dann ja sowieso eine Begegnungszone, oder?

      2. Ich gestehe Ihnen zu, dass die Planung und die erste Phase des Projekts m.E. auch nicht optimal waren, s.u.a.a. letztes Posting. Aber Sie wollten’s ja unbedingt haben, trotz der offensichtlichen Schwierigkeiten… ;) Ich bleibe bei meiner damaligen Aussage, dass die PFF besser mit der CSP koaliert hätte, um eine gewisse Kontinuität gerade in dieser schwierigen Phase und all den bereits „angeleierten“ kritischen Projekten zu gewährleisten (denen im Stadtrat ja meistens auch die damalige Opposition prinzipiell zugestimmt hatte). Auf diese Weise hätte dann ja übrigens auch die CSP „den Kelch der Projekte“ bis zum bitteren Ende austrinken müssen. Jetzt müssen das die, die gesagt haben, das sei kein Problem… ;)

      3. Regieren ist nie leicht gewesen. In finanziell schlechten Zeiten erst recht nicht. Das war allen städtischen Koalitionären bekannt, es sei denn, sie seien blind und taub gewesen. Also, jetzt nicht weiter lamentieren und ran an die Projekte! Lambertz zeigt doch, dass man auch mit viel Schulden gut leben und auch noch kräftig investieren kann… ;)

  15. Öppe Alaaf

    …tut mir leid Frau M,

    ich bin gerade nicht dafür, dass die Bevölkerung die Prioritäten setzt. Dafür gibt es einen Bürgermeister und seine Schöffen. Welchen anderen Sinn haben diese Personen denn sonst?

    Auch wäre ich nicht dafür, wenn der Karren im Dreck ist, die Bevölkerung mit Fragen wie „Wir haben’s vergeigt, was wollt ihr nicht?“ für dumm zu verschleissen. Eher wäre ein Rücktritt und Neuwahlen angesagt, als eine solche Volksbefragung. Glauben Sie wirklich, dass der Wähler sich soviel Unverfrorenheit zumuten lässt?

    btw: Die Lampen fallen nicht einfach so um und ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass die Begegnungszone nicht funktionniert, weil von 2.500 Schnellkriecher rund 50 zu schnell gekrochen sind. Bisher kam es in der Begegnungszone noch zu keiner nachhaltigen Begegnung zwischen Personen und Stoßstangen. (Wobei mir die Lampen zu denken geben, die sich ja bekanntlich mit 0 km/h zu bewegen pflegen.)

    Bitte vermischen Sie in ihrer kruden Logik nicht auch noch die Argumente: Eine schlechte Begegnungszone ist keine gute Fußgängerzone, ok? Projekt in den Sand setzen und dann einfach nur das Etikett austauschen ist sowas von Panne, dass …das nur in Eupen klappt!

    Die Begenungszone funktionniert, wenn man im Rathaus endlich mit der Bevölkerung kommuniziert und ein klares Konzept präsentiert. Warum man es nicht tut? Vieleicht KANN man es einfach nicht. Nach 4 Jahren Herumgeeier muss doch in den ehrenwerten Köpfen etwas herumspuken, oder?

    Für diese Show gibt der Eupener Steuerzahler sein Geld her und wird hinten herum noch überschuldet…köstlich!

    Öppe „Bitte mehr, Frau M“ Alaaf

  16. Réalité

    -Ich glaube,ich hab’s schon mal gesagt!

    -Da sind mir zu viele Leute die „inaktiv“ sind in dieser Führungsriege unserer Hauptstadt!
    -Gerade der Bürgermeister und seine Schöffen scheinen dem ganzen Desaster saft- und kraftlos zu zuschauen!
    -Warum sind da keine Leithammel!??
    -Nur blökende Schafe,sehr viele sogar….
    -Und die Costa Concordia steuert immer tiefer im Strudel herein….

    -Es ist langsam,aber sicher Zeit,dass sich „da am Riemen gerissen wird“……!
    Ehe die Blamage komplett ist!

  17. Frau Mahlzahn

    Öppe Alaaf , Ihnen braucht nichts leid zu tun.

    Sie sind also nicht für eine Volksbefragung, das macht Sie ja direkt sympatisch. Wenn Sie von 4 Jahren reden, dann wissen Sie ja auch wann gewählt wurde. Und die Schow ist ja nicht die Einzige. Ex Schöffe Orban wiederholte die Frechheit, dass 0,8 Mio Plus in der Kasse waren. Er vergisst nur die angestoßenen Projekte von Schwimmbad 9Mio, Schlachthof 7Mio, Rathaus 5Mio SGU ECEF ?Mio, und die „Sanierung“ der Innestadt, sollte sie je fertig werden ja auch noch bezahlt werden muss von 800.000€. Danke für die Belehrung Herr Orban.

    Kleiner Exkurs warum mit mehr Geld eine bessere Lösung vielleicht schneller erreichbar wäre.

    Was stimmt nicht mit schwarz weiß? Ihre 5 Jahrezeit hat doch genug Farbe.

  18. Öppe Alaaf

    Ja ja, sind immer die Anderen. Ich habe schonmal gesagt, dass die Dummheiten des Einen nicht die Dummheiten des Anderen rechtfertigen. Aber Sie setzen da ja andere Maßstäbe.

    Was nicht mit schwarz-weiss stimmt? Es ist selbst verodnete Dummheit und der Diskurs ist mühsam für den Zuhörer, weil er einfach so unlogisch ist …wenig subtil…fanatisch fast.

  19. Frau Mahlzahn

    Zappel Bosch

    „PFF besser mit der CSP koaliert hätte, um eine gewisse Kontinuität“

    Dass meinen Sie doch nicht wirklich. das Elend wollte keiner mehr und Sie sagen wenn schon schlecht dann sollen die auch weiter machen. Interessante Logik. Mir tut es nur leid, dass die Neuen dadurch kein Kredit haben.

    • Zappel Bosch

      Dass Ihnen das nicht gefallen würde, Frau Mahlzahn, das war mir klar ;)
      Wie Sie aber selber festgestellt haben, gab es in der neuen, jetzt laufenden Legislatur in Eupen zunächst viele bereits „angeleierte“ Projekte zu einem guten Ende zu führen und da hätte ein wenig mehr Erfahrung im Kollegium sicher gut getan…
      Ich sehe das ganz pragmatisch und ohne Scheuklappen. Die PFF hätte Verbesserungen bei den laufenden Projekten anbringen und sich sukzessiv mit neuen Vorschlägen einbringen können. Die aktuelle „Kakaphonie“ (mit Zeitverlust, zumindest fürs Kollegium) wegen der möglichen Sperrung der Innenstadt wäre wahrscheinlich garnicht aufgekommen. Für die gelegentliche Sperrung der Klosterstraße war ja schon ein Poller vorgesehen worden. Punkt. Nächstes Projekt….
      Es ist jedenfalls bisher nichts besser geworden und man hat teilweise den Eindruck, dass im Kollegium manch einer die Faust in der Tasche ballt und sich auf die Zunge beißt…

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