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Musste Patientin in Krankenhaus wegen Streikposten sterben?

19. Oktober 2015: Auf der Autobahn E40 im Großraum Lüttich ging gar nichts mehr. Die Autobahnblockade von damals hatte ein gerichtliches Nachspiel. Foto: Belga

Musste in einem Krankenhaus in Hermalle (Provinz Lüttich) eine Patientin sterben, weil ein Chirurg am Montag durch die Streikaktion der sozialistischen Gewerkschaft auf der Autobahn E40 aufgehalten worden war? Der Fall sorgt für Polemik.

Medienberichten zufolge wurde gegen 6 Uhr in der Früh eine dänische Touristin in die Klinik Notre-Dame in Hermalle eingeliefert. Die Frau musste notoperiert werden. Jedoch wurde der Chirurg, der verständigt worden war und die OP vornehmen sollte, durch einen Stau auf der E40 bei Cheratte aufgehalten, den rund 200 Gewerkschafter der FGTB verursacht hatten.

Während etwa 45 Minuten saß der Chirurg im Stau fest – zu lange, wie sich herausstellte. Nur mithilfe einer Polizeieskorte konnte der Mediziner aus dem Stau geleitet werden, jedoch erreichte er das Krankenhaus zu spät. Die Patientin war bereits tot.

Aufgrund dieses tragischen Vorfalls klagte das Lütticher CHC (Centre Hospitalier Chrétien), zu dem die Klinik von Hermalle gehört, gegen Unbekannt wegen Totschlags. Die sozialistische Gewerkschaft wies indes jegliche Schuld von sich. Ihrer Ansicht nach war das Krankenhaus verantwortlich, denn dieses hätte angesichts der prekären Situation unverzüglich einen Ersatz für den verhinderten Chirurg organisieren müssen.

Dennoch sprach die FGTB den Angehörigen der gestorbenen Patientin ihr Beileid aus.

Siehe auch Artikel „Chaotische Zustände wegen Streikaktion in der Provinz Lüttich“

44 Antworten auf “Musste Patientin in Krankenhaus wegen Streikposten sterben?”

  1. Es reicht!

    Aufgrund dieses tragischen Vorfalls klagte das Lütticher CHC (Centre Hospitalier Chrétien), zu dem die Klinik von Hermalle gehört, gegen Unbekannt wegen Totschlags.
    Wieso gegen unbekannt? Die FGTB hat hier zumindest morlisch eine Mitschuld am Tod der Patientin. Da die Polizei ja die Indentität der Streiker aufgenommen hat würde ich als Angehöriger jedem Teilnehmer des Streiks eine Todesanzeige zukommen lassen damit dies mal ihr Gewissen überprüfen können?

  2. ist doch so!

    @ R:A:Punzel, den Beckenbauer sollten Sie nicht zu hoch in den Himmel heben. Da tut sich was. Wurde soeben in den deutschen Nachrichten bekanntgegeben. Die zukünftigen Weltmeisterschaften und so….

  3. Die Aussage der FGTB haut dem Fass den Boden aus! Zuerst demonstrieren und unerlaubt Autobahnen sperren und dann jegliche Unschuld von sich weisen, wenn diese Blockaden die direkte Ursache für den Tod eines Menschen darstellt. bisher hatte ich nur seit Anfang dieses Jahres meinen Mitgliedsbeitrag storniert in Abwartung der weiteren Vorgehensweise der FGTB. Jetzt aber hört bei mir jegliche Sympathie für diese Gewerkschaft auf. Meine Mitgliedschaft ist aufgekündigt!

  4. KarierteSockenundneganzengeJeans

    Definitiv Nein, hätte ja auf sich aufmerksam machen können , und bei dem was der Patient hatte stirbste mal ratzfatz, auch wenn der Arzt daneben steht… aber hauptsache nen Stock gefunden um den Hund Gewerkschaft zu schlagen…

    • Anders gesagt, sollte dich mal sowas erwischen, am besten gar keinen Arzt rufen und einfach geschehen lassen – denn wie wir gerade lernen, ändert das eh nichts?!
      Ausserdem hat er auf sich aufmerksam gemacht, sonst hätte ihn kaum die Polizei da raus begleitet. Das geht bei so ner Sperrung halt nur nicht mehr so schnell..
      Sorry, Straßen gehören nicht gesperrt und nicht organisierte Betriebe genau so wenig. Und Leute die unbedingt meinen, arbeiten zu müssen, sollen das auch tun können.
      Zum Thema Stock für den Hund Gewerkschaft: du musst zugeben, die Bevölkerung bekommt reihenweise Steilvorlagen und die Gewerkschaften tun nur extrem wenig dafür, das man als „normalo“ auch nur versuchen möchte sie zu verstehen.

    • „Auf sich aufmerksam machen“.
      Das haben wohl mit Sicherheit einige, die vor etlichen Wochen zur Arbeit wollten, oder fragen Sie doch die Studenten, die ihren Abschluss nicht machen konnten weil sie an der Weiterfahrt verhindert wurden.
      Aber Einsicht gibt es nicht. Ich hoffe, dass diejenigen aus der Aktion etwas gelernt haben. Wenn demnächst aber wieder ein Streikposten mich an der Weiterfahrt hindert kann man auch mal polemisch sagen „würden Sie denn einen Krankenwagen vorbei lassen, bevor es noch Tote durch euch gibt?“.
      Das wäre ein Aufmacher für eine interessante Diskussion.
      Das Verhalten der Gewerkschaften ist abscheulich und moralisch verwerflich. Bin mal gespannt wie Sie reagiert hätten, wären Sie der betroffene Ambulanzfahrer gewesen.

  5. Penssionierter Bauer

    Wiedermal typlsch Soziez , scheiße bauen und nichts gewesen sein.Ein Streik mag ja noch legitim und durch das Gesetz gedeckt sein , aber Autobahnen sperren ist wohl eine Straftat !
    In diesem Fall muss sich jeder Beteiligte seiner Verantwortung stellen.Vom FGTB Bonze (Biedermann) bis zum auf der Autobahn tobenden Sozimob.
    Es wäre besser die Roten würden mal ihren Kopf gebrauchen ,dann würden sie verstehen ,dass in der globalen Wirtschaft keine Kirchturmspolitik mehr betreiben werden kann.Der deutsche Ex Kanzler Schröder ist einer der wenigen sozialisten mit Verstand.

  6. Was die FGTB betreibt, ist schlicht Terrorismus. Die können gerne streiken, wie sie wollen, aber es geht nicht an, daß Straßen blockiert werden. Und was ist das für ein lächerlicher Staat, der sich nicht gegen diese Gangster wehrt?

  7. Harie's Kommentar

    1. Für wie BLÖDE hält uns die FGTB??? Da hätte das Krankenhaus einen Ersatz suchen müssen! Und der wäre dann durch die Blockade auch an der Weiterfahrt gehindert worden. Dann hätte man eben für den Ersatzchirurgen auch einen Ersatz suchen müssen. Ersatz für Ersatz. Tatsache ist, der Arzt konnte durch die Blockade nicht rechtzeitig seinen Arbeitsplatz erreichen. Die Patientin ist verstorben. Alles andere ist pures Geschwätz. Jemand muss doch die Blockade aufgebaut oder die Anweisung gegeben haben. Also gibt es auch einen oder mehrere Verantwortlichen bei der FGTB. Streikende haben eine Verantwortung zu tragen, auch wenn sie sich sozialistisch nennen.
    2. Nach dem Verursacherprinzip: nach den Straßenschäden nun auch noch das!!! Leben ist nicht mit Geld zu bezahlen. Da nützen auch keine simplen Beileidsbekundungen seitens der FGTB-Bosse. Der Patientin hilft es wenig.
    3. Tanzende und singende Gewerkschaftler wurden uns in den Nachrichten gezeigt. Manche sogar mit Bierdosen in ihren Händen. Was ist das denn für eine Streikkultur? Schlicht und einfach gesagt: Das ist Volksverdummung! Da stehen Arbeitnehmer stundenlang auf der Autobahn und werden ihres Arbeitsrechtes beraubt, werden an der Weiterfahrt zu ihrem Arbeitsplatz behindert. Welche Konsequenz das wohl für manche Leute haben wird?
    4. Es gilt nach meinem Wissen immer noch das demokratische Gesetz: Gleiches Recht für alle! Es gibt das Recht, zu streiken. Es gibt aber auch das Recht, zu arbeiten. Es gilt umsomehr auch, Leben zu retten. Vielleicht sollten die Gewerkschaften sich neu überdenken. Diese Form des Streiks bringt absolut NICHTS! Hoffentlich werden die Verursacher nun endlich mal schnell zur Verantwortung gezogen. Jeder Normalbürger säße längst schon vor dem Untersuchungsrichter.

  8. Was wäre gewesen, wenn gar kein Streik gemacht worden wäre? Nehmen wir an, der Chirurg hätte selbst einen Herzinfarkt erlitten und wäre ebenfalls zu spät gekommen. Gibt man dann dem Herz die Schuld?
    Das hier zeigt doch, dass selbst die Kliniken an jeder Ecke das Budget gestrichen bekommen. Es kann doch nicht sein, dass zufällig nur ein Chirurg unterwegs ist, von dem alles abhängt.
    Was wir hier sehen sind die Auswirkungen der Sparmaßnahmen und einer Streikkultur, die keine Zügel mehr kennt und die falschen bestraft. Da fand ich die Ketchup-Sache ehrlich gesagt besser, obwohl total infantil.

    • Penssionierter Bauer

      Dann wäre es hörere Gewalt gewesen ! Es ist kaum anzunehmen , dass ein Krankenhaus wie Hermalle ,welches einen Standart ähnlich dem Eupener hat , Tag und Nacht eine Vollversorgung vor Ort gewährleisten kann .
      Als ich eben bei einem Freund war welcher auch FGTBler ist , zeigte dieser mir in der Mitgliederzeitung wie toll der Protest in der vergangenen Woche war.Beim anschauen der Bilder glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: die Gewerkschaft gibt an für bessere Arbeitnehmer bedingungen hier zu kämpfen.Auf einem Bild ist aber zu sehen , dass der rote FGTB Lautsprecherwagen doch tatsächlich ein koreanischer Huyndai ist.An diesem Auto haben mit Sicherheit keine belgischen Arbeitnehmer in der Produktion mitgewirkt . Auch glaube ich , dass die Arbeiter dort in Korea dies unter deutlich schlechteren Sozialbedingungen bauen mussten als hier in Europa . Also Ihr Roten , wenn Ihr wollt , dass man euren Worten glauben schenken soll , dann lasst den Worten auch Taten folgen und kauft dort ein wo eure Mitglieder unter guten Arbeitsbedingungen mitwirken.

  9. Zur Info

    Es hat nun auch einen zweiten Toten gegeben weil die Hilfskräfte wegen der oberintelligenten FGTB’ler nicht rechtzeitig durchkamen.
    Solche Orgenisationen müssten eiskalt gesschlossen werden, diese bringen eh nix.

  10. Ex-eupener

    Abgesehen von einer Demo der FGTB , jeder Mensch ist ersetzbar , auch ein Arzt . Er hätte ja auch einen Unfall haben können . Oder hatte er den Schlüßel zum OP .
    Ich bin selbst in keiner Gewerkschaft , ich will mit Halunken nichts zu tun haben .

  11. Hätte, hätte, hätte !?!?

    Wäre die Autobahn nicht von diesen Streikbesessenen willkürlich und gesetzwidrig gesperrt worden hätten möglicherweise zwei Menschenleben gerettet werden können. Allein diese Eventualität einer Lebensrettung steht bei mir weit über den faulen und an den Haaren herbeigezogenen Rechtfertigungsversuchen verschiedener Teilnehmer hier im Forum.
    Die Autobahnblockierer haben in meinen Augen zwei Tote auf dem Gewissen!

    • Marc Van Houtte

      Diese Elemente sollen an ihrem Arbeitsplatz meinetwegen streiken bis sie umfallen aber sie dürfen keinen anderen von der Arbeit abhalten,Geiseln oder sonst wie davon abhalten seine Arbeit zu machen. Irgendwann fährt mal einer ein Paar Streikposten über dem Haufen und dann ist das Geheule groß

  12. Münsteraner

    Natürlich weiß niemand, ob die beiden verstorbenen Menschen in ihrer sie überkommen habenden Situation überhaupt eine Chance zum Weiterleben gehabt hätten, wenn wir den Streikposten hier einmal wegdenken. Ich kann sowohl nachvollziehen, dass die Gewerkschaft sich hier nicht unter das Kausalitätsprinzip stellen lässt, als auch die Wütenden, die gerade genau das tun. Das ist zweifelsohne eine sehr schwer zu beurteilende Situation. Persönlich gehöre ich zu den Gegnern der Gewerkschaften, weil ich in den 7 Jahren meiner eigenen Zugehörigkeit eines doch sehr vermisst habe: Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit. Mangels dieser Grundeinstellung ist das Ganze für nicht wenige zum Abenteuer-Spiel geworden. Diesmal hat es unglücklicherweise Opfer gegeben – und diese Nachrichten machen mich traurig und wütend. Ich muss ehrlicherwiese gestehen, hätte es mich getroffen (nicht mich persönlich, aber eines meiner Kinder), ich wäre des Erbarmens wohl nicht fähig…wenn auch (wie schon gesagt) meinem möglichen Handeln lediglich eine sehr zweifelhafte Rechtfertigung gegeben werden könne. Ich wünsche mir aber schon, dass Gewerkschaften über diese beiden Toten nachdenken, sich und ihre Aktionen überdenken…und allgemein sich neue und andere Wege ausdenken…kann ihre allgemeine Existenz-Notwendigkeit auch wiederum nicht geleugnet werden…es sei denn, dass man zu den gänzlich unabhängigen dieser Welt gehören darf, wofür ich persönlich meinem Gott wiederum sehr dankbar bin…

  13. Schade.Alle Kommentare nur polemik. Wenn die Autobahn durch einen Unfall blockiert gewesen wäre, wäre die frau auch gestorben aber normand hätte soviel ‚palaver‘ gemacht. Es spricht wohl nicht gerade für dans Krankenhaus wenn für Notfälle kein Arzt vor Ort ist sondern erst anreisen muss.

    • Gemein(d)e

      Ein Unfall ist höhere Gewalt und ist nicht beabsichtigt.Ein Demonstration hingegen ist mutwillig. Ich hoffe es gibt hohe und empfindliche Strafen. Streik ja klar, aber nicht gegen Mitbürger !
      Ein Streik ist eine organisierte Arbeitsniederlegung. Was letzter Zeit betrieben wird, ist Vandalismus,Terrorismus und Wegelagerei.
      Auch ich ärgere mich über diverse Entscheidungen, aber andere Menschen als die Regierung dafür leiden und sogar sterben zu lassen, ist in gar keinem Fall schön zu reden mit Aussagen wie „Das Krankenhaus ist schlecht organisiert“ oder“ Wäre der Arzt in einen Stau geraten,etc „.
      Die Gewerkschaften sowie die Anhänger gehen mit ihren Handlungen zuweit bzw. nicht an die richtige Stelle.
      Behindert die Politiker und nicht die Mitmenschen. Das einzige was damit geschaffen wird, an falscher Stelle zu demonstrieren, ist Nichtakzeptanz für wilde Demonstrationen.Unter der Flagge eines Streiks zu laufen um zu randalieren ist armselig.
      Wenn die Busfahrer oder Schaffner streiken und die Arbeit niederlegen ist das eine Sache. Das ist eine Arbeitsniederlegung(STREIK) und völlig akzeptiert, aber Straßen blockieren und zerstören ist ein Verbrechen.

    • Herresbacher

      Der Wolf scheint nicht allzu viel Ahnung zu haben und erzeugt selber „Palaver“, denn mit ´wenn-Sätzen“ kann man schier unendlich diskutieren: z.B. wenn die Frau denn gar nicht krank gewesen wäre…..? Dass in allen kleineren Krankenhäusern, auch bei uns, während 24 St. ein Notarzt/Spezialist anwesend sei, ist doch Utopie! Der Wolf hat scheinbar einen roten Pelz?

  14. Collienne Franz-Josef

    Zur Frueherkennung der FGTB-Hitzkoepfe sollte man ihnen das Hinterteil mit roter Dauerfarbe lackieren,so hat man die Moeglichkeit,diesen Leuten rechtzeitig aus dem Weg zu gehen.Die von solchen Gewerkschaftlern hinterlassene Eindruck im In- und Ausland ist verheerend und macht den Standort Belgien natuerlich besonders attraktiv.

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