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Gibt es in Europa bald wieder autofreie Sonntage? – IEA empfiehlt zehn Maßnahmen zum Energiesparen

22.09.2019, Belgien, Brüssel: Radfahrer fahren am autofreien Sonntag auf der Rue de la Loi. Foto: Hatim Kaghat/BELGA/dpa

Aufgrund des drastischen Anstiegs der Preise für Energieprodukte wird der Ruf nach einer Entlastung der Kosten für Privathaushalte und Unternehmen immer lauter. Maßnahmen wie eine Ausweitung der Telearbeit oder die Einführung von autofreien Sonntagen werden ins Gespräch gebracht.

In Belgien wurden die ersten autofreien Sonntage 1956 veranstaltet. Damals befürchteten viele Länder, dass ihr Treibstoff aufgrund der Suezkrise und der Blockade des Suezkanals knapp werden könnte. So kam es zwischen November 1956 und Januar 1957 zu den ersten autofreien Sonntagen.

Diese Tage blühten 1973, zur Zeit der ersten Ölkrise, aus demselben Grund wieder auf. Die westliche Welt wurde sich mit einem Schlag ihrer Abhängigkeit von billigem Öl bewusst. Symbolisch beschlossen Belgien und andere europäische Länder, autofreie Sonntage anzuordnen.

SEGWAY-Transporter an einem autofreien Sonntag in der Eupener Kirchstraße im September 2013. Foto: OD

Autofreie Sonntage gab es ab dem 18. November 1973. Zur Zeit des sogenannten Jom-Kippur-Krieges (zwischen dem 6. und 24. Oktober 1973) trafen sich fünf arabische OPEC-Mitglieder und der Iran in Kuwait, um ein Embargo für Öllieferungen gegen Staaten zu beschließen, die nach Ansicht dieser Länder zu pro-israelisch sind.

Tatsächlich erinnern sich ältere Mitbürger gerne an das Fahrverbot von damals. Sie erzählen heitere Geschichten von Volksfesten, idyllischen Spaziergängen auf der Autobahn oder von der auffallend guten Luft in den Städten.

In jüngerer Zeit gilt der autofreie Sonntag als Aktionstag von Gemeinden und Umweltverbänden im Bemühen um eine Verkehrswende. Er findet jährlich im September im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche statt.

22.09.2019, Belgien, Brüssel: Ein Mann überquert auf einem Fahrrad eine Straße. Die Brüsseler Innenstadt war zum autofreien Sonntag für den Verkehr gesperrt. Foto: Hatim Kaghat/BELGA/dpa

Seit 2002 wird etwa in Brüssel das gesamte Gebiet innerhalb des umschließenden Autobahnringes an einem Sonntag im September anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Vergleichbare Sperrungen gelten inzwischen am gleichen Tag ebenfalls in vielen anderen belgischen Städten.

IEA: Zehn Energiesparmaßnahmen

Am Freitag hat die Internationale Energieagentur (IEA) zehn mögliche Maßnahmen zum Energiesparen aufgelistet. An erster Stelle steht die Telearbeit. Hinzu kommt eine Senkung der Geschwindigkeit auf Autobahnen um mindestens 10 km/h, verbunden mit Anreizen zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Eine weitere Idee der IEA, die bereits erprobt wurde: der abwechselnde Verkehr in Großstädten, der Staus und damit einen höheren Kraftstoffverbrauch reduzieren soll. Weitere von der Agentur vorgeschlagene Maßnahmen: Fahrgemeinschaften, „effizientes“ Fahren und der Verzicht auf LPG im Verkehr.

Die IEA empfiehlt zudem, den Flugverkehr einzuschränken, insbesondere bei Geschäftsreisen, was „den Druck auf die Flugkraftstoffmärkte rasch verringern kann“. Schließlich, und das ist eher überraschend, ruft die IEA dazu auf, nach Möglichkeit mit Strom statt mit Gas zu kochen. Und sie schlägt der Industrie vor, ihren Verbrauch an Kohlenwasserstoffen zu optimieren. (cre)

6 Antworten auf “Gibt es in Europa bald wieder autofreie Sonntage? – IEA empfiehlt zehn Maßnahmen zum Energiesparen”

  1. Kampfjets verbrauchen zwischen 2000 und 6000 Liter Sprit pro Flugstunde
    Panzer zwischen 500 und 800 auf 100Km.
    Politiker fliegen von einem Gipfel zum nächsten um die ganze Welt, was dem Steuerzahler Millionen kostet.
    Aber der kleine dumme Bürger soll auf Strom kochen um Energie zu sparen.
    Wasser predigen und Wein saufen.
    Findet den Fehler.

  2. Die IEA ist eine grün gestrickte Institution der Klimakirche. Einfach ignorieren und den grünen Wahnsinn beenden, das ist die einzig sinnvolle Option die Europa noch hat….
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    Laura Cozzi
    Direktorin, Nachhaltigkeit, Technologie und Ausblicke

    IEA

    Laura Cozzi wurde 2023 zur Direktorin für Nachhaltigkeit, Technologie und Ausblicke der Internationalen Energieagentur ernannt. Sie leitet und koordiniert die Arbeiten der IEA zur Energienachhaltigkeit, einschließlich Energie- und Technologiepolitik sowie Klimawandel. Sie ist außerdem die leitende Energiemodelliererin der Agentur und führt in dieser Funktion gemeinsam den World Energy Outlook, die Flaggschiff-Publikationsreihe der IEA.
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  3. Selbst der einfachste Mensch sollte doch verstanden haben, dass es wenig bringt, ein paar privilegierten Menschen den 8-Zylinder wegzunehmen, auch wenn`s in der Seele gut tut.

    Ich wünsche mir in Deutschland endlich ein Tempolimit wie in Resteuropa.

  4. Es tut tatsächlich nicht weh und ist auch keine Kastration der Männlichkeit, wenn man zum Beispiel nicht mit Vollgas auf die schon weithin deutlich sichtbare rote Ampel zufährt, um dann voll in Bremse zu steigen. Es gilt natürlich, jeder möge nach seiner Facon leben und fahren, aber man braucht sich als Raser dann nicht über den Spritverbrauch zu beschweren. Vorausschauendes Fahren spart Energie und schont das Material.

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