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Königlicher Rückenwind heute 21 Uhr gegen Spanien – Wie schon vor 40 Jahren ist Belgien nur Außenseiter

Beim Besuch von König Philippe im Teamquartier der Roten Teufel in Los Angeles machte Torhüter Thibaut Courtois dieses Selfie von der Mannschaft mit dem Staatsoberhaupt. @RBFA

Für Belgien ist es der bisher größte Tag bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft: Im Viertelfinale wartet in Los Angeles mit Europameister Spanien einer der großen Turnierfavoriten (21 Uhr MESZ / live auf RTBF1,VRT1 und ZDF). Doch im belgischen Lager ist vor dem Duell weniger von Ehrfurcht als von wachsendem Selbstvertrauen zu spüren. Der deutliche 4:1-Erfolg im Achtelfinale gegen Gastgeber USA hat die Stimmung rund um die Roten Teufel spürbar verändert.

Vor genau 40 Jahren erlebte Belgien gegen Spanien einen der großen Momente seiner Fußballgeschichte. Bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko trafen die Roten Teufel im Viertelfinale auf die Spanier. Die Entscheidung fiel im Elfmeterschießen. Leo Van der Elst verwandelte den entscheidenden Elfmeter und schoss seine Mannschaft erstmals in ein WM-Halbfinale.

22.06.1986, Mexiko, Puebla: Der Belgier Leo Van der Elst (im Hintergrund) verwandelt bei der WM 1986 in Mexiko im Viertelfinale den entscheidenden Elfmeter gegen Spanien. Torhüter Andoni Zubizarreta hat keine Chance. Foto: RODOLFO DEL PERCIO / AFP / Belga

Vier Jahrzehnte später kommt es nun erneut zu einem WM-Viertelfinale zwischen Spanien und Belgien. Und auch diesmal gehen die Belgier als Außenseiter in die Partie. Doch nach dem überzeugenden 4:1 im Achtelfinale gegen Gastgeber USA ist das Selbstvertrauen im belgischen Lager groß.

Zusätzlichen Rückenwind gab es vor dem Spiel von höchster Stelle. König Philippe besuchte die Roten Teufel in Los Angeles und verbrachte den Abend mit Spielern und Betreuern.

Der Besuch verlief in ungezwungener Atmosphäre. Der König bediente sich selbst am Buffet, führte zahlreiche Gespräche mit den Spielern und machte Selfies mit der Mannschaft. Philippe erzählte auch, dass er das Achtelfinale gegen die USA gemeinsam mit seiner Tochter bis tief in die Nacht verfolgt habe.

Seine Botschaft an die Mannschaft: Die Belgier hätten das Land mit ihrer grandiosen Leistung im Achtelfinale gegen die USA begeistert – und sollten nun versuchen, gegen Spanien den nächsten Schritt zu machen.

06.07.2026, USA, Seattle: Der belgische Nationaltrainer Rudi Garcia reagiert. Foto: Mao Siqian/XinHua/dpa

Nationaltrainer Rudi Garcia weiß allerdings, wie groß die Aufgabe ist. In seinem Pressegespräch vor dem Viertelfinale bezeichnete er Spanien als Favoriten. Die Spanier verfügten über eine seit Jahren gewachsene Spielidee, enorme Qualität im Ballbesitz und eine sehr stabile Defensive.m

Garcia machte aber ebenso deutlich, dass Belgien keineswegs nach Los Angeles gekommen ist, um nur zu verteidigen. Seine Mannschaft habe im Turnier ihre offensive Qualität gezeigt. Gegen Spanien müsse Belgien mutig auftreten, eigene Akzente setzen und die sich bietenden Umschaltmomente konsequent nutzen.

Der französische Nationaltrainer setzt dabei auch auf die Breite seines Kaders. Im Verlauf des Turniers hat Garcia zahlreiche Spieler eingesetzt und seine Startelf immer wieder verändert. Das macht die Roten Teufel schwerer ausrechenbar. Gleichzeitig muss Belgien im Viertelfinale einen wichtigen Ausfall verkraften: Mittelfeldspieler Amadou Onana steht nach seiner Knieverletzung aus dem Achtelfinale nicht zur Verfügung.

09.07.2026, USA, Carson: Der Belgier Romelu Lukaku (r) und seine Mannschaftskollegen nehmen an einer Trainingseinheit im Vorfeld des WM-Viertelfinalspiels gegen Spanien teil. Foto: Andre Penner/AP/dpa

Eine der zentralen Fragen betrifft erneut Romelu Lukaku. Garcia hat die Einsatzzeiten des inzwischen 33 Jahre alten Stürmers während des Turniers gezielt gesteuert. Lukaku selbst betonte vor dem Viertelfinale, dass seine Rolle bereits lange vor der WM mit dem Trainer besprochen worden sei. Persönliche Statistiken seien für ihn zweitrangig – entscheidend sei allein der Erfolg der Mannschaft. Und dafür, so Lukaku, brauche Belgien gegen Spanien ein nahezu perfektes Spiel.

Die Ausgangslage vor diesem Viertelfinale ist damit klar: Spanien geht als Favorit in die Partie, Belgien setzt auf Selbstvertrauen, offensive Qualität und den Glauben an die eigene Chance. Und im Hintergrund schwingt eine Erinnerung mit, die für die Roten Teufel kaum schöner sein könnte.

Vor 40 Jahren führte der Weg ins WM-Halbfinale über Spanien. Damals im mexikanischen Puebla wurde Leo Van der Elst zum Helden einer ganzen Fußballnation. Nun hofft Belgien darauf, dass das heutige WM-Spiel in Los Angeles so euphorisch endet wie die Begegnung vor 40 Jahren in Mexiko. (cre/dpa)

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