Kultur

Königin Paola bleibt Jan Fabre auf den Fersen

Königin Paola Ende Februar bei ihrem Besuch in Eupen am 1. März 2013. Foto: Gerd Comouth

Königin Paola scheint Jan Fabre, Enfant terrible der belgischen Kunstszene, in ihr Herz geschlossen zu haben. Bereits 2008 war sie bei dessen spektakulären Ausstellung im Pariser Louvre dabei; im Königlichen Palast in Brüssel sorgte sie dafür, dass ein Spiegelsaal und ein Kronleuchter mit Fabres bunt leuchtenden Juwelenkäfern ausgestattet wurde, und am Donnerstag folgte sie ihm sogar nach Eupen und besuchte die Ausstellung „Jan Fabre, Insektenzeichnungen und Insektenskulpturen 1975 – 1979“. Das nennt man wahre Kunstbegeisterung!

Pünktlich um 11.00 Uhr rollte die schwarze Limousine mit der unverkennbaren „2“ auf dem Nummernschild vor dem Ikob am Rotenberg vor. Die Schüler der Städtischen Grundschule Oberstadt und das dritte Jahr des Kindergartens der Pater-Damian-Schule empfingen den königlichen Gast mit Bastelarbeiten und Geschenken. Die Königin gab sich bei ihrer als „Privatbesuch“ deklarierten Visite volksnah und unterhielt sich mit den Kindern bevor sie vom Gouverneur der Provinz Lüttich, Michel Foret, dem BSK der Stadt Eupen, den Ministern der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Parlamentspräsident Alexander Miesen und den Ikob-Verantwortlichen begrüsst wurde.

Der scheidende Ikob-Direktor Francis Feidler würdigte die Königin als „große Unterstützerin der Kunst“ und gab einen kurzen Rückblick auf die 20jährige Geschichte der Eupener Kunst-Institution, die erst seit 13 Jahren über ein eigenes Haus verfügt. In einem Zeitraum von 20 Jahren habe sich das Ikob in rund 80 Ausstellungen zu einer „wichtigen Plattform für zeitgenössische Kunst“ entwickelt. Feidler zitierte den bekannten Ausstellungsmacher Jan Hoet mit den Worten: „Das Ikob hat Belgien ein Stück größer gemacht.“

Information aus erster Hand: Jan Fabre (links) erläutert der Königin seine im Ikob ausgestellten Werke.   Foto: Comouth

Information aus erster Hand: Jan Fabre (links) erläutert der Königin seine im Ikob ausgestellten Werke. Foto: Comouth

Die Führung durch die Schau am Rotenberg übernahm dann Jan Fabre persönlich. Er war buchstäblich in letzter Minute kurz vor der Königin ins Ikob gehastet und führte noch im Mantel den Gast aus Brüssel zu den rund 130 Exponaten, während ein großer Pulk von Kameraleuten und Journalisten auf gehörigen Abstand gehalten wurde. Auch ohne die Krönung durch Königin Paola ist die jetzige Ausstellung, die noch rund drei Wochen läuft, nach Angaben von Ikob-Präsident Walter Mießen schon jetzt eine der erfolgreichsten in der 20jährigen Geschichte des Hauses.

Bei soviel Feierstimmung wollte niemand mehr etwas wissen von den zwei lebenden Vogelspinnen, die der Künstler ursprünglich in der Schau in einer großflächigen Installation angesiedelt hatte und die für Aufregung und Protest gesorgt hatten. Jetzt fristen sie wieder ein unspektakuläres Dasein in einer Tierhandlung ohne die Chance, von einer Königin bewundert zu werden.

Ulrich Kölsch

„Ostbelgien Direkt“ veröffentlicht nachfolgend Bilder unseres Fotografen Gerd Comouth. Fotos vergrößern sich durch Anklicken.

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12 Antworten auf “Königin Paola bleibt Jan Fabre auf den Fersen”

  1. Peter Parker

    Wo waren sie denn, nun die Tierfreunde Ostbelgiens VOG?
    Keine Reaktion, kein Kommentar, noch nicht mal ein leises Flüstern.
    Nach dem Aufschrei der Entrüstung über die Quälerei der Spinnen, folgt das grosse Schweigen.
    Die Politik und Absicht dieser kleinen Eupener Gruppierung ist mir vollkommen unverständlich.
    Information, aber mehr nicht?
    Ein Tag des Tierschutzes im Plaza, bei dem keine Tiere zugelassen sind?!
    Der Gebrauch eines Logos, das laut GE doch eigentlich zum Tierheim Kettenis gehört?
    Was soll man denn dazu noch sagen?

    Was aus der Anzeige gegen Jan Fabre wurde, ist auch nicht bekannt.
    War am Ende alles nur heisse Luft oder ein schlechter Scherz?
    Hier hätte man die Gelegenheit gehabt, um allen zu beweisen, wie ernst man es mit dem Tierschutz nimmt und man hätte zeigen können, das man sich traut für seinen Ziele einzustehen.

    Aber dazu braucht es wohl Mut…

  2. „Bei soviel Feierstimmung wollte niemand mehr etwas wissen von den zwei lebenden Vogelspinnen, die der Künstler ursprünglich in der Schau in einer großflächigen Installation angesiedelt hatte und die für Aufregung und Protest gesorgt hatten. Jetzt fristen sie wieder ein unspektakuläres Das in in einer Tierhandlung ohne die Chance, von einer Königin bewundert zu werden.“

    Ich lach mich weg, super Kommentar!!

    Die Tierfreunde haben mit ihrem grillenden Präsidenten und dem Theater mit den Spinnen wirklich für die Lachnummer des Jahres gesorgt.

  3. Außenstehender

    Die Gruppe hat nichts mit dem Tierheim zu tun. Das Logo des Tierheims ist auf dessen Seite zu sehen. Man muss nicht immer alles glauben was in den Zeitungen steht ;-)
    Auf der Seite der Tierfreunde steht ja auch das sie über kein eigenes Tierheim verfügen.

  4. Peter Parker

    Warum sollte das GE Lügen und warum sollte das Tierheim das Logo der Tierfreunde für diesen Zeitungsartikel übernehmen?
    Der Artikel stammt aus einer Zeit, wo es diese Tierfreunde noch gar nicht gab. Wer hat nun wessen Logo übernommen?

  5. Georg Kremer

    @ Peter Parker: weshab wohl sollten die Tierschützer den Besuch von Paola noch kommentieren oder sogar anwesend sein? Das unwürdige Spektakel im „Spinnenkopftheater“ wurde beendet und den überlebenden Tieren geht es blendend. Und was die Anzeige betrifft: die AFSCA hatte keinen Grund die Sache weiter zu verfolgen, da die Tiere spät aber dennoch entfernt wurden. Gleiches gilt für die Wallonische Umweltpolizei
    @Öppe Alaaf: das Interesse der Königin am Artenschutz ist hinlänglich bekannt. Z.B. wenn Madame ihren Nerzmantel spazieren führt.
    Betr. Logo: ein solches ist bestimmt nicht maßgebend für die gute Arbeit des Tierheims, der Tierschutzorganisationen oder engagierter Einzelpersonen.

  6. Öppe Alaaf

    *lacht*

    Ich meinte mit meinem Kommentar eigentlich, dass niemand Paola als Person angreift und beleidigt.

    Bei allen anderen Nicht-DGlern und politisch anders Denkenden liegt die Hemmschwelle hier viel niedriger.

    Bitte jetzt nicht auf mir herumpicken. Das ist lediglich eine Feststellung.

    Öppe Alaaf

  7. Peter Parker

    Danke Georg Kremer für die Erläuterungen bezüglich dem Ausgang der Anzeige und den Modegeschmack der Madame :)
    Wobei Ersteres doch eigendlich Aufgabe der Tierfreunde gewesen wäre.

    Die Frage nach dem „Logo wechsel dich Spiel“ bleibt aber weiterhin unbeantwortet. Mich persönlich würde schon interessieren, warum das neue Gesicht des Tierheimes plötzlich die Tierfreunde schmückt.
    Es wird viel spekuliert, aber keiner hier in Eupen kann etwas konkretes sagen.

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