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Die Kampagne „Alors on Deutsch“ will bei jungen Belgiern Interesse für Goethes Sprache wecken

Foto: Pixabay

Die Botschafter der Länder deutscher Sprache, also Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg, unterstützen den diesjährigen Tag der deutschen Sprache in der Wallonischen Region an diesem 21. Oktober und die Kampagne „Alors on Deutsch“.

Zeitgeist, Fernweh, Wanderlust… Es gibt viele gute Gründe und Worte, die für das Erlernen der deutschen Sprache sprechen.

Belgien ist umgeben mit zumindest teilweise deutschsprachigen Ländern, hat eine starke Deutschsprachige Gemeinschaft und zahlreiche und überaus enge politische, wirtschaftliche, kulturelle und persönliche Kontakte zu deutschsprachigen Ländern.

Es gibt kaum ein anderes Land, in dem die Kenntnis der deutschen Sprache, der dritten Landessprache, von größerem Nutzen und Vorteil ist.

Eine Frau hält einen Duden in den Händen. Foto: Tim Brakemeier/dpa

Die Kampagne „Alors on Deutsch“ will dies verstärkt jungen Menschen nahebringen. Mit spielerischen Motiven will sie auf die nicht immer sofort erkannten Reize der meistgesprochenen Muttersprache der Europäischen Union hinweisen.

Der Slogan „Alors on Deutsch“, in Anlehnung an das Lied „Alors on danse“ des belgischen Sängers Stromae, wurde im Rahmen eines Wettbewerbs ermittelt. Am diesjährigen Tag der deutschen Sprache in der Wallonischen Region an diesem 21. Oktober 2020 wird der Startschuss für die Social-Media-Kampagne unter diesem Titel gegeben, die im ganzen Land ausgerollt werden soll.

Im Laufe der nächsten Monate folgen Initiativen in Schulen, an Universitäten, Postkartenaktionen u.v.m. – physisch vor Ort natürlich nur, wenn die Entwicklung der Covid19-Pandemie dies erlaubt.

03.10.2020, Belgien, Brüssel: Ein Arbeiter mit Mund-Nasen-Bedeckung kleidet das Wahrzeichen Manneken Pis, das eine EU-Fahne hält, mit einem Deutschland-Kostüm anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit. Foto: Francisco Seco/AP/dpa

Die Botschafter der deutschsprachigen Länder beim Königreich Belgien sind sich einig, dass die Förderung der deutschen Sprache in Belgien mehr Aufmerksamkeit verdiene. Denn obwohl die Vorteile auf der Hand lägen, obwohl 289 Millionen Menschen Deutsch als Zweitsprache gelernt haben und zur Zeit 15,4 Millionen Menschen weltweit Deutsch als Fremdsprache lernten, gehe die Zahl der Deutschlernenden in Belgien zurück. Die Kampagne „Alors on Deutsch“ spiele erfolgreich mit dem Klischee, dass Deutsch schwer zu lernen sei, heißt es.

Etwa 130 Millionen Menschen weltweit sprechen Deutsch als Mutter- oder Zweitsprache. In der EU ist Deutsch die am weitesten verbreitete Muttersprache. Als Fremdsprache liegt sie ungefähr gleichauf mit dem Französischen auf einem geteilten zweiten Platz nach Englisch.

Viele Unternehmen deutschsprachiger Länder sind in Belgien mit zum Teil sehr großen Niederlassungen vertreten. Gute Deutschkenntnisse erhöhen die Chancen auf eine Top-Karriere in einem solchen Unternehmen.

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Belgien, Martin Kotthaus (M), im Gespräch mit DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (l) und dem ehemaligen flämischen Ministerpräsidenten Kris Peeters (r). Foto: FKPH

Deutsch ist auch eine wichtige Wissenschaftssprache. Grundlagen der deutschen Sprache sind für viele Forschungsfelder von Vorteil. Nicht vergessen werden sollte auch der Einfluss der deutschen Sprache im Bereich Literatur, Musik, Philosophie und bildende Kunst u.a.

Der Tag der deutschen Sprache in Wallonien wurde 2018 auf Initiative des Verbands zur Förderung der deutschen Sprache und der Regierung der Wallonischen Region ins Leben gerufen. An jedem dritten Mittwoch des Monats Oktober sollen insbesondere die frankophonen Einwohner der Region für das außerordentliche Potenzial der deutschen Sprache, die durch die DG immerhin die zweite offizielle Sprache der Region ist, sensibilisiert werden.

In die bisher realisierten Initiativen waren neben dem Verband zur Förderung der deutschen Sprache in Wallonien, der Wallonischen Region und der Deutschsprachigen Gemeinschaft auch die Deutsche Botschaft Brüssel und das Goethe-Institut Brüssel involviert.

12 Antworten auf “Die Kampagne „Alors on Deutsch“ will bei jungen Belgiern Interesse für Goethes Sprache wecken”

  1. Warum in die Ferne schweifen? So manche Geschäfts und Supermarktbedienung in Eupen hätten einen Deutschkurs bitter nötig aber wahrscheinlich eh keinen Bock drauf, da der Einheimische ja so schön französisch spricht.

    • Deutsch in Eupen = verboten

      Genau. Heute habe ich eine Mitarbeiterin eines Supermarktes in Eupen versehentlich auf Deutsch angesprochen, weil ich einen Artikel nicht fand. Sie verstand natürlich kein Deutsch, und sie informierte mich, dass wir in Belgien seien und man hier Französisch zu sprechen habe !! Diese Frechheit hat natürlich keine Folgen für sie.
      Man stelle sich die gleiche Situation andersrum vor : ich arbeite in einem Geschäft in Verviers, spreche kein Wort Französisch, und ich erwarte von den Kunden, sie sollen bitteschön für mich Deutsch sprechen. Ich würde meinen Job sicher nicht lange behalten.

  2. Neu hier

    Dann sollten als erstes die Belgischen offiziellen Stellen mal ein Beispiel nehmen… denn auf vielen Internetseiten kann man zwar die Sprache wählen … nur eben nicht die 3. Landessprache : Deutsch.

    Englisch geht dagegen sehr gut auf den meisten Seiten.

    Das gleiche gilt für große Unternehmen … verkaufen wollen sie in der DG alle … allerdings deutschsprachiges Personal dafür einstellen will man nicht.

    • bin von den engländern tief enttäuscht. Sie hatten schon ein paar „extrawürste“ in der EU. Aber….noch zu wenig.
      Auf england scheint kein verlass zu sein. Wahrscheinlich auch nicht in der nato. Man sollte sich wieder mehr den franzosen widmen und deren sprache in der schule lehren. Für mich ist england „untendurch“.

  3. Walter Keutgen

    Leider wird auch in großen transnationalen deutschen Unternehmen auf der obersten Etage sicher alles auf (amerikanischem) Englisch gemacht. Das ist auch gewissermaßen Vorschrift, denn für die USA muss alles dokumentiert sein. Und ja, für die naturwissenschaftliche Forschung machen auch die Franzosen alles auf Englisch.

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