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Nach Erdogans Kritik an Belgien: Jambon und Geens boten Rücktritt an, aber Premier Michel lehnte ab

V.l.n.r.: Justizminister Koen Geens, Premierminister Charles Michel und Innenminister Jan Jambon. Foto: Belga

Die Aussagen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA) und Justizminister Koen Geens boten am Donnerstag ihren Rücktritt an, der jedoch von Premierminister Charles Michel (MR) abgelehnt wurde.

Es geht um Ibrahim El Bakraoui, den Selbstmordattentäter vom Flughafen Zaventem.

Laut Erdogan wurde Ibrahim El Bakraoui im Juni 2015 in der Türkei festgenommen und danach an Belgien übergeben. Doch obwohl der Mann einen Monat lang festgehalten und als gefährlicher Dschihadist eingestuft worden sei, hätten die belgischen Behörden die Informationen aus der Türkei nicht ernstgenommen und El Bakraoui wieder auf freien Fuß gesetzt, so Erdogans Kritik.

Die Brüder El Bakraoui gehörten zu den Attentätern. Foto: Belga

Die Brüder El Bakraoui gehörten zu den Attentätern. Foto: Belga

Der Rücktritt der beiden Minister wurde nicht abgelehnt, weil Erdogan in der Sache Unrecht hatte. Vielmehr erachtete Premierminister Michel den Zeitpunkt für einen Doppelrücktritt in seinem Kabinett als nicht opportun. Das ganze Land steht unter Schock, in Belgien gilt nach wie vor die höchste Terrorwarnstufe.

Jambon sagte dem Sender VTM: „Ich habe den ganzen Abend und die Nacht über gearbeitet, um die Informationen der Türkei zu verstehen.“ Der Flame räumte ein: „Man kann sich in der Tat wichtige Fragen stellen, wenn es um einige Angelegenheiten und den Umgang damit in der Justiz geht – und auch bei der Polizei.“

Es geht wahrscheinlich wieder um „Dysfunktionen“ innerhalb der Sicherheitsapparate – ähnlich wie nach der Dutroux-Affäre. Damals wurde die Polizeireform verabschiedet, aber jetzt scheint erneut Handlungsbedarf zu bestehen.

Siehe auch Artikel „Terrorwelle in Brüssel: Alle drei Selbstmordattentäter identifiziert“

23 Antworten auf “Nach Erdogans Kritik an Belgien: Jambon und Geens boten Rücktritt an, aber Premier Michel lehnte ab”

  1. Liebe Politiker,
    beherrscht euch mal und arbeitet zusammen in dieser schwierigen Zeit. Wir brauchen eine Regierung, die nun die Geschicke des Landes korrekt leitet und die Bevölkerung wieder in die Normalität bringt.
    An die Oppositionsparteien: es ist nun nicht die Zeit zu kritisieren, sondern zeigt Solidarität und bringt Lösungsvorschläge. Wenigstens hätte ich die dreitätige Staatstrauer abgewartet, aber gewisse haben ja noch nicht mal Taktgefühl. Keinen Respekt vor dem Leid der anderen.
    Pfui
    Unsere Devise: Einheit macht stark oder waren dies nur leere Worte seitens der Politik??????

  2. Frankenbernd

    Wenn das stimmt, dass man tuerkische Warnungen einfach uebersieht, ist das ein Skandal. Was funktioniert eigentlich in Belgien. Wenn’s nicht so tragisch waere, koennte man fast lachen.
    Da glaubt man mal, man hat (endlich) eine Regierung, die auch mal ‚heilige Kuehe‘ anpackt (man muss nicht mit allem uebereinstimmen) im Vergleich zu di Rupo, und dann sowas. Belgien = wirklich ein ‚failed state‘. Medien in aller Welt bezeichnen unser Land nun so. Wie weit ist es mit Belgien gekommen???

  3. Ein Schelm der böses denkt

    Als Bart Dewever, Syrienkämpfer aus dem Einwohnerregister entfernen wollte, war die Empörung bei allen anderen Politiker riesig!
    Heute muss man seine Weitsicht loben

    • @ Schelm

      Glauben Sie durch die Löschung im Melderegister lässt sich das Problem lösen? Das ist purer Populismus und verlagert das Problem nur da es sich vorwiegend um belgische Staatsbürger handelt. Die gehen dann halt nach Brüssel oder sonstwohin.

  4. Ich danke Erdogan für seine gestrige Mitteilung, bereits im letzten Jahr den Terror via Holland nach Belgien gesandt zu haben und ich bitte ihn, in einen großen Spiegel zu schauen, denn seine Türkei hat den Ar… voll Probleme. Ebenfalls appelliere ich an alle Urlaubswütigen, die Türkei zu meiden; nicht weil Erdogan uns den Terroristen geschickt hat, sondern weil er selber einer ist: er terrorisiert nämlich nicht nur sein Volk und sein Land, sondern auch die EU!

    • andresko

      Völlig richtig wenn man sich anschaut wie der sein Land regiert wer ist er überhaupt um hier Position zu beziehen…… so Menschen unwürdig wie der in sein land die Keule auf den Thron schwingt sollte er in seine eigene Suppe rühren

  5. Machthungrig ist Herr Michel, mal sehen ob er auch Verantwortungsvoll ist.
    Was in Belgien passiert ist schwer zu verstehen. Zu viele Köche verderben den Brei …
    Europa plappert irgendetwas um sich nicht wieder zu blamieren !

  6. R.A. Punzel

    Tolle Showmaster-Präsentationen der beiden leeren Flaschen. Die wissen doch ganz genau, dass es z.Zt. keine Hirnlosen gibt, die sich ihre „Karriere“ in der Politik versauen, indem sie diesem chaotischen Regierungs-Versagerverein beitreten. PFFFFFFFFFFF et MerDeR alors……………..

  7. Ich begreife es nicht. Da ist die Terrorwarnstufe seit Monaten kurz vor dem ANSCHLAG, und die Zuständigen, in deren Hand das Leben von Millionen liegt, arbeiten immer noch nicht aufmerksam und zuverlässig. Es riecht danach, als sei Belgien derzeit völlig überfordert. Ich sag’s nicht gern, aber was die Sicherheit von Staat und Bürgern angeht, sollte Belgien jetzt schleunigst seine Nachbarn um allumfassende Hilfe und vielleicht sogar Kontrolle bitten, ohne Scheu vor einem heutzutage eh nur noch vergleichsweise kleinen Souveränitätsverlust, aus Scheu vor Terrorattacken und dem fahrlässig in Kauf genommenen Tod vieler Unschuldiger. Mittelfristig muss die Terrorabwehr doch wahrscheinlich sowieso komplett auf europäischer Ebene erfolgen.

  8. Réalité

    Mit allem Respekt und Nachsicht für die armen Opfer:
    Es wird allerhöchste Zeit, dass Belgien seinen Verpflichtungen nachkommt.
    Hier mal wieder der Beweis von vielem was nicht läuft im Lande.
    Den Schludder, das Dulden und Zuschauen in Brüssel bei den jeweiligen Viertel Bürgermeistern und deren Räte.
    Die all zu vielen Polizeizonen, wo jeder wohl der „King“ in seinem Distrikte sein will. Da ist wohl das Gegenteil von schnellen Entschlüssen, Zusammenarbeit und konkretem Vorgehen die Normalität!?
    Die Staatlichen Sicherheits- und Geheimdienste, usw usw.
    Da, und nicht nur da, sind viel zu viele „Zwischenstationen der Entscheidungen, der Macht und des Sagens“. Keiner von denen alle will natürlich weichen. Die Leidtragenden müssen drunter leiden.

  9. Ekel Alfred

    @ Gruene, kann Ihren Sinneswandel nicht nachvollziehen. In anderen Post sind Sie doch ein Fan der Madame „Cancelerin“. Und genau diese Frau liebäugelt nun aus lauter Verzweifelung mit der Türkei, nachdem ihr von mehreren EU-Ländern eine klare ABSAGE erteilt wurde….

    • Das mit dem Antwortbutton lernen Sie wohl nie, Herr Ekel??
      Die Türken warnten Belgien übrigens erst als der Flieger bereits in Holland gelandet war.
      Was Sie betrifft, Herrn Ekel, geht der Sinneswandel anderer Kommentatoren, wenn es den denn überhaupt gibt?, Sie eigentlich gar nichts an – Sie haben die Hände voll mit Ihren Wahnkommentaren!

  10. Christophe Nix

    Ist er nicht an die Niederlande übergeben worden?
    Der große Schrei nach dem hätte, wäre, wenn… Nutzt doch niemandem.
    Jemand der beschließt Zivilisten anzugreifen wird dies immer und überall tun können.
    Ganz gleich wieviel Polizei und Militär ich irgendwo hinstellen oder welche Informationen fließen.
    Es ist sehr müßig über Symptombehandlung zu schwadronieren wenn es keine ernstzunehmenden Schritte gibt die Ursache zu bekämpfen.
    Und damit meine ich nicht den nahen Osten mit Bomben und Drohnen zu überziehen.
    Überall liest man schon wieder von Krieg aber nirgendwo steht welche Begründung angeführt wurde für diese Tat.
    Bekannt hat sich der IS aber mit welcher Begründung?

  11. delegierter

    Was versammeln denn die ach so vielen Minister bei ihren Kaffeekränzchen.
    Wohl nur den Datenaustausch bei Geschwindigkeitsübertretung, das bringt der Staatskasse wenigstens was.
    Wenn dann was schief läuft schnell zurücktreten und den Arsch einziehen, für jeden Tag im Dienst ein Monatsgehalt an Abfindung kassieren und später dicke Rente einstreichen. Das kann doch wohl jeder.

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