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„Größenwahn des US-Präsidenten“: Großes Banner mit Porträt von Donald Trump am Justizministerium

19.02.2026, USA, Washington: Passanten gehen an einem Banner mit einem Bildnis von US-Präsident Trump vorbei, das am Justizministerium hängt. Auf dem Banner steht der Schriftzug «Make America Safe Again». Foto: Allison Robbert/AP/dpa

In Washington wurde am Hauptgebäude des US-Justizministeriums (Department of Justice, DOJ) ein sehr großes Banner mit dem Porträt von US-Präsident Donald Trump und dem Schriftzug „Make America Safe Again“ angebracht, einem Slogan, den seine Regierung für ihre Politik zur Bekämpfung von illegaler Einwanderung und Gewaltverbrechen nutzt.

Das Banner hängt zwischen zwei Säulen an einer Ecke des historischen DOJ-Gebäudes und ist weithin sichtbar. Behördenvertreter erklärten, das sei Teil einer „Feier“ des bevorstehenden 250. Jahrestags der Unabhängigkeit der USA und um die Errungenschaften der Behörde bei der Verbrechensbekämpfung herauszustellen.

Dieser Schritt sorgt für starke politische Debatten in den USA, weil das Justizministerium traditionell als unabhängige Strafverfolgungsbehörde gilt, die sich nicht für parteipolitische Botschaften instrumentalisieren lassen sollte.

19.02.2026, USA, Washington: Ein Banner, das US-Präsident Donald Trump zeigt, hängt am Justizministerium. Auf dem Banner steht der Schriftzug „Make America Safe Again“. Foto: Allison Robbert/AP/dpa

Kritiker sehen den Vorfall als Symbol für eine zunehmende Politisierung der Justiz durch Trump, der damit signalisieren wolle, dass das DOJ unter seiner Führung stark von der Präsidentschaft beeinflusst wird – auch in laufenden und früheren Ermittlungen.

Beobachter und ehemalige Beamte betonen, dass eine Bundesbehörde wie das DOJ neutral und unabhängig bleiben sollte, unabhängig von der aktuellen Regierung.

– Trumps Umgang mit Bundesbehörden: Das DOJ-Banner ist nicht die erste derartige Aktion seiner Regierung: In den vergangenen Monaten wurden ähnliche Banner oder seine Namenszüge an anderen Bundesgebäuden angebracht, etwa beim Arbeits- und Landwirtschaftsministerium oder kulturellen Einrichtungen in Washington, was zusätzliche Kritik ausgelöst hat.

– Debatte über Unabhängigkeit: Während das Justizministerium behauptet, es wolle mit der Beschriftung seine Arbeit und Sicherheitspolitik unterstreichen, werfen Gegner der Regierung diesen Schachzug als Missachtung der traditionellen Trennung zwischen Politik und Strafverfolgung vor.

03.03.2023, USA, West Palm Beach: Ein Privatflugzeug im Taxi für spätere Abfahrt vom Flughafen Palm Beach International, einem Bombardier Challenger 300. Der Flughafen soll nach Donald Trump benannt werden. Foto: Shutterstock

Während das polnische Nachrichtenmagazin „Polityka“ schreibt: „Größenwahn des US-Präsidenten kennt keine Grenzen“, nicht zuletzt auch in Bezug auf den von Trump initiierten „Friedensrat“ (siehe Bericht an anderer Stelle), werden in den sozialen Medien bereits Vergleiche mit dem Personenkult in Nordkorea angestellt.

– Flughafen soll nach Trump benannt werden: Im Übrigen dürfte es nicht bei dieser Banner-Aktion bleiben, denn Donald Trump bzw. seine Unterstützer arbeiten derzeit daran, Flughäfen nach dem amtierenden US-Präsidenten zu benennen. Es gibt sogar schon gesetzliche Schritte und Markenanmeldungen in diese Richtung. So hat die Legislative des US-Bundesstaates Florida am 19. Februar 2026 mit breiter republikanischer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das den Palm Beach International Airport in „President Donald J. Trump International Airport“ umbenennen soll.

Bevor diese Umbenennung offiziell wird, müsste der Gouverneur unterschreiben und anschließend die Federal Aviation Administration (FAA) der Namensänderung zustimmen. Traditionsgemäß werden Flughäfen oder andere große Infrastrukturprojekte meist erst nach dem Tod oder langjährigem Wirken eines Präsidenten umbenannt, nicht während einer Amtszeit. (cre)

8 Antworten auf “„Größenwahn des US-Präsidenten“: Großes Banner mit Porträt von Donald Trump am Justizministerium”

  1. Hugo Egon Bernhard von Sinnen

    Es sollten sich bei nächsten Wahlen mehr Leute bewerben für das Präsidentenamt in Amerika.
    Denn ich sehe bei dem Halbtagsjob, nur Vorteile.
    Nachmittags muss ihm ziemlich langweilig sein, weil, er sich mit solchen Dingen beschäftigt.

    • Ostbelgien Direkt

      @Dax: Das ZDF hat sich längst entschuldigt. Und was das „Trump-Bashing“ betrifft, siehe Kommentar von vorhin: Trump ist nicht irgendein Provinzpolitiker, sondern der mächtigste Mann der Welt. Und was würden Sie sagen, wenn Bart De Wever oder Oliver Paasch dafür sorgen würde, dass ein großes Banner mit ihrem Porträt am Eupener Justizgebäude aufgehängt wird? Oder der Flughafen von Zaventem in „Bart-De-Wever-Airport“ umbenannt wird, noch während De Wevers Amtszeit als Premierminister? Gruß

  2. meine Heimat

    Wertes OD,
    wie wäre es, wenn sie als belgisches Presseorgan die belgischen Probleme mal etwas näher beleuchten würden statt immer und immer wieder über Trump und America zu lästern.
    Letzte Beispiele gefällig?
    Bitte schön, z.B. Gasprobleme in Mons, Orchester im belgischen Finanzministerium, …
    oder müssen etwa die Kommentatoren von jenseits der Grenze bei der Stange gehalten werden?

    • Ostbelgien Direkt

      @meine Heimat: Die beiden letzten Tage hatte OD zwei belgische Themen:
      – US-Botschafter in Belgien auf Konfrontationskurs – Bill White sucht Streit mit Regierung und Politikern
      – Die Region Brüssel hat ein Problem: Ihr Ministerpäsident spricht kaum Niederländisch.

      Ganz abgesehen davon: Donald Trump ist kein rein amerikanisches Phänomen, er hat großen Einfluss auf das gesamte Weltgeschehen, also auch auf Europa und Belgien, und das nicht zu knapp. Gruß

  3. Germano-Belgier

    „Traditionsgemäß werden Flughäfen oder andere große Infrastrukturprojekte meist erst nach dem Tod oder langjährigem Wirken eines Präsidenten umbenannt, nicht während einer Amtszeit.“
    Na dann hoffe ich mal, dass sie sich an die Tradition halten, und den Flughafen möglichst schnell umbenennen…

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