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„FANIA“: Das Hohe Venn sehen, hören und fühlen

Auf Schautafeln in drei Sprachen erfährt man Wissenswertes über das Hohe Venn.

Drei Jahre hat die Vorbereitungszeit gedauert. Jetzt ist es soweit: Am 23. März öffnet „FANIA“, die neue Dauerausstellung des Naturparks Hohes Venn-Eifel, im Naturparkzentrum Botrange ihre Pforten. Die Besucher erwartet ein ungewohnter Blick auf eine einzigartige Landschaft. Die Präsentation spricht alle Sinne an und hinterlässt unvergessliche Eindrücke.

Das beginnt bereits im ersten Raum, wo eine Deckeninstallation aus 20 verfremdeten Gießkannen dem Besucher gleich klarmacht, worum es geht: Klima und Niederschlag im Hohen Venn.

Das vergrößerte Nest eines Eichhörnchens, in dem sich Kinder tummeln können.

Das vergrößerte Nest eines Eichhörnchens, in dem sich Kinder tummeln können.

Ausstellungsmcherin Carine Taffein hat bei der Konzeption auf die Entdeckungslust der jungen Besucher gesetzt. Da müssen in den Wänden verborgene Schubladen herausgezogen oder geheimnisvolle Klappen geöffnet werden. Dahinter verbirgt sich dann interessantes Informationsmaterial, etwa zur Bodenbeschaffenheit oder zur Bewirtschaftung der Vennlandschaft.

Optisches und akustisches Ereignis

„Interaktiv“ nennt man dieses Konzept, das man auch von anderen Ausstellungen in Belgien kennt und den Besucher in einer besonderen Art und Weise mit auf die Reise durch die Exponate nimmt. Carine Taffein hat sich bei der Planung Hilfe bei Daniel Steenhaut und seinem Büro geholt. Die Museumsbauer sind bekannt für ihre unverwechselbaren Entwürfe in zahlreichen belgischen Natur- und Waldparks.

Anschaulich zeigen in Botrange Filme und Fotos das harte und karge Leben der Dorfbewohner in Xhoffraix, Sourbrodt oder Jalhay im vorigen Jahrhundert. Auch das Birkhuhn wird in der Ausstellung nicht vergessen. Der aufgeregte Balztanz der Birkhähne ist nicht nur ein optisches, sondern auch ein akustisches Erlebnis.

Barfuß die Welt erkunden. "Worauf stehe ich gerade?", lautet die Frage.

Barfuß die Welt erkunden. „Worauf stehe ich gerade?“, lautet die Frage.

Von einer aufwändig konstruierten Beobachtungsplattform lässt sich ein Blick nach draußen in die reale Vennlandschaft werfen und zugleich – fast auf Augenhöhe – Kontakt zu heimischen Vögeln aufnehmen, die an der Decke ihre Kreise ziehen.

Der „Sinnestunnel“

Höhepunkt der Schau ist das, was Carine Taffein den „Sinnestunnel“ nennt und den Abschluss der FANIA bildet. Zunächst wird der Besucher in einem mit Netzen verhängten Raum geführt und fühlt sich wie an einem mysteriösen Nebeltag im Venn.

Es folgen Räume mit den unheimlichen Geräuschen der Nacht oder den Vogelgesängen bei Sonnenaufgang. Junge Besucher können in einen Fuchsbau einsteigen und unterirdisch ein Stück weiter krabbeln oder barfuß mit verbundenen Augen über Baumrinde, Tannenzapfen, kleine Steine, Sand oder Torf gehen und den Untergrund erraten.

ULRICH KÖLSCH

Die Dauerausstellung im Naturparkzentrum Botrange ist ab 23. März täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene sechs Euro, für Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren drei Euro. Kinder unter sieben Jahre haben gratis Zutritt. Bei einem geführten Besuch ist eine Anmeldung erforderlich.

Weitere Information: www.botrange.be

 

Eine Antwort auf “„FANIA“: Das Hohe Venn sehen, hören und fühlen”

  1. Zaungast

    Durch Zufall bin ich auf diesen Artikel aus dem Jahre 2013 gestoßen.

    Die Bildunterschrift „Barfuß die Welt erkunden. Worauf stehe ich gerade?“ könnte aktueller nicht sein.

    Ob der „Sinnestunnel“ wohl auch über ein Stück von den Holzstegen angereichert wurde, die sich, wie kürzlich hier berichtet, zum Teil in einem desolaten Zustand befinden.

    Ein paar rostige Nägel ertasten, das würde doch sicher einen bleibenden Eindruck hinterlassen…

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