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„Der Erste Weltkrieg und die Menschen im Vierländerland“: Buchpräsentation im BRF

Für den Historiker Herbert Ruland ist sein neuestes Buch „ein kleines Lebenswerk“. Foto: David Hagemann, Grenz-Echo

Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum des Kriegsendes ist das neue Buch von Herbert Ruland erschienen: „Der Erste Weltkrieg und die Menschen im Vierländerland. Leben und Leiden der Bevölkerung vor, während und nach dem Krieg“.

Minutiös zusammengetragen und mit zahlreichen Dokumenten, Fotos und Karten illustriert: Es ein lebhaftes Puzzle, das einen präzisen Eindruck der Erfahrungen der Menschen in der Region zwischen Maastricht, Aachen und Eupen vermittelt. Der Autor stellt am 25. Oktober sein Buch im BRF-Funkhaus in Eupen vor.

Das Jahr 1914 brachte im belgisch-deutschen Verhältnis die Zäsur. Auch unter der Grenzbevölkerung sollte von da an nichts mehr sein, wie es früher einmal war.

Rotkreuz-Schwestern im Bahnhof Herbesthal. Foto: Sammlung Ruland

Am 11. November 1918 trat der Waffenstillstand zwischen Deutschland und der Entente in Kraft, am 28. Juni 1919 wurde der Versailler Vertrag unterzeichnet und am 20. September 1920 bestätigte der Völkerbund definitiv, dass die beiden Grenzkreise Eupen und Malmedy zukünftig zu Belgien gehören.

Für den Historiker Herbert Ruland ist sein neuestes Buch „ein kleines Lebenswerk“, wie er selber sagt. Das Lebenswerk zeigt, dass die Menschen hier in der Region vor dem großen Krieg eine gemeinsame Geschichte hatten. Es zeigt aber auch, dass seit dem Ersten Weltkrieg nichts mehr so ist, wie es einmal war.

Im Fokus des knapp 650 Seiten starken Buches stehen also die Menschen in der Region. Das wird durch zahlreiche Biografien, Ausschnitte aus Briefen und Postkarten, sowie Erfahrungsberichte betont. Das Buch „Der Erste Weltkrieg und die Menschen im Vierländerland“ von Herbert Ruland ist im GrenzEcho-Verlag erschienen.

Regionale Alltagsgeschichten

Der gebürtige Dürener Herbert Ruland leitete seit 1982 die Lehr- und Forschungsabteilung „Regionale Arbeiter-, Sozial- und Zeitgeschichte“ an der Volkshochschule der Ostkantone. Von 2007 bis 2017 war er Forschungsdozent an der Autonomen Hochschule in der DG und wissenschaftlicher Leiter von GrenzGeschichteDG.

Dr. Herbert Ruland im Juli 2014 als Leiter des Fachbereichs GrenzGeschichteDG an der Autonomen Hochschule. Foto: OD

Sein Interesse gilt seit jeher der regionalen Alltagsgeschichte. Im Mittelpunkt der Arbeit stand und steht seit Anbeginn die (euregionale) Alltagsgeschichte, die Aufarbeitung des Lebens und Leidens der einfachen Menschen im hiesigen Grenzland im 19. und 20. Jahrhundert – schwerpunktmäßig auch die Folgen der beiden Weltkriege – sowie die Nutzbarmachung dieser Erkenntnisse im Rahmen der politisch-historischen Bildung.

Von Ruland liegen zahlreiche Veröffentlichungen und auch Dokumentarfilme vor. Geplant ist die Fertigstellung eines Filmprojekts zum jüdischen Leben im Eupener Land.

Ruland vertritt die DG in diversen Gremien zur Erinnerungsarbeit, beispielsweise im War Heritage Institute und im Interföderalen Belgischen Komitee zur Erinnerung an den „Großen Krieg“.

Auf Einladung des BRF stellt Herbert Ruland sein neues Buch vor und spricht schwerpunktmäßig über das Kriegsjahr 1918, über den Waffenstillstand und über die unerwarteten Folgen für die hiesige Bevölkerung. Am Donnerstag, dem 25. Oktober, um 19 Uhr im BRF-Funkhaus in Eupen. Der Eintritt ist frei.

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