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Brasilien besiegt starke Japaner durch Tor in der Nachspielzeit 2:1

29.06.2026, USA, Houston: Der Brasilianer Casemiro jubelt nach dem ersten Tor seiner Mannschaft. Foto: Ashley Landis/AP/dpa

Wie schon bei der WM 2018 im Achtelfinale gegen Belgien ist Japan auch im Sechzehntelfinale der WM 2026 durch ein Gegentor in der Nachspielzeit ausgeschieden. Die Japaner unterlagen Brasilien 1:2.

Gabriel Martinelli hat Rekordweltmeister Brasilien vor dem schmachvollen Aus schon in der ersten K.-o.-Runde dieser Fußball-WM bewahrt. Der 25-Jährige traf im Sechzehntelfinale gegen Japan in der fünften Minute der Nachspielzeit zum 2:1 (0:1)-Endstand.

Vor dem Arsenal-Profi hatte Casemiro (56. Minute) in Houston nach einer deutlichen Leistungssteigerung zum Ausgleich getroffen. Der fünfmalige Weltmeister trifft nun am Sonntag auf den Sieger der Partie Norwegen gegen die Elfenbeinküste. Japan tritt dagegen wieder einmal vorzeitig die Heimreise an. Kaishu Sano (29.) hatte die Asiaten zunächst in Führung gebracht und vom erstmaligen Einzug in ein zweites K.-o.-Spiel bei einer WM träumen lassen.

29.06.2026, USA, Houston: Der Brasilianer Vinicius Junior (r) nimmt den Ball neben dem Japaner Kaishu Sano unter Kontrolle. Foto: Eric Gay/AP/dpa

– Brasilien wartet auf ersten WM-Titel seit 2002: Über die Favoritenrolle war vor der Partie viel geschrieben worden. Rekordweltmeister klingt nach mehr, als Brasilien momentan zu leisten vermag. Der letzte Titelgewinn liegt bereits 24 Jahre zurück, und von der damaligen Überlegenheit ist die Seleção weit entfernt. Die Abhängigkeit von ihrem eigenwilligen Offensivspieler Vinícius Júnior war den Brasilianern auch in der Gruppenphase anzumerken.

Japan hatte sich dagegen in den vergangenen Jahren den Ruf erarbeitet, als unbequemer und taktisch disziplinierter Gegner besser zu sein als in der allgemeinen Wahrnehmung.

Gegen Brasilien ordnete der japanische Trainer Hajime Moriyasu, der sich an der Seitenlinie wie gewohnt Notizen machte, zunächst Zurückhaltung an. Brasilien war in der Anfangsphase – zunächst wieder ohne den auf der Bank sitzenden Neymar – die deutlich aktivere Mannschaft und hatte durch den früheren Bundesliga-Profi Matheus Cunha und Bruno Guimarães erste halbwegs aussichtsreiche Torgelegenheiten (beide 14.). Wie der Favorit spielte Brasilien aber nicht.

– Ein folgenschwerer Fehlpass: Entsprechend unzufrieden wirkte Ancelotti an der Seitenlinie – und es sollte noch schlimmer kommen. In einer Phase, als auf dem Rasen praktisch gar nichts passierte, leistete sich Danilo einen folgenschweren Fehlpass im Mittelfeld. Sano fing den Ball ab, dribbelte mit Tempo Richtung Strafraum und traf überlegt von der Strafraumgrenze ins untere Toreck. Plötzlich waren im Stadion nur noch die japanischen Fans zu hören.

29.06.2026, USA, Houston: Der Brasilianer Casemiro (r) erzielt das erste Tor seiner Mannschaft. Foto: Eric Smith/FR171023 AP/AP/dpa

Es folgten mehrere Minuten mit allerdings zu halbherzigen Versuchen der Brasilianer, wieder ins Spiel zurückzufinden. Entweder blockte bei den Abschlüssen im Strafraum ein japanischer Spieler den Ball oder die Versuche aus der Distanz waren so schwach, dass Torwart Zion Suzuki problemlos zupacken konnte. Und Japan lauerte jetzt umso mehr auf Konter, kurz vor dem Halbzeitpfiff übernahmen die „Samurai Blue“ sogar zwischenzeitlich die Spielkontrolle.

– Brasilien erarbeitet sich den Ausgleich: Japan zu unterschätzen, wäre „völlig falsch“, hatte Brasiliens Kapitän Marquinhos vor der Partie noch gewarnt. Jetzt blieben der Seleção nur 45 Minuten, um das Aus zu verhindern – und sie versuchte es vehement. Bruno Guimarães scheiterte per Kopf an Keeper Suzuki (52.), nur wenige Sekunden später rettete der Torwart erneut in höchster Not (53.). Casemiro belohnte die Angriffsbemühungen dann mit seinem Treffer per Kopf. Vinícius Júnior traf wenig später nur den Pfosten (58.).

An den neuen Kräfteverhältnissen nach der Pause änderte sich auch im Anschluss wenig. Brasilien strahlte vor 68.777 Zuschauerinnen und Zuschauern mehr Torgefahr aus, Japan gelang nur noch selten Entlastung. Als sich alle in der Arena auf eine Verlängerung einstellten, traf Martinelli praktisch in letzter Minute. (dpa/cre)

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