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Experten: Belgien droht im Fall einer Kältewelle im Januar 2019 ein Stromengpass

Wenn die Straßenlampen abgeschaltet werden müssen... Dieses Foto entstand auf der Aachener Straße in Hauset. Foto: OD

Nach Berechnungen des Verbandes der Europäischen Stromnetz-Betreiber (ENTSO-E) könnte es bei einer Kältewelle im Januar 2019 zu einem Stromengpass in Belgien kommen. Auch einige andere Regionen in Europa bekämen Probleme, wenn‘s länger eisig kalt würde.

Wie das VRT-Portal flanderninfo.be meldet, gehen die europäischen Stromnetzbetreiber davon aus, dass das belgische Stromnetz bei anhaltenden Temperaturen unter 5 Grad bei gleichzeitiger Windstille durchaus überlastet sein könnte, bzw. dass die Kapazität der Stromversorgung auf Dauer nicht ausreichen wird.

Im Falle eines „normalen“ Winters werde kein Engpass befürchtet, so der Verband.

Foto: Shutterstock

Belgien hat für den Extremfall bereits einen Abschalt-Plan vorbereitet, in dem es lokal über das ganze Land verteilt zu Stromausfällen kommen würde. Nur energierelevante Kommunen mit hohem Industrieaufkommen sind davon ausgeschlossen. Ob das aber reicht, wenn es ganz dicke kommt?

In Belgien sind in diesen Tagen nur zwei von insgesamt sieben Kernreaktoren am Netz. Die anderen Meiler hat Kraftwerksbetreiber Engie-Electrabel wegen Unterhalts- und Reparaturarbeiten heruntergefahren. Ende Dezember soll ein dritter Reaktor wieder Elektrizität produzieren.

Inzwischen laufen laut flanderninfo.be einige nur unregelmäßig arbeitende Gaskraftwerke auf vollen Touren. Deutschland hat bereits zugesagt, bei einem Engpass in Belgien mit Stromlieferungen auszuhelfen. (cre)

45 Antworten auf “Experten: Belgien droht im Fall einer Kältewelle im Januar 2019 ein Stromengpass”

  1. Per Ministererlass die Unterhaltsarbeiten bis zum Frühjahr stoppen und die Reaktoren sofort in Betrieb nehmen. Alles andere ist unverantwortlich. Aber den Mut haben unsere Politdarsteller nicht, es muss erst das Licht ausgehen….

  2. Polarlicht

    Mir drängt sich die Frage auf, warum man die Reaktoren nicht im Sommer warten bzw sanieren kann? Wo doch schon wer weiß wie lange jeder, der es nicht mehr lesen kann weiß, dass unsere AKW’s ach so marode sind, und wir hier in Belgien verarscht, sorry verstrahlt sind.

    • DenAhlen

      Der Winter kommt aber immer so unverhofft … und wenn man eine Regierung nötigen oder sogar erpressen möchte, damit sie Sicherheitsstandarts oder Wartungspläne ausser Acht lässt, dann muss man die AKW’s im Winter runter fahren!

  3. Man muss sich die Zusammenhänge immer wieder vor Augen führen :
    https://afcn.fgov.be/fr/dossiers-dinformation/centrales-nucleaires-en-belgique/actualite/degradation-du-beton
    Das Problem ist ein künstliches! Die Betondecken in den Notfallzentralen müssen erneuert werden. Nicht dass da der Putz herunter fällt (wie sich das viele so vorstellen) sondern die Stabilität bei einem Flugzeugabsturz! ist in Frage gestellt. Damit überhaupt etwas passiert muss der Reaktor a) im Notfallbetrieb laufen und b) genau dann ein Flugzeug darauf stürzen.
    Diese Fakten werden natürlich von den Medien nicht erklärt, ein Sturm im Wasserglas bringt ja keine Klicks und auch keine politische Aufmerksamkeit. Also werden eigentlich voll funktionstüchtige Anlagen abgeschaltet um ein imaginäres Risiko zu minimiere – wobei man dabei ganz reale Risiken eines Blackout in Kauf nimmt. Wir leben in einer total hysterischen wohlstandsverwahrlosten Öko-Blase und man kann nur wünschen dass die bald platzt damit (vielleicht) wieder Vernunft einkehrt.

    • DenAhlen

      Aber das sind nunmal die geltenden Standards! Wir bezahlen schlussendlich diese Massnahmen und auch die steigenden Preise, weil das jetzt, zum ungünstigsten Zeitpunkt gemacht wird. Danke dafür und jetzt sollen die sich in Ordnung bringen und sich nicht noch als Opfer darstellen! Wenn wir anfangen die Sinnhaftigkeit dieser Massnahmen in Frage zu stellen, dann sollte man auch die technischen Kontrollen, die Hygiene und die Sicherheitsvorkehrungen in anderen Bereichen diskutieren. Damit fangen wir nicht an und schonmal garnicht bei einem AKW! Die fahren jeden Tag eine Million Euro Gewinn pro Reaktor ein, da kann man verlangen, dass diese Standards eingehalten werden!

      • Die „Opfer“ lieber Ahlen sind nicht die Betreibern im schlimmsten Falle schreiben die die Verluste ab, ärgerlich aber mehr nicht. Die wirklichen Opfer sind z.B. die Mensche in Belgien die bei einem Blackout geplante Operationen verschieben müssen oder technisch arbeitslos werden und finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Nochmals, eine solche wichtige Anlage wegen eines super hypothetischen Risikos im Winter abschalten ist kriminell gegenüber der Bevölkerung.

      • Zahlen sind relativ. Nach einer Intialinvestition von 7,5 Milliarden entspricht ein Gewinn von 1 Million pro Tag einer Rendite von 5%. Bei heutigen Zinssätzen interessant, aber für keinen Unternehmer berauschend.

        Mögliche Fehler bei der Gewinnberechnung:
        – Tendenziell könnten die Anlagen schneller (d.h. gewinnmindernd) als die (anzunehmenden) 60 Jahre abgeschrieben werden. Welches AKW hat schon 60 Jahre rum (bzw. kann diese in Westeuropa noch erreichen).
        – Haftungsrückstellungen (auch gewinnmindernd) sind in der Kalkulation berücksichtigt. Diese sind zwar hoch, würden aber im Ernstfall nie reichen (ausserdem lässt sich der Ernstfall schwierig mit Geld aufarbeiten). „Angemessene“ Rückstellungen würden den Gewinn sehr viel mehr mindern.
        Da (in Westeuropa) diese Rückstellungen nicht benötigt wurden (bisher), wurde im Rahmen des deutschen Atomausstiegs vereinbart, dass der Staat die Haftung übernimmt und die Betreiber die Rückstellungen einbehalten (begründet als Entschädigung durch verkürzte Nutzungsdauer und als Investitionsbetrag in alternative Energieproduktion).

        „Millionen“ klingen in diesem Kontext nicht besser als die „billions and billions and billions“ Mr. Trumps.

        • Walter Keutgen

          Die initiale Abschreibung muss in Belgien auf weniger als 60 Jahren berechnet gewesen sein. Wir sprechen hier von 40 Jahren (1975-2015) geplanter Nutzungsdauer an die eine Verlängerung angeschlossen wird.

  4. Neben der Problematik einer sträflich vernachlässigten Energiepolitik durch einen irrsinniger Glauben an viel zu kurz angelegte Zukunftssicherung durch andere Energieträger, kommt es hier wie letztendlich zu erwarten war, zu Machtspielchen in Bezug auf Vorkehrungen und Verpflichtungen des Nuklearausstiegs zwischen „Engie“ Electrabel und unseren übergeordneten „Planungsinstanzen“

    Es war ein Fehler, in so kurzer Zeit einen kompletten Ausstieg aus der Kernenergie anzustreben.

    Das ganze Ausmaß dieses übereilte Ausstiegszenario wird deutlich wenn man sich vor Augen führt, das unsere Nachbarn bei dem wir uns ja eine Prise Strome ausborgen wollen selbst nach Importlösungen sucht. Die „Grande Nation“ kommt schon einige Jahre nicht ohne deutsche Stromimporte aus.

    Wer kommt dann wohl als Exporteur noch in Frage, wenn wir mal außer Acht lassen das dann so oder so dieses dann aus anderswo stehenden Nuklearmeilern produzierte Zeug, über eine bisher nicht bestehende Infrastruktur, über weite Strecken transportiert werden muss.

    Der große Knall kommt noch. Das was wir derzeit durchspielen sind nur die Vorboten einer allzu überhastet angelegten Kehrtwende.

    • DenAhlen

      Es wurde vor über 15 Jahren beschlossen keine neuen AKW Anlagen mehr in Belgien zu bauen (und das Gesetz wurde seither nicht verändert) und auch die Verlängerung der Laufzeit war an Bedingungen geknüpft . Es soll jetzt keiner mir erzählen, dass 15 Jahre zu schnell ist! Da ein AKW ausser Frage stand, kamen nur andere Kraftwerk als Ersatz in Frage und diese hätte man problemlos in den letzten 15 Jahren bauen können! Man hat es aber ganz bewusst nicht getan, denn die AKW Betreiber spielen mit ihrer Monopolstellung! Gaskraftwerke (oder andere) werfen nicht den gleichen Gewinn ab wie ein AKW! Die Betreiber der AKW wollte Belgien genau in diese Situation bringen um dann die Regierung zu zwingen einzulenken! Die Regierung war blind und hat immer nur bis zum Ende der Legislaturperiode gedacht. Wenn die jetzt nachgibt, dann haben die AKW Betreiber gewonnen und dann machen die AKW Betreiber weiterhin genau was ihnen passt und setzen somit unsere demokratische Entscheidung ausser Kraft!

      • So einfach ist es nun wieder nicht. Wenn man den AKW Betreibern sagt, dass ihre Kraftwerke in einigen Jahren abgeschaltet werden müssen, so ist doch sonnenklar das diese privaten Betreiber keine Milliarden mehr in diese Kraftwerke (oder neue dieses Typs) investieren.
        Gaswerke sind an sich nicht rentabel, da der Strom zu teuer ist und man ja ausserdem den erneuerbaren Energien Vorfahrt gewährt. Gaskraftwerke würden also so oder so nur als „Nothilfe“ gebraucht, mit dieser Aussicht investiert kein vernünftiger Mensch.
        Inzwischen sagt man auch schon den Kohlekraftwerken voraus dass sie in naher Zukunft nur noch rote Zahlen schreiben werden, sei es durch die Auflagen, durch die CO2 Steuern oder einfach durch die Konkurrenz der EE.
        Die Politik hat durch ihre Entscheidungen die Schuld an dieser Situation, nicht die privaten Kraftwerksbetreiber.

        • Und jetzt halt dich fest: die belgische Regierung setzt seitdem und immernoch auf Gaskraftwerke weil es gerade mit Gaskraftwerken möglich ist, den erneuerbaren Energien die Vorfahrt zu gewähren und viel weniger Feinstaub produziert wird. Ein Kraftwerk kann nicht mehr als Strom produzieren. Wenn Politiker Entschuldigen fällen, die dazu führen, daß kein Gewinn gemacht werden kann, dann ist die Politik schuld, nicht die Technik…

        • Walter Keutgen

          Was außer Acht gelassen wird: Die von der EU und damit von Deutschland und Großbritannien vorgeschriebene Liberalisierung. Zuvor war die Stromlieferanten quasi Monopolisten, deren Preise das Wirtschaftsministerium kontrollierte. Schon 1970 gab es Gaskraftwerke (mit nur einer Stufe), die insgesamt nur ein paar Tage im Jahr funktionierten. Deren schlechter Wirkungsgrad war wurscht, aber die können ganz schnell anspringen und Verbrauchsspitzen oder Pannen andernorts abfangen. Damals wurde der Kraftwerksplan als ganzer geplant. Heute ist die Stromproduktion liberalisiert; jeder Produzent muss jetzt sehen, keine unrentablen Anlagen zu besitzen. Die Zulassungsbedingungen werden immer schwerer und ab 2050 soll doch 0 CO2 ausgestoßen werden.

          • „…und ab 2050 soll doch 0 CO2 ausgestoßen werden“
            Und genau das ist auch mit Gaskraftwerken möglich (zumindest auf dem Papier). In der wallonischen Energieversorgung soll Erdgas nur eine Zwischenlösung sein. Bis 2050 soll Erdgas durch Biogas und Syngas ersetzt werden. Auf dem Papier ist das alles möglich, das Energiepotential ist da! Aber das Geld ist, wie immer, „der Nerf des Krieges“. Das Alles darf gleichzeitig natürlich nichts kosten …

  5. Braucht eine Zapfanlage Strom? Ausschließlicher Verzehr von Flaschenbieren, wäre auf Dauer wirklich bitter. Ansonsten leg ich eine Kabeltrommel rüber nach Köpfchen, in D ist ja Strom. Also kein Grund zur Panik.

  6. Pumpernickel

    Belgien blamiert sich wieder mal bis ins letzte Dorf im afrikanischen Busch. In Belgien funktioniert überhaupt nichts mehr. In den Statistiken sind wir immer an erster Stelle: nämlich bei allem, was nicht geht. Und das Wenige, das funktoniert, das funktioniert nicht dank der 52 Minister, sondern TROTZ dieser Ministerschar.

  7. Belgien sollte als erstes mal die gesamte Festtagsbeleuchtung auf belgischen Autobahnen ausschalten oder sehr drastisch reduzieren….geht auf keine Kuhhaut drauf was da an Strom verpulvert wird nur damit man ja was beim fahren sieht. In D geht’s auch ohne Beleuchtung, warum denn nicht in B ? Ua wer bezahlt denn den Strom dafür ? Der Staat ? Die Gemeinden entlang der Autobahn ? Oder doch wieder mal die Bürger?

    • Auweia kann man da nur sagen…
      Die Anschlußleistung der Autobahnbeleuchtung beträgt nur 65 MW. Der Belgische Lastgang Nachts liegt so bei 7.000 MW. Was bringen da 65 MW mehr oder weniger?? Die Wallonie verbrauchte 105 GWh / anno für die Autobahnbeleuchtung das entspricht der Produktion eines Kernkraftwerks über 4 Tage! Also nichts!
      Gerade die Leute die nicht verstehen wie die physikalischen Verhältnisse sind (Leistung, Arbeit…) meinen wenn sie beim Kacken das Licht ausmachen sie würden Geld sparen. Die Autobahnbeleuchtung in Belgien ist eine tolle Sache und kostet nicht mehr als den Strom eines Reaktors während 4 Tage / Jahr! Da fallen mir ganz andere Sachen ein wo ich das Licht ausknipsen würde um richtig Geld zu sparen…..

      • Ihre Zahlen zeigen, dass der Stomverbrauch immer um ein Prozent des GESAMTEN Stromverbrauchs Belgiens liegt. Das ist immerhin 1 Prozent! Und hinzu kommen noch die Wartungskosten! Eine einzige Strassenlampe kostet (Verbrauch und Wartung) jährlich rund 70 €! Das sind Kosten die wir alle, über Steuern, zahlen müssen!

  8. Ekel Alfred

    @ Dax, die Herstellung der Autobahnbeleuchtung, die Verlegung der Kabel entlang der Autobahn u.a. haben also NICHTS gekostet….rechtfertigen Sie dies auch mit Arbeitsplatzbeschaffungsmassnahmen?….die Beleuchtung an Autobahnausfahrten genügt vollkommen….in anderen EU-Staaten haben wir das auch so….

    • Die Infrastruktur ist nun einmal da, und die wird nicht billiger wenn man das Licht ausschaltet. Ist wie bei Ihnen zu Hause, alle Kabel, Sicherungen, Lampen, Schalter… sind bezahlt auch wenn Sie das Licht ausschalten…..

      • Und sie lassen natürlich auch zu Hause alles Lampen die Nacht durch brennen, denn die Leitungen sind ja bezahlt. Lassen Sie die Türen und Fenster auch offen stehen? Die Türen und Fenster sind ja schliesslich bezahlt, oder?

  9. Walter Keutgen

    Insider, Ironie unnütz. Dax erklärt nur Ekel Alfred, dass durch Ausschalten der Autobahnbeleuchtung der Staat die Installationskosten nicht zurückerhält. Fas mit der Autobahnbeleuchtung hätte man sich vor fünfzig Jahren überlegen sollen.

    • „die Installationskosten nicht zurückerhält“ Stellen sich nur mal vor, sie bekommen nirgendwo die Installationskosten zurück! Komisch, dass man darauf hinweisen muss. Dennoch muss Alles gewartet werden und hat einen Verbrauch und DA kann man sehr wohl Millionen sparen! Wie schon oben erwähnt kostet das (bei einer Gemeinde, die bei ORES angeschlossen ist) 70 € pro „Leuchtkörper“. Diese Infos kommen aus dem Jahresbericht von ORES und das wird den Gemeinden in Rechnung gestellt! Auf den Autobahnen ist das auch nicht umsonst, auch wenn da die Kosten natürlich anders sein können. (4 Leuchtkörper pro Mast, Sicherheitsmassnahmen wenn daran gearbeitet wird … )

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