Gesellschaft

Bei Vergewaltigung wird fast jeder zweite Fall zu den Akten gelegt

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Rund die Hälfte aller Anzeigen wegen angeblicher sexueller Vergewaltigung wird in Belgien zu den Akten gelegt. Dies meldete die flämische Tageszeitung „Het Laatste Nieuws“. Sie berief sich dabei auf Angaben aus dem föderalen Justizministerium. Zudem sprechen die Gerichte immer weniger Urteile gegen mutmaßliche Vergewaltiger aus. Meistens läuft alles ins Leere – zu Lasten der Opfer, die zum Teil schwere körperliche und psychische Schäden erleiden, die ungesühnt bleiben.

Die meisten Freisprüche erfolgen aus Mangel an Beweisen für eine angezeigte Vergewaltigung. Oft kommt es erst gar nicht zu einer Anzeige, weil das vermeintliche Opfer entweder Angst hat oder sich schämt. Bei sexueller Gewalt in der Ehe ist dies noch häufiger als sonst der Fall.

Oft sei die Hemmschwelle für Opfer von sexueller Gewalt zu hoch, stellte die liberale flämische Kammerabgeordnete Nele Lijnen (Open VLD) in einem Gespräch mit der VRT fest:

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Zu einem Urteil kommt es bei vielen Fällen von vermeintlicher Vergewaltigung erst gar nicht, denn die Ermittlungen werden vorher eingestellt, oder der Täter wird mangels Beweisen freigesprochen. Foto: Shutterstock

„Es ist wichtig, sofort nach einer Vergewaltigung Anzeige zu erstatten, um ausreichend Beweismaterial sammeln zu können. Deshalb glaube ich, dass wir in multi-disziplinäre Zentren in allen Provinzen investieren müssen, in denen die Opfer alles unter einem Dach finden können und in denen sie auf allen Ebenen begleitet werden, und zwar sowohl auf medizinischer Ebene als auch auf polizeilicher und juristischer Ebene“, so Lijnen.

Dass fast die Hälfte der Fälle von angezeigter Vergewaltigung zu den Akten gelegt wird, hat nicht nur mit einem Mangel an Beweisen zu tun. Für Danièle Zucker, juristische Sachverständige in Fragen zu sexueller Gewalt, ist auch eine vorherrschende Mentalität bei Polizei und Justiz das Problem: „Polizei und Richter wissen oft nicht, ob sie den Opfern glauben können. Sie gehen zu oft davon aus, dass das vermeintliche Opfer die Geschichte nur erfunden hat.“

Auch kommt vor, dass Frauen, die behaupten, Opfer eine Vergewaltigung geworden zu sein, von den Ermittlern bisweilen sogar als zum Teil mitverantwortlich betrachtet werden, beispielsweise wenn sich herausstellt, dass sie zum Zeitpunkt der Tat einen kurzen Rock, eine enge Bluse oder anzügliche Kleidungsstücke getragen haben, die den Täter in besonderem Maße „gereizt“ haben könnten. So wird ein Opfer beinahe zum Mittäter gemacht, und sei es nur unbewusst.

Bei sexuellem Missbrauch finden die Taten in den allermeisten Fällen hinter verschlossenen Türen statt, ohne jeglichen Anhaltspunkt, geschweige denn Beweis. (flanderninfo.be/cre)

  1. Solange es auf diesem Stern ein Säugetier mit dem Namen Mensch gibt wird es diese Art der Agression geben. Es wäre an der Zeit den Aspekt der Gleichberechtigung einmal zu beleuchten ohne den durch den Gesetzgeber eingeführten Verhaltenskodex. Wir wären auch heute wieder ganz schnell in der Steinzeit ohne die angelegten Ketten.
    Der Mensch ist und bleibt ein Tier in vielerlei Hinsicht.
    Jetzt bleibt nur zu hoffen das jeder begreift was ich damit sagen wollte.

  2. Jeder vernünftig denkende Mensch findet Abscheu und Ekel für einen Vergewaltiger.
    Die Frage bleibt trotzdem: was ist eine Vergewaltigung ?
    Eine andere Frage bleibt ebenfalls: wie kann man beweisen, dass man, wenn man beschuldigt wird, unschuldig ist ?
    Beide Seiten müssen Recht bekommen, und das ist sehr schwierig.

  3. Wenn es nach der katholischen Kirche geht, gibt es, wenn man nur das Resultat betrachtet, so etwas wie Vergewaltigung überhaupt nicht. Auch ein Geschlechtsverkehr gegen den Willen der Frau, dient somit nur dem Schutz und der Erhaltung der Menschheit… Kardinal Meisner am 8. Mai 2013: „Was einer vergewaltigten Frau widerfährt, ist sehr schlimm. Aber die Kirche muss auch Partei für das Kind ergreifen. Es ist der schwächste und unschuldigste Beteiligte in dieser Problemlage. Ich habe damals erstens gesagt: Der Schutz eines Menschenlebens gilt uneingeschränkt und von der Zeugung an. Zweitens bin ich mir bewusst, dass dies in geradezu schwerste Entscheidungssituationen führt. Deshalb ist drittens ärztlicherseits darauf hinzuweisen, dass eine Abtreibung auch in diesem Falle in einem katholischen Krankenhaus nicht möglich ist.“

    siehe auch: http://www.kath.net/news/41220

    • Deswegen sollten all diese Vergewaltigten spätestens kurz vor ihrem nahenden Tod per Verfügung aus diesem Club austreten. Kein karholisches Begräbnis ! Spätestens wenn Sie verstorben sind, brauchen Sie die allein selig machende katholische Kirche nicht mehr !

  4. Waffen sind ein Mittel der Gleichberechtigung. Damit würde die geringere Körperkraft von Frauen kompensiert.
    Frauen mussen es erlauben sein , sich gegen einen Mann, der sie vergewaltigen will, auch unter Einsatz von Waffen zu verteidigen.
    Ich plädiere darum für die Freiheit eine Waffe zu besitzen und für den Bürgern die Freiheit, Waffen zu tragen um sich selbst gegen Gewalt zu schützen.“

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