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Eltern von vegan ernährtem Baby in Australien verurteilt – Kind war unterentwickelt – Ähnlicher Fall 2017 in Belgien

Ein Kleinkind wird vegan ernährt. Illustrationsfoto: Shutterstock

Kein Fleisch, keine Eier, keine Kuhmilch: Ein Elternpaar, das seine kleine Tochter streng vegan ernährt hat, ist in Australien  verurteilt worden. Es ist ein ähnlicher Fall wie der, der 2017 vor einem Gericht in Dendermonde (Belgien) verhandelt wurde.

Das Mädchen hatte dem Urteil zufolge mit anderthalb Jahren den Entwicklungsstand eines normalen Kleinkinds im Alter von drei Monaten. Die Eltern wurden am Donnerstag in Sydney zu je 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Um eine Gefängnisstrafe kamen die 33-jährige Mutter und der 35-jährige Vater herum.

Die beiden hatten ihr Baby in den ersten 19 Monaten strikt ohne Lebensmittel ernährt, die von Tieren stammen. Das Mädchen bekam Obst, Haferflocken, Kartoffeln, Reis, Tofu, Brot, Erdnussbutter und Reismilch. Als kleinen Snack zwischendurch erhielt es Rosinen.

Verschiedene vegane und vegetarische Fleischersatzprodukte liegen verpackt auf dem Tisch. Foto: Andreas Arnold/dpa

Die Eltern verzichteten auch darauf, es impfen zu lassen. Mit anderthalb Jahren hatte es noch keine Zähne und wog nicht einmal fünf Kilogramm. Zudem litt es unter viel zu dünnen Knochen.

Der Fall wurde erst bekannt, als das kleine Mädchen mit Krämpfen ins Krankenhaus musste. Im Prozess hatten sich Mutter und Vater schuldig bekannt, das Kind vernachlässigt und in Gefahr gebracht zu haben. Als Höchststrafe wären fünf Jahre Haft möglich gewesen. Bei der Bekanntgabe des Urteils schluchzten beide. Das Kind – inzwischen drei – ist jetzt in der Obhut einer Tante. Die leiblichen Eltern dürfen es regelmäßig besuchen.

Die australische Richterin Sarah Huggett sagte, die Ernährung des Kindes sei „völlig unangemessen“ gewesen. „Es liegt in der Verantwortung aller Eltern dafür zu sorgen, dass die Ernährung ihrer Kinder ausgewogen ist und ausreichend Nährstoffe enthält, um richtig zu wachsen.“ Inzwischen hat sich das Kind erholt. Es legte auch stark an Gewicht zu. Die Pflegemutter sagte im Prozess: „Es ist, als ob ihr Körper Kalorien speichert – für den Fall, dass sie sie in Zukunft noch einmal braucht.“

„Vegan“ ist auf der Glastür eines Kühlregals mit veganen Produkten in einem Biosupermarkt zu lesen. Foto: Daniel Karmann/dpa

Fälle von mangelernährten, vegan aufgezogenen Kleinkindern gab es auch schon in Europa. 2017 war ein Elternpaar in Belgien für den Tod seines mangelernährten, sieben Monate alten Babys schuldig gesprochen worden. Die Eltern fütterten ihr Kind nach Problemen mit dem Stillen monatelang nur mit Flüssigkeit aus Reis, Hafer, Quinoa und Buchweizen, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Ein Gericht in Dendermonde verurteilte sie zu sechs Monaten Haft auf Bewährung.

Auch in Deutschland kann Vernachlässigung von Kindern – wie mangelnde Hygiene oder Mangelernährung – ein Straftatbestand sein. So wurden etwa Veganer aus Bad Driburg (Nordrhein-Westfalen) im Jahr 2004 nach dem Tod ihres kleinen Sohnes wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Das unterernährte Kind war an einer Lungenentzündung erkrankt, einen Arztbesuch hatten die Eltern verweigert. (dpa)

5 Antworten auf “Eltern von vegan ernährtem Baby in Australien verurteilt – Kind war unterentwickelt – Ähnlicher Fall 2017 in Belgien”

  1. treesche

    Es ist einfach nur traurig wie Babys für eine Ideologie missbraucht
    werden . Auf Instagram gibt es schwangere Mütter, die sich damit brüsten, sich in der Schwangerschaft vegan zu ernähren.

  2. Vereidiger

    So geht das, wenn Eltern fanatisch ihre abstrusen Überzeugungen an ihren Kindern verwirklichen wollen.

    Vorsicht ist geboten, wenn Leute sich sektenähnlich in verschwörungstheoretischer Umnachtung einigeln!

  3. Pensionierter Bauer

    Ob nun Veganer, Biofanatiker, Klimawahnsinnige, Gesundheitsfanatiker oder die als Seenotretter getarnten Schlepperbanden auf dem Mittelmeer, alle unterwerfen sich der Gutmenschenkirche.

  4. Guido Scholzen

    hätte mal gerne gretas meinung darüber gewusst.
    fleischkonsum ist schlecht fürs klima, und kinder sowieso. immer der gleichen stuss. hier kommt beides zusammen.
    immer die gleichen grünen fake-news, die dazu führen, dass menschen falsch handeln.
    diese eltern haben deshalb so ein verhalten, weil die ideologischen dogmatiker wert darauf legen, dass solche ideen allgemeingut werden. auf teufel komm‘ raus.
    und das ergebnis ist sichtbar: zuerst wird die erziehung in den schulen vernachlässigt, und jetzt ist auch schon die säuglingserziehung betroffen. was kommt noch? Abtreibung aus Klimaschutzgründen?

    https://utopia.de/kinderfrei-umwelt-verena-brunschweiger-129503/

    wie steht schon in der bibel über kinderschutz: „Wer aber einen dieser Kleinen zum Bösen verführt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist. Weh der Welt der Verführungen wegen! Es müssen ja Verführungen kommen; doch weh dem Menschen, der zum Bösen verführt!“

    das wahre problem: dieser planet verkraftet keine 7 milliarden klimaschützer!

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