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Lütticher Tram ist noch nicht richtig angekommen – 48 Unfälle seit der Inbetriebnahme vor elf Monaten

25.04.2025, Belgien, Lüttich: Ein erheblicher Teil der Tram-Unfälle in Lüttich sind Zusammenstöße mit Fußgängern oder Autos, häufig beim Überqueren der Gleise. Foto: Belga

Am Mittwoch ist es in Lüttich erneut zu einem Unfall mit der neuen Straßenbahn gekommen. Nach Angaben von Polizei und Rettungsdiensten kollidierte im Bereich der Esplanade Simone Veil in der Nähe des TGV-Bahnhofs Liège-Guillemins ein Linienbus mit einer Tram.

Durch die Wucht des Zusammenstoßes entgleiste das Straßenbahnfahrzeug teilweise. Insgesamt 21 Menschen wurden verletzt, darunter beide Fahrer der beteiligten Fahrzeuge. Die meisten Verletzten erlitten leichte Blessuren, zwei Personen mussten mit mittelschweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden. Lebensgefahr bestand nach ersten Informationen nicht.

Der Straßenbahnverkehr musste im betroffenen Abschnitt vorübergehend eingestellt werden, während Polizei und Verkehrsbetrieb den Unfallhergang untersuchten.

Die Lütticher Tram mit dem TGV-Bahnhof Liège-Guillemins im Hintergrund. Foto: picture alliance / dpa

Der Vorfall gehört zu den bislang schwereren Unfällen seit der Einführung der neuen Straßenbahn in Lüttich. Die moderne Tramlinie wurde am 28. April 2025 offiziell eröffnet und wird vom regionalen Verkehrsbetrieb TEC Liège‑Verviers betrieben. Sie verbindet wichtige Stadtteile und gilt als eines der größten Verkehrsprojekte der Stadt seit Jahrzehnten. Schon kurz nach der Inbetriebnahme zeigte sich jedoch, dass sich der übrige Verkehr zunächst an das neue Verkehrsmittel gewöhnen musste.

Bereits in den ersten Monaten des Betriebs wurden mehrere Zwischenfälle registriert. Ein erheblicher Teil davon betraf Zusammenstöße mit Fußgängern oder Autos, häufig beim Überqueren der Gleise oder beim Abbiegen an Kreuzungen. Der von Mittwoch ist nach Angaben der Tageszeitung „La Dernière Heure“ der 48. Unfall seit der Inbetriebnahme der Straßenbahn vor elf Monaten.

Verkehrsexperten weisen darauf hin, dass eine erhöhte Unfallzahl in der Anfangsphase neuer Straßenbahnsysteme nicht ungewöhnlich ist. Wenn ein Verkehrsmittel nach Jahrzehnten wieder in eine Stadt eingeführt wird, müssen sich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger erst an neue Verkehrsregeln, Gleisführungen und Vorrangregeln gewöhnen. Auch in Lüttich wurde mit der Einführung der Tram das gesamte Verkehrssystem im Zentrum teilweise neu organisiert.

Der Betreiber und die Stadtverwaltung betonen daher, dass weiterhin Aufklärungsarbeit und Anpassungen im Straßenraum notwendig seien. Ziel ist es, die Zahl der Zwischenfälle in den kommenden Jahren deutlich zu senken, sobald sich der Verkehr vollständig an die Präsenz der neuen Straßenbahn gewöhnt hat. (cre)

25 Antworten auf “Lütticher Tram ist noch nicht richtig angekommen – 48 Unfälle seit der Inbetriebnahme vor elf Monaten”

  1. Hugo Egon Bernhard von Sinnen

    Meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass es nicht unbedingt Leute sein müssen, die jeden Tag diese Traum steuern. Sondern die Busfahrer abwechselnd das Gerät bedienen.
    Wenn dem immer noch so ist, liegt der Fehler bei der Tec selbst.
    Denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
    Selbst der beste Busfahrer, muss komplett umdenken, wenn er die Tram steuert und es könnte zu schnell zu Bedienungsfehlern führen, wenn er tags zuvor, oder am gleichen Tag noch mit einem Bus gefahren hat, den er seit Jahren gewohnt ist zu steuern.
    Das Unfallrisiko würde zwar durch feste Fahrer auf der Tram nicht vermieden, aber bestimmt in einigen Fällen verringert.

    Welcher Fahrer würde wohl zugeben, dass es daran gelegen hatte, einen Bedienungsfehler gemacht zu haben, weil er in Gedanken gewesen ist und die Bedienung eines normalen Autobus, reflexartig ,vor einem Unfall im Kopf hatte.
    Sollten doch immer die gleichen die Tram steuern, möchte ich nicht geschrieben haben.

  2. Eifelpendler

    Hallo Herr Cremer,
    Ich weiss nicht, ob Sie den Artikel komplett selbst verfasst oder Teile davon übernommen haben, aber er enthält einen Fehler: egal auf welcher Karte man nachsteht, die Trasse läuft weitgehend parallel zur Maas, und die fliesst in Lüttich von Süden nach Norden, nicht von Ost nach West oder umgekehrt

    • Ostbelgien Direkt

      @Eifelpendler: Man findet in den Texten von Zeitungen und Agenturen beide Bezeichnungen. Es stimmt aber, dass der Verlauf der Tram-Trasse von Süden nach Norden richtiger ist als von Ost nach West. In Netzplänen oder Präsentationen wird die Strecke häufig horizontal dargestellt, um sie verständlicher zu machen. Dadurch entsteht leicht der Eindruck einer Ost-West-Linie, obwohl die reale Geografie eher süd-nordorientiert ist. Gruß

  3. Natürlich ist das Fahrpersonal der TEC bestens geschult (ich habe profunde Kenntnisse der inneren Betriebs- und Schulungsabläufe im Eupener, Kelmiser und Lütticher Bereich) und etliche aus der Zunft der Fahrerinnen und Fahrer haben sehr intensive Schulungen auf beiden Betriebssystemen (Tram und Bus) erhalten.

    Das Problem sind Leute wie „Hugo Egon Bernhard von Sinnen“ hinterm Steuer des Individualverkehrs, von denen es anscheinend sehr viele zu geben scheint in und um Lüttich.

    Regt Euch nicht weiter auf und fahrt vorsichtig in der Wallonie. Es könnte ja sein, daß der Typ mal Eure Wege kreuzt …

    • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

      # ihre…. profunde Kenntnisse…
      , liegen eher in der primitiven Art der Zugehörigkeit ihrer Sorte, die gerne das Thema wechselt, obwohl sie lieber zu einer anderen Themenseiten, auf meine heutigen Kommentare reagiert hätten.
      Deshalb wollte ich eigentlich, nur kurz
      《 Danke 》 schreiben , weil sie hiermit verdeutlichen, dass ihnen die Gegenargumente fehlen und glauben deshalb wieder ihren Erguss gegen meine Person veröffentlichen zu müssen.

      Und ganz nebenbei, liegt zwischen der Theorie (und das praktischen Verhaltens des Fahrers, in manchen Situationen), eine Welt, von der sie nichts verstehen.
      Die aber auch, mit nicht zugeben, oder doch zugeben wollen, zusammenhängt.

      Auch wenn sie diese Seite eigentlich überhaupt nicht interessiert hatte, war es doch eine Freude, dass sie mir wieder nachgedackelt sind.

      Meine Empfehlung: Geben Sie sich jetzt als 《ja ja》 Busfahrer aus, der hier einen Kommentar schreibt, um zumindest ihre Sorte, aus ihrer Peinlichkeit zu ziehen.

        • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

          #PvD/ Da sie mal einer an.
          Jetzt drohen sie auch noch mit Gewalt.
          Dann wollen wir mal nicht hoffen, dass sie deswegen Schwierigkeiten mit den Behörden bekommen.
          Wenn sie aber in diesem Bereich der Gewaltausübung, den Behörden noch nicht bekannt sind, (haben sie zu ihrer Beruhigung) wahrscheinlich nichts zu befürchten.

        • meine mal irgendwo gelesen zu haben, das Prügel nicht der rechte Weg sein soll….Schläge auf Hohlbirnen erzeugen nur lästige Laute,die einen noch mehr nerven. Dann lieber undefinierbaren Stuss hier von einem Clown?? lesen…

  4. Peter Müller

    Aber es gibt immer wieder Leute die meinen sie müssten vor der Bahn noch die Strasse oder Gleise überqueren. Wenn das so ist, das die Bahn bei uns immer Vorfahrt hat, dann liegt die Schuld beim Busfahrer !.

  5. JoKrings

    Wie, die Tram ist immer noch nicht von der ersten Station an der Endstation angekommen? Nach fast einem Jahr die paar Kilometer nocht nicht geschafft? Hoffentlich wurden die Insassen gut versorgt, die Armen… Oder wie soll ich dieses komischen „angekommen“ deuten? :-)))

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