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Tausende Menschen demonstrieren in Schottland für die Unabhängigkeit

02.11.2019, Großbritannien, Glasgow: Eine Teilnehmerin einer Demonstration hält ein Schild mit der Aufschrift: „Independence is normal“. In Glasgow haben Tausende Schotten für eine Unabhängigkeit von Großbritannien demonstriert. Foto: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

In Glasgow haben Tausende Schotten für eine Unabhängigkeit von Großbritannien demonstriert. An dem „Marsch für die Unabhängigkeit“ beteiligten sich am Samstag nach Angaben der Veranstalter etwa 20.000 Menschen, viele schwenkten schottische Fahnen.

Erstmals seit fünf Jahren trat Regierungschefin Nicola Sturgeon bei einer solchen Kundgebung auf.

Sturgeon warnte, ein Sieg der Konservativen Partei des britischen Premierministers Boris Johnson bei der Parlamentswahl am 12. Dezember bedeute, dass „Schottland gegen seinen Willen aus der europäischen Staatenfamilie gerissen wird“. „Die viel bessere Alternative ist, die Zukunft in unsere eigenen Hände zu nehmen und ein unabhängiges Land zu werden“, rief Sturgeon.

Bereits am Vormittag hatte sie einen Beitrag auf der Internetseite ihrer Scottish National Party (SNP) veröffentlicht. Darin betonte Sturgeon: „Ein unabhängiges Schottland ist so nah wie nie zuvor. Es ist wirklich in Reichweite.“

02.11.2019, Großbritannien, Glasgow: Nicola Sturgeon, Premierminister von Schottland, winkt Demonstranten zu, die für die Unabhängigkeit von Großbritannien in Glasgow auf die Straße gegangen sind. Foto: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Sturgeon hatte am Freitag angekündigt, noch vor Weihnachten in London ein neues Unabhängigkeitsreferendum zu beantragen. Am Rande der Veranstaltung demonstrierten einige Menschen mit britischen Fahnen für einen Verbleib im Vereinigten Königreich.

Labour-Chef Jeremy Corbyn wies allerdings Aussagen Sturgeons zurück, wonach seine Sozialdemokraten im Falle eines Wahlsieges einem schottischen Referendum nicht im Wege stehen würden. Eine Volksabstimmung sei „weder notwendig noch wünschenswert“, sagte er.

In einem ersten Unabhängigkeitsreferendum 2014 hatten 55 Prozent gegen eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich gestimmt. Bei der Brexit-Abstimmung 2016 sprach sich aber eine deutlichere Mehrheit der Schotten (62 Prozent) für einen Verbleib in der EU aus. Daraufhin wurden Rufe nach einem neuen Unabhängigkeitsvotum laut. Dafür ist aber die Zustimmung der Regierung in London notwendig. (dpa)

15 Antworten auf “Tausende Menschen demonstrieren in Schottland für die Unabhängigkeit”

  1. Baudimont

    Unabhängigkeit ist notwendig, die Unabhängigkeit des Menschen ist das höchste gut, ist von unschätzbarem Wert. Damit kann der Mensch die Vernunfttätigkeit gut oder schlecht ausüben… Und die Unabhängigkeit ist für ein Volk auch das höchste Gut.

  2. Wer zum Beispiel Volksmusik mag, gehört zu einem Volk. Ein Volk ist demnach etwas, was die Menschen verbindet. Flamen, Wallonen und DGler sind nur politisch ein Volk, denn kulturell und natürlich sprachlich gibt es zu große Unterschiede.

  3. Zaungast

    DGler sind nur politisch ein Volk, das stimmt.
    Das sind sie noch nicht mal freiwillig. Die Eifeler haben nie darüber abstimmen dürfen, ob sie mit Eupen zusammengehen oder lieber ein eigenes Volk sein wollten.
    Kulturell und mental sind sie alles andere als „ein“ einig Volk von Brüdern und Schwestern..
    Das Hohe Venn liegt unüberbrückbar dazwischen, allerdings nur in einer Richtung. Wo gibt es in St. Vith einen einflussreichen Posten, der von einem Eupener besetzt wäre? Umgekehrt allerdings…
    Wie die Dinge laufen, sieht man wieder an der jetzigen Diskussion über die Zukunft der Krankenhäuser.
    Von Eupen zur Untersuchung im St. Vither „Spermatographen“? Eine Zumutung, aber Eupen hat ja Gott sei Dank elf Jahre später auch einen bekommen, für eine Millionen Euro.

    • Werner P

      In St. Vith gibt es auch nicht so viel wichtige Posten. Und dass Eifeler gerne in Eupen Karriere machen ist auch bekannt.
      Trotzdem: im Immobilienerwerbskomitee oder an der Spitze der BS sitzen Nordlichter. Andere Eupener sitzen in anderen Verwaltungen ganz oben.
      Und der oberste Verwalter der DG ist auch ein Eupener.

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