Notizen

Rote Teufel starten mit einem 1:0-Zittersieg in die WM

23.11.2022, Katar, Al-Rajjan: Belgiens Michy Batshuayi jubelt nach seinem Tor zum 1:0. Foto: Tom Weller/dpa

Die belgische Fußball-Nationalelf ist mit einem Sieg in die WM gestartet. Die Roten Teufel besiegten Kanada 1:0.

Routine schlägt Leidenschaft: Belgiens Alt-Stars haben den Kanadiern eine schmerzhafte WM-Rückkehr beschert. Auch wegen eines verschossenen Handelfmeters des Bayern-Stars Alphonso Davies verlor Kanada am Mittwoch 13.361 Tage nach dem zuvor letzten WM-Spiel 0:1 (0:1) gegen den WM-Dritten von 2018.

Michy Batshuayi (44. Minute) sorgte in Al-Rajjan für den glücklichen achten Vorrundensieg Belgiens in Serie bei einer WM.

Die jungen spielstarken Kanadier hingegen belohnten sich nicht für ihren beherzten Auftritt und blieben auch 36 Jahre nach dem zuvor letzten WM-Spiel 1986 in Mexiko punkt- und torlos bei einem Welt-Turnier.

23.11.2022, Katar, Al-Rajjan: Belgiens Eden Hazard (r) spielt gegen Kanadas Alistair Johnston. Foto: Tom Weller/dpa

Die Chance zu einem Achtungserfolg wäre da gewesen, doch Bayerns Davies setzte einen Handelfmeter (10.) in die Arme von Belgiens Welttorhüter Thibaut Courtois.

Die Eishockeynation machte vor 40.432 Zuschauern von Beginn an Dampf. Voller Leidenschaft setzte der WM-Rückkehrer Belgien unter Druck. Die Belgier fanden erst mühsam ins Spiel und hatten beim Elfmeter Glück. Ein klares Handspiel von Yannick Carrasco erkannte der sambische Schiedsrichter Janny Sikazwe erst nach Intervention des Videoschiedsrichters. Courtois wurde durch den schwach geschossenen Strafstoß zum ersten belgischen Keeper seit 66 Jahren, der bei einer WM einen Elfmeter hielt.

Erst danach wachte der Favorit auf. Immer dann, wenn Kevin De Bruyne Tempo aufnahm, wurde es gefährlich. Dahinter führte der überraschend starke Eden Hazard Regie. Der 31 Jahre alte Kapitän kam zu seinem zwölften WM-Einsatz, obwohl er seit Jahren im Formtief steckt und in dieser Saison in der Primera División bislang nur zu drei Einsätzen kam. Doch Hazard rechtfertigte das Vertrauen von Trainer Roberto Martinez mit einem engagierten Einsatz.

23.11.2022, Katar, Al-Rajjan: Belgiens Kevin De Bruyne (l) spielt gegen Kanadas Atiba Hutchinson. Foto: Tom Weller/dpa

Dennoch blieb das belgische Angriffsspiel noch zu unpräzise. Kanada hatte deutlich mehr Torabschlüsse, dabei aber auch Pech, dass es nicht noch zwei weitere Elfmeter nach Foulspielen zugesprochen bekam. Wie so oft rächten sich die vergebenen Chancen.

Romelu Lukakus Vertreter Batshuayi setzte sich kurz vor dem Pausenpfiff im Laufduell mit Kamal Miller von CF Montreal durch und vollendete stark zur glücklichen Pausenführung.

Vor dem Spiel hatte es in Belgien arge Bedenken wegen der langwierigen Verletzung von Lukaku gegeben. Der 29 Jahre alte Stürmer, der bei Inter in dieser Saison wegen einer hartnäckigen Muskelverletzung bislang nur zu fünf Einsätzen kam, kann frühestens am Sonntag im zweiten Vorrundenspiel gegen Marokko auflaufen.

Trotz der Führung und zwei Wechseln zur Pause – unter anderem kam Thomas Meunier mit Gesichtsmaske nach seinem Jochbeinbruch zu seinem sechsten WM-Spiel – hatte Belgien weiterhin Probleme gegen die kampfstarken Kanadier. Bei den Nordamerikanern überzeugte im defensiven Mittelfeld auch Kapitän Atiba Hutchinson. Der Routinier von Besiktas Istanbul wurde mit seinem Einsatz zum zweitältesten Feldspieler der WM-Historie nach Kameruns Roger Milla. Hutchinson war am Mittwoch 39 Jahre und 288 Tage alt. Milla war 1994 mit über 42 Jahren bei der WM in den USA noch zum Einsatz gekommen.

Auch an der Präsenz des Routiniers im Mittelfeld lag es, dass es kaum noch Entlastungsangriffe Belgiens gab. Stattdessen hatte der eingewechselte Cyle Larin (80.) per Kopf die große Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an Courtois.

Der Favorit aus Belgien brachte den siebten Sieg in Serie in einem WM-Eröffnungsspiel über die Zeit, weil auch den Kanadiern die Kräfte schwanden. (dpa/cre)

32 Antworten auf “Rote Teufel starten mit einem 1:0-Zittersieg in die WM”

  1. eine echt schwache Leistung der Belgier. da stimmte einfach nichts. Und Glück dass es nicht gleich 3 Elfmeter gab für den Gegner. Das Resultat ist wichtig aber die Leistung war grauenhaft

  2. Unverdient

    Ein völlig unverdienter Sieg einer in allen Mannschaftsteilen überforderten belgischen Mannschaft, die nur noch ein Schatten der goldenen Generation ist.
    Die Belgier können sich beim Schiedsrichter bedanken, dass er zumindest einen weiteren Elfmeter nicht gepfiffen hat… Das wird so nichts.

  3. naja, nannten die “ roten Teufel “ das ein Fußballspiel? Hab da aber schon einige gesehen die um viele ärsche rum ( sorry für den Ausdruck ) besser, viel besser und qualitativer waren.
    Bleibt abzuwarten wie weit die kommen werden.

  4. Das Ding

    Was hier immer mit den Deutschen gelabert wird! Ist euer Ego tatsächlich so klein, dass ihr die Deutschen ständig in eure Kommentare einbauen müsst?
    Als Belgier interessiert mich das Spiel der belgischen Mannschaft, und das ist gelinde gesagt ausbaufähig

  5. Beobachter

    Es wird oft von den alten Verteidigern in der belgischen Mannschaft gesprochen. Die waren noch die besten und hielten dem ständigen Druck stand.
    Ich glaube aber auch, dass die Kanadier nur durch Zufall ein Tor schießen werden. Sind eben keine Torjäger.

  6. Am besten am Spiel waren die Kommentatoren, haben gut kommentiert und die Mannschaftsleistung ordentlich runtergemacht.
    Am ende hätte ich glatt gejubelt fürn Kanadisches Tor, selten so einen unverdienten Sieger gesehen.
    Die Rentner hinten waren totel überfordert und bei De Bruyne ging auch 0.
    Glück für Belgien den Davies den Elfer verschossen hat.

    • Pensionierter Bauer

      Die Leistung war nicht weltmeisterlich aber im Gegensatz zu Argentinien, Deutschland und anderen Favoriten haben wir drei Punkte eingefahren. Wenn wir egal wie alle Spiele mir eins zu null gewinnen, dann sind wir Weltmeister und nicht wie in der Qualifikation von 1974 ohne Gegentor ausgeschieden.

    • Wolfgang

      Den Elfmeter durfte Kanada gar nicht bekommen ,weil der Kanadier in der Situation davor den Ball berührt hatte und es daher keine Ecke für Kanada geben durfte und die zwei anderen Elfmeter Situationen hätte man aus Deutscher Sicht geben können.

  7. Die Wahrheit

    Hallo zusammen, guten Morgen! Ein Sieg für Belgien! Uff!!!
    Ich würde es so dokumentieren : „Die roten Teufel gewinnen mit mehr Gllück als Verstand“.
    Die Kanadier waren wirklich super. Schade, dass sie gegen Belgien gespielt haben. Ich hätte ihnen den Sieg gegönnt, wenn es nicht gegen Belgien gewesen wäre.
    Es war ein Spiel, wie damals im Juni 1982, als das kleine Belgien gegen Argentinien spielte. Die Belgier gaben alles und gewannen durch ein Tor von Vandenbergh mit 1 : 0..
    Hier verlor aber zum Glück Kanada.
    Ich kann Kanada zu der grandiosen Leistung gratulieren und hoffe, dass sie noch einige Runden weiter kommen.

  8. delegierter

    Also ich habe das Spiel nur verfolgt weil es Belgien war. Dass so hoch dotierte Fußballer im Kollektiv so versagen, dass grenzt für mich an Boykott. Ich weis nur nicht gegen wen oder was sie boykottieren.
    Von den 10 Feldspielern hat keiner nur im Ansatz seine Leistung gebracht. Von einem Spiel zu reden ist da eigentlich schon übertrieben. Hinten nur quer und dann lange Pässe nach vorne und ins Leere.

  9. Ermitler

    leider kennt ihr nicht viel von Fussbal,so Spielt man eben um ein Spiel ohne grosse Leistung zu gewinnen,was nützt es was Kanada gezeigt hatt,alles gemacht nur kein Tor und nun gegen Kroatien uns dann nach Hause schon in der erste Runde und was bleibt ?
    Wolfgang hatt es rchtig gesehen die Kanadier hätten den Elfer garnicht bekommen dürfen wegen Einwurf vorher, der für Belgien war und nicht für Kanada.

  10. 3 Punkte und Punkt!
    Seit wann gewinnt die bessere Mannschaft?? Ist das eine neue Regel oder was?
    Nicht schön gespielt aber gewonnen. Vielleicht durch die Erfahrung der “ alten Hasen “ , Courtois inbegriffen.
    Und Kanada wird durchkommen, aber nicht vergessen Tore zu schiessen…

  11. Peter Müller

    1973 sind wir in Amsterdam gegen Holland nach dem o-o ausgeschieden. Ein Tor hatten wir trotzdem geschossen, es wurde aber wegen Abseits aberkannt. Das Spiel fand im November statt. Es war der erste ? Autofreie Sonntag wegen der Energiekrise in Belgien. Wir sind mit dem Taxi von Kelmis nach Vaals gefahren. Dann mit dem Bus zum Bahnhof nach Heerlen, Richtung Amsterdam. Vom Bahnhof in Amsterdam wieder mit de Tram zum Stadion. Das waren noch Zeiten.

  12. FC-Bayern-Fan

    Glückwunsch ans belg. Team.👍

    Für den Zuschauer nicht unbedingt das schönste Spiel, aber die Truppe
    hat gewonnen und wird sich jetzt von Spiel zu Spiel steigern.

    Der deutsche Kommentator, als Nachbar von uns, hat das belg. Spiel auch herunter gemacht, was die im Moment sehr gut beherrschen.
    So braucht man selber keine Leistung zu bringen, wenn man andere herunter macht.
    (siehe das Deutschland-Spiel)

  13. Peter Müller

    Was hat er denn gesagt,.? Gestern habe ich mein erstes Spiel der WM gesehen und das von Belgien. Natürlich haben 80 % der Belgier die rosa Brille auf, und können mit Kritik nicht umgehen. IWas unsere Goldene Generation gestern abgeliefet hat , war schon blamabel,und hatten Gott sei Dank den Schiedsrichter auf unsere Seite,,ansonsten wäre die jammerei hier gross gewesen.

  14. Beobachter

    Auch ich konnte mit den sogar wiederholten Kommentaren der deutschen Kommentatoren einverstanden sein. Die waren wohl noch nach ihrer Niederlage frustriert.
    Dass ein kanadischer Spieler nach Foul von hinten an Trossard die rote Karte hätte erhalten müssen, darüber erwähnten sie keine Silbe.

    • Zitat: Dass ein kanadischer Spieler nach Foul von hinten an Trossard die rote Karte hätte erhalten müssen, darüber erwähnten sie keine Silbe.

      Was will man von einem Schiedsrichter erwarten, der beim Afrika Cup nicht mal die Uhrzeit lesen konnte und 2x zu früh abpfiff ?

      Meunier und Onana hätten beide mit Gelb/Rot vom Platz fliegen müssen.
      Das es nach dem Witsel Foul kein Elfneter gab war auch glück für Belgien.
      Das Kevin De Bruyne zum Spieler des Spiels gewählt worden ist hat er nicht mal selbst verstanden…

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