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Napoleon kehrt nach Waterloo zurück: Die „Schlacht aller Schlachten“ vor 200 Jahren

"Schlacht von Waterloo" - Gemälde von William Sadler (1782 - 1839). Foto: Wikipedia

An diesem Donnerstag jährt sich die Schlacht von Waterloo zum 200. Mal. Bis Sonntag wird das „Bicentenaire“ gefeiert. Am 18. Juni 1815 führte Napoleon Bonaparte sein letztes Gefecht. Ende dieser Woche wird mit rund 5000 Statisten und 300 Pferden noch einmal jene Schlacht geschlagen, die zwei Jahrzehnte Krieg in Europa beendete.

In den kommenden Tagen wird die „Schlacht aller Schlachten“ in Waterloo nachgestellt. Auf den Feldern zwischen den Tribünen werden 5000 uniformierte Laiendarsteller mit 300 Pferden und 100 Kanonen in Stellung gehen und Tonnen von Schwarzpulver verschießen.

An die 200.000 Sitzplätze sind längst ausverkauft für die mehrtägige historische Nachstellung – die größte, die Europa je gesehen hat. Rund 10 Millionen Euro kosten die Feierlichkeiten zum „Bicentenaire“.

Feierlichkeiten kosten rund 10 Millionen Euro

Eine Nachstellung wie diese wird es in den kommenden Tagen in Waterloo zum

Eine Nachstellung wie diese wird es in den kommenden Tagen in Waterloo zum

Am Freitag wird der Angriff der Franzosen nachgestellt, am Samstag der Gegenangriff der alliierten Truppen unter General Wellington und der mit ihnen verbündeten Preußen unter Feldmarschall Blücher.

In Europa und selbst auf der ganzen Welt kennt fast jeder den Namen “Waterloo”, aber nicht wenige vermuten, es handele sich um eine Ortschaft in England – vermutlich weil “Waterloo Station” früher der Zielbahnhof des “Eurostar”-Schnellzugs in London war. Oder man denkt an das Siegerlied von Abba beim Eurovision Song Contest 1974, das die schwedische Band berühmt machte.

In Wirklichkeit liegt Waterloo in Belgien, genauer: in der heutigen Provinz Wallonisch-Brabant. Die Redewendung “Sein Waterloo erleben”, als Synonym für eine totale Niederlage, hat ihren Ursprung in jener Schlacht vom 18. Juni 1815. Sie war gleichzeitig die letzte von Napoleon Bonaparte.

Innerhalb weniger Stunden über 40.000 Tote

Innerhalb weniger Stunden starben am 18. Juni 1815 schätzungsweise mehr als 40.000 Soldaten.

Das Wahrzeichen, der

Das Wahrzeichen, der

Waterloo war vor zwei Jahrhunderten ein Dorf, das zum Vereinigten Königreich der Niederlande gehörte. Die Niederlage der von Napoleon geführten Franzosen gegen die alliierten Truppen unter General Wellington und die mit ihnen verbündeten Preußen unter Feldmarschall Blücher beendete Napoleons Herrschaft und führte mit dessen endgültiger Abdankung am 22. Juni 1815 zum Ende des Ersten Französischen Kaiserreichs.

Nach dieser zweiten militärischen Niederlage wurde Napoleon als Kriegsgefangener der Briten auf die Atlantikinsel St. Helena gebracht, wo er als Verbannter am 5. Mai 1821 starb. (cre)

 

5 Antworten auf “Napoleon kehrt nach Waterloo zurück: Die „Schlacht aller Schlachten“ vor 200 Jahren”

  1. Heinz Günter Visé

    Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass
    die Franzosen in PARIS viele Metro-Stationen
    nach Siegen von NAPOLEON benannt haben.
    Also nationaler Stolz mit Namen wie Austerlitz,
    Iena, Alma, Courcelles, Rivoli, Les Pyramides,
    Friedland, Marengo,Montmirail, Wagram usw…
    Aber es gibt keine Station mit Namen WATERLOO in Frankreich, wohl aber in London. Und in Amsterdam gibt es ja auch den Waterlooplein..
    Erst kürzlich nahmen die Franzosen erregt
    Anstoß daran, dass in Belgien eine 2 Euro-Münze
    mit der „Butte du Lion“ herausgegeben werden
    sollte. Verletzter Stolz also und so haben wir
    denen nun eine Nase gezeigt indem nun eine 2,5
    Euro Münze , welche eigentlich kein offizielles
    Zahlungsmittel ist, als Gedenkprägung nun doch
    noch geschlagen wird…Honi soit qui mal y pense

  2. Jockel Fernau

    Die Magna Carta wurde in diesen Tagen übrigens 800 Jahre alt. Aber wen interessieren schon Grundsätze wie die Budgethoheit des Parlaments oder die Unabhängigkeit der Justiz, wenn man einen größenwahnsinnigen Massenmörder abfeiern kann?

  3. Zaungast

    Ja, diese schon hysterische Glorifizierung eines Mannes, der hunderttausende Menschenleben auf dem Gewissen hat, der einen Justizmord veranlasst hat (die Hinrichtung des Duc d’Enghien), der auch privat ein Schwein war (völlig zügelloses Sexualleben, schäbiges Verhalten seiner ersten Frau gegenüber), dem ein Menschenleben nichts bedeutete, der nur seine persönliche Karriere mit maßlosem Ehrgeiz vorantrieb, der Krieg und Elend über fast ganz Europa brachte, die Glorifizierung eines solchen Menschen ist einfach unverständlich.

    Als bestes Beispiel: das (belgische) Magazin Le VIF hat zu gegebenem Anlass ein Sonderheft herausgebracht mit dem bezeichnenden Titel: „Napoléon, le Héros absolu“.

    Napoleon, der absolute Held…

  4. Napoléon war eben Franzose. Franzosen sind Helden. Wäre er Deutscher gewesen, dann würde er auf derselben Stufe stehen wie Hitler, und nur Terroristen und Extrem-rechte würden seiner gedenken. Außerdem müsste sein Heimatland dann noch weiterhin Entschädigungen bezahlen und sich überall entschuldigen gehen. Aber nein, er war Franzose. Und Franzosen sind Helden.

    • Vielleicht liegt’s ja daran, dass er etwas schaffte, was vor und nach ihm keinem mehr gelang: Moskau unter die Stiefel zu nehmen.
      Vielleicht aber auch daran, dass er schon in sehr jungen Jahren (zum Ende seines Offiziersstudiums) Artillerie-Abhandlungen schrieb, deren fachliches Niveau auch heute noch sehr hoch eingestuft werden. Der Mann hatte zu einer Zeit, als die Wissenschaften ihre Knospen zu öffnen begannen, ein solides mathematisch-analytisches Grundwissen, und im Gegensatz zu dem anderen Massenmörder und Volksverführer aus Deutschland, der mehr durch dilettantische politische Abhandlungen aufgefallen war, verfügte Napoléon Bonaparte über eine abgeschlossene militärakademische Ausbildung. Sein theoretisches Wissen setzte er mit teils genialer Fachkompetenz in die Praxis um. In den Augen seiner Bewunderer hat er den Massenmord auf dem Schlachtfeld sozusagen zur Kunstform erhoben. Seine Soldaten vertrauten ihm fast blindlinks, wenn sie ihn auf dem Schlachtfeld in der Nähe wussten. Er war eben trotz aller theoretischen Kompetenzen ein „homme du terrain“, anders als jener zum „GröFaZ“ aufgestiegene Gefreite, der im Krieg nur eines konnte: sich fernab vom Schlachtfeld und vom Schuss wie ein grauer Wolf verschanzen.
      Und im Gegensatz zu jenem, der nur Zerstörung und den Tod im Gepäck hatte, folgten in Napoléon’s Armeetross viele Wissenschaftler und sogar Philosophen, die ihr Wissensschatz in die Welt tragen und fernab des Mutterlands neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen wollten.
      Auf diese Weise kamen mit Napoléon die Aufklärung und die Freiheit der Gedanken in entfernte Winkel der Erde, wo bis dahin nur der grausame Absolutismus geherrscht hatte. Man kann sagen, dass Napoléon nicht nur Pulver und Kanonenkugeln verschoss, sondern auch die Freiheit der Gedanken säte. Wo er hinkam, hatte sich die Gesellschaft und ihre Anschauungen verändert.

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