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95 Kilo – 200 Tage Pause: Lukakus starke Rückkehr

15.06.2026, USA, Seattle: Der Belgier Romelu Lukaku jubelt über das Eigentor der Ägypter zum 1:1. Foto: Maddy Grassy/AP/dpa

Romelu Lukaku hat eine Seuchensaison hinter sich. Immer wieder streikt der Körper des wuchtigen Stürmers. Jetzt soll der Routinier trotz all seiner Probleme Belgiens WM-Angriff beleben.

Romelu Lukaku holte den Ball aus dem Tor, als ob er ihn selbst hineingeschossen hätte – aber das war nicht der Fall. Der belgische Rekordtorschütze warf seine rund 95 Kilo bei der ersten Aktion gleich erfolgreich in den Fünfmeterraum, für den 1:1-Endstand sorgte letztlich Mohamed Hany mit einem Eigentor.

Der Ägypter war beim heißen WM-Auftakt so von Lukaku unter Druck gesetzt worden, dass er kaum Spielraum hatte. Gut zwei Stunden später schritt Lukaku gut gelaunt und mit riesigen schwarzen Kopfhörern durch die Interview-Zone des Stadions von Seattle. Über seine Rückkehr auf die große Bühne sprechen wollte der 33-Jährige nicht.

15.06.2026, USA, Seattle: Der Belgier Romelu Lukaku feiert mit seinen Mannschaftskollegen ein Eigentor der Ägypter zum 1:1. Foto: Maddy Grassy/AP/dpa

– 90 Tore für Belgien: Das machten dafür andere. „Erster Ballkontakt, erstes Tor“, kommentierte Mitspieler Youri Tielemans inhaltlich nicht ganz korrekt. Denn: Lukaku hatte den Ball gar nicht berührt. Die Einwechslung des bulligen Angreifers, der eine echte Seuchensaison hinter sich hat, veränderte das Spiel nach 64 schwachen belgischen Minuten trotzdem innerhalb weniger Sekunden.

Das kam überraschend, denn genau jene 64 Minuten hat Lukaku für den SSC Neapel absolviert. Und zwar über die komplette vergangene Spielzeit. Und sonst? Ein Streik beim eigenen Club, drei knifflige Verletzungen und eine Ausfallzeit von insgesamt knapp 200 Tagen bis in den Mai hinein. Lukaku kam als Problemfall zu Belgiens Nationalteam, für das er in seiner Laufbahn 90 Tore geschossen hat – 53 mehr als der zweitplatzierte Kevin De Bruyne.

– Garcia sieht schon jetzt „Happy End“: Wer die erste Stunde belgischer Ratlosigkeit gegen wuchtige Ägypter gesehen hatte, kam in der Mittagshitze von Seattle zu dem Schluss: Dieses Belgien und die übrigen Reste der ungekrönten goldenen Generation brauchen Lukaku noch, wahrscheinlich ein letztes Mal bei einem großen Turnier. „Für den Moment ist es wundervoll, dass diese Geschichte ein Happy End bekommen hat“, sagte Trainer Rudi Garcia.

Doch es bleiben viele Fragezeichen. Hält der geschundene Körper des Sturmtanks, was ist insbesondere mit dessen anfälligen Oberschenkeln? Und vor allem: Kann Lukaku in der amerikanischen Sommerhitze längere Distanzen gehen als die gut 25 Minuten beim WM-Start?

– Jungstars noch nicht in WM-Form: „Er muss definitiv noch an seiner Fitness arbeiten, aber das ist verständlich nach den vergangenen Monaten“, sagte Tielemans in einer im Fußball eher ungewohnten Deutlichkeit. Allen körperlichen Defiziten zum Trotz wäre Lukaku per Kopf in der Schlussphase beinahe noch das Siegtor gelungen.

16.06.2026, USA, Seattle: Fußball, Männer, WM 2026, Belgien – Ägypten, Vorrunde, Gruppe G, 1. Spieltag, Seattle-Stadion. Der Belgier Romelu Lukaku (r) und Kevin De Bruyne feien das Tor zum 1:1. Foto: Peng Ziyang/Xinhua/dpa

Lukaku ist Teil der Generation, die über ein halbes Jahrzehnt hinweg mit dem Etikett Geheimfavorit durch die Turniere zog – aber nie ein großes Endspiel erreichte. Auch der gegen Ägypten starke Torhüter Thibaut Courtois (34 Jahre) und De Bruyne (34) deuteten an, dass sie für das Garcia-Team sportlich noch wertvoll sind. Das wird nötig sein, denn die neue Generation um Jungstar Jérémy Doku von Manchester City zeigte sich nicht in WM-Form.

– Trainer stellt Lukaku Startelfeinsatz in Aussicht: Die Vorrunde mit den weiteren Prüfungen Iran und Neuseeland wird nicht der Gradmesser für Belgien sein. Dafür kann Lukaku weiter Spielpraxis sammeln, bis es im Sechzehntelfinale ernst werden dürfte. „Er kann auch von Anfang an spielen“, sagte Garcia über seinen Angreifer.

Im Ausgleichstor steckte gewissermaßen die ganze Symbolik des Lukaku-Themas für Belgien. Der Stürmer zog den Sprint in den Fünfmeterraum an und war mit seiner ganzen Wucht präsent. Bei 30 Grad und praller Sonne um 13.30 Uhr mittags wirkte Lukaku aber auch nicht unglücklich, nach diesem ersten Kraftakt schnell zur Trinkpause zurück an die Seitenlinie zu dürfen. (dpa)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

12 Antworten auf “95 Kilo – 200 Tage Pause: Lukakus starke Rückkehr”

  1. Kevin de B.

    Lukaku dürfte der erste Spieler in der WM-Geschichte sein, der – ehe er auch nur einen einzigen Kontakt mit dem Ball hatte – ein Tor einleitete. Auch wenn er körperliche angeschlagen ist, ist er immer für eine Überraschung gut.

    • Romelu Lukaku wiegt zwar rund 94 kg, aber dieses Gewicht ist pure, hocheffiziente Urgewalt. Sein Körperfettanteil liegt bei extrem niedrigen 9 % bis 11 %, was bedeutet, dass er gerade einmal etwa 9,4 kg Fett am ganzen Körper hat. Der Rest von satten 84,6 kg ist reine, fettfreie Masse. Während ein normaler Mann nur etwa 35 % bis 40 % Muskelmasse besitzt, besteht Lukakus Körper zu phänomenalen 50 % bis 55 % aus reiner Skelettmuskelmasse – das sind 47 kg bis 51 kg pure, aktive Muskeln. Seine früheren 104 kg und 24 % Körperfett aus Zeiten von Manchester United, die durch ein unentdecktes Verdauungsproblem entstanden waren, hat er durch eine radikale Ernährungsumstellung in Italien längst komplett transformiert. Diese brutale Kombination aus maximaler Muskeldichte und minimalem Fett macht ihn im Zweikampf nicht nur absolut unbezwingbar, sondern katapultiert den „Stürmer-Tank“ auch auf eine extreme Sprintgeschwindigkeit von bis zu 34,6 km/h. Der Mann achtet also nicht nur perfekt auf sein Gewicht, er ist eine medizinisch durchoptimierte Hochleistungsmaschine.

      Sein Problem ist nicht sein Wille oder zu wenig Training. Sein Problem ist nach wie vor seine schwerwiegende Verletzung
      Das andere Problem sind solche Behauptungen wie Ihre

      • @ Dries , ihre Theorie mag zwar stimmen , aber alle die von ihnen vorerwähnten Experimenten sind im sportlichem Bereiche nicht mehr nachvollziehbar .
        Sein schwerfälliges Körpergewicht macht Romelu zu einem steifen Brocken , welches sich im Dart oder Kampfsport eignet , aber absolut nichts auf den heutigen flotten Fußball verloren hat .

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