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Mutter geschlagen: Lontzener zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt

Das Zusammenleben auf engstem Raum macht vielen Menschen zu schaffen. Da liegen die Nerven schnell blank. Es kommt zu Streitigkeiten und sogar zu häuslicher Gewalt. Illustrationsfoto: dpa

Ein Lontzener ist vor dem Eupener Strafgericht zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der junge Mann wurde für schuldig befunden, seine Mutter mehrfach geschlagen zu haben. Er soll außerdem Polizisten beschimpft und bedroht haben.

Die Vorfälle ereigneten sich im Mai und Juni 2016. Am 26. Mai verschaffte sich der Angeklagte mit Gewalt Zugang zu der Wohnung, in der er gemeinsam mit seiner Mutter lebte.

Es kam zum Streit, der sich immer mehr zuspitzte. Er schlug auf seine Mutter ein. Ein Nachbar hörte die Frau schreien, holte sie zu sich in seine Wohnung und wurde ebenfalls vom Angeklagten geschlagen.

Nachdem es ihm gelungen war, den Gewalttäter aus seiner Wohnung zu vertreiben, alarmierte der Nachbar die Polizei. Als diese eintraf, wurde ein Polizist übel beschimpft und bedroht.

Blick in den Gerichtssaal an der Eupener Klötzerbahn. Foto: OD

„Ich bringe dich um! Dein Gesicht werd‘ ich mir merken!“, soll der Angeklagte laut Grenz-Echo geschrien haben.

Die Mutter soll aufgrund von Verletzungen vorübergehend arbeitsunfähig gewesen sein.

Bei der Gerichtsverhandlung hatte der Angeklagte behauptet, sich an nichts erinnern zu können. Er sei einfach nur betrunken gewesen. In der Tat wurde rund ein Promille Blutalkoholgehalt festgestellt.

Infolge von Alkoholexzessen und ungezügelter Aggressivität sei der – bereits dreifach wegen Gewalttätigkeit vorbestrafte – Angeklagte nicht in der Lage, sich zu beherrschen und stelle eine Gefahr für sein Umfeld dar, hieß es in der Urteilsbegründung.

Die 15-monatige Gefängnisstrafe setzte das Gericht für eine Dauer von zwei Jahren zu zwei Dritteln zur Bewährung aus. Für eine zusätzliche Geldstrafe von 600 Euro wurde ein vollständiger Strafaufschub gewährt – allerdings unter Auflagen.

So muss sich der Schläger einer Therapie gegen seine Alkoholsucht unterziehen und sich um Arbeit oder eine Ausbildung bemühen. Ein Bewährungshelfer stehe ihm dabei zur Seite, hieß es. (ge.net/sudinfo.be)

12 Antworten auf “Mutter geschlagen: Lontzener zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt”

  1. Staatsanwalt

    Also, ich fasse zusammen: der Typ ist schon dreimal wegen Gewalttätigkeit vorbestraft. Er bekommt 15 Monate Haft, davon 2/3 zur Bewährung, bleiben 5 Monate Haft. Die braucht er nicht anzutreten, da die Gefängnisse voll sind und Haftstrafen unter einem Jahr unter den Tisch fallen. Selbst für die 600 € gibt es Strafaufschub. was bleibt dem Wüterich? Nix. Weiter so, belgische Justiz.

  2. Es reicht!

    Ein weiteres Skandalurteil in Ostbelgien. Der Tâter schlägt seine Mutter und Nachbar (doppelte Körperverletzung) ist mehrfach vorbestraft und wird freigelassen. Mangels Gefängniskapazität werden die Urteile so gefällt das die Täter auf freiem Fuss weiter ihre perversen Phantasien ausleben können.
    Wie wäre es wenn das Parlament der DG hier mal einschreitet. Ausserdem finde ich es unmöglich wenn ein Anwalt auch zwischendurch im selben Gericht auch mal Richter spielen darf. Wie ist das zu verstehen?

    • Pensionierter Bauer

      Wenn der Richter-Anwalt mit beiden Parteien gar nichts, aber wirklich gar nichts am Hut hat, dann ist das OK.
      Das Parlament der DG hat hier genauso wenig Befugnisse wie der zB. Gemeinderat von Burg Reuland. Ein Gefängnis für Deutschsprachige in der DG würde ich aber schon befürworten.
      Wahrscheinlich könnte die DG hier Kompetenzen erlangen, da es im modernen Strafvollzug eher um Wiedereingliederung und Erziehung geht als um Strafe,

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