Der „Bosse der Bosse“ der Mafia hinterließ eine lange Blutspur – und nahm viele Geheimnisse mit ins Grab. Salvatore „Totò“ Riina, einst Chef von Cosa Nostra, ist tot.
Der einst meistgefürchtete Mafia-Boss Italiens starb am Freitagmorgen – einen Tag nach seinem 87. Geburtstag – im Krankentrakt des Hochsicherheits-Gefängnisses von Parma, wie die italienische Nachrichten-Agentur Ansa berichtete.
Der zu lebenslanger Haft verurteilte Riina hatte an Nierenkrebs und Herzproblemen gelitten. „Seine Geheimnisse hat er für immer mit ins Grab genommen“, kommentierte die Tageszeitung „La Repubblica“.
Der 1930 in Corleone auf Sizilien geborene Riina war einer der mächtigsten Bosse der Cosa Nostra. „Die Bestie“ terrorisierte Italien jahrzehntelang. In den 1980er und 1990er Jahren steckte er hinter vielen der aufsehenerregendsten Mafia-Morde des Landes. Er wurde 1993 gefasst und bekam 13 Mal lebenslang.
Im Sommer dieses Jahres war der Aufschrei in Italien groß, als die Möglichkeit im Raum stand, dass Riina wegen seines schlechten Gesundheitszustandes vorzeitig das Gefängnis verlassen könnte. Ein Gericht votierte schließlich dagegen. Anti-Mafia-Staatsanwälte sahen konkrete Anhaltspunkte, dass Riina im hohen Alter und als Gefangener immer noch Kopf der Cosa Nostra war.
Riina habe nie Mitleid mit seinen unschuldigen Opfern gezeigt, hatte die Vorsitzende der Anti-Mafia-Kommission im Parlament, Rosy Bindi, erklärt.
Unter seinem Kommando tötete die Cosa Nostra unter anderen 1992 die Top-Mafia-Jäger Giovanni Falcone und Paolo Borsellino sowie 1980 den damaligen sizilianischen Regionalpräsidenten Piersanti Mattarella, den Bruder des jetzigen Staatspräsidenten Sergio Mattarella. (dpa)