Standpunkt

Fukushima und andere tickende Zeitbomben

Vor zwei Jahren hielt die Welt den Atem an. Im japanischen Fukushima wurde auf gravierende Weise die Fehlbarkeit der Atomenergie aufgezeigt. Einige Länder haben schnell ihre Lehren aus der Reaktorkatastrophe gezogen, andere noch nicht. Man kann nicht vorsichtig genug sein. Denn das nächste Fukushima droht, wenn die Abkehr von der Kernenergie nicht schnell und konsequent vollzogen wird.

Tihange 2 und Doel 3 wären tickende Zeitbomben, sollten die beiden Reaktoren demnächst wieder angeschaltet werden.

Die Fehlerstellen, die an den Außenhüllen der Kernkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 gefunden wurden, lassen keine andere Lösung zu: Beide Reaktoren müssen definitiv abgeschaltet werden. Dass überhaupt erwogen wird, sie wieder anzuschalten, ist unerträglich genug. Die Lobby der Stromkonzerne hat genug Unheil angerichtet.

Dass die belgischen Umweltschützer viel Unterstützung zum Beispiel von deutschen und niederländischen Kernkraftgegnern bekommen, kann nur von Vorteil sein. Dadurch erhält der Vorstoß für eine endgültige Abschaltung von Tihange 2 und Doel 3 eine internationale Dimension. Die Sicherheit der Kernenergie geht in Europa alle an.

Grenzen gibt es da nicht. Tihange 2 liegt nur gut 60 km von Aachen entfernt. Doel liegt zwar etwas weiter weg, hat aber noch mehr Schadstellen als Tihange 2. Und was bedeuten schon solche Entfernungen, wenn es mal tatsächlich zu einem folgenschweren Störfall kommt? Nichts.

Übrigens: Tihange 2 und Doel 3 waren in diesem Winter abgeschaltet. Ist deswegen unsere Stromversorgung zusammengebrochen? Natürlich nicht.

GERARD CREMER

20 Antworten auf “Fukushima und andere tickende Zeitbomben”

  1. Thiange bedroht uns direkt, eigentlich muss das Ding abgerissen werden!
    Wenn was passiert, ist das Geschrei groß.
    Problem, unsere Versorgung ist eh schon nicht die beste und ein Abschalten gibt uns dann den Rest.
    Von Kelmis aus eine Leitung nach Aachen zu legen und dann unsere Überland-Stromversorgung unter die Erde dürfte ja nicht schwierig sein. Am Ende der Lutticher Straße klappts ja .

  2. j.W.Klos

    Die Notwendigkeit des Abschaltens solcher Anlagen steht außer Frage. In Belgien werden immer noch um die 55% Strom aus Erzeugerwerken wie Tihange produziert. Um die 25 % gewinnen wir aus Erdgas. Auch diese Quelle macht abhängig – Putin lässt grüßen.
    Wenn wir, wie unser Musterschüler Deutschland den Strom mehr aus alternative Energien produzieren wollen, dann müssen wir bereit sein für diesen Strom bis zu 20 % mehr zu zahlen. Wir müssen aufhören bei der Planung von Windkraftanlagen bzw. bei der Suche nach geeigneten Standorten uns gegenseitig auf die Füße zu treten – siehe jüngstes Walhorner Beispiel. Denn ansonsten sind wir mental noch gar nicht zu einem solchen Schritt bereit, wohl auch weil den Bürgern nicht intensiv genug vor Augen geführt wird wie unser kleines Land wohl nach einem solchen Super Gau aussehen würde. Welche Auswirkungen auf Missbildungen bei künftigen Schwangerschaften das mit sich bringen würde. Ganz zu schweigen von einem katastrophalen Anstieg verschiedenster Krebsarten.

    • Jugendlicher

      Einverstanden, dass wir mehr grünen Strom brauchen, aber Deutschland ist bei weitem nicht ein Musterschüler! Laut gegen Atomkraft protestieren und AKWs abschalten ist ja schön und gut, aber irgendwo her muss der Strom ja kommen und Deutschland hat das einzige gemacht, was übrig blieb um den Energiebedarf zu decken, die haben den fehlenden Strom importiert. jetzt kommt das lustige an der Sache, Hauptproduzent von diesem importierten Strom ist Frakreich, und da ist die Stromproduktion zu knapp 80 Prozent! Das ist nichts anderes als eine Produktionsverlagerung und keineswegs ein Ausstieg aus der Atomstromproduktion, wie das gerne in Deutschland verkauft wird!

  3. In Japan sind vor zwei Jahren 10.000 Menschen durch ein Erdbeben und den anschließende Tsunami gestorben, was in den deutschen Medien niemanden interessierte, da man dort lieber den Fukushima-Zwischenfall instrumentalisierte um Panik gegen Kernenergie zu verbreiten.
    Der Fukushima-Zwischenfall hat eindeutig die Harmlosigkeit der Kernenergie bewiesen, dort ging nämlich schief, was nur schief gehen konnte, ohne dass ernsthafte Schäden eingetreten sind.
    Der Reaktor wurde von GE entwickelt und nur selten gebaut, da GE mit dem Design nicht zufrieden war und vor vierzig Jahren von den Japanern in Lizenz nachgebaut, dann wurde das Ding am falschen Ort gebaut, abgeschaltet sollte der Reaktor schon vor Jahren werden, die Laufzeit wurde aber zweimal verlängert und wäre Mitte 2011 ausgelaufen und dann kam auch noch ein Jahrtausendtsunami.
    In Fukushima stand ein veralteter Schrottreaktor, der zum Opfer einer einmaligen Naturkatastrophe wurde, und fast nichts ist passiert.
    In Tihange steht ein sicherer Reaktor und in Tihange ist mir auch noch kein Tsunami begegnet.
    Nicht zuletzt sind es die Kernkraftgegner, die in den letzten Jahrzehnten verhindert haben, dass sichere Kernkraftwerke durch noch sicherere Kernkraftwerke ersetzt wurden.

    • „Der Fukushima-Zwischenfall hat eindeutig die Harmlosigkeit der Kernenergie bewiesen, dort ging nämlich schief, was nur schief gehen konnte, ohne dass ernsthafte Schäden eingetreten sind.“

      Sie haben ein ernsthaftes Problem!

  4. J.W. KLos

    @Jugendlicher: Den von Ihnen zitierten Tatbestand kann ich nur zustimmen. Vergessen Sie aber nicht das in Deutschland eine ganze Anzahl von Meiler abgeschaltet wurden ohne das es zu diesem Zeitpunkt alternative Quellen gegeben hat. Es musste einfach Strom zugekauft und man verlagerte gleichzeitig das Risiko – dies war innenpolitisch wichtig. werden nur diese Mengen nehmen stetig ab und es wird sicherlich noch einige Jahre Dauer bis das Atomstrom dort nicht mehr gebraucht wird. Ein weitere wichtiger Aspekt, durch solch ein Vorpreschen wird ein Wirtschaftszweig erschlossen, in welcher dann wieder der Rest von Mitteleuropa das Nachsehen hat.
    @ nmm: genau – vielleicht können Sie mir Zahlen nennen von Bewohner in einem Umkreis von 50 km die wieder in ihre Häuser zurückkehren durften – dieser Umkreis ist für Jahrzehnte unbewohnbar. Vielleicht können Sie mir Zahlen nennen von den Anwohnern der nächsten 50 km vom Reaktor die in den kommenden 10 Jahren an Krebs erkranken werden usw. Wäre weiterhin schön zu hören wie Sie sich die Endlagerung der Brennelemente vorstellen.

    • Die Evakuierungszone hat einen Radius von 20 km.
      Brennelemente lassen sich wieder aufarbeiten und wenn man jeglichen radioaktiven Abfall vermeiden will, sollte man auch das Röntgen verbieten.
      Dann wird die Zahl der Krebstoten explodieren, weil man Tumore zu spät entdeckt.
      Das „Entlagerproblem“ ist in Deutschland ideologisch produziert worden, um die Kernenergie zu sabotieren.

      Entlarvend:
      „und man verlagerte gleichzeitig das Risiko – dies war innenpolitisch wichtig.“

      Nur darum ging es. Der Hosenanzug wollte seine Macht sichern, ein anderes Ziel kennt IM Erika nicht.

      Aber immer schön deutsches Fernsehen gucken: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/deutsches_qualitaetsfernsehen

    • Die Evakuierungszone hat einen Radius von 20 km.
      Brennelemente lassen sich wieder aufarbeiten und wenn man jeglichen radioaktiven Abfall vermeiden will, sollte man auch das Röntgen verbieten.
      Dann wird die Zahl der Krebstoten explodieren, weil man Tumore zu spät entdeckt.
      Das „Entlagerproblem“ ist in Deutschland ideologisch produziert worden, um die Kernenergie zu sabotieren.

      Entlarvend:
      „und man verlagerte gleichzeitig das Risiko – dies war innenpolitisch wichtig.“

      Nur darum ging es. Der Hosenanzug wollte seine Macht sichern, ein anderes Ziel kennt IM Erika nicht.

      Aber immer schön deutsches Fernsehen gucken: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/deutsches_qualitaetsfernsehen

  5. J.W. Klos

    Bitte entschuldigen Sie den Schriftfehler.

    Es musste natürlich heißen:
    Es musste einfach Strom zugekauftwerden und man verlagerte gleichzeitig das Risiko – dies war innenpolitisch wichtig. Nur diese Mengen nehmen ………………..

  6. Aequitas&Veritas

    @nmm: oder sollte man sie besser @Falke nennen? Es wäre schön wenn sie in solchen Foren nicht unbedingt ihre politische Weltanschauung vermarkten. Gehören sie etwa auch zu jenen, welche für Steuernachlässe für Großverdiener stehen oder sich breitschlagen für die Privatisierung von Rentenkassen mit gleichzeitigen Sozialabbau. Bezeichnet man ihresgleichen nicht auch mit interventionistische Unilaterale? Wenn ja,dann sollten Sie den Kontinent wechseln dort wimmelt s nur so von Anhänger – Bush lässt grüßen.

  7. Da nenne ich mal ein anderes Beispiel.
    Tschernobyl!
    Tausende krebskranke Kinder.
    Alles nur Märchen der deutschen Antiatom Lobby.
    Wenn bei uns auch nur ein Mailer etwas leckt, dann ist. Belgien ausgelöscht. Nur mal so zum nachdenken.

  8. @Kelemes

    http://sciencev1.orf.at/sciencev1.orf.at/science/news/145740.html

    Man kann doch nicht alle krebskranken Kinder in der Ukraine auf den Reaktounfall zurückführen. Schilddrüsenkrebs hat sehr gute Heilungschancen und die Katastrophe von Tschernobyl fand statt, weil am Reaktor herumgespielt wurde.

    Gegenrechnung: Wie würden sich eigentlich die Krebsraten entwickeln, wenn all die Milliarden, die für den Atomausstieg verballert werden, in die Krebsforschung gesteckt würden?
    Wenn also durch Tschernobyl die Krebserkrankungen um 0,01 Prozent zunehmen (was statistisch unter der Nachweisgrenze liegt), aber für das durch Verzicht auf den Atomausstieg eingesparte Geld die Krebsforschung intesiviert würde und die Heilungschancen nur um 1 Prozent stiegen, wäre mehr Menschen geholfen.
    Denn Krebs kriegen die Leute so oder so, da wäre es schön wenn es Möglichkeiten der Heilung gäbe.

    • Dieses krebskranke Kind steht ja auch nicht zur Debatte. Es ist doch so, dass uns über die Medien nur Lügen erzählt werden. In den 80er Jahren gab es das große Waldsterben, in den 90er das Ozonloch, in den 2000er die Klimaerwärmung (die übrigens dazu führt, dass wir uns gerade den Arsch abfrieren), die Impfepedemie vor einigen Jahren gegen eine ‚vermutete‘ Seuche, usw… Menschen sollen über diese Informationen dazu gebracht werden, Geld für Dinge auszugeben, die sie zwar nicht benötigen, die aber anderes Menschen Geldbeutel füllen, Gesetze werden verabschiedet, von der Lobby unterstützt. Im letzten Jahr mussten wir Elektro-Autos kaufen, um die bedrohte Umwelt zu schonen – mit Strom den wir teuer importieren müssen?? (Thema im letzten Jahr – wer dieses Jahr auf der Expo war, hat feststellen müssen, dass das Thema nicht mehr aktuell ist). Glühbirnen sollten ausgetauscht werden, bis sich herausstellte, dass sie schädlicher und energiefressender als die alten sind. Jetzt sollen Atomkraftwerke ausgeschaltet werden, die 10 Jahre benötigen, bis sie wirklich still stehen und in diesen 10 Jahren verbrauchen sie immens viel Strom um das Kühlwasser zu gewährleisten… und hinterher meckern wenn die Strompreise explodieren. Und wofür? Damit die „Umweltexperten“ ihre paar Solarzellen loswerden, übrigens ein veraltetes Projekt aus den 1970er Jahren, das endlich mal Geld einfahren soll. Windräder nutzen nur den Leuten, die es hergestellt haben blabla…

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