Mehr als zwei Stunden musste das WM-Spiel zwischen Frankreich und dem Irak unterbrochen werden – so stark war der Regen. Rein sportlich gesehen war es die Nacht der Stürmerstars.
So lange hat bei dieser Fußball-WM noch kein Spiel gedauert: Wegen eines Unwetters über Philadelphia gab es beim 3:0 (1:0)-Sieg von Frankreich gegen den Irak eine mehr als zweistündige Unterbrechung – die Halbzeitpause eingerechnet.
Wegen der starken Regenfälle wurden die 68.324 Zuschauer mit Beginn der Halbzeit aufgefordert, die Tribünen zu verlassen. Auch Frankreichs Trainer Didier Deschamps meinte: „Wir haben uns lange unterstellen müssen.“ Helfer rückten an, um das Spielfeld von den Wassermassen zu befreien.

22.06.2026, USA, Philadelphia: Der Iraker Hussein Ali (Irak) setzt sich im Regen gegen den Franzosen Kylian Mbappé durch. Foto: Matt Slocum/AP/dpa
Sportlich gelang Frankreichs Superstar Kylian Mbappé bereits der zweite Doppelpack im zweiten Spiel des Turniers: Der Stürmer von Real Madrid traf in der 14. und 54. Minute. Das 3:0 erzielte Weltfußballer Ousmane Dembélé (66.).
In der ewigen Torschützenliste aller WM-Turniere kommt Mbappé nun genau wie Deutschlands Weltmeister Miroslav Klose auf 16 Treffer. Der Argentinier Lionel Messi hatte die alleinige Führung in dieser Wertung zuvor beim 2:0 (1:0) gegen Österreich übernommen. Er hat jetzt insgesamt 18 Mal bei Fußball-Weltmeisterschaften getroffen.
– Auch Haaland trifft doppelt: Auch Norwegens Torjäger Erling Haaland hat zum zweiten Mal zweimal getroffen. Die Skandinavier gewannen mit 3:2 (1:0) gegen Senegal und qualifizierten sich damit genau wie die Franzosen vorzeitig für die K.o.-Phase.
Vor 80.663 Zuschauern in East Rutherford brachte Marcus Pedersen die Norweger in der 43. Minute in Führung. Haaland (48./58.) legte das 2:0 und 3:1 nach. Ismaila Sarr (53./90.+3) erzielte beide Treffer für die Westafrikaner.

23.06.2026, USA, East Rutherford: Erling Haaland (M, Norwegen) jubelt nach seinem Tor zum 3:1 mit Patrick Berg (Norwegen) und David Möller Wolfe (Norwegen). Foto: Tom Weller/dpa
Das zweite Gegentor in der Nachspielzeit könnte den Norwegern noch wehtun. Denn wäre es beim 3:1 geblieben, wären sie als Tabellenführer in das letzte Gruppenspiel gegen Frankreich gegangen. So müssen sie Mbappé und Co. schlagen, um Gruppensieger zu werden. Der Erste dieser Gruppe I ist ein möglicher deutscher Gegner im Achtelfinale dieser WM, falls die DFB-Elf in der ersten K.o-Runde gewinnt.
– Algerien zeigt Comeback-Qualitäten gegen Jordanien: Mit starken Comeback-Qualitäten hat Algerien die Hoffnungen auf die K.o.-Phase gewahrt und das vorzeitige Aus von WM-Debütant Jordanien besiegelt. Die Mannschaft von Trainer Vladimir Petkovic siegte im arabischen Duell nach Rückstand noch mit 2:1 (0:1).
Das Team um die Bundesliga-Profis Ibrahim Maza von Bayer Leverkusen und Ramy Bensebaini von Borussia Dortmund hat nun nach zwei Partien drei Punkte und das Weiterkommen zum Abschluss der Gruppenphase gegen Österreich selbst in der Hand. Jordanien kann den letzten Tabellenplatz in Gruppe J dagegen selbst bei einem Sensationserfolg gegen Titelverteidiger Argentinien nicht mehr verlassen.
Im San-Francisco-Bay-Area-Stadion brachte Nizar Al-Rashdan Jordanien in der 36. Minute zunächst in Führung. Der eingewechselte Nadhir Benbouali (69.) sowie Amine Gouiri (82.) drehten die Partie jedoch noch für Algerien. (dpa)