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Gangster, Draufgänger und Actionheld: Filmlegende Belmondo im Alter von 88 Jahren gestorben [VIDEO]

17.05.2011, Frankreich, Cannes: Der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo kommt während der 64. internationalen Filmfestspiele zu einer Zeremonie, mit der seine Karriere in der Filmindustrie gefeiert wird. Foto: Lionel Cironneau/AP/dpa

Jean-Paul Belmondo war das Gesicht der Nouvelle Vague. Als Ganove und Draufgänger wurde er zur Kultfigur des französischen Kinos. In Erinnerung bleibt sein breites Grinsen.

Lässig, unverschämt und unerschrocken: Jean-Paul Belmondo faszinierte die größten Regie-Meister Frankreichs. Jean-Luc Godard, Claude Sautet, François Truffaut und Philippe de Broca rissen sich um den jugendlichen Typ in enger Jeans und knapper Jacke.

Mit Filmen wie „Außer Atem“, „Das Geheimnis der falschen Braut“ und „Abenteuer in Rio“ schrieb er Filmgeschichte. Nun ist Belmondo im Alter von 88 Jahren gestorben. Seiner Nachwelt hinterlässt er mehr als 80 Filme – und das Bild eines Haudegens mit breitem Grinsen und zerknautschtem Boxergesicht.

01.05.1974, Frankreich, Cannes: Jean-Paul Belmondo, einer der größten französischen Leinwandstars und ein Symbol des New-Wave-Kinos der 1960er Jahre, während der Filmfestspiele. Foto: -/AFP/dpa

Herzensbrecher, Draufgänger, Rebell: Mit „Außer Atem“ machte Jean-Luc Godard im Jahr 1959 den damals 26-jährigen Belmondo über Nacht zu einem Star. Die Filmbewegung Nouvelle Vague (Neue Welle), die vor allem um die 1960er Jahre erfolgreich dem Kommerzkino den Rücken kehrte, setzte mit einer unkonventionellen Erzählstruktur neue cineastische Maßstäbe. Der Film wurde zu einem Meisterwerk und Belmondo zum Aushängeschild der Kino-Rebellen, zu denen auch Truffaut, Claude Chabrol und Eric Rohmer zählten.

In „Außer Atem“ spielt Belmondo den Polizistenmörder Michel, der von seiner Freundin verraten wird. In dem Kriminaldrama, mit dem Godard den amerikanischen Gangsterfilm und Humphrey Bogart feiert, verkörpert er den Geist des Anarchismus: cool, lässig, unverschämt und existenzialistisch.

Wie er die Zigarette zwischen den Fingern dreht, sich den Hut in die Stirn zieht, sein entschlossener Gang, das überlegene Grinsen und die Art, wie er den Daumen à la Bogart über seine wulstige Lippe streicht: Belmondo drückte den Filmen auch mit Gesten und Blicken seinen Stempel auf.

„Außer Atem“ ließ früh sein Talent als Darsteller von Ganoven und Gangstern erkennen. Und so holte ihn Claude Sautet in „Der Panther wird gehetzt“ als jungen Gangster und Handlanger vor die Kamera. In „Der Teufel mit der weißen Weste“ lässt ihn Jean-Pierre Melville einen Polizeispitzel spielen. François Truffaut drehte mit ihm „Das Geheimnis der falschen Braut“ und Jacques Deray „Borsalino“.

Doch Belmondo war wandlungsfähig. Dass ihm auch Melancholie und Verletzbarkeit gut standen, bewies er 1960 in „Stunden voller Zärtlichkeit“ von Peter Brook. Den Abenteurer und Actionhelden brachte Philippe de Broca in „Cartouche, der Bandit“ und in „Abenteuer in Rio“ zutage.

Seine Rollenvielfalt und ungebrochene Ausdruckskraft machten ihn für Melville zu einem der außergewöhnlichsten Schauspieler seiner Generation. Sein ewiger Rivale war Alain Delon. Doch an Belmondos komödiantisches Talent kam der Schönling nicht heran. Die Franzosen nannten Belmondo liebevoll „Bébel“. Für Delon gab es keinen Spitznamen.

03.11.1960, Italien, Rome: Der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo und die italienische Schauspielerin Claudia Cardinale nehmen an einer Cocktailparty in der Foreign Press Association teil. Foto: Mario Torrisi/AP/dpa

In den 1970er Jahren begann der durchtrainierte Schauspieler sich immer mehr als Komödiant und Actionstar zu profilieren. Dabei riskierte er auch Kopf und Kragen, denn er kam in den meisten Filmen ohne Double aus. Unerschrocken kletterte er an Strickleitern zu Helikoptern hoch und sprang über fahrende Züge. Als er sich in „Der Boss“ bei einem Stunt am Kopf verletzte, machte er mit seinen halsbrecherischen Unternehmen Schluss. Da war er 52.

Belmondo war kampferprobt. Das lehrte ihn nicht nur das Kino. Als Berufsboxer hatte sich der Sohn eines Pariser Bildhauers über das Wandertheater bis hoch in den Kino-Olymp gekämpft – um dann in den 1980er Jahren wieder tief auf die Erde zu fallen.

Als sich das Kino von ihm abwandte, kehrte er wieder zu seinen Anfängen zurück, dem Theater. Im Jahr 1991 erwarb er in Paris schließlich sein eigenes Schauspielhaus und verwirklichte damit einen Jugendtraum. Belmondo stand in mehr als 40 Rollen auf der Bühne.

Nicht nur vor der Kamera musste der Haudegen Schläge einstecken. Im November 1999 erlitt er in der westfranzösischen Stadt Brest auf der Bühne einen Herzanfall und im August 2001 auf Korsika einen Schlaganfall. Seine vier Kinder stammen aus den Beziehungen mit der Tänzerin Elodie Constantin und Nathalie Tardivel. Seine Liaison mit der rund 40 Jahre jüngeren Barbara Gandolfi endete 2012 nach vier Jahren mit einer Trennung.

„Unsterblich werden – und dann sterben“ sagte Belmondo in „Außer Atem§. Der Film dauert knappe neunzig Minuten. Aus Belmondo jedoch hat er eine Legende gemacht. (dpa)

Nachfolgend ein VIDEO mit den besten Kino-Momenten von Belmondo:

Eine Antwort auf “Gangster, Draufgänger und Actionheld: Filmlegende Belmondo im Alter von 88 Jahren gestorben [VIDEO]”

  1. Dr. geriatric Sommer aka Ganz besonders witzig

    Bébel – unvergesslich, unsterblich, zumal für uns – die wir ihn ja nur von der Leinwand usw. kennen – auch gleich noch einer der sympathischsten Stars aller Zeiten, vergleiche Montand, vergleiche Delon, vergleiche Berry, nicht wahr?

    Namhafte Filme gleich zu Dutzenden, kann man hier https://www.imdb.com/name/nm0000901/?ref_=nv_sr_srsg_0 mit den anglizisierten (?) Titeln nachlesen; meine Lieblinge: „Angst über der Stadt“ (Verneuil 1975), wg. „Es gibt immer was Neues auf den [Dächern der] Galeries Lafayette!“: das toppte noch jeden Bond bis heute, inkl. der Moore-Serie, und die war schon nicht schlecht! – tolle Trickaufnahmen, als Tricks noch nicht elektronisch zu machen waren! – und insbesondere „Frohe Ostern“ (Lautner 1984), denn da präsentierte die göttliche, barely legal Sophie M. ihre göttlichen Hupen!

    Meine Göttin, was für ein lecker Mädche, unfassbar! (Wenn ich meinen Oscar habe, frag‘ ich die, ob sie mich heiratet, ungelogen, und überhaupt: das Geheimnis, auch mit einer alten Frau verdammt glücklich zu werden, besteht darin, zu extra-, pardon, hier: intrapolieren! (Schafft man auch noch als Dementer: die großen Eindrücke der Jugendzeit vergisst man nie!)

    Wenn’s aber ein bisserl gênant seid, den Streifen aus solcherlei körpernahen Motiven zu gucken, dann sagt doch getrost eurer Umgebung (= „böse Alte“? vielleicht mal mit ein bisserl zärtlicher umgehen? und wofür isset Viagra denn eigentlich erfunden worden? und die Soutifs mit Loch in der Mitte sind zwar teurer aber auch besser als ganzen die für die jungen Pipimädchen!), ihr wolltet endlich mal lernen, was es mit der in der Filmbranche berühmt-berüchtigten „französischen Szene“ auf sich hat (fast wie die unvergleichlichen, wahnsinnigen Hupen ziemlich am Anfang, wenn die Ehefrau dazukommt: ein Régal für den Kenner! und für den nun wirklich Begriffsstutzigen: wenn sich lange, lange, lange Minuten der Schauplatz nicht ändert! (Kostensparen!)).

    Kennt’s doch noch von früher: „Ich lese den Playboy wg. der Interviews“! – und stimmt wie damals, denn wg. der Beaver Shots musste man sich anderweitig umsehen; ich erinnere mich nicht mal mehr an die Titel, aber alle ohne scheele Blicke erhältlich im Drugstore am Rond-Point, lang, lang ist’s her…

    Ach, meine liebe, gute Sophie: Wollen wir nicht lieber jetzt schon heiraten, statt erst in 3, 4 Jahren? (Gütertrennung geht klar!)

    P.S. Seinen Agenten, Lebovici, hat Bébel übrigens um 37 1/2 Jahre überlebt, und wenn man so ein netter Kerl ist wie Letzterer, dann hat man ein langes Leben auch verdient! (So, und jetzt brauch‘ ich ein Tempo!)

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