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„Nur Belgien hat es geschafft, Spaniens Verteidiger zu stressen – und hat als einziges Team getroffen“

10.07.2026, USA, Inglewood: Der Belgier Charles De Ketelaere (r/Nr17) erzielt gegen den spanischen Torhüter Unai Simon (l) das Tor zum 1:1. Es ist bisher das einzige Gegentor der Spanier bei dieser WM. Foto: Mark J. Terrill/AP/dpa

AKTUALISIERT – Wer wird Fußball-Weltmeister? Die Entscheidung fällt am Sonntag um 21 Uhr MESZ in East Rutherford zwischen Spanien und Argentinien. Noch nie zuvor hat in einem WM-Finale der Titelverteidiger gegen den Europameister gespielt.

– Weltmeister gegen Europameister: Argentinien hat die Chance, als dritte Nation der Turniergeschichte den Titel zweimal in Serie zu gewinnen. Das bis dato letzte Mal, dass das gelungen ist, war 1962 in Chile. Damals sicherten sich die Brasilianer um Pelé, die schon vier Jahre zuvor in Schweden gewonnen hatten, ihren zweiten WM-Titel. Italien war 1934 und 1938 Weltmeister geworden.

– Duell ohne große WM-Tradition: Erst einmal spielten Spanien und Argentinien bei einer Weltmeisterschaft gegeneinander – und das ist sehr lange her. 1966 in England setzte sich Argentinien in der Gruppenphase mit 2:1 durch. Das bis dato letzte direkte Aufeinandertreffen fand 2018 in Madrid statt. Für Argentinien war es ein Debakel. Die Spanier siegten mit 6:1.

10.07.2026, USA, Inglewood: Der Belgier Charles De Ketelaere (4vl) freut sich nach seinem Tor zum 1:1 mit den Teamgefährten. Foto: Andre Penner/AP/dpa

Eigentlich sollten sich die Teams von Spanien-Trainer Luis de la Fuente und Argentinien-Coach Lionel Scaloni bereits am 27. März in der Finalissima in Katar gegenüberstehen. Das Kräftemessen des Europameisters mit dem Südamerika-Champion fiel wegen des Iran-Kriegs jedoch aus.

– Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Titel: Das WM-Finale ist das achte Spiel Spaniens bei dieser XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko. Gegentore bislang: eins. War das 0:0 gegen Kap Verde zum Start ins Turnier noch Anlass für Hohn und Spott, hat die Welt längst eingesehen, dass der Europameister ein defensiv herausragendes Turnier spielt. „Einzig Belgien hat es im Viertelfinale einige Male geschafft, Spaniens Verteidiger zu stressen – und hat als einziges Team getroffen“, schreibt die Deutsche Presse-Agentur.

Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Titel: Torwart Unai Simon stellte mit 649 Minuten ohne Gegentreffer einen WM-Rekord auf, die 36 Jahre alte Bestmarke von Walter Zenga überbot er deutlich. Beendet wurde Simons Rekordserie im Viertelfinale durch den Belgier Charles De Ketelaere. (dpa)

Reporter-Legende Marcel Reif lobt belgische Nationalmannschaft: „Die goldene Generation ist weg, aber die nächste wächst heran“

Marcel Reif, deutsche Reporter-Legende, hat sich in seiner Sendung „Reif ist live“ auch mit dem Abschneiden der belgischen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada befasst.

Auf die Frage der Moderatorin, ob nach dem Ausscheiden der Belgier gegen Spanien für die belgische Fußball-Nationalmannschaft eine Ära zu Ende gehe, sagte Reif:

„Ja. Sie wollen es zwar nicht hören. Kevin De Bruyne springt Ihnen zwar an den Hals, wenn Sie vom Ende der goldenen Generation sprechen, aber es ist die Wahrheit.“

10.04.2026, Baden-Württemberg, Rust: Der Journalist und Kommentator Marcel Reif. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Allerdings fügte der 76-Jährige hinzu: „Die Belgier haben für ein kleines Land – wie die Schweizer und jetzt auch die Norweger – den Laden aufgemischt. Sie waren lange dabei, sie waren einmal sogar Dritter, auf jeden Fall immer nah dran. Man kannte jeden von ihnen. Aber irgendwann ist die Biologie stärker als das große Talent – es sei denn, du bist Messi oder Ronaldo.“

Weiter betonte der Journalist und Kommentator: „Kevin De Bruyne macht immer noch wunderbare Dinge. Aber du siehst, dass er nicht mehr die prägende Figur im Mittelfeld ist. Im Mittelfeld musst du laufen, laufen und laufen. Irgendwann fällt dir das Laufen eben schwerer.“

„Die Goldene Generation der Belgier tritt ab“, so Reif, „aber sie haben immer noch Talente. Du siehst, dass da etwas nachwächst. Natürlich sind so kleine Länder ein bisschen im Nachteil, denn aus einem Reservoir von 90 Millionen lässt sich im Prinzip leichter eine Nationalmannschaft formen als aus neun Millionen.“

01.07.2026, USA, Seattle: Der Belgier Kevin De Bruyne läuft über das Feld. Foto: Lindsey Wasson/AP/dpa

„Das zeigt aber auch, wie gut kleinere Länder wie Belgien oder die Schweiz arbeiten“, sagt Reif: „So lange dabei zu sein, das musst du erst einmal schaffen. Diese kleinen Länder können den Großmäulern jederzeit die Nase drehen.“

Abschließend betont die Reporter-Legende: „Der Vorteil in diesen kleinen Ländern – und das weiß ich aus meiner Schweizer Zeit – ist, dass sich diese Ligen als Verkaufsligen verstehen und deshalb auch ein 17- oder 18-Jähriger spielen darf. Bei uns ist einer wie Karl schon eine Sensation. Wir wären gut beraten, wenn wir uns an solchen Ländern ein Beispiel nehmen würden. Wenn du ein Talent bist, musst du auch die Möglichkeit bekommen zu spielen. Denn im Training allein wirst du nicht besser.“

Reifs Fazit: „Die goldene Generation der Belgier ist weg. Aber ich bin mir ziemlich sicher, die nächste Generation wächst heran.“ (cre)

10 Antworten auf “„Nur Belgien hat es geschafft, Spaniens Verteidiger zu stressen – und hat als einziges Team getroffen“”

  1. Ein alter Eupener

    Danke Herr Reiff, sie sind ein fairer Experte! Mit dem französischen Trainer wächst im kleinen Belgien neues Gold heran.
    Bei der WM 2030 lässt auch unser armer Torhüter zwei Minuten vor Schluss keinen Ball mir fallen.

    Ohnehin: Gegen die Franzosen von Dallas stünden wir im Finale.
    Zum Schwärmen: Sonntag Heimkehr womöglich als Weltmeister mit dem Pokal aus den Händen von FIFA-Betrüger Trump, Dienstag Nationalfeiertag ! Die Grand´Place versinkt im Bier.

    America first. Aux armes citoyens. Het leve de koning.

  2. Ich denke, dass Reiff sich nur wichtig machen will und sich mit solchen Worten ungefragt einschleimen möchte.
    Unsere Jungs sind ganz talentiert aber weit davon eine goldene Generation zu sein. Das Fell des Bären hängt höher als gedacht, Herr Reiff.

  3. Rundes Leder

    Keine Schande gegen Spanien verloren zuhaben! Dass ist schon eine Grosse Nummer, und wir zu klein und schwach im Vergleich!? weiter so, die welt dreht sich weiter, und der Ball ist und bleibt rund! Es kommen viele Jugendperlen in die Gänge! das macht Hoffnung!

    • besserwisser

      Jedes Spiel muss gespielt werden, und Belgien hat gezeigt das sie noch da sind, haben gekämpf und leider durch Tormwartwechsel es nicht geschafft. Hut ab, wir haben viel freude gehabt mit der Mixmannschaft, Binsicher das es weiterhin aufwärts geht

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