Notizen

Titelverteidiger Remco Evenepoel vor Vuelta-Start am Samstag: „Eine Etappe und am Ende ein Platz auf dem Podium“

11.09.2022, Spanien, Madrid: Remco Evenepoel aus Belgien vom Team Quick-Step Alpha Vinyl feiert nach seinem Gesamtsieg. Foto: David Pintens/BELGA/dpa

Tour-Sieger Jonas Vingegaard, Giro-Champion Primoz Roglic, Titelverteidiger Remco Evenepoel – zum endgültigen Spektakel fehlt bei der an diesem Samstag beginnenden Vuelta eigentlich nur Tadej Pogacar.

Beim offiziellen Fotoshooting der Spanien-Rundfahrt übte Jonas Vingegaard schon mal den Jubel. Wenn der Sieger der Tour de France am Samstag bei der 78. Vuelta a España von der Startrampe rollt, will er nicht einfach nur die Saison ausklingen lassen. „Ich werde alles versuchen, um diese Vuelta zu gewinnen“, sagte Vingegaard am Donnerstag.

11.09.2022, Spanien, Madrid: Remco Evenepoel aus Belgien vom Team Quick-Step Alpha Vinyl feiert auf dem Podium nach seinem Gesamtsieg. Foto: David Pintens/BELGA/dpa

Einen Tag zuvor war er mit einem großen gelben Koffer in Barcelona gelandet. Farblich muss er sich in den kommenden drei Wochen allerdings umstellen. Das Führungstrikot ist nicht gelb wie bei der Tour, sondern rot.

Zum ersten Mal fährt Vingegaard zwei große Landesrundfahrten in einem Jahr, in den vergangenen Wochen bereitete er sich in der Schweiz intensiv vor. Und weil es eben Neuland ist, geht Jumbo-Visma mit gleich zwei Radstars an den Start.

Neben Vingegaard ist Giro-Sieger Primoz Roglic der Co-Kapitän. Der Slowene hat die Vuelta bereits dreimal gewonnen – und der Gesamtsieg ist das große Ziel der Mannschaft. „Wir haben Italien und Frankreich erobert. Jetzt wollen wir auch Spanien“, teilte Jumbo mit.

Größter Widersacher dürfte Remco Evenepoel sein. Belgiens Ex-Weltmeister hat die Vuelta im vergangenen Jahr gewonnen. In diesem Jahr wollte das Wunderkind eigentlich beim Giro d’Italia triumphieren, doch ein positiver Coronatest stoppte ihn in Führung liegend. Das nervt ihn noch immer. „Das größte Ziel ist es, kein Covid zu bekommen“, sagte der 23-Jährige und grinste.

Für Evenepoel ist die Spanien-Rundfahrt in gewisser Weise ein Härtetest für das kommende Jahr, wenn er die Tour der France fahren will. In den Bergen Spaniens kann er sich schon einmal mit Vingegaard messen. Stapelt er deshalb tief? Evenepoels Ziel: „Eine Etappe und am Ende ein Platz auf dem Podium. Bei einer Grand Tour kann viel passieren.“

26.07.2023, Dänemark, Kopenhagen: Jonas Vingegaard, Sieger der Tour de France 2023, wird von seinen Fans empfangen. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa

Ohnehin fehlt nur der zweimalige Tour-Sieger Tadej Pogacar, um die Vuelta zu einem Jahrestreffen der weltbesten Rundfahrer werden zu lassen. In Geraint Thomas ist der Tour-Sieger von 2018 dabei, der in diesem Jahr beim Giro Zweiter war. „Das Podium wäre schön, aber ich möchte gewinnen. Dafür fährt man doch Rennen“, sagte der 37-Jährige.

Die Vuelta beginnt am Samstag mit einem Teamzeitfahren in Barcelona. Alles andere als ein Sieg von Jumbo-Visma wäre eine Überraschung.

Evenepoel wird am ersten Tag nicht im Trikot des Weltmeisters im Einzelzeitfahren zu sehen sein, weil es sich hier um ein Mannschaftszeitfahren handelt. An den anderen Tagen fährt er im Trikot des belgischen Landesmeisters, insofern er nicht das Rote Trikot des Gesamtfuhrenden oder eines der anderen Sondertrikots überstreifen darf.

Schon am dritten Tag steht in Andorra die erste Bergankunft an. Ein Spektakel dürfte die Ankunft auf dem Tourmalet am 8. September sein. Vier Tage später muss der gefürchtete Angliru erklommen werden. Die Schlussetappe findet rund um Madrid am 17. September statt.

Im Fernsehen kann man die Vuelta täglich auf Eurosport verfolgen. Zudem hat sich die RTBF, nachdem feststand, dass auch Evenepoel teilnehmen würde, Übertragungsrechte für sechs Etappen gesichert. (dpa/cre)

Die letzten Sieger der Vuelta

2022 Remco Evenepoel (BEL)
2021 Primoz Roglic (SLO)
2020 Primoz Roglic (SLO)
2019 Primoz Roglic (SLO)
2018 Simon Yates (GBR)
2017 Christopher Froome (GBR)
2016 Nairo Quintana (COL)
2015 Fabio Aru (ITA)
2014 Alberto Contador (ESP)
2013 Chris Horner (USA)
2012 Alberto Contador (ESP)

Die belgischen Gesamtsieger

2022 Remco Evenepoel
1977 Freddy Maertens
1973 Eddy Merckx
1971 Ferdinand Bracke
1960 Frans De Mulder
1947 Edouard Van Dyck
1936 Gustaaf Deloor
1935 Gustaaf Deloor

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