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Ecolo: Verwaltungsgebäude könnte 11,4 Millionen Euro kosten

Das neue Verwaltungsgebäude der Stadt Eupen an der Simarstraße ist für Karl-Heinz Klinkenberg von größter Bedeutung. Foto: OD

Das neue Verwaltungsgebäude der Stadt Eupen an der Simarstraße war Thema im Eupener Stadtrat. 3,27 Millionen Euro habe die Immobilie auf dem ehemaligen Kneipp-Gelände gekostet, wurde den Stadtratsmitgliedern von Seiten des Gemeindekollegiums mitgeteilt.

Das Grenz-Echo schreibt dazu auf seiner Internetseite: „Seitens der Opposition hagelte es Kritik für die Planung und Durchführung des Projektes, das sich lange dahin gezogen und um 33 Prozent verteuert hatte. Das Zahlenmaterial wurde gegen die Stimmen von Ecolo genehmigt. Die PFF sowie SP enthielten sich der Stimme, während das fraktionslose Mitglied Christophe Hennen mit der CSP stimmte. Die Wallonische Region soll zugesagt haben, auch die Mehrkosten im Rahmen des SAR-Projektes zu übernehmen.“

Nur Gebäudesanierung und Gartenanlage

Nach Angaben der Ecolo-Stadtverordneten Claudia Niessen liegen die Kosten für das neue Verwaltungsgebäude der Stadt deutlich höher. Niessen spricht von derzeit geschätzten 7,8 Millionen Euro, die verplant seien. Und bis zur Fertigstellung könnten die Kosten sogar auf 11,4 Millionen Euro steigen.

In einer Stellungnahme von Ecolo heißt es dazu: „Die in der Berichterstattung zum neuen Verwaltungsgebäude der Stadt Eupen erwähnten 3 278 946,01 Millionen Euro beziehen sich lediglich auf die Sanierung des alten Gebäudes und die Gestaltung der Gartenanlage. Rechnet man die Kosten für einen Keller und 1/3 Neubau hinzu, so sind derzeit 7,8 Millionen Euro verplant – es handelt sich hierbei wohlgemerkt um eine Schätzung. Nach dem Informationsstand von Ecolo sollte das Gesamtprojekt in seinen Ursprüngen aber 11,4 Millionen Euro kosten.“

 

7 Antworten auf “Ecolo: Verwaltungsgebäude könnte 11,4 Millionen Euro kosten”

  1. Frank Bosch

    Prädikat : „Absicht gut, Ausführung mangelhaft“. Das gilt übrigens für die meisten der vielen „angeleierten“ städtischen Projekte.
    Ein Fred Evers hätte sich nie an soviele Projekte gleichzeitig gewagt, auch wenn er von Anfang an gewusst hätte, dass er 24 Jahre am Ruder bleiben würde. Obwohl er Arbeit doch so gut delegieren konnte… Oder gerade deswegen? Denn die Verwaltung und die verantwortlichen Schöffen müssen es ja auch fachlich und zeitlich verarbeiten können, „damit hinten was rauskommt“…
    Evers kann aber noch so rudern und mit Zahlen um sich schmeißen, wie er das z.Z. tut : seine Verwirklichungen zur Aufbesserung der Lebensqualität in den Zentren von Oberstadt und Unterstadt kommen in 24 Jahren Amtszeit auch nicht nur ansatzweise an die in den letzten 12 Jahren – wenn auch z.T. kritikwürdig ausgeführten oder begonnenen – Projekte heran. Vielleicht sollte eine neue Koalition, inkl. der CSP, die Chance rehalten, in den kommenden 12 Jahren noch die begonnenen und die konkret geplanten Projekte durchzuziehen? Dann wäre auch ein Vergleich auf Basis von 24 Jahren Amtszeit möglich…

    • Streicher Hubert

      Ich stimme Ihnen zu, wer viel anpackt, kann auch bei vielen Sachen Fehler machen und für vieles kritisiert werden. Mehrheit und Stadtverwaltung haben u.a. die beiden über die SAR-Subsidien der Wallonischen Region zu 100% bezuschussten Projekte Verwaltungsgebäude und Sanierung Brauerei mit viel Aufwand betreut. Die WR übernimmt fast 6 Millionen Euro, in der Presse stehen die Mehrkosten (für Mehrarbeiten, die auch noch von der WR übernommen werden) im Vordergrund. Dass durch die Bemühungen von Mehrheit und Stadtverwaltung damit die Basis für das neue Verwaltungsgebäude gelegt wird und in der fast verfallenen Brauerei an der Bergstraße 11 neue Wohungen entstehen, wird kaum erwähnt. Die jetzige Mehrheit saniert 2 Industriebrachen mit Mitteln der WR, der Eupener Steuerzahler bleibt sich aus der Tasche, und dennoch hagelt es Kritik. Verstehe, wer will!
      Man ist ja bekanntlich nicht nur verantwortlich, für das was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut oder getan hat. Ich denke auch,der zweite Teil der Aussage belastet den jetzt um sich schlagenden damaligen Bürgermeister noch mehr als den ersten.

  2. Günter Dahlen

    Zitat : „…. der Eupener Steuerzahler bleibt sich aus der Tasche ….“
    Und woher kommt das Geld der Walloischen Region? Nicht vom Steuerzahler?
    Man hört zu oft „Es ist doch egal, denn die Kosten trägt die Wallonische Region“ oder die Zuschüsse kommen aus anderen Töpfen.

    In diesen Fällen sind es trotzdem unsere Steuergelder. Die kommen dann zwar über die Mehrwertsteuer oder Ähnliches in den Topf, aber im Endeffekt bezahlt der kleine Mann es doch.

    Das Wort Sparsamkeit kennt unsere lokale Polit-Prominenz nicht. KRISE ??? EGAL !!!!
    Und bei solchen Projekten wird nie jemand belangt. Weder die Personen, die falsch geplant haben. Noch die Personen, die die Aufsicht und das Sagen während eines Projektes haben.

    In der Privat-Industrie würde Köpfe rollen.

    • Werner Pelzer

      Dieses Vorgehen ist natürlich gewollt. Alle politischen Institutionen haben ihren eigenen Geldtopf. Obwohl dieser Geldtopf von ein und dem selben Steuerzahler ständig gefüllt wird, tun die Politiker so, als käme das Geld immer aus einer anderen Quelle. Dieses Hin- und Herschieben der Gelder zwischen den Institutionen dient sicherlich nur dem Zweck ordentlich Verwirrung zu stiften, um nachher dann keinen die Schuld nachweisen zu können, wenn irgendwo Miese gemacht worden ist.

    • Frank Bosch

      Mit der Krise und deshalb gebotener Sparsamkeit haben Sie natürlich Recht, Herr Dahlen. Dass aber eine Erweiterung des Rathauses nötig war ergibt sich doch alleine schon aus der Tatsache dass die Stadt bisher genutzte Räume und Gebäude fürs neue Justizzentrum abgeben muss. Ganz abgesehen von der Enge und Vielfalt kleiner Räumlichkeiten im alten Rathaus! Gehen sie z.B. mal in die Finanzabteilung/Kasse oder zum Sozialdienst für die Rente…. Wenn das PDG zusätzlichen Platzbedarf angemeldet hat (und erhalten wird), dann hat das der „Dienstleister Stadtverwaltung“ mit regem Publikumsverkehr das aber erst recht verdient!
      Klar das das viel Geld gekostet hat, und auch noch zusätzlich kosten wird. Auch die Abwicklung war nicht optimal. Auf jeden Fall wurde m.W. aber auf unnötigen „Luxus“ verzichtet, im Vergleich zum neuen Abgeordneten-Sanatorium mit seinem Anbau für Säle, die bei etwas Bescheidenheit „perfekt“ noch im Altbau unterzubringen waren…
      Was die Fördergelder aus der Wallonischen Region betrifft, so verhält sich das ähnlich wie bei den Geldern, für die sich der MP Lambertz – zu recht – stets rühmt, weil er sie aus den „Europäischen Töpfen“ heranholt. Oder wäre es Ihnen lieber, die Gelder der WR versinken im Moloch Charleroi (wo wahrscheinlich ohnehin eine Menge hingeht) und die Gelder der EU würden in griechischen Tavernen – ohne Mehrwertsteuer – verspeist … ?
      Man muss schon Gleiches mit Gleichem vergleichen und nicht zweierlei Maß anlegen, wie es einem in den Kram passt… Zuviel Geld wird sowohl bei der Stadt, als auch bei der DG für die beiden Projekte eingesetzt, bei den einen „malgré eux“ („unbeabsichtigt“ bei der Stadt, die eigentlich etwas einsparen wollte, aber für den Rest eine Kostensteigerung von 30% z.T. wegen mangelhafter Abwicklung verursacht), bei den anderen in voller Absicht (Sanatorium für 22,6 Mio statt der ursprünglich veranschlagten 11,2 Mio, ganz unbescheiden und ohne wirklichen Willen, substanzielle Einsparungen vorzunehmen). Who’s the best … ?

      • Streicher Hubert

        Mehrarbeiten haben natürlich Mehrkosten zur Folge, die aber nicht auf „mangelhafte Abwicklung“ zurückzuführen wird. Die Lastenhefte sehen vor, was am Ende abgerechnet wird und was als unvorhersehbare Kosten gilt. In diesem Falle waren es größtenteils Fundamente und zusätzlich gebaute Flächen, die aber vom Bauherr und vom Subsidiengeber genehmigt wurden. So wurden z. B bei der Sanierung des Brauereigebäudes Minderkosten von 131.388,45 € berechnet. Minderarbeiten haben Minderkosten zur Folge, Mehrarbeiten Mehrkosten.
        Herr Dahlen, was heißt hier sparsam, hier brauchen keine Köpfe zu rollen, hier gibt es Lastenhefte, Ausschreibungen Abnahmen, daran hat sich jeder zu halten, so hier geschehen.

  3. Günter Dahlen

    Zitat :
    …..“Was die Fördergelder aus der Wallonischen Region betrifft, so verhält sich das ähnlich wie bei den Geldern, für die sich der MP Lambertz – zu recht – stets rühmt, weil er sie aus den “Europäischen Töpfen” heranholt. Oder wäre es Ihnen lieber, die Gelder der WR versinken im Moloch Charleroi (wo wahrscheinlich ohnehin eine Menge hingeht) und die Gelder der EU würden in griechischen Tavernen – ohne Mehrwertsteuer – verspeist … ?“
    .
    Na dann mal los und das Geld raushauen. Sind wir ja froh dass aktuell jeder so über diese “Europäischen Töpfe” denkt.
    Bevor die anderen es bekommen, finden wir bestimmt noch einige interessante Stellen bei uns wo wir das Geld verbrennen können.
    Und keinen kümmert es da es nicht aus dem DG Haushalt kommt.
    .
    Ich stimme zu, dass das für die Verwaltung mehr Platz benötigt wird. Aber für die Mehrkosten und die lapidare Begründung „Es sind ja nicht unsere Gelder“ habe ich kein Verständnis.

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