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„Etwas zu schnell ist zu schnell!“: Auch „kleine Raser“ sind gefährdet

Ein Plakat der neuen Kampagne für mehr Verkehrssicherheit an der Autobahn E40 zwischen Eupen und Eynatten. Foto: OD

Dass im Straßenverkehr den Rasern das Handwerk gelegt werden soll, darin sind sich alle einig. Eine kleinere Überschreitung des Tempolimits jedoch wird von vielen Bürgern mehr oder weniger geduldet – zu Unrecht, wie Experten meinen, denn die Folgen für „kleine Raser“ können schlimm sein.

Der wallonische Verkehrsminister Maxime Prévot (CdH) und die Wallonische Agentur für Verkehrssicherheit (AWSR) haben deshalb unter dem Motto „Etwas zu schnell ist zu schnell!“ eine neue Sensibilisierungskampagne gestartet, die daran erinnern soll, dass „nur etwas zu schnell fahren“ schwerwiegende Folgen haben kann.

Wenn alle Autofahrer 10 km/h schneller fahren würden als zugelassen, würde es Schätzungen zufolge 50% mehr Tote geben würde.

Wenn man die Bürger fragt, ab wann ein Autofahrer ihrer Ansicht nach zu schnell fährt, stellt man fest, dass die Duldung von Geschwindigkeitsüberschreitungen von maximal 10 km/h ziemlich groß ist.

9 von 10 Fahrern in der Wallonischen Region sind der Meinung, dass 130 km/h statt 120 km/h auf der Autobahn nicht zu schnell ist. Für die Regionalstraßen mit Tempolimit 90 km/h sind 7 von 10 befragten Personen der Ansicht, dass eine Geschwindigkeit von 100 km/h nicht zu schnell ist. Jeder zweite Einwohner der Wallonie ist der Ansicht, dass 60 km/h statt 50 km/h in Ortschaften nicht zu schnell ist.

Ein Schild in Kettenis kündigt eine Radarkontrolle an. Foto: OD

Ein Schild in Kettenis kündigt eine Radarkontrolle an. Foto: OD

Etwas zu schnell zu fahren als erlaubt, ist auf dem Gebiet der Polizeizone Weser-Göhl weit verbreitet. Eine Auswertung der präventiven Starenkästen in den Gemeinden Eupen, Kelmis, Raeren und Lontzen hat ergeben, dass dort, wo eine Geschwindigkeit von 50 km/h erlaubt ist, 85% der Autofahrer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 58 km/h unterwegs sind. Somit bestätigt sich in der Praxis, dass die Autofahrer auf den Straßen im Norden der DG gegenüber „kleinen“ Geschwindigkeitsüberschreitungen ebenfalls zu nachsichtig sind.

Die Plakate der neuen Kampagne kann man bereits an verschiedenen Stellen sehen, beispielsweise auf der Autobahn E40 zwischen Eupen und Eynatten. Vorgesehen sind zudem Radiospots, Kleinplakate in den Toiletten von Diskotheken, Bars, Kinos, Cafés und in Tankstellen, ein Online-Bußgeldrechner und zwei Videoclips über Bremswege und über die Auswirkungen von Kollisionen bei relativ geringer Geschwindigkeit, und zwar anhand von Crashtest-Bildern, die von Euro NCAP zur Verfügung gestellt wurden. (cre)

 

15 Antworten auf “„Etwas zu schnell ist zu schnell!“: Auch „kleine Raser“ sind gefährdet”

  1. Danke für’s Bild vom Plakat.
    Habe das eben, als ich dran vorbei fuhr, garnicht richtig lesen können.
    Bei 210Km/h noch lesen ist vielleicht auch ein bisschen viel verlangt.
    Könnte man nicht alle 100 Meter ein Plakat mit jeweils nur einem Wort aufstellen, dann wäre es einfacher zu lesen.

  2. Der Einarmige Bandit aus dem Ourtal

    Hand aufs Herz , solange keine permamenten und effektvollen Polizeilichen Alkohol und Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden nützt dieser ganze Zirkus überhaupt REIN – GARNICHTS . Traurig kann man nur feststellen , wie auf unseren Strassen immer mehr von diesen Rowdies unterwegs sind und bei diesen Leichtgeladenen Zeitgenossen , besteht nicht immer einen Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls . Gerade solche Typen , welche die Fresse bis hinter beiden Ohren aufreissen , sind und bleiben eine grosse Gefahr für die Allgemeinheit und dem muss abgeholfen werden .

    • Das ist richtig, aber wer soll kontrollieren? Wir haben mehr Politiker als Polizisten. Zum Einen sollen die Drecksschweine von Djihadiaten überwacht werden, dann die unzähligen Einbrecher und noch die Geschwindigkeitsübertreter. Wie soll das gehen?

    • systray0

      Es ist schlicht und einfach nicht richtig.
      Die Unfallzahlen gehen seit Jahren runter, statt rauf. Muss man jetzt an jeder Ecke einen Polizisten platzieren? Das kann doch nicht die Lösung sein.

  3. systray0

    Ës wird zuviel gerast, das stimmt. Aber ich möchte mal einen Beweis für diese Behauptung: „Wenn alle Autofahrer 10 km/h schneller fahren würden als zugelassen, würde es Schätzungen zufolge 50% mehr Tote geben würde.“.
    Oder ist das einfach nur Teil der Präventionsirrationalitäten, die man kritiklos so übernehmen muss? Zudem: Auf welche Zahlen basiert man sich da? Wie hat man dies fest gestellt?
    Klar ist der Bremsweg länger, war man 10 km/h zu schnell war, aber 50% mehr Tote?

  4. positiv denken

    Na ja, wenn man mit 50Km/h rumfährt, bildet sich hintereinem sehr bald eine Schlange und man kann im Rückspiegel den Pickel auf der Nase des Hintemannes erkennen.
    Ob das Gedrängel und anschliessenden oft riskanten Überholmanövern der Sicherheit zuträglich sind, würde ich mal bezweifeln

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