Politik

Malu Dreyer gegen Julia Klöckner: Spannendes Frauenduell bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Malu Dreyer (links) und Julia Klöckner (rechts) lieferten sich ein spannendes Duell in Rheinland-Pfalz. Foto: dpa

Am 13. März kommt es bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zu einem spannenden Duell zwischen zwei starken Frauen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) strebt eine weitere Amtszeit an. Ihre Herausforderin Julia Klöckner (CDU) will das Kunststück fertigbringen, die SPD nach einem Vierteljahrhundert aus der Staatskanzlei in Mainz zu vertreiben.

Die jüngste Wahlumfrage lässt vermuten, dass sich nach dem 13. März die politische Landschaft in Rheinland-Pfalz stark verändern wird. Die Rechtspopulisten der AfD könnten noch vor den Grünen die drittstärkste Kraft werden.

Aus dem Drei-Parteien-Parlament wird wohl eine Fünf-Parteien-Versammlung (mit AfD und FDP), und am Ende kann gut sein, dass sich die beiden Spitzenkandidatinnen Dreyer und Klöckner auf eine Koalition einlassen müssen, die beide nicht wollen, nämlich auf eine große von CDU und SPD.

Knapp drei Wochen vor der Wahl ist das politische Klima äußerst angespannt. Nach dem Hickhack um eine Beteiligung der beiden Frontfrauen Dreyer und Klöckner an der Fernsehdebatte vom 10. März, an der Dreyer wegen der AfD nicht teilnehmen will, während ihre Kontrahentin Klöckner erst absagte, dann aber doch zusagte, wird der Ton rauher.

Für Polemik sorgten diskriminierende Äußerungen des Koblenzer CDU-Lokalpolitiker Daniel Wilms auf Facebook über SPD-Ministerpräsidentin Dreyer, die an Multipler Sklerose erkrankt ist und immer wieder auf die Unterstützung eines Rollstuhls angewiesen ist.

Die beiden Spitzenkandidatinnen Julia Klöckner (links) und Malu Dreyer (rechts) zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Flüchtlingspolitik im rheinland-pfälzischen Wahlkampf eine zentrale Rolle spielt. Foto: dpa

Die beiden Spitzenkandidatinnen Julia Klöckner (links) und Malu Dreyer (rechts) zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Flüchtlingspolitik im rheinland-pfälzischen Wahlkampf eine zentrale Rolle spielt. Foto: dpa

Wörtlich schrieb Wilms: „Will die SPD im Land nun auf der behinderten Mitleidsschiene für Frau Dreyer fahren, anstatt mit Leistung, Inhalten und Verantwortung für ihr Handeln? (…) Am Ende klagt ihr Socken noch nach dem Landesbehindertengesetz auf Gleichstellung!! Schämt euch … eure Dreyer soll besser Erwerbsminderungsrente beantragen und abtreten.“

Die CDU hat sich inzwischen von den polemischen Äußerungen ihres Mitglieds distanziert und erwägt sogar ein Parteiausschlussverfahren gegen den Krawallmacher aus den eigenen Reihen.

Das den ganzen Wahlkampf beherrschende Thema ist die Flüchtlingsfrage, in der CDU-Spitzenkandidatin Klöckner neuerdings deutlich auf Distanz geht zu Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Stellvertreterin sie in der Bundes-CDU ist.

Klöckner fordert jetzt vehement mangels eines Verteilungsschlüssels auf EU-Ebene deutsche Sofortmaßnahmen wie zum Beispiel Grenzzentren und Tageskontingente für Asylbewerber nach österreichischem Vorbild.

Auch in Ostbelgien dürfte der weitere Verlauf des Wahlkampfs in Rheinland-Pfalz mit großem Interesse verfolgt werden. Immerhin gehören die DG und das Land Rheinland-Pfalz, an das der Süden des Gebiets deutscher Sprache in Belgien direkt grenzt, der Großregion Saar-Lor-Lux an. Die Beziehungen zwischen Eupen und Mainz sind freundschaftlich und eng. (cre)

36 Antworten auf “Malu Dreyer gegen Julia Klöckner: Spannendes Frauenduell bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz”

    • Was wollen wir mit netten Damen in der Politik?
      Früher gab es in Deutschland Politikerinnen wie Frau Hamm – Brücher, Frau Renger oder Frau Süssmuth ( um mal aus jeder relevanten Partei eine zu nennen). Die waren zwar keine Augenweide aber was sie zu sagen hatten war es wert gut zuzuhören. Was will ich mit einer Politikerin die nur gut aussieht aber ansonsten Allgemeinplätze und Worthülsen absondert?
      Frau Klöckner hat schon heute Angst um ein Amt in das sie noch gar nicht gewählt ist. Was ist daran nett?

    • Thema Frauen: möglich, jedoch nicht sicher, dass in der DG, Frauen (noch immer) diskriminiert werden z.B. Kinderbetreuung, will Papa sich entsprechend engagieren, damit Mama politisch tätig sein kann. Man könnte noch „zig“ andere Punkte anbringen, die ein weibliches Engagement zumindest erschweren.

    • IDEE FIX

      Da kennen Sie Frau Klöckner aber schlecht. Ich habe sie mal zufällig auf SWR gesehen. Sie hat, als Oppositionsführerin die Politik der Mehrheit dermaßen vernichtet und zwar mit Argumente und Fakten, dass Frau Dreyers Gesicht nicht nur immer länger wurde, sondern auch regelmäßig von Farbe wechselte, wie ein Kamelneon. Die hat es echt drauf.

    • Ostbelgien Direkt

      @Wahrheit: Natürlich sind wir in Belgien, aber die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz interessiert die Leute hier genauso wie die nächste Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Auch wenn man Belgier ist und in Belgien wohnt, kann man sich trotzdem dafür interessieren, was auf der anderen Seite der Grenze geschieht, zumal die meisten Menschen in der DG eh abends einen deutschen Fernsehsender einschalten. Hier geht es nicht um die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt oder Baden-Württemberg, sondern um die Wahl direkt nebenan in Rheinland-Pfalz. Gruß

      • Frankenbernd

        Stimme Ihnen da vollkommen zu. Aber das die politische Berichterstattung hier sehr ‚deutschlastig‘ ist, steht ausser Frage. Wohl wegen der von Ihnen angesprochenen ‚Deutschorientierung‘ der Ostbelgier in Sachen Medien. Andererseits sind wir aber in Belgien und da waere ein bischen mehr Berichterstattung ueber die politischen Ereignisse in Bruessel auch hilfreich, nicht nur wenn generalgestreikt wird. Letztlich wird dort ueber das Schicksal unseres Landes entschieden und nicht in Berlin, D’dorf und Mainz. Und Krisen und Probleme, die den Bestand unseres kl. Landes seit ewig und staendig bedrohen, haben wir ja nun genug. Da gibts viel zu berichten.

        • Ostbelgien Direkt

          @Frankenbernd: Im Gegensatz zu Grenz-Echo und BRF, die mit staatlichen Mitteln gefördert werden, hat „Ostbelgien Direkt“ keinen Auftrag. Wir haben also keine Verpflichtung, über etwas zu berichten, was nur wenige Leser interessiert (was man ja als Online-Magazin schnell feststellen kann, denn Zahlen lügen nicht). Das ist das Privileg der wenigen Medien in unserem Land, die nicht unter der Knechtschaft staatlicher Zuschüsse stehen. Andererseits ist es ja nicht so, dass OD nur über Belgien schreibt, wenn es einen Generalstreik gibt. Wenn in Brüssel oder Namur Beschlüsse gefasst werden, von denen die Menschen in der DG betroffen sind, dann berichten wir auch darüber. Trotzdem sind eine Landtagswahl in einer deutschen Nachbarregion und ein Bundesligaspiel bei uns von größerem Interesse als das Hickhack um den Bürgermeister von Linkebeek oder ein umgestürzter Baum in Westflandern. Wie gesagt, das ist meine Meinung. Sie können natürlich anderer Meinung sein und diese auch hier zum Ausdruck bringen. Ist ja interessant, auch mal über solche Themen öffentlich zu diskutieren. Das hilft immer, den eigenen Standpunkt noch einmal kritisch zu hinterfragen. Gruß

          • Dann soll OD mal über Belgische themen berichten die interessant sind und wo so gut wie nicht über geschrieben wird. Aber das ist ja Arbeit für die Redaktion. Berichte sammeln ist keine kunst.

      • Zappel Bosch

        Einverstanden, Herr Cremer. Gerade diese zwei Bundesländer (NRW und RP) sind bzw. sollten unsere bevorzugten und hauptsächlichen „Auslandsbeziehungen“ sein, genauso wie Luxemburg und NL-Limburg. Die Provinzen B-Limburg, Lüttich und B-Limburg gehören auch dazu. Der Rest darüber hinaus (einschl. unserer Vertretung in Berlin) ist einfach eine Anmaßung unserer großkopferten Politiker, vor allem solcher aus der rezenten Vergangenheit….
        Was dort passiert interessiert viele Menschen hier. Leider hört man hier nur (zu)wenig von den „Waisenkindern“ B- und NL-Limburg. Nur bei der Entlassung des KHL-„pote“ und Direktors der Euregio Maas-Rhein haben die Niederländer sich mal heftigst bemerkbar gemacht… (die EMR ist nämlich eine Gesellschaft niederländischen Rechts). Da war KHL bei der Anstellung wohl ein wenig zu schnell gewesen…

  1. Mit 66 Jahren da hat man Spaß daran

    Also, die beiden jungen Damen sehen ja wirklich unverschämt gut aus. Die Julia Klöckner allerdings noch ein bisschen unverschämter !
    Die Malu Dreyer werde ich trotz ihres schönen Namens nicht wählen. Was mir an ihr missfällt, ist, dass sie sichtbar zwar gerne in der Nase bohren würde, diese Neigung aber scheinbar unterdrücken möchte, ohne auch nur die geringste Chance, es zu schaffen. Typische moralistische SPD-Puritanerin halt ! Da ist mir die lebensfrohe, Lust-zugewandte und noch unverschämtere Julia Klöckner doch bedeutend lieber.
    Übrigens @ Eastwind: auch wir haben solche Politikerinnen: Jadin-Sisters, Weyckmans, Moeres, Schifflers, …. , öööh, wen noch ?

  2. Frau Mahlzahn

    Es ist wie immer. Politiker-innen sind nett und hübsch und wie oben beschreiben nur gut wenn sie männlich arbeiten. Es fehlt eindeutig etwas weibliches in den politischen Entscheidungsfindungen. Ohne Merkel wäre die Flüchtlingskriese männlicher entschieden worden und nicht besser.

  3. Mit 66 Jahren da hat man Spaß daran

    Ohne Merkel wäre vor allen Dingen die Flüchtlingskrise keine Krise (wenigstens nicht in unseren eigenen Ländern), weil diese UNZAHL an „Flüchtlingen“ nicht hier wären.
    Merkel war zehn Jahre äußerst erfolgreich, weil sie während 10 Jahren „männliche“ politische Entscheidungen getroffen hat, z.B. wie sie Dr. Helmut KOHL abserviert hat, oder zu Guttenberg, oder Chavan (die Dame machte „weibliche“ Politik und konnte sich deshalb mit der „männlichen“ Bundeskanzlerin Dr. Merkel nicht halten), oder Familienministerin Dr. Bettina Schröder (wohl die „weiblichste“ Politikerin, die Dr. Merkel je in ihrem Kabinett hatte), … .
    Wäre Merkel eine „weibliche“ Bundeskanzlerin, wäre die Flüchtlingskrise ebenso „männlich“ entschieden worden, weil dann diese „weibliche“ Kanzlerin seit mindestens 6 Jahren jetzt schon „weg vom Fenster“ wäre.

  4. Wolfgang

    Die Dreyer wuerde Ich nicht waehlen,gehoert noch zu dem alten Kluengel , siehe Kurt Beck und der Nuerburgring ( ueber eine halbe Milliarde in den Sand gesetzt und dann verkauft fuer ein paar Millionen )

    • Wolfgang, war unser Ex MP nicht gut befreundet mit dem Beck? Ja was der alles im Sande gesetzt hat. Und das als verantwortlicher Landesvater. Und jetzt ist er in wohl verdienter Rente. Ohne Worte.

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