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Neues Wetzlarbad nimmt Gestalt an: „Alles läuft nach Plan“ [Fotogalerie]

Blick in die Innenarchitektur des neuen Wetzlarbads. Foto: Edgar Hungs

In den Sommermonaten 2018 können die Eupener wieder das Wetzlarbad nutzen. So sieht es auf jeden Fall die Mehrheit im Eupener Stadtrat vor. Dann soll das neue Kombibad seiner Bestimmung übergeben werden. Zusammen mit dem Eupener Sportschöffen Werner Baumgarten besichtigte „Ostbelgien Direkt“ den neuen Gebäudekomplex im Ortsteil Hütte.

„Derzeit läuft alles nach Plan, sodass einer ersten Badesaison im kommenden Jahr ab den Sommerferien nichts mehr im Wege steht“, äußerte sich Sportschöffe Werner Baumgarten (SPplus) in einem Gespräch mit „Ostbelgien Direkt“.

Ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Auswahl eines neuen Konzessionärs. Insgesamt vier Unternehmen haben sich an der Ausschreibung beteiligt. Nun haben diese bis zum 10. Januar 2018 Zeit, ein Marketingprojekt zu hinterlegen. Auf dieser Grundlage wird der Zuschlag erteilt werden.

Foto: Edgar Hungs

„Unterhalt und Betrieb werden in Zukunft in der Hand des neuen Betreibers liegen. Dies vor dem Hintergrund, dass die Stadt Eupen nur noch einen Ansprechpartner hat und die Kommunikation einfacher wird“, ist Baumgarten von dem neuen Konzept überzeugt.

„Die Stadtverantwortlichen gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass es jährlich ein Defizit geben wird. Auch wenn die Eintrittspreise höher veranschlagt werden als in der Vergangenheit, wird das neue Bad rote Zahlen schreiben“, so der Sportschöffe.

Obwohl die Einnahmen fester Bestandteil der neuen Marketingstrategie sind, wird der Stadtrat die Höhe des Eintritts festlegen. Damit wird zukünftig jedes Stadtratsmitglied darüber entscheiden müssen, welcher Preis dem Besucher zumutbar ist und wie die Bilanzrechnung am Ende des Geschäftsjahres aussieht.

Baumgarten: „Bad immer defizitär“

Nachfolgend das Gespräch mit dem Sportschöffen Werner Baumgarten:

OD: Wer wird ein mögliches Defizit der Bilanz ausgleichen?

Eupens Sportschöffe Werner Baumgarten im Innern des neuen Wetzlarbads. Foto: Edgar Hungs

Werner Baumgarten: Ein Bad ist immer ein Defizitgeschäft. Eine Ausnahme sind lediglich die rein kommerziell geführten Freizeitparks. Das Hallen- und das Wetzlarbad schreiben von je her ein Defizit. Dieses ist auch unter den vergangenen und dem jetzigen Konzessionär von der Stadt ausgeglichen worden. Zusätzlich kam die Stadt auch für den Unterhalt, die Technik, die Reparaturen, …. auf. Auf Grund von Wetterlagen, Reparaturarbeiten oder Investitionen schwankte das Defizit jährlich. Der neue Konzessionär wird einen Bewirtschaftungsplan vorlegen, der alle Parameter beinhaltet und so sein zu erwartendes Defizit beziffern.

OD: Werden die Eintrittspreise jährlich angepasst?

Baumgarten: Die Eintrittspreise sind einer der Parameter, die ein Defizit bestimmen. Diese werden bei der Vergabe der Konzession über die verschiedenen Gremien (Tilia Direktionsrat, Gemeindekollegium) auch durch den Stadtrat festgelegt. In der Folge werden diese Preise „indexiert“. Die Eintrittspreise sind somit grundsätzlich festgelegt. Stadt, Tilia und Konzessionär müssten bei einem Abänderungswunsch dann wieder durch alle Gremien, einschließlich Stadtrat.

OD: Entscheidet der neue Konzessionär über die Planstellen im neuen Wetzlarbad?

Bis zur Eröffnung bleibt noch viel zu tun. Foto: Edgar Hungs

Baumgarten: Selbstverständlich macht er das. Das war auch unter den vergangenen und dem jetzigen Konzessionär nicht anders. Er geht im Rahmen der Konzessionsvergabe die Verpflichtung ein, das notwendige, qualifizierte und geschulte Personal einzustellen, damit er alle geltenden Sicherheitsvorschriften einhalten kann. Der neue Konzessionär hat die Verpflichtung, das bestehende Personal, welches augenblicklich für den „alten“ Konzessionär arbeitet, im neuen Betrieb einzustellen, also zu übernehmen. Ich gehe davon aus, dass zusätzliches Personal benötigt wird.

OD: Was beinhaltet der Eintrittspreis?

Baumgarten: Das kann ich zurzeit gar nicht sagen. Die Anwärter auf die neue Konzession werden uns ihr Konzept vorlegen. Darin spielen die Eintrittspreise natürlich eine wichtige Rolle. Man kann sich viele Unterteilungen vorstellen. Aber warten wir ab, was uns vorgelegt wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass so viel Neues gar nicht auf uns zukommt. Ein Blick in andere, ähnlich strukturierte belgische Bäder verrät sicherlich schon einiges.

Was wird aus altem Hallenbad?

Soweit das Interview mit Sportschöffe Werner Baumgarten. Mit der Eröffnung des neuen Kombibads wird das alte Hallenbad am Stockbergerweg schließen. Der Eupener Turnverein (ETV) sieht hier die Möglichkeit, endlich eine eigene Turnhalle zu erhalten.

Sportschöffe Baumgarten weiß um die Anliegen und Bedürfnisse der Eupen-Ketteniser Sportvereine. Dabei steht auch die Idee einer erweiterten Sportanlage rund um das alte Hallenbad. Aus diesem Grund wurde von städtischer Seite vor zwei Jahren eine Arbeitsgruppe „Zukunft Stockbergerweg“ ins Leben gerufen.

Beteiligt sind neben der Stadtverwaltung und der Sportkommission auch die Gemeinderegie Tilia, externe Berater und Sportakteure. Eine sinnvolle Nutzung des alten Sportgeländes soll ausgelotet werden. Die Ausarbeitung eines sportlichen Infrastrukturprojektes wird im Laufe des kommenden Jahres fertiggestellt. Sollten alle Instanzen mitspielen, könnte bereits 2019-2020 mit der Realisierung begonnen werden. EDGAR HUNGS

Nachfolgend eine kleine Fotogalerie mit Bildern vom neuen Wetzlarbad innen und außen (zum Vergrößern Bild anklicken):

  1. Ekel Alfred

    Die ehemalige Stiftung von Robert Wetzlar „WETZLARBAD“ ist zu einer traurigen Gestalt verkommen….fehlt nur noch das man für dieses monotone Betonwerk den Namen „WETZLARBAD“ beibehält….eine grössere Entehrung eines Stifters kann es nicht geben….

  2. Saunagänger

    Mir kommt gerade ein Gedanke: Wenn das Wetzlarbad zum Hallebad wird, dann hätte man auch einen Wellnessbereich vorsehen können. Im Moment fahren die Belgier alle nach Aachen und Roetgen in die Therme. Natürlich ist ein Schwimmbad immer defizitär, aber der Wellnessbereich bringt (vielleicht) was Geld rein.

  3. sieht nicht so aus als sei das Becken draussen sehr gross und auch nicht viel Liegewiese. Sollen die Leute sich ins Wasser stellen und den nächsten vielleicht noch „Huckepack“ nehmen, damit jeder mal ins Wasser kann? Schade wieder kein Freibad

    • Oh mein gott.....

      @Olaf, leider kann ich Ihren EIndruck nur bestätigen. Ich bin vor 2 Wochen mal schauen gegangen. Das Außenbecken ist wirklich sehr sehr klein. Würde schätzen nicht mal die Hälfte das alten Becken. Vielleicht liege ich falsch, würde gerne mal genau Zahlen hören, Abmessung altes und neues Becken. aber wenn das nun das so hoch gepreisene Kombi-Bad sein soll, dann gute Nacht.
      Schade, ich denke es sit eine gute Chance verpasst worden.

    • Oh mein gott.....

      Mal schauen wenn alles fertig ist. Zur Grösse das Außenbecken habe ich bereits unten geschrieben, aber zur Aussage des Herrn Baulgarten „Bad immer defizitär“ kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Dies sind Aussagen von Menschen welche nicht mit ihrem eigenen Geld wirtschaften müssen, sondern nur mit Geld von anderen und wenn es nicht mehr da ist wird sich neues besorgt (Steuern).
      Warum wurde hier nicht mal zusammen gearbeitet, Kelmis baut sich eine Pfütze welche Rote Zahlen schreibt, Eupen ist dabei eine etwas grössere Pfütze zu bauen welche jetzt schon rote Zahmlen schreibt usw. Warum nicht die Kräfte der 4 Gemeinden (Eupen – Raeren – Kelmis – Lontzen) zusammen bündeln und an einer Stelle zentral gelegen etwas vernünftiges zu palenen und bauen, Nein jeder will wieder der Tollste, Beste und Grösste sein und am Ende hat jeder was Kleines aber nichts Vernünftiges, Schade.
      Aber alssen wir uns mal überraschen und hoffen das für alle das Bad dieses Frühjahr oder Sommer öffnen wird.

  4. Es wird bei der Stadt alles rumgedreht und geschaut, wo man nur sparen kann (diesen Bericht hat doch Herr Hunger letzte Woche gemacht). Mit Stolz hat er verkündet, welche Einsparungen die jetzige Mehrheit umsetzen konnte, um diese dann in so einem Projekt in den nächsten Jahren um ein Vielzahl mehr rauszuhauen… Aber hier kann man ja in der DG sich brüsten, also wird nicht gekleckert und keine kleinen Brötchen gebacken, sondern geklotzt…
    Ich finde dieses Projekt einfach übertrieben und total am Ziel vorbei geschossen! Ein einfaches Bad (Außen und Innen) hätte es auch getan. Wird denn wirklich gemeint, dass 1000ende Leute in den nächsten Jahren mehr nach Eupen kommen? Das wird in den ersten 2 Jahren vielleicht so sein, aber dann schwindet es wieder.
    Die Aussage von Herr Hunger, dass keine Großinvestitionen mehr getätigt werden können in den nächsten Jahren kann ich gut glauben, dass ganze Geld wird hierfür gebraucht!

    Wo bleiben die Hallen für die Turner/innen, weitere Fußballplätze für die riesige gemeinsame Jugendabteilung, eine weitere Halle für den Handballverein, eine Unterkunft für den Boxklub – um nur ein paar Eckpfeiler der Eupener Sportwelt zu nennen!

    Es fehlt mir hier auch eine klare Vision – wo will man hin? Was will man unternehmen?
    Jetzt bitte keiner kommen, dass die aktuelle Mehrheit Visionen hat! Wegen sensationeller Vision in und um Eupen, findet man in Eupen’s Kneipen und Nachleben fast kein Durchkommen mehr :-)

  5. Die Neue Ordnung

    Der Buerger ist damit informiert. Es gibt ein Defizit. Kein Problem, wir haben ja den Steuerzahler. Schade, dass der vor lauter Arbeit keine Zeit hat ins Bad zu gehen. Das bleibt den anderen vorbehalten. Eine andere Art der Umverteilung. Waren diese Ausgaben wirklich noetig?

    • BadeMeister

      Das Unternehmen erzielt seine Gewinne aus teilen der Eintritte, und zu einem Großteil von Schwimmkirsen für Kinder und Erwachsene die gut uns gerne 8€ die Stunde kosten.
      Die Vereine müssen natürlich auch eine Miete zahlen. Der künftige Betreiber denke ich muss nicht die komplette Energie bezahlen so ist es auch jetzt geregelt daher auch die Verluste für die Stadt Eupen.
      Ob es was aus Gastronomie gibt bleibt abzuwarten das Cafe jedenfalls muss vom neuen Betreiber eingerichtet werden, sprich komplettes Inventar mit Küche gut und gerne sprechen wir hier von mindestens 80.000€ die wieder und nur von Badegäste einzuholen gestaltet sich für mich als schwierig an.
      Kelmis hat auch so eine Fläche die bis heute ungenutzt ist.
      Abwarten und Tee trinken….

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