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Britischer Premierminister Johnson aus Klinik entlassen

12.04.2020, Großbritannien, London: Polizisten steigen vor dem St. Thomas-Krankenhaus im Zentrum Londons in ein Fahrzeug. Der britische Premierminister Johnson ist am Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa

AKTUALISIERT – Der britische Premier Boris Johnson ist am Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er werde auf Anraten der Ärzte aber nicht sofort wieder mit seiner Arbeit beginnen, teilte ein Regierungssprecher in London mit.

Johnson wolle allen im St. Thomas‘ Hospital für die „brillante Pflege» danken, die er erhalten habe, so der Sprecher. Der 55-Jährige werde sich auf dem offiziellen Landsitz des Premiers, Chequers in der Nähe von London, erholen.

Schon am Vortag hatte sich Johnson bei den Mitarbeitern des St. Thomas‘ Hospitals bedankt. „Ich kann ihnen nicht genug danken. Ich verdanke ihnen mein Leben“, sagte der Premier in einer knappen Mitteilung am späten Samstagabend.

12.04.2020, Großbritannien, London: Polizisten stehen vor dem St. Thomas-Krankenhaus im Zentrum Londons. Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa

Wie die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, erhielt Johnson im Krankenhaus Briefe und Baby-Ultraschallbilder von seiner schwangeren Verlobten Carrie Symonds sowie Tausende Karten mit Genesungswünschen. Zudem habe er sich unter anderem mit Filmen die Zeit vertrieben.

Der Politiker war am vergangenen Sonntag ins Krankenhaus gebracht worden. Er verbrachte zwischenzeitlich drei Tage auf der Intensivstation der Klinik, nachdem sich sein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert hatte. Am Donnerstag war er wieder auf eine normale Station verlegt worden.

Johnson wird derzeit von Außenminister Dominic Raab vertreten. Die Befugnisse des Premierministers hat Raab aber nicht. Großbritanniens ungeschriebene Verfassung sieht keine klare Regelung für den Fall vor, dass der Regierungschef ausfällt. Es wird damit gerechnet, dass Johnson noch mehrere Wochen fehlen könnte.

09.03.2020, Großbritannien, London: Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien und seine Partnerin Carrie Symonds treffen am Commonwealth-Tag zum Commonwealth Gottesdienst in der Westminster Abbey, ein. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

Großbritannien könnte nach Einschätzung der Wellcome-Stiftung in der Bilanz das am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffene Land innerhalb Europas werden. Im Vereinigten Königreich werde die Todesrate möglicherweise die höchste sein, sagte der Direktor der Stiftung, Jeremy Farrar, am Sonntag dem britischen Sender BBC. Zweifellos müsse man aus der derzeitigen Lage Lehren ziehen, betonte er. Massentests könnten noch helfen, Zeit zu gewinnen, um das Gesundheitswesen aufzurüsten.

Nach dem jetzigen Ausbruch rechnet der Experte, der auch die britische Regierung berät, mit einer zweiten und dritten Welle. Er hoffe auf einen Impfstoff bis Herbst, dann müsse noch die Produktion für die Impfung vieler Millionen Menschen hochgefahren werden. „Ich würde hoffen, dass wir das in zwölf Monaten schaffen, aber das ist an sich schon ein beispielloser Ehrgeiz“, so Farrar. (dpa)

31 Antworten auf “Britischer Premierminister Johnson aus Klinik entlassen”

    • Das mit der Herdenimmunität ist nicht seine Erfindung.
      Das haben andere schon früher mit Erfolg gemacht. Nur dumm gelaufen, daß Covid19 und Co. ein spezielles mutiertes Virus ist.

      Die Schweden und Niederländer mußten dies leider auch erfahren. Nur – wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Hört sich hart an, ist aber so …

  1. Lieber BoJo

    Ich wünsche Dir, daß Du – der für mich größte europäische Staatsmann des XXI Jahrhunderts – bald wieder gesund wirst, um uns zu helfen, den Rest dieser unsäglichen EU in die Mülltonne der Geschichte zu kloppen.

    Für ein wirklich (!) freies Europa ohne die selbsternannten pervertierten Zuchtmeister des Union-Wahnsinns.

        • Guido Scholzen

          1. Wenn das Geld von einer Zentralbank stammt, dann ist der Sozialismus nicht weit ->zentrale Verwaltung. In der Finanzkrise 2007/2008 wurde in einem TV-Beitrag mal gesagt, als die Schulden der Banken von der Allgemeinheit mitgetragen werden sollten „Die Banken haben den Sozialismus für sich entdeckt“. Oh wie wahr.
          2. Wirtschaftsunion – genau! Wiederspricht keinem sozialistischen Prinzip. Auch der ehemalige Ostblock war im COMECON eine Wirtschaftsunion.
          3. Wer sich die Klimastuss-Energiewende-Politik der EU anschaut und nicht bemerkt, dass dies eine Planwirtschaft ist wie einst die gescheiterte EG-Agrarpolitik, der muss auf dem wirtschaftlichen Auge blind sein. vdLeyen will 1 Billion für diesen Quatsch haben. Na, klingelt’s?
          4. Schon 1951 wurde die Montan-Union als „Super-Sozialismus“ kritisiert. Diese Kritik sollte man permanent weiterführen.

          Gute Besserung an Boris nach UK.

    • Dämlicher PvD
      Boris hatte sich auf den Anspruch verfestigt, UK aus der EU rauszuführen. Formell hat er diese Ziel erreicht, jedoch bleiben noch die praktischen Aspekte zu klären. Geschwinde Gesundung ist Ihm zwecks Abwicklung seine Werke zu wünschen.

      BJ hat jedoch nie den Anspruch erhoben, als EU-Befreier in die Geschichtsbücher zu kommen. Ihr Appel klingt sehr romantisch; da sollten Sie aber eher CN, RU oder US bemühen.

  2. Marina K.

    @ Corona 2019
    Ich glaube, nicht, dass er am Freitag dort heraus spazieren wird. Er wird kaum die Regierungsgeschäfte einem anderen überlassen, wenn er noch selbst die Zügel halten könnte .

  3. Alfons van Compernolle

    Nun ja, B.J. wird ausschliesslich einzig und alleine 24 auf 24 Stunden von Englands besten Lungenfacharzt behandelt und hat eine nur ihm zur Verfuegung stehende Intensivkrankenschwester
    an seiner Seite. Alle anderen Erkrankten koennen auf den Gaengen im Krankenhaus liegen , auf den Arzt warten usw usw, und B.J. bekommt eine LUXUSBEHANDLUNG mit allem Komfort !

  4. Friedrich Meier

    Na hoffen wir mal, dass weder Arzt noch Intensivkrankenschwester Brexit-Gegner sind.
    Nicht auszudenken, wenn mal das falsche Medikament ins Baxter gerät. Eine größere Dosis Xanax und der Kerl verliert seine Angst dass Schottland unabhängig werden könnte. 🤣

    • Alfons van Compernolle

      Nun Herr Meier, ich haette diesen netten Zeitgenossen B.J. genau dort hingelegt , wo seine Landsleute
      liegen in Gaengen und in der Erwartung, dass sich ein Arzt, des kaputt gesparten Gesundheitssystems,
      seiner annimmt. Da wuerde auch Herr B.J. Erfahrungen fuers Leben machen.
      Allerdings befuerchte ich, das B.J. mangels Masse im Kopf, auch dort nicht dazu Lernen wuerde.
      Was die Unabhaengigkeit Schottland’s anbelangt , kann ich eben diese gut verstehen, wenn man Lust zum Davonlaufen bekommt, wenn den Typen wie B.J. und sein bester Freund Trump die Ruder eines ansonsten sehr gastfreundlichen Landes, in der Hand haben.

      • Ekel Alfred

        @ AvC, nach einem Aufenthalt von nur vier Tagen auf der Intensivstation!!!….wurde BJ entlassen….und hat sich umgehend auf seinen Landsitz!!!….zurückgezogen….die Reichen stellen die Weichen….die Armen….die Leichen….

  5. Absolute Disziplin

    O – Ton Boris J. : Freunde wenn wir vom Joch des europäischen Monsters EU befreit sind, werden wir unsere EU Beiträge eins zu eins, ins nationale Gesundheitswesen ( NHS ) umleiten. Darauf warten die Briten bis heute, vielleicht hat man ja einen Teil des Geldes zwischenzeitlich für den Umbau von Meghans und Harrys Privathaus in London verwandt. Dieses Haus war sicher für Meghans Verhältnisse zu mickrig weshalb sie ja lieber nach Kanada gingen in die Villa eines zwielichtigen russischen Oligarchen.

  6. Walter Keutgen

    Absolute Disziplin, sind Sie sicher das Beitragszahlungen eingestellt sind? Ich glaube im Austrittsabkommen steht, dass sie dieses Jahr enden. Für das britische Gesundheitssystem ist wichtiger, dass Polen und Rumänen aus Zweifeln wegen ihrer zukünftigen Aufenthaltserlaubnis das Land verlassen haben.

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