Gesellschaft

“Runder Tisch der Religionen“ sprach über das Problem von islamischen Bestattungen in Ostbelgien

Der „Runde Tisch der Religionen“ bei seinem jüngsten Treffen im Gebäude der Acese VoG an der Neustraße in Eupen. Foto: Kabinett Paasch

In der vergangenen Woche fand in den Räumen der muslimischen Acese VoG an der Neustraße in Eupen das dritte Treffen des „Runden Tisches der Religionen“ statt. Dabei ging es u.a. über die Möglichkeit von Bestattungen für Muslime auf Friedhöfen in Ostbelgien.

Der sogenannte „Runde Tisch der Religionen“ wurde 2017 durch die anerkannten Glaubensgemeinschaften in Ostbelgien und DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) auf den Weg gebracht.

Aus Sicht des Regierungschefs, dessen Kabinett den „Runden Tisch“ heute koordinierend unterstützt, sind die Glaubensgemeinschaften „wichtige Multiplikatoren bei der Förderung des friedvollen gesellschaftlichen Miteinanders in unserer Region“. Der „Runde Tisch der Religionen“ sei „eine Initiative, die uns in Ostbelgien unabhängig von Hautfarbe oder Religion noch enger zusammenrücken lässt“.

Der Eupener Friedhof. Foto: OD

Beim dritten Treffen des „Runden Tisches“ stand u.a. das Thema Bestattung auf der Tagesordnung.

Im Beisein des Eupener Schöffen Michael Scholl (PFF) wurde über islamische Bestattungsriten und deren Durchführbarkeit in Ostbelgien diskutiert. Im Namen der Stadt zeigte sich Scholl offen und gesprächsbereit für Überlegungen zu möglichen Anpassungen der Friedhofsverordnung. Unerlässlich sei jedoch, dass einheitliche Regelungen für alle Glaubensgemeinschaften und alle deutschsprachigen Gemeinden herbeigeführt würden.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft wurde aufgefordert und erklärte sich auch bereit, „im Rahmen des gesetzlich Möglichen auf eine zügige und alle Seiten zufriedenstellende Lösung hinzuwirken“.

Eine Frau auf einem muslimischen Friedhof. Foto: Shutterstock

Das Problem der islamischen Bestattungen in Ostbelgien ist nicht neu. Schon lange fordern die hier in Ostbelgien lebenden Muslime einen Bestattungsort, auf dem sie nach islamischen Riten beigesetzt werden können. Immer häufiger wollen sich Muslime nicht in ihrem Heimatland beerdigen lassen, sondern hier vor Ort, wo sie zuletzt gelebt haben und sich auch ihre Angehörigen noch befinden.

Zu den islamischen Riten gehört beispielsweise, dass der Tote noch am Tag des Todes beerdigt wird, auch wenn dies nicht immer möglich ist. Auch wird der Tote nicht, wie in Eupen bei Beerdigungen mittlerweile üblich, in einem Sarg bis zum großen Kreuz in der Mitte des Friedhofs gebracht, sondern ohne Sarg und bis zum Grab.

Außerdem sieht eine Beisetzung nach islamischem Ritus eine „Gebetsausrichtung nach Mekka“ vor, was für jeden Verstorbenen nur gewährleistet werden könnte, wenn auf dem Friedhofsareal eine freie Parzelle als letzte Ruhestätte für Muslime zur Verfügung gestellt würde. Zudem genießen die Toten im Islam ein ewiges Ruherecht – und nicht nur eines für eine bestimmte Dauer. (cre)

Weitere Infos über islamische Bestattungen unter folgendem Link:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Islamische_Bestattung

49 Antworten auf ““Runder Tisch der Religionen“ sprach über das Problem von islamischen Bestattungen in Ostbelgien”

  1. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man unseren muslimischen Mitbürger*innen ein Beerdigung nach ihrem Ritus ermöglicht. Daher ist der Schritt des Runden Tisches zu begrüßen. Sicherlich findet sich beispielsweise auf dem Eupener Friedhof ein Platz für die Trauer der Muslim*innen.

  2. So ist das halt wenn es Menschen gibt, die ihre Religion ernst nehmen. Bei uns Christen ist das anders, bei uns geht’s erst ums Geld. Ewiges Ruherecht haha, unvorstellbar für Christen da nichts zu verdienen ist. Wir lassen uns aus Kostengründen dann mal lieber verbrennen, was als Christ nicht vorgesehen ist aber da pfeift man drauf. Übrigens brauchen Moslems auch selten ein Alten oder Pflegeheim, da kümmert sich die Familie drum. Hauptsache in St. Michael ist Sonntags der Gottesdienst immer gut besucht.

  3. nicht ganz richtig

    Also das mit dem moslemischen „ewigen“ Ruherecht stimmt so nicht so ganz. In Millionenstädten wie Istanbul werden die Ruhestädte gekauft (wie eine Baustelle) man kann aber schon nach 5 Jahren einen anderen Toten (z.B. einen Familienangehörigen) in das gleiche Grab hinzulegen. Somit behalten Familen über Generationen das gleiche Grab. Man trägt Tote auch nicht im Leinentuch durch die Gegend, sondern setzt den Sarg neben das ausgehobene Grab ab, nimmt den Toten dann, im weißen Leinentuch gerollt heraus, und legt ihn in das Grab.

  4. Lösungsvorschlag

    Die Stadt Eupen kann ja ein Grundstück der islamischen Gemeinschaft zur Verfügung stellen und als muslimischen Friedhof genehmigen. Die islamische Gemeinschaft muss sich dann aber um die laufenden Kosten kümmern.

  5. Eupenzicke

    Finden Schulkinder, die morgens zur Schule gehen bestimmt prickelnd, wenn da unter lautem Geschrei ein toter Mensch durch die Gegend getragen wird. Ohne Sarg, nur in Tücher gehüllt. Leicht verstörender Anblick für Kinder, und mit Sicherheit auch für ältere Leute. Sowas überhaupt in Erwägung zu ziehen, erachte ich als seltsam

  6. Eupenzicke

    Vielleicht sollte hier auch ein Referendum zu diesem Thema stattfinden?! Hätte sich wahrscheinlich sofort erledigt.
    Da wird ein Gesetz verabschiedet, dass muslimischen Frauen untersagt, sich komplett zu verhüllen, aber drüber nachgedacht, Tote offen durch die Gegend zu tragen.
    Was kommt als nächstes?

    • Eupenmacker

      @ Eupenzicke

      Dann mache bitte auch ein Referendum, ob Frauen in die Küche hinter den Herd gehören. Oder ob man Protestanten die Kirchen wegnehmen sollte. Ob es generell in jeder Kneipe Freibier geben sollte. Man bekäme jedes mal eine deutliche Mehrheit.

      Sie haben keine Ahnung von der muslimischen Trauerfeier und Beerdigung. Machen Sie sich doch erst einmal schlau, bevor Sie etwas dazu schreiben.

    • Gemein(d)e

      Dieser Artikel trifft den Nagel auf den Kopf !
      Genauso ist auch die Lage bei vielen anderen Streitpunkten.
      Atomgegner die Crypto minern,
      Umweltschützer die mitten im Wald jede Nacht Party machen.
      Auto-Gegner die ihre Kinder täglich mit dem SUV zur Schule fahren, obwohl der Schulweg nur 1 km beträgt um nur paar Beispiele zu nennen.
      Ich weiß auch wie es laufen sollte, finde auch Umweltschutz schön und versuche, wenn ich daran denke, drauf zu achten , aber ich bin ehrlich zu mir selber und sag nicht das eine oder demonstriere und mache das andere.
      Back to topic
      Aber wenn man etwas wirklich möchte , das habe ich gelernt, muss man es SELBER machen .
      Von anderen FORDERN, allein das Wort, wird alle Türen direkt verschließen.
      Wenn ich etwas haben möchte , von anderen , dann muss ich darum BITTEN, mit allen dazu gehörigen Gefühlen.

  7. HausEupen

    Im Islam gibt es keine Hierarchie oder verglebares wie der Vatikan für die Christen.Genauso wie die unterschiedlichen Kirchen im Christentum ist der Islam in sehr unterschiedlichen (teils persönliche) Auslegungen verteilt. Das anti-demokratische Saudi-Arabien ist für die allergrößte Mehrheit der Muslime keine Referenz und kein Land in dem sie leben wollen. Die Ölscheichs werden von den westlichen Ländern, und insbesondere der USA militärisch unterstützt weil sie hohe wirtschaftliche Interessen dort haben.
    Also, nicht alle in einem Topf werfen und auf dem Deckel „Muslime“ schreiben.

    Zum Begräbnis für Muslime in der DG, gibt es kein besseres Zeichen der Integration als sich in der Heimaterde, nämlich die „die neue Heimat“ begraben zu lassen.
    Noch ein Punkt; in Deutschland gibt es vereinzelte Kommunen ohne Sargpflicht. In ganz Belgien ist Sargpflicht vorgeschrieben, sowohl für Juden als auch für Muslime. Die Muslime in Eupen haben nach meiner Information sich bereit erklärt mit Sarg die Bestattung vorzunehmen.

    • Grüner Planet

      Bei einigen runden Tischen/Diskussionen auf Al Jazeera bez. der „Kashoggi-Affäre“ wurde vor wenigen Monaten immer wieder die ethische Vorherrschaft der Saudis in der islamischen Welt betont und auf die ottomanische (Erdo) Herausforderung hingewiesen. Ich versteh sehr wohl, dass der QATAR (Al Z) natürlich ein Interesse hat, SA und MBS zu diskreditieren, dennoch, es ist einfach eine Tatsache, dass der Islam die Weltherrschaft – zumindest die Ausbreitung auf der ganzen Welt, was eigentlich dasselbe ist – anstrebt. Als Millenaristen erwarten sie die Rückkehr des Mahdis, bevor die Wlt dann enden soll. Schiiten und Sunniten, alle erwarten dies.
      Selbstredend also ist der Islam „eins“, was Erdo ja auch immer wieder betont (uA: „Es gibt keinen europäischen Islam!“ – und da hat er verdammt recht!!!).
      Nur ein Beispiel…
      Kennen Sie denn nicht den Unterschied zwischen „Medina-Suren“ und „Mekka-Suren“?
      Wer den Islam in nicht muslimischem Ländern derart verharmlost arbeitet gegen die hiesigen Bevölkerungen.
      In Europa arbeiten alle Länder, der EU sei Dank, so, ausser im V4 und inzwischen auch in Italien. Demnächt hoffentlich auch in Holland und, nur das könnte die europäische Naqba durch Multi VIELLICHT aufhalten. Die Demographie ist jedoch alles andere als „zukunftstrâchtig“ für nicht-Muslime, in Europa.

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