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75 Jahre „Aachener Nachrichten“: Die erste deutsche Nachkriegszeitung feiert am Freitag Jubiläum

Eine Frau hält die Jubiläumsausgabe der „Aachener Nachrichten“ in ihren Händen, die an diesem Freitag ihren 75. Geburtstag feiern. Foto: OD

Es ist nicht nur für Aachen ein besonderes Jubiläum, das gefeiert wird, sondern für ganz Deutschland. Mit den „Aachener Nachrichten“ wird die erste deutsche Nachkriegs-Zeitung an diesem Freitag 75 Jahre alt.

Am 24. Januar 1945, als der Zweite Weltkrieg noch nicht zu Ende war, erschien die erste Ausgabe der AN. Verleger Heinrich Hollands und Journalist Otto Pesch gaben erstmals seit Kriegsbeginn unter der Aufsicht von englisch-amerikanischen Presseoffizieren im zerbombten Aachen wieder eine Zeitung heraus, die keine nationalsozialistische Propaganda enthielt.

Als erstes freies Blatt konnten die AN die Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 vermelden.

„Russischer Siegeszug rollt weiter!“: Die Titelseite der allerersten Ausgabe der „Aachener Nachrichten“ vom 24. Januar 1945. Foto: OD

Die erste Ausgabe hatte gerade mal vier Seiten und eine Auflage von 10.000 Exemplaren. Sie kostete 20 Pfennig und ist in der heutigen Ausgabe der „Aachener Nachrichten“ als Faksimile  im 42-seitigen Jubiläumsmagazin zu bestaunen.

Eine Woche später, am 31. Januar 1945, kam die zweite Ausgabe heraus, und diese hatte bereits eine Auflage von fast 19.000 Stück.

Danach erschien die Zeitung zweimal pro Woche, und am 27. Juni 1945 erhielt Verleger Hollands von den Alliierten offiziell die Lizenz Nummer 1.

Mit der ersten Ausgabe der „Aachener Nachrichten“ habe das demokratische Leben schon vier Jahre vor der Gründung der Bundesrepublik begonnen, betonte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in der Jubiläumsausgabe.

Die „Aachener Nachrichten“ gelten als etwas weiter links orientiert als ihr Schwesterblatt, die „Aachener Zeitung“, die 1946 gegründet wurde und dem konservativen Lager zugeordnet wird.

Auflage in den letzten Jahren erheblich gesunken

Beide Zeitungen haben in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Zusammen haben AN und AZ eine Auflage, die geringer ist als das, was vor 30-40 Jahren die „Aachener Zeitung“ alleine schaffte.

Die verkaufte Auflage hat im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent abgenommen. Sie beträgt gegenwärtig 91.679 Exemplare. Einige redaktionelle Teile beider Zeitungen, die zum Zeitungsverlag Aachen (ZVA) gehören und deren Zentralredaktionen an der Dresdner Straße angesiedelt sind, wurden im Laufe der Jahre zusammengelegt. (cre)

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