Gesellschaft

Oxfam: Acht Männer besitzen so viel wie die Hälfte der Menschheit

Luxusauto und Luxusschiffe im Hafen von Monaco. Foto: Shutterstock

Nie zuvor in der jüngeren Geschichte war der Wohlstand so ungleich verteilt wie heute. Das gilt für Belgien ebenso wie für die gesamte Welt. Das ist das Ergebnis einer Studie von Oxfam. Der reichste Belgier, Albert Frère, besitzt so viel wie ein Fünftel der Gesamtbevölkerung des Landes.

Der Finanzinvestor Albert Frère ist heute 90 Jahre alt. Er ist der einzige Belgier, der in der Liste der reichsten Leute der Welt des Magazines Forbes Magazine aufgeführt wird. 1994 wurde Frère von König Albert II. von Belgien geadelt und zum Baron erhoben.

Die Studie von Oxfam wurde vor dem Start des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgestellt. Laut den von Oxfam zusammengestellten Daten besitzen die acht reichsten Menschen der Welt – übrigens allesamt Männer – gemeinsam ein ähnlich großes Vermögen wie die Hälfte der Menschheit. Oder noch krasser ausgedrückt:Das reichste Prozent der Menschheit besitzt seit 2015 mehr als der gesamte Rest.

Die Armut nimmt weiter zu. Foto: Shutterstock

Die acht reichsten Männer sind: Bill Gates, Amancio Ortega, Warren Buffett, Carlos Slim Helu, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg, Larry Ellison et Michael Bloomberg. Vor einem Jahr waren es noch 62 Personen, die so viel Vermögen hatte wie die Hälfte der Menschheit.

Der Studie liegen Daten aus verschiedenen Quellen zugrunde, die Oxfam zusammengetragen hat. So führte die Organisation etwa Forbes-Schätzungen zum Vermögen der acht reichsten Männer mit Schätzungen zum weltweiten Vermögen der Bank Credit Suisse zusammen.

Die von Oxfam angewandte Methode stieß bereits auf Kritik. Diverse Institute bewerteten sie als „irreführend“, insbesondere was die Definition von „arm“ betreffe.

Die Daten zeigen jedenfalls, dass die Ungleichheit über die Zeit zugenommen hat. Demnach wuchs das globale Einkommen weltweit von 1988 bis 2011 um rund 11,9 Billionen Euro. Die reichsten zehn Prozent profitierten davon am meisten. Auf sie entfiel mehr als 45% der Steigerung.

Laut Oxfam besitzen in Belgien 10% der Bevölkerung 48,2% des Gesamtvermögens des Landes.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Foto: Shutterstock

Oxfam macht für die Ungleichheit politische und unternehmerische Fehlentwicklungen verantwortlich. Die Superreichen und die multinationalen Konzerne bereicherten sich immer mehr auf Kosten des Allgemeinwohls, indem sie sich einer gerechten Besteuerung entziehen.

Oxfam fordert, dass Staaten stärker kooperieren anstatt gegeneinander in einen Wettbewerb um die niedrigsten Unternehmenssteuern zu treten.

Kritikpunkt ist zudem das Bruttoinlandsprodukt als Indikator für Wohlstand. Unbezahlte Arbeit innerhalb von Familien trage zum Wohlstand einer Gesellschaft bei, werde vom BIP aber nicht gemessen. (dpa/lesoir.be/cre)

  1. Kampf den Zecken

    Höchste Zeit, dass wieder Köpfe rollen. Aber nicht nur von denjenigen, die vom System profitieren, sondern von denjenigen (Politikern), die das System ermöglichen, bzw. zulassen, dass es möglich ist. 1789 hat gezeigt, wie es geht. Statt den Kleinen Mann wie eine Zitrone auszupressen (wie hier in Belgien), soll die Politik dafür sorgen, dass die dicken Vermögen zum Allgemeinwohl beitragen. Kampf den Zecken!

  2. Mischutka

    Der Marc Zuckerberg soll wohl ein sehr spendabler Mensch sein. Er baut Schulen, Krankenhäuser, hilft schwer kranken Kindern usw. Zum Vergleich : dieser Autorennfahrer Michael Schuster (oder auch Schumacher genannt) ist auch Milliardär. Bei einer Wohltätigkeits-Veranstaltung (Live im TV) zeigte er sich auch „sehr spendabel“ : um Kindern mit schweren Leiden die nötigen OP’s zu finanzieren …. „spendete“ er einen Helm – den er selbst einmal geschenkt bekam (!) – für eine Versteigerung …. und war auch noch stolz auf seine „gute, großzügige“ Tat !

    • Trotz der Tatsache, dass jeden Tag etwa 18000 Kinder unter 5 Jahren an Hunger sterben, lebt und schläft es sich scheinbar gut!!!

      Wir sollten beten, dass niemand uns eines Tages fragt, was wir getan haben und ob wir das gewusst haben…….

  3. Ekel Alfred

    Auch für die Reichsten der Reichen kommt der Tag, an dem sie alles zurücklassen müssen….also gönnt es doch den Leuten, wenn sie es denn brauchen….so viele Reiche es auch gibt, so wenige Inseln gibt es als Rückzugsgebiet….der da oben regelt das schon….

    • Kampf den Zecken

      Vertrösten auf das Leben nach dem Tod? Meinen Sie das? Die wirklichen Azis sind die, die sich mit ihrem (meist geerbten) Vermögen anhand juristischer Winkelzüge an den Steuern, sprich an der Finanzierung des Gemeinwesens, vorbeischlängeln. Und die Zecken, das sind die, die das Volk aussaugen bis auf den letzten Cent. Und meist gehen die beiden Hand in Hand. Da regelt keiner das von oben. Recht haben ist die eine Sache, Recht bekommen eine andere.

  4. Rudolf Wintgens Waldring 11 4730 Hauset

    Rudolf
    Viele Einzelpersonen verfügen über ein Vermögen welches den Bedürfnissen eines Lebens um ein Vielfaches übersteigt. Zu diesen Bedürfnissen gehört gesundes Essen und Trinken, ein modernes Wohnhaus oder Wohnung mit genügend Platz für die Familie, eine solide Ausbildung der Kinder,in der heutigen Zeit ein Fahrzeug in gutem Zustand,, Handy/Smartphone, EDV-Anlage und Fernsehen und Ersparnisse um 1 Jahr Durststrecke ohne gut bezahlten Job zu überbrücken. Vermögen von Einzelpersonen welche 10 Mio € übersteigt sollten gekappt werden.Ich empfehle dazu die Novelle von Tolstoi „soviel Erde braucht der Mensch“.

    • Johann Klos

      Hallo Rudolf,

      Genau so sollte das sein, nur wie bekommt man die lieben Bürger soweit das sie für solch ein Anliegen auch mal kämpfen.

      Die Perversion fängt doch schon beim Lottospiel an. Euromillion ist der neue Maßstab. Eine reicht da schon lange nicht mehr. Bei dreißig werden alle wach. Das neoliberale Gedankengut hat ganze Arbeit geleistet. Das mit dem lesen werter Rudolf – auch so ein Ding von ewig Gestrigen. Hast du da keinen Link zu einer verkürzten YT Version.

      • Ja glaubst Du denn wirklich, die Fleißigen und Tüchtigen der Gesellschaft würden ihr Leben lang an sechs Tagen pro Woche 12 Stunden/Tag und am siebten Tag auch noch sechs Stunden schuften, um es dann dem Staat oder den Untüchtigen, Stützeempfängern, Wirtschaftsflüchtlingen, Abzockmigranten und Bodensatz der Gesellschaft in den Arsch zu schaufeln. Natürlich sorgt jeder zuerst für die eigenen Nachkommen, nicht für die der Anderen. Wer beim Vögeln nicht verhütet, soll anschließend auch schauen, wie er seine Brut dann selbst satt kriegt.
        Regel es anders, werter Tod, und unser Land ist dann sowas von tot, dass Dir Kuba dagegen wie ein Wirtschaftsparadies vorkommt.
        Neid war schon immer ein schlechter Ratgeber und ein noch schlechteres Entscheidungskriterium.

  5. https://www.oxfam.de/unsere-arbeit/themen/soziale-ungleichheit
    Was auffällt? Es wird kein Betrag genannt, nur % und damit kann man alles relativieren. Ach ja, und der Button „Spenden Sie jetzt“ ist auch ganz vorne mit dabei! Oxfram will also auch nur unser Bestes, unser Geld.
    Das Vermögen der reichsten der Welt die Oxfam an den Pranger stellt beläuft sich so auf 600 – 700 Mrd. $. Die Transfergeldleistung in D beläuft sich auf eine ähnliche Summe PRO JAHR! Vom gesamten Geld dieser „Superreichen“ könnte also der Deutsche Sozialstaat rund 1 Jahr leben! Diese Leute also arm machen löst kein Problem, es befriedigt nur den Neid der Massen den Oxfam instrumentalisiert um selbst weiter an der Entwicklungshilfeindustrie zu verdienen….

  6. „Kritikpunkt ist zudem das Bruttoinlandsprodukt als Indikator für Wohlstand. Unbezahlte Arbeit innerhalb von Familien trage zum Wohlstand einer Gesellschaft bei, werde vom BIP aber nicht gemessen.“

    Kann man machen. Würde diese Arbeit aber mit einberechnet, dann sähe die Welt auf einmal viel weniger ungleich aus, was Oxfam auch nicht ins Konzept passen würde.

  7. Erfahrener

    Daran sieht man, dass den Politikern alles egal ist, die könnten viel daran ändern, wenn sie wöllten, aber denen ist das bekanntlich nichts Tun am einfachsten. Nach mir die Sindflut. es ist sowieso nicht normal, dass im 21. Jahrhundert noch soviele Kriege geführt werden und soviele Menschen verhungern.

  8. Wahl, Joachim

    Oxfam betreibt Läden in Innenstädten, wo andere die Mieten nicht mehr zahlen können. Dafür arbeiten dort Freiwillige. Dies drückt die Kosten und steigert den Ertrag. Man setzt von Jahr zu Jahr mehr um. Wenn Leute mit „höheren“ Zielen, wie Erdenrettung, fairer Handel, usw., das unterstützen, ist das ok. Wenn allerdings Geschäftsmodelle der Superreichen dann verunglimpft werden, ist das mehr als fraglich. Noch ist es nicht gesetzlich verboten, bei allen „Versuchen zur Gleichmacherei“, Geld zu verdienen.

  9. Der lustige Eupener

    Oxfam
    Nur wieso trinken die Mitarbeiter eigens abgefüllten Champus mit eigenem Etikett von Oxfam
    Ach sicher auch nur weil der Papst von nächstenliebe spricht und gebet den Armen und selbst im Palast leben
    Sicherlich ist es ein Skandal, nur bitte wer selbst nicht rein ist sollte nicht auf andere schauen

  10. CarbonBlack

    Ja ja, hier über reiche Leute schimpfen und dann den 100€ Schal vom Lieblingsclub samt Trickot für 150€ anziehen, ab ins Stadion und überteuertes Bier auf teuren Sitplätzen trinken damit die dritt-klassigen Spieler vom Verein hunderte Tausende Jahressalär erhalten um auf der Bank zu sitzen….. Und schließlich noch dran erfreuen dass man 75 mio€ für nen dämlichen Transfer erreicht – nur weil man selber jeden Monat ein kleines Vermögen in Pay-TV verschwendet….
    Nee nee nee….

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