Gesellschaft

Die Eupener Jugendherberge wird aufpoliert

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Die Eupener Jugendherberge an der Judenstraße soll wieder eine Attraktion werden. Ihre Lage ist hervorragend, doch bedarf das Gebäude einer grundlegenden Renovierung. 2,8 Millionen Euro soll die “Frischzellenkur” kosten, wie der Eupener Schöffe Michael Scholl (PFF) in einem Gespräch mit “Ostbelgien Direkt” erklärt.

Von der Jugendherberge aus hat man eine Aussicht, wie sie wohl nur ganz wenige Einrichtungen dieser Art in Belgien vorweisen können. Von der Terrasse aus kann man einen Blick auf die Unterstadt werfen. Seit rund zehn Monaten ist das Gebäude geschlossen. Im Juli 2014 soll die Herberge neu eröffnet werden.

OD: Herr Scholl, die Eupener Jugendherberge muss zu neuem Leben erweckt werden. Das wollte die alte Mehrheit auch. Was wollen Sie anders machen?

Scholl: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass die Renovierung bzw. der Umbau der Jugendherberge kein direktes städtisches Projekt ist. Es ist ein Bauvorhaben des Belgischen Jugendherbergsverbandes CTBJ. Sicherlich will ich mich hier auch nicht mit anderer Leute “Blumen” schmücken. Da hat mein Vorgänger als Tourismusschöffe, Patrick Meyer, die “Fundamente” für den Um- und Ausbau der Jugendherberge mit dem Jugendherbergsverband CTBJ gelegt. Er hat verschiedene Dinge – u.a. das Finanzielle – bereits ausgehandelt.

Von der Jugendherberge aus hat man einen tollen Ausblick auf die Unterstadt. Foto: OD

Von der Jugendherberge aus hat man einen tollen Ausblick auf die Unterstadt. Foto: OD

Ich führe die begonnene Arbeit fort, jedoch haben wir Ende letzten Jahres und Anfang diesen Jahres bei Gesprächen Veränderungen im Gebäude angeregt. Wichtig zu wissen ist, dass man sich in dem Ursprungsprojekt auf Studien aus den Jahren 2008 und 2009 basierte, als die damaligen Verantwortlichen zu dem Fazit kamen, dass eine erhöhte Nachfrage nach Zwei- bzw. Doppelbettzimmern in Eupen bestand.

Da aber zwischenzeitlich mehrere Investitionen in Eupen getätigt worden sind oder in naher Zukunft anderweitig in der Stadt Unterkünfte dieser Art entstehen werden, haben wir als Stadtverantwortliche im Einklang mit den Vertretern des Jugendherbergsverbands CTBJ, dem Ministerium und der Regierung der DG die Umwandlung von mehreren Doppelzimmern in Mehrbettzimmer angeregt.

Bestehen bleiben sollen mindestens 2 Zimmer im Erdgeschoss für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Aufgrund dieser Änderung erhöht man die Kapazität der Jugendherberge auf 107 Betten gegenüber der im Ursprungsprojekt vorgesehenen Kapazität von 89 Betten!

OD: Wie verhält es sich mit den Kosten?

Scholl: Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 2.850.000 Euro. Die DG bezuschusst mit maximal 60% der Kosten, also mit rund 1.700.000. Bei der Stadt Eupen sind 470.000 Euro für dieses Projekt vorgesehen. Und die restliche Investition übernimmt der Jugendherbergsverband CTBJ: ca. 680.000 Euro.

Wiedereröffnung für Juli 2014 geplant

OD: Wann fangen die Arbeiten an, und wann kann die Jugendherberge in Betrieb genommen werden?

Hinteransicht des Gebäudes an der Judenstraße. Foto: OD

Hinteransicht des Gebäudes an der Judenstraße. Foto: OD

Scholl: Laut Aussagen und Planungen der Betreiber und Verantwortlichen des Projekts (CTBJ) wird der Angebotsaufruf noch in diesem Monat durchgeführt, die Preisabgabe der Unternehmer bzw. die Ausschreibungseröffnung wird im Mai 2013 erfolgen, und die Arbeiten sollen im Juni 2013 beginnen. Die Wiedereröffnung der Jugendherberge ist im Juli 2014 geplant.

OD: Wieso fangen die Arbeiten erst im Juni 2013 an, da die Jugendherberge schon seit einiger Zeit geschlossen ist?

Scholl: Nach meinem Kenntnisstand hat es Zerwürfnisse und Unstimmigkeiten mit dem vorherigen Architekten gegeben.

Dieser wollte nicht alle Vorgaben der Verantwortlichen des CTBJ umsetzen, u.a. die des Feuerwehrgutachtens, so dass der CTBJ nichts anderes übrig blieb, als den Vertrag mit diesem Architekten aufzulösen. Jeder, der in diesem Fall schon einmal gewesen ist, weiß, dass es nicht einfach ist, solche Verträge aufzulösen. Dies geht nicht von heute auf morgen.

Es wurde somit Ende letzten Jahres ein Aufruf für einen neuen Projektautor gestartet. Dieser ist jetzt seit Anfang des Jahres bezeichnet und arbeitet, wie bereits vorhin erwähnt, an der Ausschreibung.

Keine Konkurrenz zu anderen Beherbergungsmöglichkeiten

OD: Welches ist das Zielpublikum?

Scholl: In erster Linie handelt es sich hier um eine Gruppenunterkunft für junge Menschen, aber auch für Erwachsene oder gemischte Gruppen. Diese Unterkünfte werden von Jung und Alt genutzt.

Die Einrichtung soll Jung und Alt etwas bieten. Foto: OD

Die Einrichtung soll Jung und Alt etwas bieten. Foto: OD

Dieses Projekt hat mehrere Schwerpunkte: Es wird Klassenräume und einen zusätzlichen Speisesaal für größere Gruppen geben, so dass Eupen eventuell auch ein Ziel sein kann für Schulklassenfahrten mit einigen Stunden Unterricht oder für Ausfahrten von Vereinen oder Jugendgruppen. Es sind auch Unterstellplätze und eine Säuberungsmöglichkeit für Fahrräder sowie eine Werkstatt für kleine Reparaturen vorgesehen, so dass ein Augenmerk auf die Fahrradfahrerkundschaft gelegt wurde, auch sicherlich im Hinblick auf die neue Anbindung an die RAVEL-Strecke.

Ich glaube, dass für jede Alters- oder Interessengruppe etwas dabei ist, und ich sehe es nicht als direkte Konkurrenz zu den bereits bestehenden oder noch zu entstehenden Beherbergungsmöglichkeiten bzw. Anbietern an, weil dieser Kundenkreis ein anderer ist. (cre)

7 Kommentare
  1. Hans-A-Plast sagt:

    Na das ist doch mal ein tolles Projekt, hoffentlich wird es dann auch zeitnah umgesetzt.
    Bezahlbare und qualitative Unterkunft für Jugendliche und Junggebliebene.
    Schade dass bereits 2 Jahre verlorengingen.

  2. Pipque sagt:

    2.850.000 Euro = 114.968.715 BF noch mal 114.968.715 Bf !!!??? Zum aufpolieren, aber sonst geht es noch? Für dieses Geld könnte ja auch etwas neues entstehen! Egal, wir haben es ja im Überfluss. Ich könnte Kotzen.

    • Radermecker Albert sagt:

      gut das mal jemand umrechnet in Franken. Zur Frankenzeit ließ ich mir damals ein Haus berechnen, das Grundstück für 600.000 Franken hatte ich und dann kahm der Preis für`s Haus mit 4 Schlafzimmer ,3.400.000Franken. Ja kaum zu glauben aber war , für 100.000 EURO bekam ich ein Schlüsselfertiges Haus. Ich weis bald nicht mehr wer uns da alles zum Narren hält. Ich meine langsahm das die meisten Gelder noch vor Baubeginn schon in andere Brieftaschen geflossen sind.

  3. Zappel Bosch sagt:

    Sind doch nur 414 Parkplätze ohne(?) zugehörige Infrastruktur…
    Bauvolumen bzw. Quadratmeter? Da scheint qua m²-Preis das Sana ja noch ein richtiges Schnäppchen zu sein…

  4. Unwissender sagt:

    Mich würde mal die Einschätzung von einem Architekten oder anderen Bauspezialisten interessieren zu solchen Projekten… wäre es nicht sogar günstiger so alte Gebäude komplett abzureißen und neu zu bauen anstatt aufwendig zu renovieren?

  5. Schromsson sagt:

    Das wurde auch Zeit. Es wird touristisch viel mit der Natur in unserer Gegend geworben, aber es gibt nur wenig bis keine Übernachtungsangebote die den Bedürfnissen dieser “Mentalität” Touristen entsprechen.

  6. Tom sagt:

    Meine Hoffnung ist, dass auch dafür geworben wird und dieses Projekt sich trägt und nicht nur wieder Geld kostet.
    Die Werbung für so ein Projekt ist mindestens genauso wichtig wie die Renovierung an sich.
    Freue mich auf erste Bilanzen zu dem Projekt
    ATC, Stadion, BRF, Grenz – Echo, Ikob, Kombibad, Sanatorium, der große Verwaltungsapparat, Renovierung des Museums, Gerichtsbezirk, Mediathek, Archiv, Ternell, Renovierung der Stadt und Denkmäler, …
    Das alles ist wunderbar nur für 70 000 tausend Menschen vielleicht ein wenig zuviel des Guten. Was ist sinnvoll? Steckt dahinter ein undurchsichtiges Gesamtkonzept, das man noch enthüllen möchte oder vertritt jeder nur seine eigenen Interessen ? Ich wünsche mir das die DG ewig so weiter machen kann. Haben wir uns eine Gemeinschaft geschaffen, mit einem Ziel autonom und deutschsprachig zu sein, um weiterhin Belgier zu bleiben ?
    Was passiert mit uns ? Wir sind in der Zentralisierungsmachinerie Europa genau die, die durch regionale Konzepte vor die Hunde gehen werden. Einzig der Ministerpräsident konzentriert sich auch auf Außenbeziehungen die nunmal für eine DG unverzichtbar sind.

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