Die französische Moderatorin France Pierron ist nach umstrittenen Äußerungen über Belgiens Fußball-Nationalspieler Jérémy Doku vorläufig von ihren Aufgaben beim Sportmedium „L’Équipe“ entbunden worden.
Die Debatte entzündete sich an Dokus Ankündigung, die Geburt seines ersten Kindes möglicherweise über seine Teilnahme an der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada zu stellen.
Der Flügelspieler hatte erklärt, dass er die Geburt seines Kindes auf keinen Fall verpassen wolle. Da der Geburtstermin in die entscheidende Phase des Turniers fallen könnte, wurden innerhalb des belgischen Verbandes bereits verschiedene Szenarien geprüft, um Doku sowohl eine WM-Teilnahme als auch die Anwesenheit bei der Geburt zu ermöglichen.
Pierron kritisierte diese Haltung in einer Fernsehsendung scharf. „Du willst all das verlassen, um bei der Geburt deines Kindes dabei zu sein, die ein ekelhafter Moment ist, Verzeihung, wo der Papa zu nichts gut ist und eine Nebenrolle hat“, fragte sie in der Sendung „L’Équipe de Choc“. Eine WM sei ein möglicherweise einmaliges Erlebnis, ein Kindheitstraum, hatte Pierron weiter erklärt. „Es gibt Hunderte Fußballer, die töten würden, um dort zu sein, wo du bist.“

06.06.2026, Belgien, Brüssel: Der belgische Spieler Jérémy Doku (im Vordergrund) im Testspiel gegen Tunesien. Foto: Omar Havana/AP/dpa
Die Aussagen lösten vor allem in Frankreich und in Belgien heftige Reaktionen aus. Viele Zuschauer, Journalisten und ehemalige Spieler warfen der Moderatorin mangelndes Verständnis für die Bedeutung familiärer Ereignisse vor.
„L’Équipe“ distanzierte sich öffentlich von den Äußerungen. Das Medienhaus erklärte, die Aussagen stünden nicht im Einklang mit den Werten des Unternehmens, entschuldigte sich bei Doku und suspendierte die Moderatorin vorläufig.
Im zweiten Vorrundenspiel gegen den Iran (0:0) fehlte Doku aufgrund einer Atemwegserkrankung. Doch noch vor dem Spiel von Sonntag in Los Angeles erhielt der Dribbelkünstler von Manchester City die Nachricht, dass die Geburt seines ersten Kindes unmittelbar bevorstehe.
Wie der belgische Fußballverband mitteilte, wurden Doku und seine Ehefrau Eltern eines gesunden Jungen. Der Nachwuchs trägt den Namen Praise. In Absprache mit dem medizinischen Stab und der sportlichen Leitung der belgischen Nationalmannschaft wurde daher beschlossen, Doku die Reise nach London zu gestatten, damit er bei der Geburt seines Sohnes anwesend sein konnte. (cre)
Ich finde ihre Äußerung wie auch die Suspendierung danach nicht angemessen.