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Norwegens Nyland patzt wie Belgiens Lammens – Auch Oliver Kahn passierte das im WM-Finale 2002

11.07.2026, USA, Miami Gardens: Der Engländer Jude Bellingham (hinten) jubelt nach seinem zweiten Tor zum 1:2 vor dem entsetzten Torhüter Örjan Nyland (Norwegen). Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa

AKTUALISIERT – Nur 24 Stunden nach dem folgenschweren Fehler des Belgiers Senne Lammens im WM-Viertelfinale gegen Spanien (1:2) wiederholte sich ein nahezu identisches Szenario. Diesmal erwischte es den norwegischen Schlussmann Ørjan Haskjold Nyland im Viertelfinale gegen England.

Kurz nach Beginn der Verlängerung konnte Nyland einen wenig gefährlichen Schuss von Morgan Rogers nicht entscheidend entschärfen. Der Ball sprang ihm vor die Füße von Jude Bellingham, der sich diese unverhoffte Gelegenheit nicht entgehen ließ. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid, der bereits kurz vor der Halbzeit den Ausgleich erzielt hatte, traf zum 2:1 und schoss England damit ins Halbfinale.

Lammens war im Spiel der Roten Teufel gegen Spanien in der 71. Minute für Thibaut Courtois eingewechselt worden. Der 24-Jährige war erst im September 2025 von Royal Antwerp FC zu Manchester United gewechselt und hatte sich dort sofort als Stammtorhüter etabliert.

11.07.2026, USA, Miami Gardens: Torhüter Örjan Nyland (Norwegen) wird nach dem WM-Viertelfinalspiel von Trainer Stale Solbakken getröstet. Foto: Lynne Sladky/AP/dpa

Courtois hatte nach eigenen Angaben trotz seiner Beschwerden weiterspielen wollen. Nationaltrainer Rudi Garcia entschied sich jedoch für einen Wechsel. Er begründete dies damit, dass in einer Partie auf diesem Niveau ausschließlich Spieler auf dem Platz stehen sollten, die körperlich vollkommen fit seien.

Belgien schien sich bereits auf die Verlängerung einzustellen, ehe in der 88. Minute die entscheidende Szene folgte. Lammens konnte einen Distanzschuss von Pau Cubarsí aus rund 25 Metern nicht festhalten und ließ den Ball nach vorne abprallen. Mikel Merino reagierte am schnellsten, staubte zum 2:1 ab und besiegelte damit das Aus der Roten Teufel.

Der Patzer des jungen Torhüters sorgte in Belgien zwar für Enttäuschung, dennoch vermieden die meisten Beobachter voreilige Schuldzuweisungen. Schließlich hatte Spanien über weite Strecken die bessere Mannschaft gestellt und den Sieg insgesamt verdient. Deutlich kritischer äußerte sich hingegen Ex-Nationalspieler Philippe Albert.

10.07.2026, USA, Inglewood: Der Spanier Mikel Merino (2vl) erzielt gegen Torhüter Senne Lammens (Belgien, r) das Tor zum 2:1. Foto: Gregory Bull/AP/dpa

„Ich bin zutiefst enttäuscht, auf diese Weise auszuscheiden. Lammens hat das Spiel entschieden. Ohne diesen Fehler wären wir noch im Turnier gewesen. Niemand weiß, wie die Verlängerung verlaufen wäre, wenn Doku, Saelemaekers und Lukaku mehr Räume bekommen hätten. Auf diesem Niveau, in einem WM-Viertelfinale, darf ein solcher Fehler einfach nicht passieren“, schrieb Albert.

Dabei zeigt die Fußballgeschichte, dass selbst die größten Torhüter vor solchen Momenten nicht gefeit sind. Ein prominentes Beispiel lieferte Oliver Kahn im WM-Finale 2002.

Am 30. Juni 2002 bot Deutschland im Endspiel gegen Brasilien lange eine starke Leistung. In der 67. Minute unterlief Kahn jedoch ein folgenschwerer Fehler: Er konnte einen Schuss von Rivaldo nicht festhalten, Ronaldo stand goldrichtig und brachte Brasilien mit 1:0 in Führung. Der Stürmer legte später noch das 2:0 nach und machte den fünften WM-Titel der Seleção perfekt. Für Kahn blieb das Finale trotz eines überragenden Turniers untrennbar mit diesem einen Patzer verbunden. (cre)

England und Argentinien dürfen weiter vom WM-Titel träumen

England und Argentinien haben das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 erreicht. Beide Favoriten mussten jedoch hart kämpfen, ehe sie sich am Samstagabend gegen starke Außenseiter durchsetzen konnten. Norwegen und die Schweiz verlangten ihren Gegnern alles ab und verabschiedeten sich erst nach leidenschaftlichen Vorstellungen aus dem Turnier.

Im ersten Viertelfinale erwischte Norwegen den besseren Start gegen England und belohnte sich in der 36. Minute mit einem sehenswerten Distanzschuss von Andreas Schjelderup zur verdienten Führung.

11.07.2026, USA, Miami Gardens: Foto: Lynne Sladky/AP/dpa

Die Skandinavier verteidigten diszipliniert und setzten immer wieder gefährliche Konter, während England trotz großer Ballbesitzvorteile lange kaum Lücken fand. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gelang Jude Bellingham mit einem präzisen Abschluss der wichtige Ausgleich.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie offen. Norwegen hatte mehrfach die Chance zur erneuten Führung, scheiterte jedoch an Jordan Pickford oder am Aluminium. Ein norwegischer Treffer wurde nach VAR-Eingriff aberkannt, was zusätzlich für Diskussionen sorgte. Als vieles bereits auf ein Elfmeterschießen hindeutete, avancierte erneut Bellingham zum Matchwinner. In der Verlängerung traf er zum 2:1 und bescherte England den Einzug ins Halbfinale.

Im zweiten Viertelfinale entwickelte sich zwischen Argentinien und der Schweiz ebenfalls ein intensiver Schlagabtausch.

11.07.2026, USA, Kansas City: Julian Alvarez (Argentinien, M) jubelt nach seinem Tor zum 2:1 mit den Teamgefährten. Foto: Charlie Riedel/AP/dpa

Titelverteidiger Argentinien ging früh durch Alexis Mac Allister nach einer Standardsituation in Führung, doch die Schweiz blieb ihrer mutigen Linie treu und glich durch Dan Ndoye verdient aus. Die Eidgenossen verteidigten kompakt und brachten den Favoriten immer wieder in Bedrängnis.

Eine entscheidende Wende brachte schließlich die Gelb-Rote Karte gegen Breel Embolo, wodurch die Schweiz die Schlussphase und die Verlängerung in Unterzahl bestreiten musste. Argentinien nutzte den zusätzlichen Raum konsequent: Julián Álvarez erzielte in der 112. Minute mit einem sehenswerten Treffer das 2:1, ehe Lautaro Martínez in der Nachspielzeit der Verlängerung mit einem Konter den 3:1-Endstand herstellte. Bemerkenswert war, dass Lionel Messi trotz einer engagierten Leistung erstmals seit langer Zeit in einem WM-K.-o.-Spiel ohne eigenen Treffer blieb.

Damit stehen die Halbfinalpaarungen fest: Frankreich trifft auf Belgien–Bezwinger Spanien (Di, 21 Uhr MESZ) und England auf Argentinien (Mi. um 21 Uhr MESZ). (dpa/cre)

9 Antworten auf “Norwegens Nyland patzt wie Belgiens Lammens – Auch Oliver Kahn passierte das im WM-Finale 2002”

  1. Courtois oder Lammens ?

    Wieso hat Lammens das Spiel entschieden?
    Das erste Gegentor in dieser Partie passierte auf die gleiche Weise, und da stand Courtois im Tor.
    Hätte Doku gezieltere Pässe gespielt oder mal schneller abgegeben, wären die roten Teufel etwas mutiger gewesen, hätte es vielleicht auch gereicht. Sie hatten mit Nachspielzeit fast noch 9 Minuten Zeit, ein Tor zu schießen, um in die Verlängerung zu kommen. Das hat auch gegen Senegal geklappt. Schließlich sind da die Tore auch erst ab Minute 86 gefallen.
    Aber es war eben Senegal und nicht Spanien.
    Spanien war ganz einfach besser, und das sollte man akzeptieren.
    Die roten Teufel haben sehr wahrscheinlich gegen den zukünftigen Weltmeister verloren und der Mannschaft zudem das erste Gegentor gebracht. Man sollte mal überlegen, wer schon alles vor Belgien raus ist, da waren einige Favoriten bei. Mit solchen Schuldzuweisungen kann man junge Talente zerstören, Philippe Albert!!!
    Also stolz sein auf die Jungs! Das haben sie verdient!!!

    • Ganz richtig, Albert liegt falsch. Die Schuld dem Torwart zu geben, während wir überhaupt zu keiner einzigen Torchance in der zweiten Halbzeit kamen, ist der völlig falsche Ansatz, solch eine Niederlage zu analysieren. Albert sollte auch als Kommentar endlich mal die Bühne verlassen. Er kann es einfach nicht.

      • Humaner volltreffer

        @Panda 46 , da haben sie absolut wahres im Forum platziert , denn dieser aufgedunsene Albert täte besser daran seinem Leibesspeck mal dem Garaus zu machen .
        Was war das ein großer schlanker Bursche in seiner aktiven Profizeit .
        Dieser Kerl täte mal besser daran sich mal fit zu trainieren , anstatt nur Seitenhiebe auf Kollegen loszulassen .

    • Schnee von gestern. Hätte, wäre, wenn,….alles vergebene Liebesmüh.

      Ein hätte ist berechtigt
      Courtois „hätte“ Lammens den Rücken stärken sollen, statt sich wieder mit Seitenhieben in den Vordergrund zu schieben.

      Zu hoffen bleibt, dass er dieses Mal zu seinem Wort steht und seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet.
      Vielleicht war das der Fehler Garcias. Courtois, der ihm jetzt in den Rücken fällt, zurück zu holen und Mats Sels zu verlieren.
      Vielleicht hätte Mats das 1-0 gehalten 🤣

      So genug vielleichts.
      Hoffe Garcia bleibt, trotz Courtois Egotripp & der Union Belge

  2. Eifel_er

    Ich finde es einfach unterirdisch wie die Medien Lammers die Schuld geben.
    Das grenzt an Hetze.
    Ihr habt keine Ahnung mit welcher Geschwindigkeit solche Bälle auf den Torwart knallen, zudem ist er noch aufgesprungen, also bitte etwas zügeln mein Herren

  3. Hier muß ich , denke ich, als belgischer Experte mal eben eingreifen.
    Unsere Jungs haben geschlossen gekämpft, wobei ihnen das Glück nicht immer hold war. Der heiss diskutierte Vorfall, das unglückliche Tor unter Lammens setzte den Schlusspunkt unter ein leider ungleiches Spiel..Die Spanier waren insgesamt die überlegenere Mannschaft und zogen am Ende mit dem Bärenfell davon.
    Euer Experte.

  4. Ermitler

    Wer schon mal selbst gespielt hat weiss das Albert recht hat ,zumal Courtois weiter Spielen wollte.
    Und alles Trainer bringt man nicht in den allerletzten Minuten einen so jungen Torhüter noch,hätte man ihn gefragt er wäre bestimmt lieber auf der Bank geblieben.Also war mehr drin bei diesen Spieler die zur verfügung standen ,ok jeder ist hier Trainer aber für mich hätte die Mannschaft anders ausgesehen und frage mich warum nicht die selbe Mannschaft spielte wie gegen Amerika.
    Tielemans natürlich verletzt beim aufwärmen auf diesen Niveau wie kann das sein?
    Trousard auf der falschen Seite und nicht auf links wo Douku sich immer wieder fest läuft oder nachher Witsel auch sein erstes Spiel und das bei den Alter, war auch sein Raum,schuss auf Tor .Loukaku wieso der überhaupt dabei ist ?
    Meunier und Loucobacio und usw ,waren die auch verletzt,glaube das dieser auch kein Trainer für Belgien ist.

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