Politik

Vlaams Belang wird in Flandern immer populärer: Rechtsextreme Partei mit 24,5 Prozent stärkste Kraft

27.05.2019, Belgien, Brüssel: Tom Van Grieken, Vorsitzender der Partei Vlaams Belang, spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

Ein Jahr nach den allgemeinen Wahlen in Belgien wird in Flandern der Vlaams Belang immer populärer. Würde am Sonntag gewählt, wäre die rechtsextreme Partei im Norden des Landes stärkste Kraft.

Im Vergleich zu den Regionalwahlen vom 26. Mai 2019 würde der Vlaams Belang um 6 Prozent hinzulegen und wäre mit 24,5 Prozent stärkste Kraft im flämischen Landesteil.

Dies geht aus einer Untersuchung der Universitäten von Brüssel (VUB) und Antwerpen hervor, über deren Ergebnisse VRT und De Standaard am Samstag berichten..

26.05.2019, Belgien, Antwerpen: Bart De Wever, Vorsitzender der N-VA, verlässt nach seiner Stimmabgabe eine Wahlkabine. Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa

Damit ist die rechtsextreme Partei wieder auf ihrem Rekordniveau von 2004. Die Zuwächse für den Vlaams Belang gehen hauptsächlich auf Kosten der N-VA. Die Partei von Bart De Wever würde bei Wahlen gegenüber dem Vorjahr 4,5 verlieren und auf 20,3 zurückfallen.

Es folgen  die CD&V mit 11,9 Prozent (-3,6 Prozent), die Open VLD mit 11,6 Prozent (-1,5 Prozent), Groen mit 11,1 Prozent (+1 Prozent) und die SP.A mit 11 Prozent (+0,6 Prozent). Ganz links stieg die PVDA von 2,9 Prozent auf 8,2 Prozent.

Bart De Wever darf sich damit trösten, dass er die beliebteste Persönlichkeit in Flandern bleibt. Ihm folgen Tom Van Grieken (Vlaams Belang), Alexander De Croo (Open VLD), Conner Rousseau (SP.A), Peter Mertens (PVDA), Jan Jambon (N-VA), Koen Geens (CD&V), Maggie De Block (Open VLD), Theo Francken (N-VA) und Hilde Crevits (CD&V). (cre)

 

30 Antworten auf “Vlaams Belang wird in Flandern immer populärer: Rechtsextreme Partei mit 24,5 Prozent stärkste Kraft”

  1. Kein Grund zur Sorge , Cordon Sanitaire
    mit denen will niemand, aber auch niemand zusammen in einer Regierung sitzen
    Selbst die Möchtergernrechts Partei Namens NVA ekelt sich vor denen
    Bart de Wever selbst hat es gesagt. Bevor die einen Fuss in die Regierung bekommen geben eher Schland und Co unsere Corona Leugner zu das Sie falsch liegen
    Das wird NIE passieren

      • Walter Keutgen

        Der Cordon sanitaire ist natürlich eine Dummheit. Schon vor Jahrzehnten hätte man den VB in Gemeindekollegien aufzunehmen. Damit hätte man gezeigt, dass die auch keine bessere Politiker sind. Aber je später, umso mächtiger ist so eine Partei und vielleicht ist es schon zu spät.

        24,5% ist aber noch nicht die Mehrheit. Es geht, daran muss man einige Foristen hier in OstbelgienDirekt sowie AFd-Anhänger in Deutschland erinnern, nicht um die Zuwächse oder Verluste, sondern um die absoluten Zahlen.

      • Sie stottern ja immer mehr, kalt bei Ihnen?
        Man hätte ja beinahe den Eindruck das die Hölle zufriert… Sachen gibt‘s…
        Warum sollen wir uns von den „Vlaamingen“ verabschieden?
        Die haben:
        1. eine schöne Sprache, kann man auch schön 2 deutig mit arbeiten
        2. sind doch auch nur Menschen wie du und ich.

        So wirkt übrigens das dauernde aufspalten, in „gut“ oder „schlecht“ aufteilen, Atom oder Proton, Mond oder Sonne, Deutscher oder Belgier, Schalker oder Dortmunder…. :D
        Es macht uns Männern (und seit Neuestem auch den Frauen….) aber spass ein bisl Krieg zu führen und sich gegenseitig zu messen.
        Darum mein Vorschlag den Krieg durch Sport, Fußball, Rugby, Hochsprung zu ersetzen. 🙂

  2. Marcel Scholzen eimerscheid

    Ich habe letztes Jahr mal das Wahlprogramm des Vlaams Belang teilweise gelesen. Da stehen durchaus verführerische Worte. Da werden u.a. Volksentscheide und -abstimmungen nach Schweizer Modell gefordert. Das der VB einen flämischen Staat mit Brüssel als Hauptstadt wünscht, ist allgemein bekannt. Ich dachte immer, die würden alle französischsprachigen aus Brüssel vertreiben wollen im Falle einer flämischen Staatsgründung. Nur das ist nicht so. Diese flämischen Nationalisten wollen den Französischsprachigen in Brüssel eine Autonomie gewähren so wie es jetzt schon der Fall ist. Dieses Wahlprogramm ist flämisch-republikanisch. Aber der VB ist ein Wolf im Schafspelz.

    • Walter Keutgen

      Marcel Scholzen eimerscheid, die flämischen Nationalisten verschiedener Parteien sind sich aber schon mehr als ein Dutzend Jahre über diese Lösung für Brüssel einig. Ob die französischsprachigen Brüsseler das so wollen? Man muss doch bedenken, dass das im Hinterkopf der Flamen nur eine vorübergehende Lösung ist. Auch will man so sicher Kritiken aus Frankreich aus dem Wege gehen. Es war natürlich ein Fehler den zwei großen Sprachgemeinschaften zu erlauben ihre Hauptstadt in Brüssel zu haben. Flandern hat auch historische Städte. Für die Frankophonen bietet sich Namur oder Wallonisch Brabant an.

      • Marcel Scholzen eimerscheid

        Sollte es zum Auseinanderbrechen des belgischen Staates kommen, so kommen die Franzosen den französischsprachigen in Belgien bestimmt zur Hilfe. Genau wie 1830 gegen die Niederländer und diktieren einen Frieden. Den Flamen würde keiner helfen. Weder Niederländer, Deutsche oder Briten. Das wäre eine Krise genau so schlimm wie vor 30 Jahren in Jugoslawien im Herzen der EU. Zur Zeit unvorstellbar aber im Bereich des Möglichen.

        • Alfons van Compernolle

          Marcel Scholzen eimerscheid : Sie werden es nicht Glauben , aber es gibt in Vlaanderen und in den Niederlanden eine grosse Gruppe / Bewegung, welche fuer eine Vereinigung
          von Vlaanderen mit den Niederlanden ist. Mein Wunsch , Belgien bleibt das was es jetzt ist „EIN LAND“ mit unterschiedlichen Kulturerbe (DG-Vlaanderen-Wallonie) , EINER Zentral)Regierung( und nicht diesen jetzigen politischen Affenzirkus)!

          • Aah, das hört sich schon mehr Nach Yin/Yang, Links/rechts, Mann/Frau, 2 Seiten gleiche Medaille an… 😈/😇.
            Hat jemand eigentliche schon Die Flamen gefragt ob die denn zur Niederlande wollen, oder die Wallonen bei Frankreich?
            Mit den letzten denen ich gesprochen haben waren aber noch welche voll Sauer über die Witze die die „großen“ Länder immer über ihre „kleinen“ Nachbarn gemacht haben. 😝
            Übrigens hat Belgien noch ein Hühnchen zu rupfen nach dem WM-Halbfinale, am Ende wurde bei der „grande Nation“ ja aber nur noch voll unfair auf Zeit gespielt… 🤔😁

  3. Es scheint wieder, dass einige Leute es nie auf die Reihe bekommen. Wo war der VB, als die Krise auf dem Höhepunkt war. Sie haben sich komplett verweigert. Und jetzt wollen sie die Retter in der Not sein? Ehrlich gibt es noch Dümmeres als das? Populisten aller Art hatten während des Höhepunktes der sanitären Krise keine guten Karten, weil auf diese Zustände keine einfachen Lösungen parat waren. Außerdem haben einige Populisten (USA und Großbritanien durch ihr Herunterspielen eine Beinah-Katastrophe provoziert, mit der sie jetzt noch zu kämpfen haben. Ihre Ignoranz war himmelschreiend.
    Ich bin mit den aktuellen Entscheidungen des NSR auch nicht zu 100% einverstanden und heiße die teilweise zögerliche Haltung auch nicht gut, doch machen diese Damen und Herren doch eine respektable Arbeit und sollten neben manchmal berechtigter Kritik auch weiter unterstützt werden.
    Mir ist verschiedenes auch nicht immer nachvollziehbar, doch laufe ich deswegen nicht irgendwelchen „dummen“ Parolen, die einfache Lösungen auf komplizierte Probleme suggerieren, hinterher.
    Wann wird das den Nachläufern dieser „Redner“ endlich klar?

      • @Tp Das stimmt, aber zu diesem Zeitpunkt war das Virus schon da. Die Maßnahmen, die danach dort getroffen wurden, brachten die Krankenhäuser in mehreren Großstädten weiter als ihr Limit. Erinnern Sie sich an die Bilder der Kühlcontainer für die Verstorbenen in New York und die Kommentare der Ärzte der dortigen Krankenhäuser, die über sich hinauswachsen mussten, um der Lage Herr zu werden und es ihnen kaum gelang, während Trump immer noch nicht an die Gefahr glaubte und das Ganze herunterspielte. Die aktuellen Infektions- und Sterbezahlen sprechen für sich und strafen die Maßnahmen seitens der US Bundesregierung Lügen. Unter dem Druck der Wirtschaft lanciert Trump die Wirtschaft, während die Pandemie noch auf Hochtouren zuschlägt und jede Menge Opfer fordert. Das Gleiche geschieht auch in Südamerika und Afrika. Dort ist die Katastrophe durch die mangelnden Mittel der dortigen Staaten geschuldet.

    • Ja die war wirklich gut die Hilfe von unten, aber irgendwann ist immer Schicht im Schacht.
      Irgendwann ist immer Zahltag und die haben uns ja auch gut bestohlen und verarscht, Tag ein Tag aus!
      Was meinen Sie, die waren die Einzigen die „das“ alleine genutzt haben, den Hokuspokus? 🙂

  4. Angelsachse

    Bei einem Zerfall Belgiens wird „La Grande Nation“ wohl nicht untätig bleiben. Wie auch in Quebec in Canada sitzen dort aktionsbereite Helferlein des ehemaligen Kolonialgroßreiches vor Ort in den Startlöchern und werden auf Anweisung aus Paris anlässlich einer Erweiterung französischen Einflusses aktiv werden. Damit einhergehend bleibt nach wie vor ein Kulturimperialismus, der seit Beginn der französischen „Reunionspolitik“ seit Louis XIV nie nachgelassen hat und der unter anderem Sprachverbote beinhaltet und die Existenz ethnischer uransässiger Bevölkerung leugnet. Wer daran zweifelt, sollte beispielsweise einmal ethnische Bretonen, Elsässer, Basken oder die Westhoek-Flamen im „Departement Nord“ befragen und die Geschichte dieser Völker unter dem Aspekt imperialistischer Französisierung auf allen Ebenen studieren.

  5. Eupener Belang

    Sehr gut ! Jeder vierte Flame wählt RICHTIG!
    Und dieser lächerliche cordon sanitaire…das soll Demokratie sein?
    Die Wallonen gehen wie immer nach links .
    Die Flamen marschieren wie immer nach rechts .
    Zeit dass es in der DG auch nach rechts geht !
    Wenn man in der DG eine „rechte „ Partei gründen würde, sie hätte sehr viel Zulauf bzw. Wählerstimmen ….

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