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Vertrauenskrise für Impfungen in Westeuropa

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Viele Europäer haben einer Umfrage zufolge ein großes Misstrauen gegen Impfungen. Nach den Daten der britischen Stiftung Wellcome Trust empfinden in Westeuropa lediglich 59 Prozent der befragten Menschen Impfungen als sehr oder zumindest einigermaßen sicher.

Zu Westeuropa zählen die Autoren Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande und die Schweiz. Weltweit sehen mit durchschnittlich 79 Prozent weit mehr Befragte Impfungen als sicher an.

Soziale Medien trügen zu den Vorbehalten gegen und Ängsten vor Impfungen bei, sagte Heidi Larson, von der London School of Hygiene and Tropical Medicine der Zeitung „The Guardian“.

Für den „Wellcome Global Monitor 2018“ wurden mehr als 140.000 Menschen über 15 Jahren in mehr als 140 Ländern dazu befragt, was sie über das Impfen, die Wissenschaft und andere Themen denken.

26.03.2019, Madagaskar, Iarintsena: Mütter stehen im Gesundheitszentrum von Iarintsena im Süden Madagaskars an, um ihre Babys gegen Masern impfen zu lassen. In Madagaskar ist nur etwa die Hälfte aller Kinder geimpft. Foto: Laetitia Bezain/dpa

In Bangladesch und Ruanda ist das Vertrauen in Impfungen demnach am höchsten. Innerhalb Westeuropas zeigten die Franzosen das größte Misstrauen. Dort stuften 33 Prozent der Befragten Impfungen als unsicher ein – mehr als in jedem anderen Land. Als sicher bezeichneten Impfungen 47 Prozent der Franzosen, andere stimmten keiner dieser Aussagen zu.

„Gerade in den reicheren Ländern, in denen wir nicht länger die schrecklichen Folgen von verhinderbaren Krankheiten sehen, sind Menschen mehr zurückhaltend“, sagte Larson mit Blick auf Diphtherie, Masern und Keuchhusten. Das sei jedoch ein Luxus, den man sich nicht leisten könne.

Nur in zwei reichen Erdregionen, Nordeuropa und Nordamerika, war das Vertrauen in Impfungen mit 73 und 72 Prozent recht hoch, auch wenn es nicht den Weltdurchschnitt erreichte. Zum Vergleich: In Südasien sind es 95 Prozent.

In der Ukraine hatten den Angaben zufolge lediglich 50 Prozent der Befragten Impfungen als sicher und effizient eingeschätzt. Dort gab es 2018 mehr als 53.000 Masernfälle. Misstrauen in staatliche Stellen gehe oftmals einher mit Zweifeln über die Sicherheit von Impfungen, fanden die Studienautoren weiter heraus.

Gerade junge Eltern müssten ihre Fragen zu Impfungen schnell und umfassend beantwortet haben, sonst orientierten sie sich an sozialen Medien, sagte Larson. Dort verbreiteten sich schnell Fehlinformationen, auf die Forscher nicht reagieren könnten, weil sie in privaten Facebook-Gruppen oder anderen unzugänglichen Foren kursierten. Das Kinderhilfswerk Unicef hatte im März davor gewarnt, dass Masern weltweit alarmierende Ausmaße erreicht haben. (dpa)

8 Antworten auf “Vertrauenskrise für Impfungen in Westeuropa”

  1. Ex-Eupener

    Die Politiker haben die Menschen unsicher gemacht .
    Es war immer eine Selbstverständlichkeit das die Kinder geimpft wurden , steht dann im Mutter Kind Pass.
    Wenn man sich das mal beobachtet , die Leute gehen 1 – 2 mal im Jahr mit ihrem Hund oder ihrer Katze zum Tierarzt , bezahlen echt dicke Kohle , damit ihr kleiner Liebling nur gegen alles geschützt ist .

  2. So lange wir im PDG eine Partei in der Opposition haben, die die Erfolge von Impfungen verleugnet, sind wir auf keinem guten Weg. Die Alu-Hut Fraktion war bei den letzten Wahlen mit der Volksverdummung recht erfolgreich.

  3. Ex-Eupener

    Wie Politiker mit der Gesundheit ihrer Bürger umgeht habe ich am eigenen Leib erlebt .
    In meiner Aktiven Zeit in der Eupener Feuerwehr war ich auch bei dem Brand der Firma Rom (Heute Plazza) dabei . Der Bürgermeister war auch der Mediziner der Feuerwehr und er schickte damals nach dem Brand alle beteiligten Feuerwehrmänner nach Verviers zu eine grossen Gesundheitskontrolle mit Blutabnahme . Als ich bei dem Arzt war bad ich ihm eine Kopie der Untersuchungswerte meinem Hausarzt zu schicken . Drei Tage später ein Donnerstag wo eigentlich eine Übung angesagt war trafen wir uns alle in der Feuerwehrkaserne wo dann der Feuerwehr Arzt allen mitteilte das kein negativer Befund bei einem Feuerwehrmann gefunden wurde. Am Freitag rief mein Hausarzt mich an und bad mich zu ihm zu kommen da meine Blutwerte nicht in Ordnung wären . Der Sauerstoffgehalt war gefährlich niedrig und ich hatte eine schwere Entzündung die eine OP erforderlich machte und ich bereits im Nachmittag ins Krankenhaus musste und Notoperiert werden musste . Am Samstag waren noch spezial Ärzte nach Eupen um eine zweite OP durchzuführen . Das ganze hat mich 10 Wochen ausser Gefecht gesetzt . Heute habe ich noch an den Folgen zu leiden !

  4. deuxtrois

    Die angeblichen Fälle von Autismus gehen darauf zurück, dass man Autismus immer besser nachweisen kann. Eine Korrelation zu den Impfungen mag bestehen, aber deshalb noch lange keine Kausalität. Auf den eindeutigen Beweis warten bis heute alle. Fragt man nach Beweisen, steht Dr. Josef Meyer auf der Matte um zu erklären, wie „schrecklich“ die Fälle von Autismus waren die ihm bekannt sind. Diese Tränendrücker sind die neue Religion der Impfgegner. Auf kritische Fragen erwarte ich mir von diesen Protagonisten schon lange keine Antworten mehr. Es führt zu nichts (außer zu noch mehr von Masern Geschädigte).

  5. Walter Keutgen

    Eigentlich müsste es doch einfach sein. Je nach Krankheit die Folgen der Nichtimpfung ausmachen und berechnen und ebenso die Nebenwirkungen der Impfung. Wenn das Resultat positiv ist, impfen sonst es lassen. Wenn impfen angesagt ist soll das obligatorisch und gratis sein. Es macht vielleicht keinen Sinn, gegen zwei Dutzend Krankheiten, von denen die meisten von der Bildfläche verschwunden sind, zu impfen.

  6. Gemein(d)e

    Wie sich hier alle künstlich aufregen , also als wir vor paar Wochen die Impfpässe in der Schule eingesammelt hatten ,war kein Kind und kein Erwachsener wo nicht geimpft war und das ist auch gut so.

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