Politik

Überfüllte Schulbusse: „Minister wälzt Verantwortung auf Fahrer ab“

Ein Bus der TEC nach Schulschluss am Bahnhof in Eupen. Foto: OD

Die ostbelgische Abgeordnete Jenny Baltus-Möres (PFF-MR) hat erneut den wallonischen Minister Carlo Di Antonio (CdH) auf die Problematik der überfüllten TEC-Schulbusse hingewiesen.

Baltus-Möres unterstrich, es sei keinesfalls hinnehmbar, dass über einen Monat nach Schulbeginn immer noch Busse mit Überkapazität fahren, da dies ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Fahrgäste und Fahrer mit sich bringe. Auch bedauerte sie, dass der Minister ihr auf die Frage nach der Verantwortung im Falle eines Unfalls, in den ein überfüllter Bus verwickelt ist, immer noch eine Antwort schuldig sei.

Die PFF-Politikerin wollte von Di Antonio wissen, welche Lösungen er vorschlage.

Die ostbelgische Regionalabgeordnete Jenny Baltus-Möres.

Die ostbelgische Regionalabgeordnete Jenny Baltus-Möres.

Di Antonio erinnerte zunächst noch einmal daran, dass ein Standard-Bus der TEC offiziell 90 Passagiere zählen dürfe, ein Gelenkbus 140. Der Busfahrer müsse dies im Auge behalten und dürfe ab der zugelassenen Passagiergrenze niemand mehr in den Bus lassen bzw. nicht mit einem überfüllten Bus weiterfahren. Im Falle eines Unfalls mit mehr Passagieren als zulässig könne der Fahrer demnach auch entsprechend zur Verantwortung gezogen werden, so der Minister.

Nach Ansicht der Abgeordneten ist es unerhört, die Verantwortung auf die Busfahrer abzuwälzen, deren Berufsausübung heutzutage oft schon schwer genug sei: „Es ist die Aufgabe des Ministers und der TEC, zu handeln und kurz- wie langfristig strukturelle Lösungen zu finden.“

Die Abgeordnete erinnerte hier nicht nur an die Möglichkeit des verstärkten Einsatzes von Gelenkbussen für die betroffenen Linien und zu Stoßzeiten, sondern auch an die Weiterentwicklung von Modellen wie ASTUCE oder Next’n’Ride.

Siehe auch Artikel „Überfüllte Schulbusse: Für Vivant muss jetzt die Politik handeln“

46 Antworten auf “Überfüllte Schulbusse: „Minister wälzt Verantwortung auf Fahrer ab“”

  1. Diese Antwort hatte ich sogar erwartet. Es ist so einfach die Verantwortung auf den Busfahrer zu schieben. Wenn ein Busfahrer das machen würde, hätte er am nächsten Tag die Kündigung vorliegen. Ausserdem müsste er täglich in den Stosszeiten sämtliche Schüler an den Haltestellen stehen lassen und dann geht das Geschrei der Eltern los, vonwegen unverschämter Fahrer, jetzt kommt mein Kind zu spät zur Schule …….Man kann noch von Glück reden, dass bisher nichts passiert ist..Wieder ein hochbezahlter Minister, der keine Ahnung hat oder haben will, sich auf unsere Kosten einen schönen Lenz macht, bloss nicht überlegen und mal nach Lösungen suchen, dass ist dann wohl zuviel verlangt. Wahrscheinlich lässt er seine Kinder, falls er welche hat , nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren sonst würde er nicht so einen Müll von sich geben.

    • Es reicht!

      @Diana: Kann Ihnen nur zustimmen. Dieser MInister ist untragbar in jedem seiner Ressorts. Der kümmert sich einen feuchten Kerricht darrum was den kleinen Steuerzahler betrifft. Die Ostbelgier gehen dem doch schon lange am Asch vorbei. Zudem ist hier eine Entschuldigung an alle Busfahrer angebracht.

  2. Ein Schelm der böses denkt

    Der Busfahrer ist Schuld? Nein der Bushersteller Anton, nur der, denn die Türen gehen immer noch obwohl die Max. Personen Anzahl erreicht ist tatsächlich noch auf! Also bitte Anton, immer schön bei der Wahrheit bleiben

    • Johnny Kokolores

      Nein, die Politik ist schuld! Wenn von den Kindern 23.174% nicht geboren worden wären (wie es gerade in Holland zur Debatte steht), wären die Busse auch nicht überfüllt!

      Also ist AndyToniO selber schuld unterm Strich…

  3. Reuter N

    Typisch Politiker , hatte anders auch nichts erwartet . So sind sie eben , unsere Vertreter , wenn mal was ist ,immer die Verantwortung auf den kleinen Bürger abschieben . So ein Kerl gehört im Knast und nicht als Abzocker ( Ministerposten ) …….
    ABSOLUTE SCHWEINEREI und ich wüsste gerne wie dem seine Kinder zur Schule fahren ??????

  4. Naja. Der Kapitän eines Flugzeugs nimmt auch nur soviel Passagiere mit wie es Sitzplätze gibt. Der Busfahrer sollte wirklich mal die Leute stehen lassen. Vielleicht wacht die TEC dann mal auf wenn das Telefon heiß vor Beschwerden läuft.

    • @ Männi

      Der letzte den die Hunde beissen ist in jedem Fall der Busfahrer. Lässt er „Passagiere“ stehen weil der Bus überladen ist wird ihm sein Arbeitgeber Arbeitsverweigerung vorwerfen. Eine Abmahnung wäre die „harmloseste“ Konsequenz. Würde die Polizei das Fahrzeug anhalten und eine Überladung feststellen ginge das Strafmandat zu Lasten des Fahrers hinzu kommt, man glaubt es kaum, möglicherweise eine Abmahnung weil er gegen die Betriebsordnung verstossen hat.

  5. Also in Lüttich ist es absolut normal, das die Busfahrer keinen mehr mit nehmen und einfach weiterfahren, wenn der Bus voll besetzt ist. Das erleben die Studenten tagtäglich, wenn sie zum Sart-Tilman fahren.

  6. schlechtmensch

    Die Busse waren in den 80ern und 90ern überfüllt, sie sind jetzt überfüllt und werden auch in Zukunft überfüllt sein. Daran wird sich nichts ändern. An mir werden die Busbetreiber nichts verdienen, ich werde meine Kinder mit dem Auto zur Schule fahren und abholen. Bzw. wir werden uns mit mehreren Eltern abwechseln. Und die Kinder in Eupen sollen ja laut Kampagne sowieso mit dem Fahrrad fahren.

    • Da kann man nur vermuten , das sie keiner geregelten Arbeit brauchen nachzugehen und es sich mit ihrer Freizeit leisten können das Stassennetz zu blockieren . Solche Zeitgenossen haben wir zu Genüge auf den maroden Strassen herumhängen , anstatt das Kind zum Bus zu begleiten verpestet man noch lieber die Luft unnötigerweise .

      • schlechtmensch

        Sie irren, ich arbeite in Gleitzeit wenn sie wissen was das ist. Meine Frau auch. Weder ich noch meine Frau oder Kinder haben Bock mit überfüllten Bussen zu fahren. Das Auto ist so eine Art Reaktion auf die schlechte Infrastruktur der Busse und Bahnen bzw. deren Fahrplänen.

        • Ehrlich , jeden Tag rollen auf dem TECNETZ mindestens ein paar Hundert Streckenbusse um den Schülertransport zu versehen . Hat man schon von einem Unfall von diesen Bussen vernommen ??? auch wenn diese mal überladen sein sollten , was vielleicht wenige male vorgekommen sein sollte . Als Busfahrer war ich die letzten Jahren permament von der Polizei im September diesen Zählungen unterworfen , ja diese Polizisten fanden auch das Zuviel Jedöns von verschiedenen Eltern veranstaltet wird . Aber wie gesagt , es sind immer dieselben Zeitgenossen die überall herum am Tratschen sind , anstatt einer Sinnvollen Beschäftigung nachzugehen , oder von einer Bäckerei zur anderen sich Kilos anlegen .

        • Rationeller

          Hallo Petz!
          es ginge auch wenn Sie Ihre 2 Linien bei den oberen geschrieben um 19:53! Eben dann hätten Sie sich die Arbeit besser eingeteilt! Alle 3 Minuten zum selben Klaf, ist schon gelungen?

  7. Ekel Alfred

    Zu meiner Zeit gab es keine überfüllten Busse….hatten wir kein Geld für….es gab nur per pedes oder Fahrrad….zweimal am Tag, von der Unterstadt hin zum College Patronne….da gab es auch noch keine Frankendelle….dafür aber viele Streiche und Unfug unterwegs….

    • Vereidiger

      Nee, nee, welch einen Schwachsinn geben Sie da von sich? Als wenn man ein Stück Holz mit einem Fisch vergleichen würde… Wenn man Ihren Vergleich durchrechnet, müsste jedes Kind „seine“ Box im Bus haben. Glauben Sie wirklich, dass die auf mehreren Etagen geschichteten Schweine bevorzugt behandelt werden? Und Schweinetransporte kann man beschlagnahmen. usw.

    • Altweltenaffe

      Für mich trifft dieser Kommentar genau den Kern des Problems! Bei Streckenbussen gibt es keine Fahrtenschreiber geschweige denn Anschnallgurte. Kinder werden zwischen Schultaschen und Gepäck stehend durch die Gegend gefahren! 90 Personen sollen in einem normalen Streckenbus Platz haben, fragt sich nur wo und wie! Ausgerechnet beim ÖPNV und den Schulkinder-Bussen werden Sicherheitsstandarts, die in JEDEM anderen Bereich eingehalten werden müssen, NICHT eingehalten! Der Vergleich mit dem Schweinetransporter mag schockieren, aber er trifft zu!

  8. Treesche

    Ich hatte selbst Frau Möres kontaktiert wegen den Bussen. Die Antworten von di Antonio sind verantwortungslos. Die Verantwortung auf die Busfahrer abzuschieben ist Blödsinn. Welcher Busfahrer lässt denn in der Eifel die Schüler stehen. Jeder Busfahrer weiss doch, dass danach kein Bus mehr kommt. Di Antonio war doch auch der Typ, der nichts hinbekommen hat beim Natura 2000.

  9. Albert Gr.

    stehende fahrgäste in einem bus ist m.E. nicht nur unattraktiv sondern auch nicht ungefährlich.
    Besonders in der beförderung von kindern und alten menschen müsste sich die zulässige personenzahl an den sitzplätzen orientieren. Das ist zudem auch vom fahrer leicht zu prüfen….
    Sollte das nicht vom fahrer umgesetzt werden, dann muss technik her, die das erkennt und die haltestellenbremse sperrt.

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