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2:0-Sieg vor großer Kulisse: AS Eupen gewinnt Derby gegen Standard – Ein Elfmeter und zwei Platzverweise

Eupens Gary Magnée, Standards Philip Zinckernagel und Eupens Konan N’Dri (v.l.n.r.) kämpfen um den Ball. Foto: Belga

Die AS Eupen hat das Derby gegen Standard Lüttich 2:0 gewonnen. Die Schwarz-Weißen siegten nach großem Kampf und vor großer Kulisse. Es gab zwei Platzverweise und einen Elfmeter, über die viel diskutiert wird.

Vor dem Anpfiff des Derbys am Samstagabend hatten die beiden Eupener Trainer Kristoffer Andersen und Mario Kohnen mit Zufriedenheit zur Kenntnis genommen, dass der SV Zulte Waregem nicht gewonnen (2:2 beim KV Mechelen) und der RFC Seraing verloren hatte (1:2 gegen Sint-Truiden).

Bei der AS Eupen fehlte Wakaso aus persönlichen Gründen. Die Startelf der Schwarz-Weißen war folgende: Moser – Van Genechten, Paeshuyse, Lambert, Davidson – Bitumazala, Peeters, Magnée – Charles-Cook, Prevljak, N‘Dri.

Aron Donnum von Standard Lüttich in Aktion. Foto: Virginie Lefour/BELGA/dpa

Bei Standard war Dussenne angeschlagen und saß auf der Bank. Perica stand statt Dragus in der Startelf.

Eine derart tolle Kulisse hatte es im Kehrweg-Stadion schon lange nicht mehr gegeben, wozu neben der Vielzahl von Supportern der „Rouches“ auch der Umstand beigetragen hatte, dass die DG dieses Derby in ihr Veranstaltungsprogramm zum Tag der DG integriert und deshalb 1.511 Eintrittskarten erworben hatte, um diese an Vereine zu vergeben.

Beide Teams begannen mit hoher Intensität. AS-Torhüter Moser zeigte in den ersten Minuten zwei Mal eine Unsicherheit, vor allem in der 11. Minute bei einem Schuss von Zinckernagel, den er nicht festhalten konnte. Kurz danach hatte Davidson eine erste Möglichkeit für die Gastgeber.

Richtig gefährlich wurde es für Eupen in der 13. Minute, als Standards Stumspitze Perica bei einer scharfen Flanke in den Eupener Strafram einen Tick zu spät kam. In der 16. Minute ging ein unnötig von Paeshuyse verursachter Freistoß an der Strafraumgrenze ins Außennetz. In der 20. Minute köpfte Perica einen Flankenball von Donnum übers Eupener Tor.

In diesen ersten 20 Minuten konnte man sehr gut erkennen, dass Standard Lüttich diese Begegnung nicht auf die leichte Schulter nahm. Und die AS war viel disziplinierter, spielfreudiger und zweikampfstärker als in der ersten Halbzeit in Anderlecht.

Eupens Stef Peeters erzielte per Elfmeter das 1:0. Foto: Belga

In der 33. Minute gab es zuerst ein Durcheinander im Eupener Strafraum nach einem Eckstoß von Donnum. Moser und Magnée retteten auf der Linie. Beim Gegenstoß hätte N‘Dri dafür sorgen können, dass Eupen in Führung geht, doch statt direkt Charles-Cook anzuspielen, bediente er den im Abseits stehenden Van Genechten.

Rückschlag für Standard in der 40. Minute: Balikwisha war verletzt und schied aus. In der 45. Minute hatte N‘Dri die nächste Chance. Und dann endete die erste Halbzeit mit einem Paukenschlag, als Zinckernagel nach einem gefährlichen Foul an Paeshuyse und auf Hinweis des VAR die Rote Karte gezeigt bekam. Eine Schlüsselszene in diesem bis dahin sehr fairen Spiel? 0:0 der Halbzeitstand, aber Eupen in Überzahl. Dies muss nicht unbedingt ein Vorteil sein, wie sich beim Spiel der AS beim KV Mechelen gezeigt hat.

Aufgrund ihrer numerischen Überlegenheit erspielte sich die AS nach Wiederanpfiff Vorteile. Das Spiel hatte natürlich längst nicht mehr die Intensität und die Klasse der ersten Halbzeit.

Für Eupen kamen Gassama und Déom für Charles-Cook und N‘Dri. Und Déom sollte nur wenige Minuten auf dem Platz bleiben, denn in einer ähnlichen Szene wie die, die kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit zum Platzverweis von Zinckernagel geführt hatte, sah auch Déom nach einem ungewollten, aber gefährlichen Foul am ebenfalls gerade erst eingewechselten Fossey Rot.

Eupens Abwehrspieler Boris Lambert. Foto: Belga

Jetzt spielten 10 Eupener gegen 10 Lütticher. Das änderte wieder alles – im Prinzip, denn eigentlich konnte Standard das Spiel nicht wirklich ausgeglichen gestalten.

Den nächsten Paukenschlag gab es in der 75. Minute, als Raskin im Lütticher Strafraum ein Handspiel unterlief: Elfmeter! Peeters verwandelte den Strafstoß sicher, 1:0.

In der 85. Minute reklamierten die Lütticher einen Elfmeter für Standard wegen eines Handspiels von AS-Verteidiger Paeshuyse, der aber nicht gegeben wurde.

In der 87. Minute hätte Prevljak nach einem von Peeters schnell und geschickt ausgeführten Freistoß alles klar machen können, doch traf er nur das Außennetz. In der 89. Minute hätte Laifis Rot sehen können und kam mit Gelb noch gut weg.

In der Nachspielzeit gelang dem eingewechselten Gassama mit einem fulminanten Schuss das 2:0. Das war der Sieg in diesem Prestigespiel, den die Eupener Mannschaft ausgelassen mit ihren Fans feierte.

Schon am Dienstag ist die AS wieder gefordert, diesmal im Landespokal bei Zweitligist Deinze, bevor es am Samstag beim SV Zulte Waregem im letzten Spiel vor der WM-Pause um ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt geht. (cre)

Nachfolgend Tweets zum Spiel AS Eupen gegen Standard Lüttich:

27 Antworten auf “2:0-Sieg vor großer Kulisse: AS Eupen gewinnt Derby gegen Standard – Ein Elfmeter und zwei Platzverweise”

  1. Geiler Sieg, geile Stimmung, zumindest ab der 45. Minute.
    Davor hätte Standard schon längst mit mindestens 0:2 führen müssen und war das Gemurre laut in der Tribüne, zumindest unter den AS-fans ohne DG-geschenkkarte.
    Danach klasse Kampf der AS.
    Jetzt noch schnell nen neuen Trainerstab und nen Abwehrchef der was taugt, dann können wir weiter von einem eventuellen Klassenerhalt träumen !

  2. @Ohje :
    es muss ja immer genörgelt werden! Ich sehe es anders. Die ersten 25 Minuten war Standard besser, aber mein Gott sie haben auch extrem starke Qualität! Danach war Eupen besser in den letzten 15 Minuten der 1.HZ. Beide Mannschaften müssen in der ersten HZ treffen – somit ging das 0-0 in Ordnung.

    Die 2.HZ ging in allen Belangen (auch Statistiken) zu Gunsten der KAS Eupen! Die Wechsel und Aufstellung waren super und endlich reagiert man auf Spielstände und Ereignisse direkt.

    Die Mannschaft lebt seit 2 Spieltagen wieder (auch in Anderlecht hat man ein gutes Spiel – bis auf die ersten 30 Minuten gezeigt. Wenn man die ersten 25 Minuten in den Griff bekommt, dann ist mir auch in Zulte nicht bange mit dieser Konstellation und dem Geist.

    WEITER SO! Es hat Spaß gemacht!

  3. Es hat sich also gezeigt, dass die Spieler nur Tore erzielen wenn volle Hütte ist. Ist also nur logisch wenn zum bedingungslosen Grundeinkommen analog der Tribünenplatz zur Förderung von Toren kostenfrei ist. Oder bin ich selbst der Tor:Innen?
    😇🙈🤣👍

  4. Richtige Entscheidung mit einer Viererkette zu spielen. Davon sollte man nicht mehr abweichen und jetzt eine Kontinuität bewahren. Geschlossene disziplinierte mannschaftliche Leistung. Der einzig negative Punkt ist die dumme rote Karte von Deom. Da hatte er die Chance, sich zu zeigen, aber hat sie nicht genutzt. Klar hätte es auch anders ausgehen können, aber es ist eine Besserung zu erkennen. Jetzt muß man endlich mal gegen einen direkten Abstiegskonkurrent punkten, dann ist die Hinrunde mit einem guten Gefühl abgeschlossen.
    Das Pokalspiel in Deinze wird einigen Spielern, die weniger Spielpraxis haben, sich zu zeigen.

  5. Lob den 2 Trainern. Super Job gemacht! Dem Schiri auch der wirklich unpatrteiisch war! Eine Seltenheit.
    Previlak hat gekämpft wie ein Löwe, sehr gutes Spiel von Peters.
    Seit seinem Einwechseln sah man dass er was drauf hat, schon bevor er als Torschütze gefeiert wurde.
    Nächstes Wochenende ein 6-Punkte Spiel, unsere große Schwäche dieses Jahr…
    Diesmal muß ein Sieg hin um uns endlich was absetzen zu können. Zur Info, der Letzte ist nur 3 Punkte entfernt

  6. Die erste Hälfte war wenig ansehnlich. Viele Fehlpässe und technische Fehler. Nicht ganz so schlecht wie in Anderlecht aber eben nicht schön anzusehen. Der Schiedsrichter hat alle Szenen richtig bewertet und sanktioniert, was bei Eupen Spielen selten der Fall ist.
    Taktisch wurde gut und richtig korrigiert auch wie letzte Woche und gewechselt.
    So dumm Deoms rote Karte auch war, es war die entscheidende Szene für uns und der Dosenöffner. Denn alle dachten jetzt mit 10 gegen 10 wird Lüttich wieder offensiver und mutiger werden ( denn in Unterzahl standen sie sehr tief), doch das Gegenteil war der Fall. Eupen drückte und spielte weiter offensiv da sie davor ja wegen der Überzahl offensiv gewechselt hatten und dies dann beibehielten – richtige Entscheidung und darum Spiel am Ende verdient gewonnen .
    Das alles bringt jedoch nichts wenn man die beiden nächsten Auswärtsspiele vergeigt, denn die sind in Zulte Waregem und Seraing und demnach unendlich viel wichtiger und stehen unter dem Slogan verlieren verboten

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