Allgemein

Seit zehn Wochen Putins Angriffskrieg in der Ukraine

04.05.2022, Ukraine, Mariupol: Rauch steigt aus dem Stahlwerk Azovstal auf. Foto: Alexei Alexandrov/AP/dpa

Zehn Wochen dauert Russlands Angriffskrieg in der Ukraine. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick.

24. Februar: Russland greift die ehemalige Sowjetrepublik an. Nato und EU verurteilen das Vorgehen scharf.

26. Februar: Deutschland entscheidet, Waffen aus Beständen der Bundeswehr an die Ukraine zu liefern. Russische Geldhäuser sollen aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift ausgeschlossen werden.

27. Februar: Russlands Präsident Wladimir Putin versetzt die Abschreckungswaffen der Atommacht in Bereitschaft.

14.03.2022, Russland, —: Der Screenshot aus der abendlichen Hauptnachrichtensendung des russischen Staatsfernsehen zeigt die Protestaktion von Marina Owsjannikowa (mit Plakat rechts). Foto: —/Social Media/dpa

28. Februar: Moskau und Kiew verhandeln erstmals seit Beginn des Krieges miteinander.

2. März: Die UN-Vollversammlung verurteilt die russische Invasion mit historisch großer Mehrheit.

4. März: Ein Feuer an Europas größtem Atomkraftwerk nahe Saporischschja schürt Ängste vor einer nuklearen Katastrophe.

8. März: Tausende Zivilisten werden aus der umkämpften Stadt Sumy im Nordosten gerettet. Die USA verbieten den Import von Öl aus Russland.

14. März: Eine TV-Mitarbeiterin protestiert im russischen Staatsfernsehen gegen den Krieg.

16. März: Der Internationale Gerichtshof in Den Haag ordnet das sofortige Ende der russischen Gewalt in der Ukraine an.

17. März: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht in einer Videobotschaft vor dem Bundestag.

24. März: Die Nato beschließt eine massive Aufrüstung und aktiviert die Abwehr chemischer, biologischer und atomarer Bedrohungen.

26. März: Bei einer Rede in Warschau nennt US-Präsident Joe Biden Putin einen „Diktator“ und stellt dessen Herrschaft infrage. Später dementiert er, einen Machtwechsel gefordert zu haben.

11.04.2022, Ukraine, Butscha: Ein Ermittler trägt eine Weste mit der Aufschrift „War Crimes Prosecutor“ (Ankläger für Kriegsverbrechen“) und beginnt damit, neben Leichen aus einem Massengrab hinter der Kirche St. Andreas Beweise für Kriegsverbrechen zu sammeln. Foto: Carol Guzy/ZUMA Press Wire/dpa

1. April: Um ihre russischen Gaslieferungen zu begleichen, müssen westliche Staaten künftig ein Konto bei der russischen Gazprombank haben. Sie können aber weiter in Euro und Dollar zahlen.

2. April: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben wieder volle militärische Kontrolle über die Region um Kiew. Moskau verstärkt die Angriffe im Osten und Süden des Landes.

3. April: Gräueltaten an der Zivilbevölkerung in der Kiewer Vorstadt Butscha sorgen für Entsetzen. Die Ukraine zählt 410 Leichen.

8. April: Bei einem Raketenangriff auf den Bahnhof in Kramatorsk sterben mehr als 50 Menschen.

13. April: Biden wirft Russland Völkermord in der Ukraine vor.

15. April: Russland bestätigt den Untergang des Raketenkreuzers „Moskwa“. Die Ukraine behauptet, das Flaggschiff der Schwarzmeerflotte versenkt zu haben – Moskau bestreitet das.

23.04.2022, Ukraine, Kiew: Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, beantwortet während einer Pressekonferenz in einer zentralen U-Bahn-Station der Hauptstadt Kiew Fragen. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

16. April: Nach Angaben Selenskyjs wurden in den ersten sieben Wochen Krieg bis zu 3.000 ukrainische Soldaten getötet.

20. April: Die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine überschreitet die Marke von fünf Millionen.

21. April: Im Osten der Ukraine hat die russische Armee den Großteil der Region Luhansk mittlerweile unter Kontrolle.

27. April: Russland stoppt Erdgas-Lieferung nach Polen und Bulgarien.

28. April: Der Bundestag gibt grünes Licht für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine.

1. Mai: Ein Bus-Konvoi bringt über 100 Zivilisten aus dem von russischen Soldaten belagerten Stahlwerk Asovstal in Mariupol.

2. Mai: Russlands Außenminister Sergej Lawrow sorgt mit einem Nazi-Vergleich vor allem in Israel für Empörung.

3. Mai: Russische Truppen beginen nach ukrainischen Angaben mit der Erstürmung des belagerten Stahlwerks Azovstal. CDU-Chef Friedrich Merz zeigt sich in der Ukraine erschüttert über die Kriegsfolgen.

4. Mai: Die EU-Kommission schlägt ein Öl-Embargo vor, um den Druck auf Moskau zu erhöhen. Mehr als 5,6 Millionen Menschen sind mittlerweile aus der Ukraine geflohen. (dpa)

38 Antworten auf “Seit zehn Wochen Putins Angriffskrieg in der Ukraine”

  1. Corona2019

    6.Mai : In manchen Ländern weiß man schon nicht mehr wie man so viele Flüchtlinge unterbringen soll.
    Und somit rückt das Ziel Putins immer näher , andere Länder mit den Flüchtlingen zu schwächen.

    • Die meisten aus der UK wollen wieder zurück beim wiederaufbau helfen sind ja fast nur Alte -Frauen und Kinder und nicht so wie Bimbos aus Afrika wo großteilsb vesorgt werden wollen auch findet man keine Pässe an der Grenze wo verloren wurden

        • Nachgefragt
          Die Paner von Putin sind lausige Kisten einmal getroffen und die granaten im inneren explodieren und alle sind tot,genauso der Drehturm getroffen das war es dann für alle um platz zu sparen setzte man auf niedere Bauweise so ist viel weniger Platz im inneren der Schütze hat es leichter nachzuladen das ist der Vorteil,der Leo hatte das gleiche problem am anfamg, allso baute man ihn ganz neu auf und merzte die fehler aus, auch machte man das Geschütz so das er selbst bei voller geschwindigkeit noch zielgenau traf. das problem bei den alten russenpanzer sie haben zwar mehrere nur um die Besatzung welche draufgeht da brauchen die ca 1 Jahr trainig, denn es ist kein Auto rein und Gas es ist ein Kettenfahrzeug das reagiert anders als ein normales fahrzeug denn man muß so fahren um die Kurve eine kette hält die andere läuft voll oder weniger weiter, treffen muß auch geübt werden genauso die Luke schliesen das sie nicht geöffnet werden kann trotz granate der fahrer hat nur ein kleines schauloch der kommandant sagt wie gefahren werden muß so ungefähr eine zugeeiste windschutzscheibe mit einem Guckloch und einer schaut durch das schiebedach und sagt wie man zu fahren hat alles muss geübt werden von der neuen Elektronik rede ich nicht ketten und Rückseite sind Schwachstellen also muß die kiste so gedreht werden das die Richtige seite immer vorne ist und beim drehen ist vorsicht geboten rier gibt es schwachstelle,man sagt nicht umsonst fahrende Särge

      • Hans Eichelberg

        # Karli Dall

        Auch Flugzeuge bei der Parade:
        „Bei der Parade soll das „Weltuntergangsflugzeug“ zusammen mit Kampfjets und Langstreckenbombern aufsteigen.

        Der fliegende Gefechtsstand ist für den Fall eines Atomkriegs konzipiert, insbesondere für den Fall, dass am Boden keine Kommandozentralen mehr funktionieren. Von dem Flugzeug aus würde Kremlchef Wladimir Putin regieren und dem Militär Befehle für Nuklearangriffe erteilen können.

        Das riesige Flugzeug aus der Sowjetzeit, das abgesehen vom Cockpit fensterlos ist, wurde seit 2010 nicht mehr bei einer Gedenkfeier zum Tag des Sieges gesehen. Einige Experten vermuten daher, dass der Auftritt der Iljuschin Il-80 als Warnung an den Westen verstanden werden muss.“

  2. Ermitler

    Bin weder für für Afrikaner ,und diese UK, das alles wird uns ins unglückt stürzen ,denn die wollen nur eins das wir auch Krieg wollen .Es wird Zeit das wir etwas dagegen tuen ,für Corrona sind viele auf die Strasse gegangen und jetzt sind wir zufeige etwas dagegen zutuen ,warum eigendlich ?
    Ich glaube ihr seht nicht die Gefahr wenn wir da weiter helfen.

    • Corona2019

      @ – Ermitler 20:09

      Den Leuten aus der Ukraine erste Mal zu helfen kann keine Gefahr sein.
      Die Hauptgefahr kommt erst wenn Putin dafür sorgt dass die Menschen nicht mehr zurück in die Ukraine können.
      Dann gehen die Spannungen erst richtig los.
      Obwohl , die Schweinerei die Putin jetzt praktiziert ja auch schon der Gipfel der Frechheit ist.

        • Wer Waffen liefert will, dass die Welt brennt.

          Diese Verantwortlichen in irgendwelchen Listen festzuhalten ist kontraproduktiv, da eine Aburteilung dann nicht mehr stattfinden kann.
          Den Haag ist nicht mehr funktionsfähig und kann keine Sitzungen abhalten um diese Verbrecher zu verurteilen.

            • Die Ukraine ist nicht unbewaffnet – die Ukrainer wissen gar nicht wohin mit den vielen Waffen.
              Es gilt, weiterhin, wer Waffen liefert ist Kriegstreiber und muss nach „Den Haag“ – sofern Den Haag noch existiert…..

              Wenn die Welt brennt wird auch in „Den Haag“ nicht gelöscht werden.
              .

        • Corona2019

          @ – Joseph Meyer 21:29

          Ja Herr Meyer;
          Waffen sind allgemein Sch….e .
          Werden sie jedoch mit einer bedroht, bleiben ihnen nicht viele andere Möglichkeiten als sich mit ihrer Waffe vor dieser Bedrohung zu schützen.
          Und wenn sie in diesem Moment keine hätten, wären sie mir ja auch schließlich dankbar wenn ich Ihnen Eine zuwerfen würde, bevor der Täter mit einer Waffe die Türe ihres Hauses aufgebrochen hat.

          Keiner kann Ihnen garantieren das selbst wenn Sie sich in diesem Moment ergeben , nicht trotzdem jemand auf sie schießt.

          Allgemein gilt natürlich, das wenn man alle militärischen Ausrüstungen auf dieser Welt vernichten würde, und in Zukunft die Produktion dieses blödsinnigen materials einstellt, unsere Welt eine bessere wäre.
          Da wir aber leider auch unter den Regierenden, Leute vorfinden die sich von Firmen bestechen lassen die Kriegsmaterial herstellen, bleibt das wohl leider nur ein Traum von Milliarden Menschen, außer dem Abschaum der besticht und sich bestechen lässt.

        • Gerhard Schmitz

          @Meyer,

          Sarah Wagenknecht, die ich sehr schätze, bleibt allerdings die Definition von „ALLES“ schuldig, wenn sie sagt, es muss alles getan werden, um die Ukrainer zu schützen.

          Eine weitere Schwäche ihrer Argumentation liegt darin, dass sie die beiden Großmächte Russland und USA auf eine moralische Stufe stellt. Bei allen Schwächen der US-Demokratie, ist mir diese 100x sympathischer, als Putins Autokratie. Und auch Wagenknecht wird zustimmen, dass ihr Freigeist sich in dieser Form nur im Westen so frei entfalten kann.

          • Joseph Meyer

            @Gerhard Schmitz

            – „Russland und USA auf eine moralische Stufe“?
            Hören Sie Sich an, was Noam Chomski am 17.04.2015 dazu sagte: „Die USA sind ein Schurkenstaat“, und von der EU, bzw. Europa sagt er: „Europa ist extrem rassistisch“. (1) Bevor Sie jetzt sagen, der Kerl ist ein Idiot, denken Sie bitte historisch und global, z.B. an Korea, Vietnam, Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Somalia, Jemen, Libyen, Syrien, die 5 MRD für den Maidan, usw. usw., und an West-Europa welches immer, ganz oder teilweise, den US-Befehlen folgt und marschiert, links-rechts-links-rechts …
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            „Er ist ein Superstar in der Welt der Intellektuellen, ein überaus produktiver Autor und selbst ernannter Anarchist, der auch mit 86 Jahren nicht kürzer tritt. Er prangert immer noch Unrecht an, dabei hat er im Allgemeinen den Westen in der Schusslinie. Ich habe mich in die Vereinigten Staaten aufgemacht, um mich mit Noam Chomsky zu treffen. Wir führten das Interview in seinem Büro am Massachusetts Institute of Technology.“

            – Und Oskar Lafontaine sagt: „Amerika treibt Europa in einen Atomkrieg“ „Kanzler Olaf Scholz im Würgegriff der Hasardeure von Washington: Ein Verhandlungsfrieden mit Moskau wird immer dringlicher. “ (2)

            – Am 08.04.2013 führte Jörg Schönenborn ein Gespräch mit Wladimir Putin (3): Glauben Sie wirklich, wenn Sie Putin so reden hören, dass er Schweden und Finnland angreifen würde, wenn diese Länder ihren Neutral-Status behalten?! Oder dass er die NATO-Länder im Osten angreifen wird und so einen Atomkrieg auslösen würde?! Ich habe gelesen, dass Putin innerhalb der russischen Führungsschicht der Gemässigte sei, die Anderen, sollte Putin weg sein, würden viel schneller viel härter vorgehen (?), dann Gnade uns Gott …
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            – Und die Journalistin Gabriele Krone-Schmalz, welche jahrelang in Russland gelebt hat, sagte am 13.03.2015 im MDR-Interview: „Putin war in seiner ersten Amtszeit eine Chance für Europa“ (4)

            – Diesen Dokumentarfilm aus dem Donbass, Stand 2022, sollte man ansehen!(5)
            25.03.2022 – Leben und Sterben im Donbass – Dokumentarfilm
            Seit Anfang 2014 tobt ein Krieg im Osten der Ukraine, im Donbass. Ein Bürgerkrieg, der im Laufe der Jahre weit über 15.000 Menschenleben gefordert hat, darunter mehrere hundert Kinder. Sie mussten sterben, weil die vom Westen finanzierte, ausgebildete und militärisch hochgerüstete national-faschistische Putschregierung in Kiew keinen Widerstand gegen ihre illegitime Herrschaft dulden wollte, egal was es kostet. Im April 2014 setzten die Putschisten deshalb die ukrainische Armee, unterstützt von dutzenden rechtsradikalen Freischärler-Bataillonen in Marsch und bombardierte seitdem Stadtzentren, Wohngebiete, Schulen, Krankenhäuser, Infrastruktur, tötete friedliche Menschen. Dieses Dauerverbrechen geschah völlig unbemerkt von der westlichen Öffentlichkeit. …

            (1) https://www.youtube.com/watch?v=7kfDAL2dq1U
            (2) https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2022/04/WEW_17_022_SCHOLZ.pdf
            (3) https://www.youtube.com/watch?v=yrwfaZj479g – 35:26
            (4) https://www.youtube.com/watch?v=yzLiwWVZCOk&t=5s – 12:10
            (5) https://www.youtube.com/watch?v=jx2O4SZnNIU&t=3804s – 1:37:24

            • Gerhard Schmitz

              @Meyer,

              Aus meiner Sicht machen Lafontaine et.al. folgenden Denkfehler: Sie verkennen, dass Putin seine eigenen (psychopahischen) und nicht die Interessen von Russland vertritt. Ich glaube nicht, dass ein Willy Brandt bei Putin auf Gehör gestoßen wäre.

              Und dann vergessen Lafontaine in der Auflistung der „Schandtaten“ der USA den Sieg über Hitler. Wissen Sie, Herr Meyer, auch wenn der „Schurkenstaat USA“ diesen Kampf gegen Hitler nur aus Eigennutz geführt hat, soll’s mir Recht sein, wenn dabei als „Kollateralschaden“ ein Diktator entmachtet wird. Mal ehrlich, leben wir denn so schlecht in Europa unter der Hegonomie der USA?

              • Joseph Meyer

                und Sie, Herr Schmitz, vergessen, dass der Sieg über Hitler und seine Schergen erst über Russland möglich wurde: 26 Millionen Menschen aus Russland verloren dafür ihr Leben! Und die heutigen militärischen Führungskräfte der ukrainischen Armee haben den Nazis damals in der Ukraine beim Morden kräftig mitgeholfen! Das sind die Vorbilder der Leute denen wir jetzt die Milliarden und die schweren Waffen – ohne Forderungen und ohne Kontrollen – zuschustern …
                Wenn Sie Sich den Film „Leben und Sterben im Donbass“ angesehen haben, werden Sie, denke ich, nicht mehr so ohne Weiteres von einem – psychopathischen – Putin sprechen! Hat die USA/NATO Russland den überhaupt eine andere Möglichkeit gelassen, als militärisch einzugreifen?!

                • Gerhard Schmitz

                  @Meyer,

                  Ja, Russland hat einen sehr hohen Preis für den Sieg über Hitler bezahlt. Und hat dann einen weiteren hohen Preis unter Stalins Schreckensherrschaft gezahlt.

                  Und ja, Sie haben Recht, Krieg ist grausam. Die von Ihnen verlinkten Bilder werden wohl denen in Grosny, Aleppo und jetzt in Mariupol ähnlich sein. Die Frage ist nur, wenn denn schon die Krim von Putin annektiert und der Donbass von Putin als unabhängig anerkannt wurde, was in der Ukraine und im Westen relativ unaufgeregt zur Kenntnis genommen wurde, warum dann der gesamten Ukraine jetzt noch den Krieg erklären? Und warum sind zwischen 2014 und 2022 von den 2 Millionen geflüchteten Ostukrainern 1,2 Millionen gen Westen und nur 800.000 nach Russland geflüchtet?

                  Und wenn Sie jetzt dem Westen vorwerfen, dass er Waffen liefert, die das Leid nur in die Länge ziehen, wieso kritisieren Sie dann nicht die russischen Waffenlieferungen seit 2014 in den Donbass?

                  • Joseph Meyer

                    @Schmitz

                    – „warum dann der gesamten Ukraine jetzt noch den Krieg erklären?“
                    Ich bin , genau wie Sie, kein Insider der russischen Führungsschicht, aber es gibt Fakten: 1. die Asow-Bataillone der ukrainischen Armee hatten, seit über einer Woche vor dem russischen Einmarsch, mit einer massiven Bombardierung des Donbass begonnen und Rusland musste von einem militärischen Einmarsch in den Donbass ausgehen. 2. Russland hatte in den Monaten und Wochen vorher eindringlich um Sicherheitsgarantien von der USA/NATO gebeten, diese Bitten wurden von der westlichen „Werte-Gemeinschaft“ vom Tisch gefegt, 3. stattdessen musste Russland davon ausgehen, dass die Ukraine zu einer grossen US-Militärbasis, inklusive feindliche Atomwaffen gegen Russland, direkt vor der Haustür von Moskau, ausgebaut werden sollte… Was hätten, Ihrer Meinung nach, die USA in einer ähnlichen Situation z.B. in Mexiko, gemacht?
                    – „Und warum sind zwischen 2014 und 2022 von den 2 Millionen geflüchteten Ostukrainern 1,2 Millionen gen Westen und nur 800.000 nach Russland geflüchtet?“ Woher stammen diese Zahlenangaben, und wie vertrauenswürdig ist die Quelle? Und dann, was besagen diese Zahlen, sollten sie stimmen?
                    – „wieso kritisieren Sie dann nicht die russischen Waffenlieferungen seit 2014 in den Donbass?“
                    Auf diese Frage gibt Ihnen ein ehemaliger Schweizer Oberst in einer interessanten Schilderung über die Lage in der Ukraine, – Zur Wirklichkeit hinter der Propaganda -, ausführlich Auskunft!

                    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2022/04/30/schweizer-oberst-uber-die-lage-in-der-ukraine-zur-wirklichkeit-hinter-der-propaganda/

                    • Gerhard Schmitz

                      @Meyer,

                      Sie fragen, was es besagen würde, wenn die große Mehrheit der Ostukrainer in Richtung Westen, statt in Richtung Russland vor dem Donbass-Krieg geflüchtet wäre. Es wäre zumindest ein Hinweis darauf, dass möglicherweise die Mehrheit der Flüchtlinge aus EIGENEM Erleben das „friedliebende“ Russland mehr fürchtet als die „faschistische“ Westukraine.

                      Und dann verweisen Sie auf den Bericht von einem Oberst aus der Schweiz. Ich frage mich nur, wenn das alles so stimmt, wieso Putin dann die offene und öffentliche Diskussion (z.B. mit der russischen Opposition) darüber scheut. Es wäre dann wohl ein leichtes, auch die kritischen Medien im eigenen Land zu überzeugen, oder besser noch, den UN-Sicherheitsrat dazu zu veranlassen Blauhelme in den Donbass zu schicken, um der Gewalt dort ein Ende zu setzen. Entweder ist die Beweislast doch nicht so erdrückend oder Putin schert sich einen Dreck um das Wohlergehen der Ostukrainer und benutzt sie lediglich als Vorwand für seinen Krieg, mit dem er tatsächlich ganz andere Ziele verfolgt.

                    • Ein Einmarsch der Ukrainer in den Donbass sei zu befürchten gewesen, Herr Meyer? Das ist originell. Dieses Gebiet gehört völkerrechtlich zur Ukraine. Genauso wie es 2008 in Georgien war, wo sich die Russen die spinnerten Ideen einiger abchasischer und südossietischer Träumer zunutze gemacht und sich diese Gebiete faktisch einverleibt haben, indem die dortigen „Unabhängigen“ nun Vasallen der Russischen Föderation sind. Die georgische Armee wurde in Marsch gesetzt, die Russen haben ein paar Tage Wohngebiete bebombt und fertig.
                      Stellen Sie sich einmal vor, ein Teil der Katalanen ruft die Selbständigkeit von Spanien aus und gründet einen eigenen Staat, und spanische Truppen werden in Marsch gesetzt. Oder die Bayern wollen einen wirklich von Deutschland unabhängigen Freistaat darstellen, deutsche Polizei und die Bundeswehr werden nach München geschickt. Da schreibt dann einer aus Ostbelgien, ein Einmarsch dieser (fremden???) Truppen sei ein nachvollziehbarer Grund für einen Angriffskrieg eines Nachbarn? Oberdrollig!

                • Walter Keutgen

                  Josef Meyer, ja, es hat ukrainische Waffen-SS gegeben, so wie es wallonische gegeben hat und sicher noch weitere andere. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute … äh, und sind hundert Jahre alt.

                  • Joseph Meyer

                    @Herr Schmitz
                    – “ die große Mehrheit der Ostukrainer in Richtung Westen, statt in Richtung Russland vor dem Donbass-Krieg geflüchtet”: Vielleicht lässt es sich teilweise auch damit erklären, dass die Bevölkerung im Donbass nicht aus der Ukraine, ihrer Heimat, ausscheren wollte sondern lediglich und vorrangig ihre kulturelle Autonomie behalten wollte?
                    – “wieso Putin dann die offene und öffentliche Diskussion (z.B. mit der russischen Opposition) darüber scheut.” Ja, Russland ist mit Sicherheit keine Demokratie so wie wir uns eine echte Demokratie vorstellen, bezüglich Herrschaft des Volkes, und wie wir es uns wünschen würden. Leider wissen wir – seit Corona – dass es dann auch nicht besonders gut um unsere Demokratie bestellt ist, aber sicher besser als in Russland!
                    -”Blauhelme in den Donbass zu schicken, um der Gewalt dort ein Ende zu setzen.” ALLES was der Gewalt ein Ende setzt, wäre doch zu begrüssen! Eine Frage: Hat denn die USA/NATO schon einmal, Ihres Wissens, den Vorschlag der Befriedung durch Blauhelme ernsthaft vorgeschlagen?
                    – “ Entweder ist die Beweislast doch nicht so erdrückend”: Also, die Gräueltaten der “Neo-Nazis” in der Ostukraine werden von vielen Augenzeugen gemeldet und erscheinen – für mich – erwiesen zu sein. (1), (2)
                    – “ Putin schert sich einen Dreck um das Wohlergehen der Ostukrainer”: Viele haben Putin vorgeworfen, dass er sogar zu lange mit einem Eingreifen Russlands gewartet hat – ~14000 tote Zivilisten! -. Laut dem Bericht von Oberst Jacques Baud hat Putin immer gesagt, dass es sich um eine innere Angelegenheit der Ukraine handeln würde.
                    – “benutzt sie lediglich als Vorwand für seinen Krieg, mit dem er tatsächlich ganz andere Ziele verfolgt.”
                    Hier ist ein Video in welchem der Sprecher Ihnen da recht gibt, und dann letztlich auch wieder nicht, eine ausgewogene Stellungnahme. (3)
                    (1) https://stine113blog.wordpress.com/2022/05/03/us-journalist-sah-verbrechen-der-ukrainischen-nationalisten/ – 3 Min.10 Sek.
                    (2) https//www.compact-online.de/was-passiert-wirklich-in-der-ukraine/
                    (3) https://www.youtube.com/watch?v=Z9oB3z63-yU – 15:49

                    • Gerhard Schmitz

                      @Meyer,

                      „Hat denn die USA/NATO schon einmal, Ihres Wissens, den Vorschlag der Befriedung durch Blauhelme ernsthaft vorgeschlagen?“ Nein, nicht das ich wüsste. Aber die Russen scheinen ja doch besser über dieses Problem informiert gewesen zu sein, als der Westen, also wäre es doch eher an Russland gewesen, aktiv zu werden.

                      Herr Meyer, Ihre Argumentation folgt aus meiner Sicht einem immer gleichen Muster. Wenn den Russen ein Vorwurf gemacht wird, versuchen Sie diesen damit zu entkräften, dass der Westen nicht besser sei bzw. war. Diese Argumentation leidet unter einem nicht auf den ersten Blick erkennbaren aber fatalen Zirkelschluss, den man knapp mit „Weil der Westen böse ist/war, darf auch Russland böse sein!“ umschreiben kann. Das Fatale an dieser Argumentation liegt darin, dass sie zwar dem Westen eine Doppelmoral nachweisen können, aber dieser Nachweis weder den Ukrainern, noch dem russischen Volk hilft, und darüber hinaus dem gerade „aktiven Bösen“ (Russland) in die Hände spielt. Diese retroperspektivische Argumentation führt in letzter Konsequenz dazu, dass das „Böse“ sich verfestigt.

                      Anstatt mit aller Vehemenz (auf die Straße gehen) das Unrecht des Westens anzuprangern, wenn es geschieht, kramen Sie dieses Unrecht dann aus der Argumentationskiste, wenn Sie den „Bösen“, den Sie warum auch immer sympathischer finden, „entschuldigen“ wollen.

                  • Joseph Meyer

                    _@Herr Schmitz
                    Sie haben insofern recht, weil ich schon seit langen Jahren die völkerrechtswidrigen Handlungen der US-Billionäre verfolgen muss, und deshalb nun auch beim völkerrechtswidrigen Einmarschieren der russischen Armee in die Ukraine, die Augen nicht verschliessen kann vor dem erneuten „Mitwirken“ dieser US-Billionäre, dieses Mal also nicht im pharmazeutisch-industriellen – siehe Corona -, sondern im militärisch-industriellen Komplex der USA. Und natürlich kann ich auch nicht die Agenda ausblenden, welche dahinter steht, die da immer wieder heisst: 1. „Money-Money“ also Profitmaximierung und 2. „America first“ bzw. eigentlich die US-„Eliten“ first, sprich Weltbeherrschung UND Ausbeutung zum Wohle der US-„Eliten“. Dabei zählen wir „Menschen“ nicht, auch nicht die eigene US-Bevölkerung, meine Meinung!

                    Sie haben vor einigen Tagen die Bemerkung gemacht, dass wir Europäer als Vasallen der US-Herrschaftsführer doch gar nicht so schlecht leben würden. Dazu liesse sich natürlich eine Abend füllende Diskussion führen, ich denke aber, dass es einleuchtend ist, dass der Kapitalismus/Neoliberalismus zwar eine tolle Ideologie ist um sehr viel Reichtum zu erzeugen, aber eine miserable um diesen Reichtum dann gerecht zu verteilen. Das hat auch, Nebenbemerkung, mit der Geldschöpfung zu tun. Und es gibt in unserer Gesellschaft zunehmend abgehängte MitbürgerInnen die Ihren Satz nicht nachempfinden würden.
                    Jetzt könnte man lange diskutieren, dass genug für alle Menschen weltweit da ist, dass Alle ein Recht auf diese solidarische Verteilung haben, denn alle haben über die Jahrhunderte mitgewirkt bei der Schaffung der Voraussetzungen, damit so viel Wissen und so viel Können für so viel aktuellen Reichtum entstehen konnte, … leider fehlt mir im Moment die Zeit und sicher würde es sehr viele User nur langweilen, in solch eine Diskussion einzusteigen.

                    Noch die eine Anmerkung auf Ihren Satz: „… dass sie zwar dem Westen eine Doppelmoral nachweisen können, aber dieser Nachweis weder den Ukrainern, noch dem russischen Volk hilft, …“ Dieser Meinung bin ich ganz und gar nicht, denn ohne Berücksichtigung der Entwicklung hin zu diesem Bruderkrieg wird es, denke ich, doch gar nicht möglich sein einen dauerhaften Frieden in der Ukraine zu erreichen, es sei denn einen Grabes-Frieden …

  3. Robin Wood

    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/welt/pr%c3%a4sidentengattinen-unter-sich-jill-biden-trifft-olena-selenska-in-der-ukraine/ar-AAX36LZ?li=BBqg6Q9

    „Die First Lady der USA blieb etwa zwei Stunden bei der Ehefrau des ukrainischen Präsidenten. Auch der kanadische Regierungschef Justin Trudeau ist in der Ukraine.“

    Also ich verstehe noch immer nicht, wie viele Politiker während dieses Krieges nach Kiew gefahren sind. Ein Kriegsgebiet ist doch gefährlich?
    Und wenn Frau Biden in der Ukraine ist, wieso kommt ihr Mann nicht mit und trifft sich mit Selenski und Putin zu Friedensverhandlungen?

  4. Robin Wood

    Der Kiew-Tourismus geht weiter:
    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/besuch-voller-symbolik-bundestagspr%c3%a4sidentin-bas-trifft-selenskyj-%e2%80%9eim-friedlichen-kiew%e2%80%9c/ar-AAX35HN?li=BBqg6Q9

    „Besuch voller Symbolik: Bundestagspräsidentin Bas trifft Selenskyj „im friedlichen Kiew“
    Es ist ein Besuch voller Symbolik an einem geschichtsträchtigen Tag: Als zweithöchste Repräsentantin Deutschlands hat Bundestagspräsidentin Bärbel Bas am Sonntag Kiew besucht. Gemeinsam mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Ruslan Stefantschuk gedachte die SPD-Politikerin dort der Opfer des von Nazi-Deutschland entfesselten Zweiten Weltkriegs.

    Und sie zeigte die Solidarität Deutschlands mit der Ukraine, die nach dem Angriff Russlands um ihre Existenz kämpft. Bas sprach auch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sie „im friedlichen Kiew“ begrüßte.

    Bas war auf Einladung von Stefantschuk nach Kiew gereist, wo sie am Morgen mit dem Zug eintraf. Der Parlamentspräsident dankte ihr dafür, dass sie gerade am 8. Mai gekommen sei. „Das ist für uns wirklich ein Zeichen der Solidarität Deutschlands mit der Ukraine und mit dem ukrainischen Volk.“

    Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht zu Ende gegangen. Der Tag wird seitdem in vielen Staaten als die Befreiung vom Nationalsozialismus gefeiert.

    Bas wurde von Stefantschuk betont herzlich begrüßt. „Darf ich Sie umarmen?“, fragte der Ukrainer seine deutsche Amtskollegin – und tat es dann. Beide legten am Grabmal des Unbekannten Soldaten Kränze nieder. Dazu wurden die Nationalhymnen beider Staaten gespielt, eine Ehrengarde war angetreten.“

    Friedliches Kiew…

    • Erleuchtung Jean

      #Robin Wood

      Der russische Präsident W. Putin, sagt immer, dass es sich um eine „Spezialoperation“ handelt.
      Von „Krieg“ wird in Russland nicht gesprochen.

      Wie Sie es darstellen kann es sich auch nicht um einen Krieg handeln – vielleicht um kriegerische Handlungen – womit W. Putin recht hätte.

      Während eines Krieges kommen nicht alle Tage Vertreter anderer Länder, als Besucher und Zuschauer, um die Hauptstadt zu begutachten.
      Manche kommen sogar mit der DB im Schlafwagen bis nach Kiew.
      Da ist tatsächlich etwas sehr schräg.

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