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Rote Teufel beschließen mit Sieg die für Belgien beste WM aller Zeiten

14.07.2018, Russland, St. Petersburg: Die Spieler aus Belgien jubeln mit Medaille bei einem Gruppenfoto nach dem Sieg. Foto: Petr David Josek/AP/dpa

Die belgische Fußball-Nationalelf hat sich die Feier, die sie am Sonntag bei ihrer Rückkehr in Brüssel erwartet, redlich verdient. Die Roten Teufel besiegten am Samstag im kleinen Finale England 2:0 und beenden die WM als Dritter – so gut wie noch nie.

Belgiens „brillante Generation“ hat sich nach einem Blitzstart Platz drei bei der Fußball-WM in Russland gesichert und ist damit die erfolgreichste der Verbandsgeschichte.

Im gefälligen, wenn auch wenig spektakulären, kleinen Finale besiegten die Roten Teufel England mit 2:0 (1:0) und übertrafen als Dritter das bisher beste WM-Ergebnis Belgiens mit Rang vier im Jahr 1986.

14.07.2018, Russland, St. Petersburg: Romelu Lukaku aus Belgien (vorne) und Harry Maguire aus England kämpfen um den Ball. Foto: Bruno Fahy/BELGA/dpa

Die damalige Generation galt als goldene, der ehemalige Bayern-Torhüter Jean-Marie Pfaff, Mitglied des 86er-Teams, hatte die aktuelle als „brillante“ bezeichnet. Die Tore des Tages erzielten Thomas Meunier von Paris Saint-Germain bereits in der 4. Minute und Eden Hazard in der Schlussphase (82. Minute).

Die nach dem Halbfinal-Aus sichtlich gefrusteten Engländer verloren vor 64.406 Zuschauern in St. Petersburg dagegen nach 1990 auch das zweite Spiel um Platz drei ihrer Verbands-Historie. Das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte des Fußball-Mutterlands nach dem Titel 1966 muss sich das Team von Trainer Gareth Southgate somit mit der Generation von vor 28 Jahren teilen.

Belgien startet furios

Als Trost dürfte Englands Kapitän Harry Kane den Goldenen Schuh für den besten Turnier-Torschützen bekommen. Der Mittelstürmer der Three Lions blieb am Samstag wie schon in den beiden Spielen zuvor zwar glück- und torlos, da sein belgischer Verfolger Romelu Lukaku aber auch nicht traf, bleibt er mit sechs Toren an der Spitze dieser Rangliste.

14.07.2018, Russland, St. Petersburg: Eden Hazard aus Belgien (l) bejubelt mit seinem Teamkollege Dries Mertensafter aus Belgien das Tor zum 2:0. Foto: Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Die Franzosen Kylian Mbappé und Antoine Griezmann (je drei) müssten im Finale am Sonntag (17.00 Uhr MESZ) in Moskau gegen Kroatien schon dreimal treffen, um Kane im Kampf um die Auszeichnung noch gefährlich zu werden.

Belgien startete furios. Lukaku spielte Nacer Chadli auf der linken Seite frei, der Offensivmann flankte in die Mitte und aus fünf Metern drückte Meunier, der nach seiner Sperre aus dem Halbfinale wieder in die Startelf gerückt war, den Ball mit dem Schienbein über die Torlinie. Der 26-jährige Meunier war bereits Belgiens zehnter Turnier-Torschütze in Russland.

Die frühe Führung gab den Roten Teufeln Sicherheit, sie spielten weiter mutig nach vorne. Der frühere Wolfsburger Kevin De Bruyne hatte die nächste Chance, scheiterte mit einem abgefälschten Schuss jedoch an Jordan Pickford im englischen Tor (12.).

Von den Three Lions war offensiv wenig zu sehen, dem Team von Coach Southgate fehlte das Tempo. Ein Kopfball von Ruben Loftus-Cheek, der genau in den Armen von Belgiens Keeper Thibaut Courtois landete (15.), und ein verunglückter Schuss von Kane (23.) – mehr kam von der auf fünf Positionen veränderten Mannschaft zunächst nicht. Die Halbfinal-Niederlage gegen Kroatien steckte England in den Knochen.

19 Spieler von 22 England-Profis

Belgien präsentierte sich dagegen spielfreudig. Vor allem De Bruyne vom englischen Meister Manchester City und Hazard vom FC Chelsea hatten sichtlich Lust, ihr Können nochmal auf der größten Weltbühne des Fußballs zu zeigen.

Immer wieder leiteten die Offensiv-Asse Angriffe ein und wirbelten durch die englischen Defensivreihen. Gleich 19 der 22 Spieler in den Anfangsformationen der beiden Teams verdienen ihr Geld in der Premier League.

14.07.2018, Russland, St. Petersburg: Eden Hazard aus Belgien bejubelt sein Tor zum 2:0, neben John Stones (r) aus England. Foto: Petr David Josek/AP/dpa

Zu Beginn des zweiten Durchgangs probierten die Engländer etwas mehr. Eine scharfe Hereingabe des eingewechselten Jesse Lingard verfehlte Kane nur ganz knapp (54.). Auf der Gegenseite hatte Lukaku das 2:0 auf dem Fuß (56.), ließ den Ball aber freistehend verspringen – bereits zum zweiten Mal in der Partie in aussichtsreicher Position. Es war nicht der Tag des belgischen Topstürmers. Coach Roberto Martínez wechselte ihn nach einer Stunde aus.

Die Partie verflachte immer mehr und wurde phasenweise zum befürchteten lauen Sommerkick. Eric Dier sorgte nochmal für ein Raunen im Stadion: Er hatte Courtois bereits mit einem Lupfer überwunden, doch Toby Alderweireld verhinderte den Ausgleich mit beherztem Einsatz kurz vor der Linie.

Dann kamen die Belgier nochmal. Gegen einen strammen Meunier-Schuss war Pickford noch mit einer tollen Parade zur Stelle (80.), kurz darauf hatte der Keeper im Duell mit Hazard dann keine Chance. Nach Pass von De Bruyne sorgte Belgiens Kapitän für die Entscheidung. (dpa)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf „Ostbelgien Direkt“:

18 Antworten auf “Rote Teufel beschließen mit Sieg die für Belgien beste WM aller Zeiten”

  1. standpunkt

    SUPER!!!! Verdient gewonnen. Ein sehr gelungener Abschluss bei dem tollen Turnier. DANKE!!!
    Meunier hätte ich so sehr das Tor gegönnt mit seinem tollen Volleyschuss. Volles Risiko . Er hat ein tolles Turnier gespielt.

  2. Fussballexperte

    Hazard war ebenfalls in Top-Form und konnte sich mit einem Tor belohnen. Lukaku hat sich hingegen vor dem gegnerischen Tor fast wundgelegen und praktisch nicht mitgespielt. Seine einzige, wirkliche Chance verkackte er grossartig. So gesehen haben die Belgier in Unterzahl gewonnen. Glückwunsch allen, ausser Lu-verkackt-tout.

  3. Rundes Leder

    Tolles Ergebnis! Ein nicht so tolles Spiel! Das Resultat zählt, und ist verdient! Wir hatten in Hazard den besten Mann auf dem Platz!
    Mich freut es besonders, das die hier vorher „gross maulenden“ Besserwisser ihren Deckel bekommen haben!
    Für morgen ein toller Empfang in Brüssel!
    Weiter so Devils.

    Go Devils, go!

    • Fussballexperte

      Wieso? Haben Sie etwas anderes gesehen? Wer behauptet, dass Lukaku 50 Meter während seines Spiels zurückgelegt hat, übertreibt schon gewaltig. Der war so lauffreudig wie ein Begrenzungspfahl.

        • Doppelpass

          „Dem 1-0 durch Meunier ging ein Traumpass von Lukaku auf Chadli voraus“

          Ja, wahrlich EINE tolle Leistung in 90 Minuten! Bei aller berechtigten Begeisterung für das Team Ich bin da ganz bei „Fussballexperte“. Eine gute, bis sehr gute Leistung von allen gegen England, außer von Lukaku, wenn man genau hingesehen hat. Wie gesagt, die schönsten Zuspiele hat er alle vergeigt, hat fast keinen Kopfball gegen seine Gegenspieler gewinnen können. Mangelnde Sprungkraft ist bei ihm nicht zu übersehen. Wieso wurde nicht beispielsweise Batshuayi für ihn eingewechselt? Schlechter hätte der es auch nicht machen können.

  4. Red Devils

    Voila :) Sehr schönes Endspiel unserer Mannschaft, die sich mit einem dritten Spiel belohnt hat und gerade im letzten Spiel den Fans noch mal gezeigt hat, dass sie jedes Spiel konsequent spielen. Es hat viel Freude gemacht, diese Mannschaft über das Turnier hinweg zu begleiten und bei jedem Spiel mitzufiebern. Respekt! Chapeau! Und dankeschön!
    NB: Bin mal gespannt, was Miesepeter Müllerchen noch zu motzen hat.

  5. Pensionierter Bauer

    Ich bin verwundert, dass sich die Geschichte der 80er Jahre fast eins zu eins wiederholt hat.
    1982 gute WM in Spanien, 1984 total verkorste EM in Frankreich, 1986 super WM in Mexico.
    2014 gute WM in Brasilien, 2016 total verkorste EM in Frankreich, 2018 super WM in Russlan
    Jetzt hoffe ich, dass die kommenden Meisterschaften dann besser werden als es ab 1988 der Fall war. Dass war nun das dritt beste Ergebniss bei einer offiziellen Meisterschaft in der 123 jährigen Geschichte des Belgischen Fussballverbandes, 1920 Olympiasieg, 1980 EM Vize und heute WM dritter. Große Gratulation vom Pensionierten Bauer!

  6. Eupenerin

    Danke ihr habt sehr gut gespielt obschon einer nicht so gut wie die anderen, aber ich möchte nicht auch noch über ihm her ziehen 😢. Sie haben es verdient morgen in Brüssel einen schönen Empfang zu bekommen, Meunier war Wahnsinn und alle anderen besser wisser können uns mal .Für mich sind sie Weltmeister der Herzen geworden oder liege ich da falsch 😉😉😉

  7. Ekel Alfred

    Ich schliesse mich den Glückwünschen an die roten Teufel an….die Torchancen waren für beide Teams gleich….sehr stark war auch Meunier….der hat uns im Spiel gegen Frankreich gefehlt….Hazard verhakt sich oft….müsste früher abgeben….aber das sagt sich so leicht mit Blick vom Fernseher aus….auf dem Spielfeld sieht der Blickwinkel zum Mitspieler oft ganz anders aus….ein hochverdienter 3. Platz….

  8. Manfred Treppmann

    Es machte mir so richtig Spaß dieser fantastischen Belgischen Nationalelf zuzuschauen. Schade das es nicht zum endgültigen Finalsieg gereicht hatte, aber auch der 3. Platz ist eine Superleistung. Vielleicht gelingt es ja in 4 Jahren zum Titel. Ich drücke beide Daumen !

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